Rudolf Spemann
Rudolf „Rudo“ Spemann (* 22. April 1905 in Würzburg; † 11. Juli 1947 in Schepetiwka<ref name="mus">Rudolf Spemann (PDF; 437 kB) beim Klingspor-Museum</ref>) war deutscher Schriftdesigner und Kalligraph.
Leben
Ab 1924 studierte er an der Königlichen Kunstgewerbeschule München bei Fritz Helmuth Ehmcke und Emil Preetorius, ein Jahr später wechselte er an die Kunstakademie Stuttgart zu Friedrich Hermann Ernst Schneidler, wo er ab 1930 als Assistent arbeitete. 1935 wechselte er als freischaffender Grafiker nach München. Ab 1937 war er für zweieinhalb Jahre<ref name="vortrag">Vortrag zum Rudo-Spemann-Preis 2010 (PDF; 36 kB). Abgerufen am 12. Dezember 2011</ref> Dozent an der Akademie für Graphische Künste und Buchgewerbe in Leipzig bei Walter Tiemann. 1939 meldete er sich als Kriegsfreiwilliger, 1947 starb er in Schepetiwka, Ukraine in Kriegsgefangenschaft.<ref name="mus" /><ref name="lino">Rudo Spemann auf der Webseite von Linotype. Abgerufen am 11. Dezember 2011</ref>
Ab 1929 zeichnete er für die satirische Wochenzeitschrift Simplicissimus.<ref>Personenliste auf simplicissimus.info, siehe Rudolf Spemann. Abgerufen am 11. Dezember 2011.</ref> Die von ihm entworfene Schriftart Gavotte erschien 1940 in der Schriftgießerei der Gebr. Klingspor<ref name="vortrag" /><ref>Chronik der Schriftgiesserei Gebr. Klingspor. (PDF; 1,4 MB) In: schriftenservice-d-stempel.de. 2002, S. 5, abgerufen am 11. März 2016.</ref> und wird heute von Linotype vertrieben.<ref>Gavotte Schriftfamilie bei Linotype. Abgerufen am 11. Dezember 2011</ref> Arbeiten Spemanns wurden 1947 in Leipzig in der großen Ausstellung „Buch – Schrift – Werbekunst. Schau des graphischen Schaffens seit 1945“ gezeigt.
Seinen Nachlass überließ die Familie Spemann dem Klingspor-Museum in Offenbach am Main zu dessen Gründung 1953.<ref name="mus" /><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Über das Museum ( vom 9. Dezember 2017 im Internet Archive) auf klingspor-museum.de, abgerufen am 4. Juli 2012.</ref> Zwei seiner Kalligraphien wurden in die Berliner Sammlung Kalligraphie in der Akademie der Künste aufgenommen.<ref>Rudo Spemann in der Berliner Sammlung Kalligraphie. Abgerufen am 11. Dezember 2011.</ref>
Rudo-Spemann-Preis
Als Gegenleistung für die Überlassung des Nachlasses vergab die Stadt Offenbach 1954 erstmals den seitdem im zweijährigen Rhythmus verliehenen Rudo-Spemann-Preis, der ab 1979 international ausgeschrieben wird.<ref name="vortrag" /> Er richtet sich an Menschen, die sich in einer Schriftausbildung befinden.<ref>Rudo-Spemann-Preis auf den Seiten der Stadt Offenbach am Main. Abgerufen am 18. Juni 2015.</ref>
Literatur
- Hans Adolf Halbey: Rudo Spemann: 1905 - 1947. Hrsg.: Freunde d. Klingspor-Museums e.V. Offenbach am Main 1981.
- Klingspor-Museum (Hrsg.): Rudo Spemann, der Klang in der Schrift. Offenbach am Main 2005.
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Spemann, Rudolf |
| ALTERNATIVNAMEN | Spemann, Rudo (Spitzname) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Kalligraph und Schriftdesigner |
| GEBURTSDATUM | 22. April 1905 |
| GEBURTSORT | Würzburg |
| STERBEDATUM | 11. Juli 1947 |
| STERBEORT | Schepetiwka |