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Berylliumhydroxid

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Kristallstruktur
Kristallstruktur von β-Be(OH)2
Vorlage:Farbe Be2+ 0 Vorlage:Farbe O2−0 Vorlage:Farbe H+
Allgemeines
Name Berylliumhydroxid
Andere Namen

Berylliumdihydroxid

Verhältnisformel Be(OH)2
Kurzbeschreibung

farbloses Gel<ref name=roempp>Eintrag zu Beryllium-Verbindungen. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 236-368-6
ECHA-InfoCard 100.033.048
PubChem 25879
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 43,03 g·mol−1
Aggregatzustand

fest<ref name=roempp />

Dichte

1,924 g·cm−3<ref name="Lax"></ref>

Löslichkeit

kaum löslich in Wasser<ref name="Wiberg&Holleman"/>

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),<ref name="CLP_100.240.756">Nicht explizit in Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP) gelistet, fällt aber mit der angegebenen Kennzeichnung unter den Gruppeneintrag Vorlage:Linktext-Check in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA)Vorlage:Abrufdatum Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.</ref> ggf. erweitert<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 350i​‐​330​‐​301​‐​372​‐​319​‐​335​‐​315​‐​317​‐​411
P: ?
Thermodynamische Eigenschaften
ΔHf0

−902,5 kJ·mol−1<ref name="CRC90_5_6">David R. Lide (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90. Auflage. (Internet-Version: 2010), CRC Press / Taylor and Francis, Boca Raton FL, Standard Thermodynamic Properties of Chemical Substances, S. 5-6.</ref>

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Berylliumhydroxid ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Hydroxide.

Vorkommen

In der Natur kommt Berylliumhydroxid in Form der seltenen bis sehr seltenen Minerale Behoit<ref>Mineralienatlas:Behoit.</ref><ref>Behoite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (handbookofmineralogy.org [PDF; 69 kB; abgerufen am 22. November 2017]).</ref> und Klinobehoit<ref>Mineralienatlas:Klinobehoit.</ref><ref>Clinobehoite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (handbookofmineralogy.org [PDF; 69 kB; abgerufen am 22. November 2017]).</ref> vor.

Gewinnung und Darstellung

Berylliumhydroxid kann durch Ausfällen aus einer Berylliumsalzlösung durch Zugabe von Ammoniaklösung oder einer Lösung eines Metallhydroxides gewonnen werden.<ref name = "Wiberg&Holleman"/>

<math>\mathrm{Be^{2+}\ +\ 2\ OH^- \longrightarrow Be(OH)_2}</math>

Besser gelingt die Darstellung von kristallinem Berylliumhydroxid jedoch aus einer heiß gesättigten Lösung von amorphen Be(OH)2 in einer 10 n NaOH-Lösung, über den Zwischenschritt der Bildung von Natriumtetrahydroxoberyllat und einer anschließenden langsamen Abkühlung.<ref name="brauer">Georg Brauer (Hrsg.), unter Mitarbeit von Marianne Baudler u. a.: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearbeitete Auflage. Band II, Ferdinand Enke, Stuttgart 1978, ISBN 3-432-87813-3, S. 893.</ref>

Eigenschaften

Berylliumhydroxid ist ein farbloses Gel, das in Wasser praktisch unlöslich ist.<ref name = "Wiberg&Holleman"/> Beim Erhitzen über 400 °C zersetzt es sich zu Berylliumoxid:<ref name = "Wiberg&Holleman"/>

<math>\mathrm{Be(OH)_2 \longrightarrow BeO + H_2O}</math>

Es tritt in zwei Modifikationen α- und β-Berylliumhydroxid auf. Die Verbindung ist in frisch gefälltem Zustand amphoter, löst sich also sowohl in Säuren unter Bildung von [Be(H2O)4]2+, als auch in alkalischen Lösungen unter Bildung von [Be(OH)4]2−. Beim Kochen mit Wasser, beim Trocknen oder beim längeren Stehenlassen "altert" die Verbindung und wird schwerlöslich.<ref name="Arnold F. Holleman">A. F. Holleman, E. Wiberg, N. Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 101. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin 1995, ISBN 3-11-012641-9, S. 1106.</ref><ref name = "Wiberg&Holleman">Egon Wiberg, Arnold Frederick Holleman: Inorganic Chemistry, Elsevier, 2001, ISBN 0-12352651-5.</ref> Es ist das einzige amphotere Hydroxid der Erdalkalimetalle.<ref name="Charles E. Mortimer, Ulrich Müller, Johannes Beck">Charles E. Mortimer, Ulrich Müller, Johannes Beck: Chemie: Das Basiswissen der Chemie. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2014, ISBN 3-13-171331-3, S. 473 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>

In der orthorhombischen Kristallstruktur von Berylliumhydroxid ist jedes Berylliumion von vier Hydroxidionen koordiniert, die ein nur geringfügig verzerrtes Tetraeder bilden. Da jedes Hydroxidion an zwei Be2+-Ionen gebunden ist, entsteht ein dreidimensionales Netzwerk eckenverknüpfter Tetraeder. Zwischen den Hydroxidionen bestehen zahlreiche Wasserstoffbrückenbindungen.<ref>R. Stahl, C. Jung, H. D. Lutz, W. Kockelmann H. Jacobs: Kristallstrukturen und Wasserstoffbrückenbindungen bei β-Be(OH)2 und ε-Zn(OH)2. In: Zeitschrift für Anorganische und Allgemeine Chemie. 624, 1998, S. 1130.</ref>

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang Berylliumhydroxid | Magnesiumhydroxid | Calciumhydroxid | Strontiumhydroxid | Bariumhydroxid | Radiumhydroxid Vorlage:Klappleiste/Ende