Mette Frederiksen
Mette Frederiksen (<templatestyles src="IPA/styles.css" />) (* 19. November 1977 in Aalborg) ist eine dänische Politikerin. Sie ist seit dem 28. Juni 2015 Vorsitzende der Socialdemokratiet und seit dem 27. Juni 2019 Ministerpräsidentin Dänemarks.
Leben und Beruf
Frederiksen wuchs in ihrer Geburtsstadt Aalborg auf<ref>Rasmus Krøll: Her er historien om Mette Frederiksens vej til statsministerposten. In: TV 2 Nord. TV 2 Nord, 26. Juni 2019, abgerufen am 7. April 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> und entstammt einem „Elternhaus, das bereits in dritter Generation in der Arbeiterbewegung verankert war“;<ref>Rudolf Hermann: Die erstaunliche Wandlung der Mette Frederiksen. In: Neue Zürcher Zeitung, 6. Juni 2019; abgerufen am 8. Dezember 2019.</ref> ihr Vater war Typograf, ihre Mutter Pädagogin. Nach dem Besuch der Byplanvejen Skole von 1983 bis 1993 besuchte sie bis 1996 das Aalborghus Gymnasium, an dem sie ihr Abitur ablegte. Anschließend begann sie ein Studium der Verwaltungs- und Sozialwissenschaften am Ålborg Universitetscenter.
Noch während des Studiums bewarb sie sich 2000 um eine Parlamentskandidatur im Wahlkreis Ballerup, blieb jedoch erfolglos. Zwischen 2000 und 2001 war sie Jugendberaterin bei Landsorganisationen i Danmark (LO), dem dänischen Gewerkschaftsdachverband.
Sie hat aus ihrer ersten Ehe zwei Kinder und ist seit 2020 zum zweiten Mal verheiratet.<ref>Denmark’s Prime Minister Mette Frederiksen finally marries film director boyfriend. tatler.com</ref>
Politische Laufbahn
Abgeordnete und Ministerin (2001 bis 2015)
Bei der Folketingswahl 2001 wurde sie im Wahlkreis Københavns Amtskreds ins Folketing gewählt. 2002 wurde sie mit dem Nina-Bang-Preis ausgezeichnet. Während ihrer Parlamentszugehörigkeit war sie 2001 bis 2005 Sprecherin ihrer Partei für Kultur, Medien und Gleichstellung der Geschlechter sowie 2005 für Soziales und Mitglied des Sozialausschusses. 2005 wurde Mette Frederiksen außerdem Vizevorsitzende der Fraktion der Socialdemokratiet im Folketing. Zugleich schloss sie 2007 ihr Studium an der Universität Aalborg mit einem Bachelor ab.
Seit der Folketingswahl 2007 kandidiert sie im Wahlkreis Københavns Omegns Storkreds. Daneben absolvierte sie ein postgraduales Studium im Fach Afrikawissenschaften an der Universität Kopenhagen und beendete dieses 2009 mit einem Master.
Am 3. Oktober 2011 wurde sie Arbeitsministerin in der Regierung Thorning-Schmidt I. Dieses Amt hatte sie auch in der folgenden Regierung Thorning-Schmidt II inne, bis sie am 10. Oktober 2014 das Justizressort übernahm.
