Neuendorf am Speck
Neuendorf am Speck Stadt Stendal
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(106)&title=Neuendorf+am+Speck 52° 40′ N, 11° 47′ O
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| Höhe: | 34 m ü. NHN | |||||
| Fläche: | 6,86 km²<ref name="HOB-12" /> | |||||
| Einwohner: | 106 (31. Dez. 2023)<ref name="EW-2023" /> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 15 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 1. Oktober 1973 | |||||
| Eingemeindet nach: | Groß Schwechten | |||||
| Postleitzahl: | 39576 | |||||
| Vorwahl: | 039328 | |||||
Lage von Neuendorf am Speck in Sachsen-Anhalt
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| Das Bild bitte nur als Dateipfad angeben! | ||||||
Neuendorf am Speck ist ein Ortsteil der Ortschaft Groß Schwechten der Hansestadt Stendal im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt, (Deutschland).<ref name="Hauptsatzung" />
Geographie
Neuendorf am Speck, ein Straßendorf mit Kirche, liegt 2½ Kilometer südwestlich von Groß Schwechten und 8 Kilometer nordwestlich von Stendal am Speckgraben, der südlich der Krepe in die Uchte mündet.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>
Nachbarorte sind Schinne im Westen, Groß Schwechten im Nordosten, Peulingen im Südosten und Belkau im Südwesten.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>
Geschichte
Mittelalter bis Neuzeit
Einige Autoren meinen, der Ort wäre kurz nach 568 durch die Sachsen gegründet worden und die erstmalige urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahr 1212 unter dem Namen „Nyendorp“.<ref name="HP" /><ref name="Kirchen-IV" />
Im Jahre 1270 wird der Ort als in niendorp<ref name="Krabbo Regesten-c" /> erwähnt. Die Markgrafen Johann II., Otto IV. und Konrad inkorporierten die Kirche in Neuendorf dem Kellermeisteramt des Stendaler Stiftes.<ref name="Krabbo Regesten-c" /> Im Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 wird das Dorf als Nyendorpp aufgeführt. An Rande steht ein Zusatz aus dem 17. Jahrhundert „Nyendorp, sonst am Speck genannt“.<ref name="Landbuch" /> Weitere Nennungen sind 1391 yn deme dorpe to Nyendorpe, dat dar lycht by puwelynghe, 1540 nyendorpe, nigendorphe mit dem Zusatz up den Speck, Neuendorff auffm Speck.<ref name="HOB-12" />
Der Geschichtsschreiber Beckmann schrieb 1753: „Das Dorf haben sonst nach einiger muthmassung die Herren von Speck besessen und sollen von dem adlichen hoffe nocht überbleiblsele vorhanden sein. Diese mögen wohl auch dem Graben den Namen gegeben haben.“<ref name="Beckmann-2" /> Johann Ernst Fabri schrieb 1797 „Neuendorf am Speck (Fluß) oder Speck-Neuendorf, um es von dem am Damm zu unterscheiden, hat 24 Feuerstellen und eine Windmühle.“<ref name="Fabri-1797" />
Im Jahre 2012 fand anlässlich der 800-Jahr-Feier ein Festumzug statt, in dem Szenen aus der Dorfgeschichte nachgespielt wurden.<ref name="VS" />
Herkunft des Ortsnamens
Heinrich Sültmann meinte im Jahre 1932, die Namen 1270 niendorp, 1540 nvendorpe, nigendorphe mit dem Zusatz „up den Speck“, von althochdeutsch „spacho“ für „Rute, Zweig“, bezeichnen den an einem gefertigten Damm gelegenen Ort, der den zur Uchte fließenden Graben sicherte, der fälschlich „Speck“ genannt würde.<ref name="Kunstdenkmale-Stendal" /><ref name="Sültmann-1932" />
Vorgeschichte
Funde aus spätrömischer Zeit in Neuendorf, keramische Gefäße, werden im Altmärkischem Museum in Stendal aufbewahrt.<ref name="Leineweber-1997" /> Der Fund des thüringischen Bügelfibel-Paares aus dem 5. Jahrhundert aus Neuendorf ist offenbar Neuendorf am Speck zuzuordnen.<ref name="Tracht" /> In archäologischer Literatur ist als Fundort „Neuendorf, Landkreis Stendal“ angegeben.
