Francesco Schettino
Francesco Schettino (* 14. November 1960 in Neapel)<ref name="GazzettaUfficiale">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Biography Francesco Schettino.] Gazzetta Ufficiale della Repubblica Italiana, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 30. Dezember 2020.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> ist ein ehemaliger italienischer Kapitän. Er war der verantwortliche Schiffsführer bei der Havarie des Kreuzfahrtschiffs Costa Concordia vor der italienischen Insel Giglio im Jahr 2012.
Familie und beruflicher Werdegang
Schettinos Heimatort ist Neapel. Er ist verheiratet und Vater einer erwachsenen Tochter. Die Familie von Schettino ist seit Generationen eng mit der Schifffahrt verbunden. Nach dem Schulabschluss besuchte Schettino das Nautische Institut Nino Bixio in Piano di Sorrento. Anschließend arbeitete er bei der Fährgesellschaft Tirrenia. In den Jahren 1999–2001 arbeitete er zunächst als Sicherheitsoffizier und dann als stellvertretender Kapitän bei der im September 2001 in Konkurs gegangenen Reederei Renaissance Cruises, einer in Fort Lauderdale (Florida) ansässigen Reederei. Im Jahr 2002 wechselte er zur Reederei Costa Crociere mit Sitz in Genua, der auch die Costa Concordia gehörte. Costa Crociere ist eine Tochtergesellschaft der weltweit größten Kreuzfahrtreederei Carnival Corporation & plc. Schettino war dort zunächst Sicherheitsoffizier, er wurde später stellvertretender Kapitän und 2006 zum Kapitän eines Kreuzfahrtschiffes befördert.<ref name="bbc">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Profile: Capt Francesco Schettino.] BBC News, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 27. Juli 2014.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>
2010 verursachte Schettino im Hafen von Warnemünde als Kapitän der Costa Atlantica eine Beschädigung der an der Mole liegenden AIDAblu, die offenbar durch zu schnelle Fahrt beim Einlaufen in den Hafen in Bewegung gebracht wurde. Die Reederei Costa Crociere dementierte umgehend eine Schiffsberührung und beklagte eine unangemessene Darstellung, da solch oberflächliche Schäden im Alltag „passieren“. Schettino soll aber durch die Reederei schriftlich für seine mangelnde Aufmerksamkeit gerügt worden sein.<ref name="spiegel-1" />
Havarie der Costa Concordia
Schettino war der Kapitän des Passagierschiffes Costa Concordia, das am 13. Januar 2012 um 21:45 Uhr vor der italienischen Insel Giglio nahe am Ufer an Felsen entlangschrammte, leckschlug und bald darauf mit erheblicher Schlagseite auf Grund lag. Bei dem Unglück waren 4229 Personen an Bord. Insgesamt 32 Menschen – zwölf Deutsche, sieben Italiener, sechs Franzosen, zwei Peruaner, zwei US-Amerikaner, ein Inder, ein Spanier und ein Ungar – verloren bei der Havarie ihr Leben. Die sterblichen Überreste eines der Opfer wurden erst bei der Verschrottung im Jahr 2014 gefunden. Die italienische Staatsanwaltschaft klagte Schettino wegen fahrlässiger Tötung an.
