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Supinum

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Vorlage:Hinweisbaustein Das Supinum (lateinisch für „[an das Verb] zurückgelehntes [Wort]“, zu {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) „zurücklehnen“), auch Supin oder deutsch Lagewort, ist eine infinite Verbform. Es ist eine Übersetzung des altgriechischen {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) „zurückgelehnt, auf dem Rücken liegend“. In der griechischen Grammatik war dies ursprünglich der Begriff für das Passiv, bis er schließlich durch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) ersetzt und in das Lateinische als {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) übertragen wurde.<ref name="Lozo2008">Simon Lozo: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), Basisgrammatik Latein, 2008, S. 142.</ref>

Das Supinum kommt in verhältnismäßig wenigen Sprachen vor und drückt zumeist eine Absicht oder einen Zweck aus. In der Regel wird das Supinum mit einem Bewegungsverb verwendet. Sprachen, die kein Supinum haben, verwenden stattdessen oft den Infinitiv. Das Supinum gab es vermutlich im Proto-Indogermanischen.

Lateinische Sprache

Im Lateinischen gibt es zwei Supina. Das Supinum I findet sich ausschließlich in Abhängigkeit von Verben der Bewegung und ist formgleich dem Neutrum Singular des Partizips Perfekt Passiv (PPP); die Endung lautet -um. Das Supinum II wird gebildet, indem man bei der Form des Supinum I das -m weglässt (Beispiel: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) – Supinum I: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), Supinum II: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)). Das Supinum I wird mit „um zu“ und II mit „zu“ übersetzt. Die Formen sind eher selten.<ref>Seminar für Griechische und Lateinische Philologie der Universität Freiburg: Das lateinische Supinum (PDF, 10 kB).</ref>

Beispielsätze:

Supinum I:

  • {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) – „Marcus schickte einen Boten, um Wein zu erbitten.“
  • {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) – „Die Freunde kamen, um Glück zu wünschen.“

Supinum II:

  • {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) – „Das ist leicht zu sagen.“
  • {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) – „Es ist angenehm zu erfahren.“
  • {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) – „schrecklich zu sagen“

Litauische Sprache

Im Litauischen existiert ein Supinum (z. B. {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) „geh Holz holen/ums Holz!“), jedoch wird oft anstatt des Supinums, das mit der Konditionalform (3. Person) formgleich ist, der Infinitiv verwendet. Das Bewegungsverb kann wegfallen, da schon die Supinumform allein die auszudrückende Bedeutung impliziert.

Rumänische Sprache

Im Rumänischen wird das Supinum mit einer Präposition – meistens {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) – und dem Partizip gebildet:

  • {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) vom Verb {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) („arbeiten“)
  • {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) vom Verb {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) („schreiben“)

Es wird oft zusammen mit dem Verb {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) („haben“) benutzt und drückt die Absicht, die Verpflichtung aus:

  • {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) – „ich habe zu arbeiten, ich muss arbeiten“
  • {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) – „ich habe zu schreiben, ich muss schreiben“

Es dient auch zur Bildung vieler Komposita, in denen es meistens den Zweck ausdrückt:

  • {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) – „Schreibmaschine“, wörtlich: „Maschine zum Schreiben“
  • {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) – „Waschmaschine“,wörtlich: „Maschine zum Waschen“

Schwedische Sprache

Im Schwedischen wird mit Supinum die indeklinable Nebenform des Partizips Perfekt bezeichnet, die gemeinsam mit den jeweiligen Formen des Hilfsverbs {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) („haben“) zur Bildung von Perfekt bzw. Plusquamperfekt verwendet wird:

  • {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) – „Ich habe etwas Wasser getrunken.“

Demgegenüber steht das deklinierte und adjektivisch gebrauchte Partizip Perfekt:

  • {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) – „das getrunkene Wasser“

Slawische Sprachen

Das Urslawische kannte ein Supinum (vergleiche alttschechisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) versus modern {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)), es erhielt sich im Altkirchenslawischen. Von den lebenden slawischen Sprachen verfügen das Niedersorbische und das Slowenische über eine entsprechende Form: niedersorbisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) „geh schlafen!“,<ref>Heinz Schuster-Šewc: Das Sorbische – eine slawische Sprache in Deutschland. In: Akademie-Journal 2/2001 „Sprachen in Europa“. Union der deutschen Akademien der Wissenschaften, S. 31–35, hier S. 32–33 (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Digitalisat [Memento vom 7. Juli 2016 im Internet Archive; PDF, 173 kB]).</ref> slowenisch: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) „geh schlafen!“<ref>Elizabeta Jenko: Grammatik der slowenischen Sprache. Drava, Klagenfurt 2000, ISBN 3-85435-339-1, S. 66.</ref>

Supin/Supinum im Deutschen

Das Wort Supin/Supinum wird für eine infinite Verbform in Abgrenzung zum Partizip II benutzt.

Der Philologe Gunnar Bech verwendet den Begriff „Supin“ auch für das verbale Partizip II im Deutschen.<ref>Gunnar Bech: Studien über das deutsche verbum infinitum. Tübingen, Niemeyer, 1955.</ref>

Im Schwäbischen Magazin von gelehrten Sachen zum Jahr 1776 liest man:<ref>Neue Anmerkungen zum zwölften Stück des Schwäbischen Magazins, 1775, in: Schwäbisches Magazin von gelehrten Sachen auf das Jahr 1776, Siebentes Buch, Stuttgart, mit Erhardischen Schriften, S. 627–628 (Ansicht S. 627Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden. bei Google Books).</ref>

„Dasjenige Wort, welches ich Supinum nenne, ist freilich der Syntaxe nach vom lateinischen Supino weit unterschieden; der Formation nach aber demselben desto ähnlicher, massen das Participium praeteriti unmittelbar, ja ausser der Motion und Deklination ohne weitere Veränderung daraus gemacht ist. Doch es ist nicht das Participium selbst, weil es viel Verba gibt, die das Supinum, und doch kein Participium praeteriti haben. Gehuret, gehustet, gelebet, geschlafen, u.d.g. sind keine Participii, weil sie weder der Motion noch Deklination fähig sind. Den Participiis aber komt beides zu. Ueber dieses sind die französischen Grammatiker auf meiner Seite, welche ihr eu, été, aimé, bati, vendu u.d.g. Supina nennen, deren Gebrauch gerad so ist, wie meines Supini im Teutschen.“

Gerade für die undeklinierbaren sogenannten „Partizipien II“ der echten intransitiven Verben, die keine „Mittelwörter“, sondern „Lagewörter“ sind, ist der Ausdruck „Supinum“ treffender als der Begriff „Partizip“.

Literatur

  • Peter Stein: Die infiniten Verbformen des Rumänischen (infinitiv, supin, gerunzia, participiu) im Kontext der romanischen Sprachen. In: Maria Iliescu, Sanda Sora (Hrsg.): Rumänisch. Typologie, Klassifikation, Sprachcharakteristik. A. Lehmann, Veitshöchheim bei Würzburg 1996, ISBN 978-3-88162-160-1, S. 101–120.
  • Elizabeta Jenko: Grammatik der slowenischen Sprache. Drava, Klagenfurt 2000, ISBN 3-85435-339-1, S. 66.

Weblinks

Wiktionary: Supinum – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

<references />