Ersterwähnung 1212
Der Historiker Peter P. Rohrlach schreibt:<ref name="HOB-12" /> „Nach den Angaben von Wilhelm Zahn wurde der Ort 1212 erstmals erwähnt.<ref name="Zahn-1928" /> Zum Jahre 1212 wird aber nur ein Albertus de Niendorp<ref name="Krabbo Regesten-a" /> erwähnt, auch zum Jahre 1215<ref name="Krabbo Regesten-b" /> genannt. Ob bei der Häufigkeit des Ortsnamens Neuendorf gerade Neuendorf am Speck gemeint ist, ist jedenfalls nicht sicher.“ Die Angabe „nyendorp“ bezieht sich bei Zahn nicht auf die Ersterwähnung, er gibt kein Jahr dazu an.
Eingemeindungen
Ursprünglich gehörte das Dorf zum Stendalschen Kreis der Mark Brandenburg in der Altmark. Zwischen 1807 und 1813 lag es im Kanton Schinne auf dem Territorium des napoleonischen Königreichs Westphalen. Nach weiteren Änderungen gehörte die Gemeinde ab 1816 zum Kreis Stendal, dem späteren Landkreis Stendal.<ref name="HOB-12" />
Am 25. Juli 1952 wurde die Gemeinde Neuendorf am Speck in den neuen Kreis Stendal umgegliedert. Am 1. Oktober 1973 wurde die Gemeinde Neuendorf am Speck in die Gemeinde Groß Schwechten eingemeindet.<ref name="Metzler-Poeschel" />
Mit der Eingemeindung von Groß Schwechten am 1. Januar 2010 nach Stendal kam der Ortsteil Neuendorf am Speck zur neu errichteten Ortschaft Groß Schwechten und als Ortsteil zur Hansestadt Stendal.<ref name="AB-SDL" />
Einwohnerentwicklung
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Quelle, wenn nicht angegeben, bis 1971:<ref name="HOB-12" />
Religion
Die evangelische Kirchengemeinde Neuendorf am Speck, die früher zur Pfarrei Neuendorf am Speck bei Stendal gehörte,<ref name="Almanach1903" /> wird betreut vom Pfarrbereich Stendal, St. Jacobi im Kirchenkreis Stendal im Bischofssprengel Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.<ref name="Pfarrbereich" />
Die ältesten überlieferten Kirchenbucheinträge für Neuendorf am Speck stammen aus dem Jahre 1721.<ref name="Machholz" />
Die katholischen Christen gehören zur Pfarrei St. Anna in Stendal im Dekanat Stendal im Bistum Magdeburg.<ref name="Bistum-MD" />
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Dorfkirche
Die evangelische Dorfkirche Neuendorf am Speck, ein Feldsteinbau, dessen Langhaus aus dem 12. Jahrhundert stammt, wurde später um einen Turm erweitert, der wegen Einsturzgefahr 1817 saniert wurde.<ref name="Altmarkkirchen" />
Stichbogenförmige Fenster erhellen das Bauwerk, in ursprünglicher Form erhalten sind noch die drei Apsisfenster und das heute vermauerte Rundbogenportal an der Südseite. Im Turm ist ein querliegendes Tonnengewölbe aus Backstein eingezogen. Das Schiff ist flachgedeckt. Die Ausstattung stammt aus dem 19. Jahrhundert, der Orgelprospekt aus der Zeit um 1750, eine Glocke von 1363.<ref>Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt I. Regierungsbezirk Magdeburg. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2002, ISBN 3-422-03069-7, S. 655.</ref>
Umgebung
- Der Ortsfriedhof ist auf dem Kirchhof.
- Auf dem Friedhof an der Kirche steht ein Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges, ein Relief mit pflügenden und betenden Bauern und eingelassener Namenstafel.<ref name="Denkmalprojekt" />
Verkehr
Es verkehren Linienbusse und Rufbusse von stendalbus.<ref>Fahrplan der Linie 950. In: Stendalbus. Abgerufen am 18. April 2021.</ref>
Persönlichkeiten
In Neuendorf wurde der spätere Schuhfabrikant Wilhelm August Pape (1830–1914) geboren.