Schettinos Verteidigungslinie
Schettino entschuldigte sich bei einigen Hinterbliebenen der Opfer. Er ist der Auffassung, dass ihn allenfalls eine Teilschuld treffe.<ref name="focus-1">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig „Costa Concordia“-Kapitän gesteht Mitschuld ein.] Online Focus, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 29. Januar 2015.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> So beschuldigte er den Rudergänger, dieser habe zu spät auf seine Befehle reagiert und sei außerdem der italienischen Sprache nicht ausreichend mächtig gewesen.<ref name="focus-2">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Chaos-Kapitän Schettino beschuldigt Steuermann.] Online Focus, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 29. Januar 2015.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Schettino weist darauf hin, dass es seine Entscheidung gewesen sei, das Schiff nach der Havarie mit dem Felsen in die Nähe des Hafens der Insel Giglio zu steuern. Dadurch sei Schlimmeres verhindert worden.<ref name="spiegel-2">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Anhörung zum "Costa Concordia"-Unglück: Kapitän Schettino verteidigt sich.] Spiegel Online, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 29. Januar 2015.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Gutachter bezweifeln allerdings diese Aussage, da die Ruderanlage bereits nicht mehr funktionsfähig war. Allein Wind und Strömung hätten diese Schiffsbewegungen bewirkt.<ref name="spiegel-3">Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig "Costa Concordia"-Simulation: Die Märchen des Capitano.] Spiegel Online, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 29. Januar 2015.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Die riskante Annäherung an die Insel Giglio sei nach Schettinos Darstellung ein Manöver gewesen, das die Reederei aus Werbegründen grundsätzlich gerne sehe.<ref name="spiegel-4">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig "Costa Concordia": Kapitän macht Reederei für riskantes Manöver verantwortlich.] Spiegel Online, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 29. Januar 2015.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Dies wird von der Reederei nachdrücklich dementiert.
Reaktionen in der Öffentlichkeit
Durch mehrere unglückliche Aussagen hat sich Schettino in der Öffentlichkeit zusätzlich unbeliebt gemacht. Sein vorzeitiges Verlassen des Schiffs erklärt er mit einem Ausrutscher, durch den er in ein Rettungsboot gefallen sei. Mehrere Augenzeugen und eine Videoaufnahme der Feuerwehr widersprechen dieser Version.<ref name="spiegel-5">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Zeuge im "Costa Concordia"-Prozess: Schettino soll selbst ins Rettungsboot gesprungen sein.] Spiegel Online, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 29. Januar 2015.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref><ref name="stern-1">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Neues Video zeigt fliehenden Kapitän Schettino.] stern Online, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 29. Januar 2015. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Schettino „sprach von sich als Kommandant, der auf dem Schiff gleich nach Gott komme“. Er hielt in Rom an der Universität La Sapienza einen Vortrag zum Thema „Panikmanagement“.<ref name="SZ02">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Revisionsprozess gegen Kapitän der Costa Concordia beginnt.] Süddeutsche Zeitung, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 21. April 2017.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Kritisiert wird auch, dass er seine damalige Geliebte, die Moldauerin Domnica Cemortan, als Gast an Bord hatte. Vorwürfe, er habe Cemortan mit einem waghalsigen Manöver vor Giglio beeindrucken wollen, wies Schettino zurück.<ref name=SZ02/>
Reederei
Ende Juli 2012 kündigte die Reederei das Arbeitsverhältnis mit Schettino.<ref name="focus-3" /> Sie distanzierte sich von ihm öffentlich und warf ihm vor, er habe schwerwiegende Fehler begangen.<ref name="bbc" /> Die Kreuzfahrtgesellschaft einigte sich im April 2013 mit der italienischen Justiz in einem strafrechtlichen Vergleich auf die Einstellung der Ermittlungen gegen das Unternehmen gegen Zahlung der im italienischen Recht höchstmöglichen Summe von einer Million Euro.<ref name="spiegel-7" /> Hinterbliebene und Geschädigte reagierten darauf mit Empörung.<ref name="spiegel-6" /> Nach Abschluss des Vergleichs wurde die Reederei auf ihr Verlangen im Prozess gegen Schettino als Nebenklägerin zugelassen.<ref name="spiegel-6" /> Der Vergleich befreite die Reederei nicht von zivilrechtlichen Forderungen.
