Ignaz Albrecht Provisore
Ignaz Albrecht Provisore (auch Ignaz Albert Provisore; Ignatius Albrecht Provisore; Ignaz Albert Provisor; Albert Ignaz Provisor; italienisch: Ignacio Provisore; * 1681 in München, Kurfürstentum Bayern; † 1743 in Breslau, Fürstentum Breslau) war ein österreichischer Stuckateur des Barock.
Leben
Ignaz Albrecht Provisore wurde am 29. Juli 1681 als Sohn des Stuckateurs und Marmorierers Bartholomäus Provisore in München getauft; seine Vornamen lauten hier "Albertus Ignatius".<ref>Taufeintrag. In: Digitales Archiv des Erzbistums München und Freising, Matrikel München-Zu Unserer Lieben Frau, Taufen 1680-1684, Bild 65. Abgerufen am 22. Februar 2026.</ref> 1699 übernahm er gemeinsam mit seinem Vater und seinem Schwager, dem Wessobrunner Stuckateur Johann Caspar Hennevogel, Stuckateurarbeiten am Hochaltar sowie des Kaisersaals im Stift Kremsmünster.<ref>Hujber: „… vnd mithin alles in die beste perfection zu bringen“. Ein Beitrag zur Barockisierung der Stiftskirche von Kremsmünster. S. 86/87.</ref> Weiter belegt ist er für das Jahr 1712, als er zusammen mit anderen Kollegen den Altar der Passauer Jesuitenkirche stuckierte<ref>Angabe nach Thieme-Becker.</ref>, an deren Ausstattung mehrere aus Italien stammende Künstler beschäftigt waren. Da der Altar vom Breslauer Jesuiten Christoph Tausch entworfen wurde und Ignaz Albrecht Provisore als Stuckmarmor-Spezialist bekannt war, ist es wahrscheinlich, dass er sich durch die Bekanntschaft mit Christoph Tausch von seinem damaligen Wohnsitz Wien nach Breslau begab.
Ignaz Albrecht Provisore schuf in Schlesien u. a. folgende Werke:
- Breslau:
- Jesuitenkirche vom Allerheiligsten Herzen Jesu (ab 1819 Pfarrkirche St. Matthias): Wandmalereien mit Stuckmarmorierungen
- St.-Vinzenz-Kirche: Umbau der Marienkapelle zu einem Mausoleum für den Prämonstratenserabt Ferdinand von Hochberg nach Entwurf von Christoph Hackner (1723–1727 gemeinsam u. a. mit den Bildhauern Johann Albrecht Siegwitz und Johann Georg Urbansky sowie dem Steinbildhauer Johann Adam Karinger)
- Schloss Fürstenstein: Stuckierung des Plafonds im Maximilianssaal im Auftrag der Grafen Hochberg
- Kloster Grüssau: Stuckaturen der Fürstenkapelle (1736)
- Kloster Leubus: Ausstattung des Fürstensaals (1735–1737), zusammen u. a. mit dem Maler Christian Philipp Bentum und dem Bildhauer Franz Joseph Mangoldt
Literatur
- Provisore, Iganz Albrecht. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 27: Piermaria–Ramsdell. E. A. Seemann, Leipzig 1933, S. Vorlage:VonBis (biblos.pk.edu.pl).
- Dehio-Handbuch der Kunstdenkmäler in Polen. Schlesien. Deutscher Kunstverlag, München u. a. 2005, ISBN 3-422-03109-X, S. 58, 66, 564, 990, 1071, 1079.
- Bernhard Patzak: Die Jesuitenbauten in Breslau und ihre Architekten. Ein Beitrag zur Geschichte des Barockstiles in Deutschland. Band 1 von Studien zur schlesischen Kunstgeschichte. Heitz, Straßburg 1918
- Carla Th. Mueller: Zum Stuck in Schloß Unterweikertshofen. Eine weitere Arbeit des Münchner Stukkatorentrupps von Bartholomäus Provisor?, in: Amperland Dachau 27 (1991), S. 111–116 (PDF)
- Hujber, Wendelin: „… vnd mithin alles in die beste perfection zu bringen“. Ein Beitrag zur Barockisierung der Stiftskirche von Kremsmünster; in: Öffentliches Stiftsgymnasium Kremsmünster, 161. Jahresbericht 2018, S. 63–126. (PDF)
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Provisore, Albrecht Ignaz |
| ALTERNATIVNAMEN | Provisore, Albert Ignaz; Provisore, Ignatius Albrecht; Provisor, Ignaz Albert; Provisore, Ignacio |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Stuckateur |
| GEBURTSDATUM | 17. Jahrhundert |
| STERBEDATUM | 1743 |
| STERBEORT | Breslau, Fürstentum Breslau |