Sage – Wie der „Speckgraben“ zu seinem Namen kam
In einer Sagensammlung aus dem 20. Jahrhundert wurde diese Sage auf Platt übermittelt.<ref name="Sagen" /> Eugen Gliege erzählte die Sage im Jahre 2006 nach.<ref name="Gliege Altmark" /> Einst kam durch Neuendorf ein Handwerksbursche, der stahl einem Bauern eine mächtige Speckseite aus der Vorratskammer. Den Speck band er sich mit einem Strick um den Hals. Als er die Brücke im sogenannten Spring in Richtung Peulingen erreichte, setzte er sich auf das Brückengeländer, doch er bekam Öwergewicht und fiel trüggworts. Speck und Dieb fielen in den Graben. Der Dieb ertrank.
Literatur
- Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.
- Vorlage:BibOCLC
- Vorlage:BibOCLC
Weblinks
- Hansestadt Stendal: Ortschaften der Hansestadt Stendal. In: stendal.de. 9. Juli 2020.
- Neuendorf am Speck im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie
Einzelnachweise
<references> <ref name="AB-SDL">Landkreis Stendal: Vereinbarung über die Eingemeindung der Gemeinde Groß Schwechten in die Stadt Stendal. In: Amtsblatt für den Landkreis Stendal. 19. Jahrgang, Nr. 20, 19. Oktober 2009, ZDB-ID 2665593-7, S. 268–270 (landkreis-stendal.de [PDF; 1,4 MB; abgerufen am 7. August 2020]).</ref>
<ref name="Almanach1903">Vorlage:PfarrAlmanachProvinzSachsen1903</ref>
<ref name="Altmarkkirchen">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783981403954 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>
<ref name="Beckmann-2">Johann Christoph Becmann, Bernhard Ludwig Beckmann: Historische Beschreibung der Chur und Mark Brandenburg. Fünfter Teil, I. Buch, II. Kapitel. Berlin 1753, Spalte 260 (uni-potsdam.de).</ref>
<ref name="Bistum-MD">Bistum Magdeburg, Online-Bistumskarte. 2013, abgerufen am 13. September 2020.</ref>
<ref name="Denkmalprojekt">Neuendorf am Speck, Stadt Stendal, Landkreis Stendal. In: denkmalprojekt.org. Onlineprojekt Gefallenendenkmäler, 1. Juni 2020, abgerufen am 1. Oktober 2022.</ref>
<ref name="EW-2012-2014">Bernd-Volker Brahms: Erstmals seit der Wende ein Plus. In: Stendaler Volksstimme. 13. Januar 2015, S. 13.</ref>
<ref name="EW-2019">Donald Lyco: Nach zehn Jahren wieder unter 40.000. In: Stendaler Volksstimme. 10. Januar 2020, S. 13.</ref>
<ref name="EW-2021">Donald Lyko: Und es werden immer weniger. In: Stendaler Volksstimme, Der Altmärker. 11. Januar 2022, DNB 1002381223, S. 13.</ref>
<ref name="EW-2023">Leon Zeitz: Einwohnerzahl geht zurück. In: Stendaler Volksstimme, Der Altmärker. 16. Januar 2024, DNB 1002381223, S. 13.</ref>
<ref name="EW-2022">Yulian Ide: Hurra! Wir wachsen wieder! In: Stendaler Volksstimme, Biese-Aland-Kurier. 21. Januar 2023, DNB 1047269554, S. 19–20.</ref>
<ref name="Fabri-1797">Johann Ernst Fabri: Vom Stendalschen Kreise (= Beyträge zur Geographie, Geschichte und Staatenkunde. Band 2). Raspesche Buchhandlung, Nürnberg 1797, S. 494, 59. Neuendorf am Speck (Digitalisat).</ref>
<ref name="Gliege Altmark">Eugen Gliege: Sagen und Geschichten aus der Altmark. 2006, ISBN 978-3-00-019553-2, S. 20, Der Neuendorfer Speckgraben.</ref>
<ref name="Hauptsatzung"> Hansestadt Stendal: Hauptsatzung der Hansestadt Stendal. Lesefassung vom Stand 2. März 2024. 2. März 2024 (stendal.de [PDF; abgerufen am 30. Juni 2024]). </ref>