Gerichtsverfahren
Schettino wurde nach dem Unglück auf Antrag der italienischen Staatsanwaltschaft in der südtoskanischen Provinzhauptstadt Grosseto, zu deren Region die Insel Giglio gehört, in Untersuchungshaft genommen. Bereits wenige Tage später wurde er unter Hausarrestauflage aus dem Gefängnis wieder entlassen.<ref name="republica">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Arresti domiciliari a Schettino.] La Repubblica Firenze, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 27. Juli 2014.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Im Zuge der Voranhörungen zum Prozess wurden fünf weitere Personen beschuldigt: der Krisenmanager der Reederei, der Steuermann des Schiffes und drei weitere Besatzungsmitglieder. Mit diesen Personen einigte sich der Staatsanwalt im Frühjahr 2013 auf eine Absprache. Gegen ein Schuldeingeständnis wurden sie ohne Beweisaufnahme zu Haftstrafen von bis zu zwei Jahren und zehn Monaten verurteilt.<ref name="spiegel-8">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig „Costa Concordia“-Fall: Staatsanwaltschaft arbeitet an Absprachen mit Angeklagten.] Spiegel Online, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 27. Juli 2014.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Schettino, dessen Verteidiger sich um eine ähnliche Verständigung bemüht hatte, wurde vom Staatsanwalt als Hauptschuldiger angesehen. Eine Absprache wurde ihm deshalb nicht angeboten.<ref name="SZ01">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig „Auf dem Schiff bin ich der erste nach Gott“.] sueddeutsche.de, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 3. Dezember 2014.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>
Das Gericht in Grosseto eröffnete am 9. Juli 2013 den Strafprozess gegen Schettino.<ref name="spiegel-9">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig „Costa Concordia“-Havarie: Kapitän Schettino ab Juli vor Gericht.] Spiegel Online, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 29. Januar 2015.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Die Vorwürfe lauteten: mehrfache fahrlässige Tötung und Körperverletzung, fahrlässiges Herbeiführen der Havarie, vorzeitiges Verlassen des Schiffs sowie fehlende Kommunikation mit den Behörden.<ref name="focus-4">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Vor Urteil gegen Schettino: Die 6 wichtigsten Fragen.] focus Online, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 10. Februar 2015.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Angesichts des großen internationalen Medieninteresses wurde in Grosseto für den Prozess eigens ein Theater zum Gerichtssaal umgewandelt. Das Gericht ließ 242 zivile Nebenkläger mit zusammen 62 Anwälten zu.<ref name="spiegel-10">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig „Costa Concordia“-Prozess: Anklage fordert 26 Jahre Haft für Schettino.] Spiegel Online, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 27. Januar 2015.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Der Staatsanwalt forderte am 26. Januar 2015 eine Gefängnisstrafe von 26 Jahren und 3 Monaten.<ref name="focus-4" /> Schettinos Verteidiger, Domenico Pepe, forderte in seinem Plädoyer am 9. Februar 2015 einen Freispruch. Schettino habe der Mehrheit der Passagiere durch sein Handeln das Leben gerettet.<ref name="focus-4" /> Auch beklagte der Verteidiger eine einseitige Medienkampagne, die zu einer öffentlichen Vorverurteilung seines Mandanten geführt hätte.
Das Gericht unter dem vorsitzenden Richter Giovanni Puliatti verurteilte Schettino am 11. Februar 2015 erstinstanzlich zu 16 Jahren und 1 Monat Freiheitsstrafe.<ref>16 Jahre Freiheitsstrafe für Kapitän Schettino. In: NZZ. 11. Februar 2015, abgerufen am 11. Februar 2015.</ref> Diese Freiheitsstrafe von 16 Jahren und 1 Monat setzt sich zusammen aus 5 Jahren Haft für das fahrlässige Herbeiführen der Havarie, 10 Jahren für mehrfache, fahrlässige Tötung zusammen mit fahrlässiger Körperverletzung plus 1 Jahr für das Zurücklassen Hilfsbedürftiger in Tateinheit mit vorzeitigem Verlassen des Schiffs. Hinzu kommt 1 Monat Arrest wegen der unzureichenden Kommunikation mit den Behörden. Es bestätigte alle Anklagepunkte dem Grunde nach; im Strafmaß blieb das Urteil unter der Forderung des Staatsanwalts von 26 Jahren und 3 Monaten. Es verfügte außerdem, dass Schettino wie auch die Reederei zu Entschädigungszahlungen verpflichtet sind.<ref name="spiegel-11">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Keine Fluchtgefahr: „Costa Concordia“-Kapitän bleibt auf freiem Fuß.] Spiegel Online, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 12. Februar 2015.