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Eitelit

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Eitelit
Datei:Eitelite-450589.jpg
Eitelit aus der Grube Westvaco in der Green-River-Formation, Wyoming, USA (Größe 3,5 cm × 1,4 cm × 1,1 cm)
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Symbol

Eit<ref name="Warr"></ref>

Chemische Formel Na2Mg[CO3]2<ref name="StrunzNickel" />
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Carbonate und Nitrate (ehemals Carbonate, Nitrate und Borate)
System-Nummer nach
Strunz (8. Aufl.)
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

Vb/A.05
V/B.05-010

5.AC.05
14.03.02.01
Kristallographische Daten
Kristallsystem trigonal
Kristallklasse; Symbol trigonal-rhomboedrisch; 3<ref name="Webmineral" />
Raumgruppe R3 (Nr. 148)Vorlage:Raumgruppe/148<ref name="StrunzNickel" />
Gitterparameter a = 4,94 Å; c = 16,41 Å<ref name="StrunzNickel" />
Formeleinheiten Z = 3<ref name="StrunzNickel" />
Häufige Kristallflächen {1011}, {0112}, {0001}<ref name="Handbookofmineralogy" />
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 3,5<ref name="Handbookofmineralogy" />
Dichte (g/cm3) gemessen: 2,737; berechnet: 2,732<ref name="Handbookofmineralogy" />
Spaltbarkeit sehr vollkommen nach {0001}<ref name="Handbookofmineralogy" />
Farbe farblos, weiß<ref name="Webmineral" />
Strichfarbe weiß
Transparenz durchsichtig
Glanz Glasglanz
Kristalloptik
Brechungsindizes nω 1,605<ref name="Mindat" />
nε 1,450<ref name="Mindat" />
Doppelbrechung δ 0,155<ref name="Mindat" />
Optischer Charakter einachsig negativ

Eitelit ist ein sehr selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Carbonate und Nitrate“ mit der chemischen Zusammensetzung Na2Mg[CO3]2<ref name="StrunzNickel" /> und damit chemisch gesehen ein Natrium-Magnesium-Carbonat.

Eitelit kristallisiert im trigonalen Kristallsystem und entwickelt meist durchsichtige Kristalle von unvollendet rhomboedrischer oder pseudo-oktaedrischer Form bis etwa 17 mm Größe. Auf den Oberflächen der farblosen bis weißen, gelegentlich auch blassgelben,<ref name="MindatBildgalerieEitelite" /> Kristalle zeigt sich ein glasähnlicher Glanz.

Etymologie und Geschichte

Erstmals entdeckt wurde Eitelit in der Green-River-Formation, etwa 2800 Fuß tief in den Aushüben des Schachtes „Carter Oil Company Poulson No. 1“<ref name="Pabst" /> im Duchesne County im US-Bundesstaat Utah und beschrieben 1954 durch C. Milton, J. M. Axelrod und F. S. Grimaldi, die das Mineral nach dem Direktor des Instituts für Silikatforschung der Universität von Toledo (Ohio, USA) Wilhelm Hermann Julius Eitel (1891–1979) benannten.

Klassifikation

In der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte Eitelit noch zur gemeinsamen Mineralklasse der „Carbonate, Nitrate und Borate“ und dort zur Abteilung der „Wasserfreien Carbonate ohne fremde Anionen“, wo er zusammen mit Sahamalith die „Eitelit-Sahamalith-Gruppe“ mit der System-Nr. Vb/A.05 und den weiteren Mitgliedern Burbankit, Bütschliit, Carbocernait, Fairchildit, Nyerereit und Shortit bildete.