<ref name="HP">Hansestadt Stendal: Ortschaften der Hansestadt Stendal. In: stendal.de. 9. Juli 2020, abgerufen am 3. August 2020.</ref>
<ref name="HOB-12">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>
<ref name="Krabbo Regesten-a">Hermann Krabbo: Regesten der Markgrafen von Brandenburg aus askanischem Hause. Hrsg.: Verein für Geschichte der Mark Brandenburg. 1. Lieferung. Duncker & Humblot, Leipzig 1910, S. 116, Nr. 550 (uni-potsdam.de).</ref>
<ref name="Krabbo Regesten-b">Hermann Krabbo: Regesten der Markgrafen von Brandenburg aus askanischem Hause. Hrsg.: Verein für Geschichte der Mark Brandenburg. 1. Lieferung. Duncker & Humblot, Leipzig 1910, S. 117, Nr. 556 (uni-potsdam.de).</ref>
<ref name="Krabbo Regesten-c">Hermann Krabbo: Regesten der Markgrafen von Brandenburg aus askanischem Hause. Hrsg.: Verein für Geschichte der Mark Brandenburg. 1. Lieferung. Duncker & Humblot, Leipzig 1910, S. 245, Nr. 988 (uni-potsdam.de).</ref>
<ref name="Kirchen-IV">Landkreis Stendal, Amt für Wirtschaftsförderung (Hrsg.): Kirchen in der Altmark. Ausflüge zu steinernen Zeugen der Geschichte. IV. Region Bismark, Kläden, Stendal, Mittlere Uchte, 1996, S. 67–68.</ref>
<ref name="Kunstdenkmale-Stendal">Friedrich Hoßfeld, Ernst Haetge: Der Kreis Stendal Land (= Die Kunstdenkmale der Provinz Sachsen. Band 3). Hopfer, 1933, DNB 362544441, S. 145–146.</ref>
<ref name="Landbuch">Johannes Schultze: Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 (= Brandenburgische Landbücher. Band 2). Kommissionsverlag von Gsellius, Berlin 1940, S. 313–314.</ref>
<ref name="Leineweber-1997">Rosemarie: Die Altmark in spätrömischer Zeit (= Siegfried Fröhlich [Hrsg.]: Veröffentlichungen des Landesamtes für Archäologie – Landesmuseum für Vorgeschichte – Sachsen-Anhalt. Band 50). Halle (Saale) 1997, S. 379, 48..</ref>
<ref name="Machholz">Vorlage:Kirchenbücher Provinz Sachsen 1925</ref>
<ref name="Metzler-Poeschel">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/3824603217 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>
<ref name="Pfarrbereich">Pfarrbereich Stendal, St. Jacobi. Abgerufen am 11. April 2020.</ref>
<ref name="Sagen">Martin Ehlies, Josef Beranek, Rudi Hartwig: Sagen aus der Altmark. 2. Sonderheft des Altmarkboten (= Deutsche Kulturbund [Hrsg.]: Der Altmarkbote). 1962, S. 23–24, Wo de „Speckgraoben“ to sien´n Naomen kaomen hät.</ref>
<ref name="Sültmann-1932">nach Friedrich Hoßfeld: Heinrich Sültmann: Die Ortsnamen im Kreise Stendal. In: Altmärkische Tageszeitung. Juli 1932, ZDB-ID 2511766-X, Beilage „Die Altmärkische Heimat“.</ref>
<ref name="VS">Doreen Schulze: Vom Speckdieb, Pastor Hillbrandt und dem Martin. In: Stendaler Volksstimme. 2. August 2012 (volksstimme.de [abgerufen am 4. März 2018]).</ref>
<ref name="Tracht">Uta Schäfer, Wolfgang Schwarz, Dietmar Ludwig: Städte - Dörfer - Friedhöfe. Archäologie in der Altmark. Band 2. Vom Hochmittelalter bis zur Neuzeit. Tracht, Macht, Geld. Hrsg.: Hartmut Bock (= Beiträge zur Kulturgeschichte der Altmark und ihrer Randgebiete. Band 8). dr. ziehten verlag, Oschersleben 2002, ISBN 978-3-935358-36-1, S. 209, 210.</ref>
<ref name="Zahn-1928">Vorlage:BibOCLC</ref> </references>
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