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Eine Fluchtgefahr sah es nicht, weswegen sich Schettino bis auf weiteres frei bewegen durfte und auch seinen Pass nicht abgeben musste.<ref>Costa Concordia Kapitän Francesco Schettino zu 16 Jahren Haft verurteilt. Berliner Zeitung, 22. Juli 2015, abgerufen am 31. Mai 2016</ref> Schettino hatte am Tag nach der Urteilsverkündung und ohne Kenntnis der schriftlichen Urteilsbegründung mitgeteilt, dass er in Berufung gehen werde.<ref name="rp">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Schettino legt Berufung ein - und bleibt auf freiem Fuß.] RP Digital, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 10. November 2015.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Am 31. Mai 2016 bestätigte das Berufungsgericht in Florenz die erstinstanzliche Entscheidung. Auch das Strafmaß der ersten Instanz wurde bestätigt; das fünfjährige Berufsverbot wurde auf alle maritimen Berufe ausgedehnt und mit dem Verbot kombiniert, den Titel „Comandante“ (Kapitän) zu führen.<ref>Spiegel Online vom 31. Mai 2016: Berufungsurteil im Fall „Costa Concordia“: Schettino soll 16 Jahre in Haft</ref><ref>Il Tirreno vom 31. Mai 2015: 'Schettino, confermata la condanna a 16 anni'</ref> Als letzte Instanz blieb ihm nur noch der Gang vor das Kassationsgericht in Rom.<ref>Tagesspiegel.de 31. Mai 2016: Kapitän Schettino auch in zweiter Instanz zu langer Haft verurteilt, abgerufen am gleichen Tage</ref><ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Hartes Urteil gegen Schettino bestätigt.] Frankfurter Rundschau, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 7. Februar 2017.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Dort reichte er im Oktober Einspruch ein. Das Verfahren vor diesem obersten Gericht wurde am 20. April 2017 eröffnet.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Möglich, dass „Kapitän Feigling“ jetzt freigesprochen wird.] WELT & N24, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 20. April 2017.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Das Kassationsgericht bestätigte am 12. Mai 2017 das Urteil der Vorinstanz,<ref>FAZ.net</ref> woraufhin sich Schettino den Behörden stellte, um seine 16-jährige Haft anzutreten, die er aktuell noch im Gefängnis Rebibbia in Rom absitzt.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig 16 Jahre Haft für "Costa-Concordia-Kapitän.] St. Galler Tagblatt, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 12. Mai 2017.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>
Am 12. Januar 2018 reichte der inhaftierte Ex-Kapitän Beschwerde beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gegen seine Verurteilung ein.<ref>Nach Schiffsunglück: Ex-"Costa Concordia"-Kapitän klagt vor Menschenrechtsgericht</ref> Anlässlich des zehnten Jahrestags des Unfalls, Anfang 2022, berichteten die Medien, dass das Verfahren noch nicht abgeschlossen sei und dass der Gefängnisdirektor bereit sei, Schettino eine gute Führung als Voraussetzung für eine mögliche vorzeitige Entlassung zu bescheinigen.<ref>Nils Kruse: "Costa Concordia"-Unglück – Francesco Schettino, der Kapitän, der vieles falsch machte. stern, 13. Januar 2022, abgerufen am 11. August 2022.</ref>
Einzelnachweise
<references> <ref name="focus-3"> Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Unglücks-Kapitän Schettino und Costa-Reederei wetzen ihre Messer.] Online Focus, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 29. Januar 2015.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung </ref> <ref name="spiegel-1"> Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig "Costa Concordia"-Kapitän: Schettino soll schon 2010 Unfall verursacht haben.] Spiegel Online, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 29. Januar 2015.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung </ref> <ref name="spiegel-6"> Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig "Costa Concordia"-Prozess: Der hilfsbereite Capitano.] Spiegel Online, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 29. Januar 2015.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung </ref> <ref name="spiegel-7"> Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig "Costa Concordia"-Prozess: Capitano dilettante vor Gericht.] Spiegel Online, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 29. Januar 2015.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung </ref> </references>
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Schettino, Francesco |
| KURZBESCHREIBUNG | italienischer Kapitän |
| GEBURTSDATUM | 14. November 1960 |
| GEBURTSORT | Neapel, Provinz Neapel, Kampanien |
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