Im Lapis-Mineralienverzeichnis nach Stefan Weiß, das sich aus Rücksicht auf private Sammler und institutionelle Sammlungen noch nach dieser klassischen Systematik von Karl Hugo Strunz richtet, erhielt das Mineral die System- und Mineral-Nr. V/B.05-10. In der „Lapis-Systematik“ entspricht dies ebenfalls der Abteilung „Wasserfreie Carbonate [CO3]2−, ohne fremde Anionen“, wo Eitelit zusammen mit Bütschliit, Fairchildit, Gregoryit, Juangodoyit, Nyerereit, Shortit und Zemkorit eine eigenständige, aber unbenannte Gruppe bildet (Stand 2018).<ref name="Lapis" />

Die seit 2001 gültige und von der International Mineralogical Association (IMA) bis 2009 aktualisierte<ref name="IMA-Liste-2009" /> 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Eitelit dagegen in die neu definierte Klasse der „Carbonate und Nitrate“ (die Borate bilden hier eine eigene Klasse), dort allerdings ebenfalls in die Abteilung der „Carbonate ohne zusätzliche Anionen; ohne H2O“ ein. Diese ist jedoch weiter unterteilt nach der Zugehörigkeit der beteiligten Metalle zu bestimmten Elementgruppen, so dass das Mineral entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „Alkali- und Erdalkali-Carbonate“ zu finden ist, wo es als einziges Mitglied die unbenannte Gruppe 5.AC.05 bildet.

Die vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchliche Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Eitelit wie die veraltete 8. Auflage der Strunzschen Mineralsystematik in die gemeinsame Klasse der „Carbonate, Nitrate und Borate“ und dort in die Abteilung der „Wasserfreien Carbonate“ ein. Hier ist er als einziges Mitglied in der unbenannten Gruppe 14.03.02 innerhalb der Unterabteilung der „Wasserfreien Carbonate mit zusammengesetzter Formel A2+B2+(CO3)2“ zu finden.

Kristallstruktur

Eitelit kristallisiert trigonal in der Raumgruppe R3 (Raumgruppen-Nr. 148)Vorlage:Raumgruppe/148 mit den Gitterparametern a = 4,94 Å und c = 16,41 Å sowie 3 Formeleinheiten pro Elementarzelle.<ref name="StrunzNickel" />

Bildung und Fundorte

Eitelit bildet sich in dolomitischem Schiefer und in bituminösem Mergel. Begleitminerale sind unter anderem Krokydolith, Leukosphenit, Nahcolith, Northupit, Reedmergnerit, Searlesit, Shortit und Trona.

Als seltene Mineralbildung konnte Eitelit nur an wenigen Fundorten nachgewiesen werden, wobei bisher etwas mehr als 20 Fundorte (Stand: 2019) dokumentiert sind.<ref name="MindatAnzahl" /> Neben seiner Typlokalität „Carter Oil Company Poulson No. 1“ trat das Mineral in den Vereinigten Staaten unter anderem noch im Indian Canyon und der Green River Formation sowie in den Schächten „Joseph Smith No. 1“, „Mapco Shrine Hospital No. 1“ und „Marine Minerals No. 2“ im Duchesne County in Utah sowie in der Grube Westvaco Mine in der Green-River-Formation im Sweetwater County von Wyoming auf.

Weitere bekannte Fundorte<ref name="Fundorte" /> sind unter anderem

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Commons: Eitelite – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

<references> <ref name="Handbookofmineralogy"> </ref> <ref name="Fundorte"> Fundortliste für Eitelit beim Mineralienatlas und bei Mindat </ref> <ref name="IMA-Liste-2009"> Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: IMA/CNMNC List of Minerals 2009. (PDF; 1,9 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Januar 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. Juli 2024; abgerufen am 30. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Lapis"> Stefan Weiß: Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9. </ref> <ref name="Mindat"> Eitelite. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 29. September 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="MindatAnzahl"> Localities for Eitelite. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 29. September 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="MindatBildgalerieEitelite"> Eitelite – Photo Gallery. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 29. September 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Pabst"> </ref> <ref name="StrunzNickel"> </ref> <ref name="Webmineral"> David Barthelmy: Mineral Data. In: webmineral.com. Abgerufen am 29. September 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> </references>