Parteivorsitzende der Sozialdemokraten (seit 2015)
Nach dem Rücktritt von Helle Thorning-Schmidt infolge der Wahlniederlage bei der Folketingswahl 2015 nominierte der Parteivorstand Mette Frederiksen am 20. Juni 2015 für den Parteivorsitz. Schon am 28. Juni 2015 erfolgte ihre Wahl auf einem außerordentlichen Parteitag. Unter Frederiksens Führung ist eine Annäherung zwischen den Sozialdemokraten und der rechtspopulistischen Dänischen Volkspartei zu bemerken.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivierte Kopie ( vom 15. Februar 2017 im Internet Archive)</ref> Wie die Volkspartei verfolgt Frederiksen eine restriktive Einwanderungspolitik. Hingegen stand sie noch Anfang der 2000er-Jahre für eine offene Einwanderungspolitik. Frederiksen begründete ihr Umdenken damit, dass „75 Prozent aller Dänen für eine harte Ausländerpolitik“ seien. Mit einem linken Kurs wären somit keine Mehrheiten zu gewinnen.<ref>Porträt: Hier links, da rechts. Augsburger Allgemeine, 7. Juni 2019, abgerufen am 15. Mai 2021.</ref> Im April 2021 entschied die Regierung Frederiksen, trotz des andauernden Bürgerkriegs syrische Flüchtlinge in ihr Heimatland abschieben zu lassen.<ref>Dänemark: Geflüchtete sollen zurück nach Syrien. Süddeutsche Zeitung, 15. April 2021, abgerufen am 15. Mai 2021.</ref><ref name=":0">Jan Petter: Härte statt Hygge: Warum Dänemark Geflüchtete nach Syrien zurückschicken will. In: Spiegel Online. Abgerufen am 20. Juni 2021.</ref> Im Juni 2021 beschloss das dänische Parlament, den grundsätzlichen Anspruch Asylsuchender auf ein Prüfverfahren im dänischen Asylrecht abzuschaffen.<ref>Dänemark: Parlament verschärft Asylrecht. In: Spiegel Online. Abgerufen am 20. Juni 2021.</ref><ref name=":0" /> Entgegen der Einwanderungs- und Asylpolitik steht Frederiksen für eine eher linke Arbeits- und Sozialpolitik; zu ihren politischen Positionen in diesem Bereich zählt unter anderem eine höhere Besteuerung großer Konzerne.<ref>Politikerin Mette Frederiksen und ihr Weg zur Ministerpräsidentin von Dänemark. In: merkur.de. 13. November 2020, abgerufen am 15. Mai 2021.</ref>
Ministerpräsidentin (seit 2019)
Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden. Bei der Folketingswahl 2019, die sie erstmals im Nordjyllands Storkreds bestritt, holte ihre Partei die meisten Stimmen und sicherte sich mit den anderen Parteien des roten Blocks insgesamt die Mehrheit.<ref>Mette Frederiksen wird Ministerpräsidentin in Dänemark. In: zeit.de. 26. Juni 2019, abgerufen am 30. März 2026.</ref> Ab dem 27. Juni 2019 leitete Frederiksen mit der Socialdemokratiet die Minderheitsregierung Frederiksen I.
Mit ihrer Reaktion auf die COVID-19-Pandemie in Dänemark erreichte sie in der Bevölkerung zeitweise Zustimmungswerte von über 80 %.<ref>Are female leaders more successful at managing the coronavirus crisis? theguardian.com, 25. April 2020.</ref> Im Frühjahr 2021 erhielt Frederiksens seit dem Jahreswechsel verfolgter Kurs auch über Dänemark hinaus Zustimmung, vor allem für die Impfkampagne im Land.<ref>Klare Corona-Strategie: Was man von Dänemark lernen kann. n-tv, 1. April 2021, abgerufen am 15. Mai 2021.</ref> Nachdem in dänischen Nerzen im Herbst 2020 eine neue Virusvariante entdeckt worden war, ordnete Frederiksen die Keulung sämtlicher Nerze in Dänemark an, um die Verbreitung auf den Menschen zu verhindern. Im Nachhinein musste die Regierung jedoch einräumen, dass keine Rechtsgrundlage für diese Anordnung bestanden hatte, diese wurde erst nachträglich durch einen Parlamentsbeschluss geschaffen. Ein Untersuchungsausschuss des Folketings gelangte im Juni 2022 zu der gleichen Auffassung. Während der Arbeit der Kommission wurde Frederiksen dafür kritisiert, Textnachrichten aus dem Herbst 2020 gelöscht und damit dem Ausschuss vorenthalten zu haben.<ref>Corona-infizierte Zuchttiere: Nerz-Massentötung hat für Dänemarks Regierungschefin Nachspiel. In: FAZ.net. 27. Oktober 2021, abgerufen am 18. Oktober 2022.</ref> Für ihr Verhalten erhielt Frederiksen eine Parlamentsrüge. Zudem forderte die Partei Radikale Venstre, auf deren Stimmen die Regierung im Parlament angewiesen war, Neuwahlen; andernfalls müsse sich die Regierung einem Misstrauensvotum stellen. Am 5. Oktober 2022 kam Frederiksen dem nach und kündigte vorgezogene Neuwahlen für den 1. November 2022 an.<ref>Dänemark wählt am 1. November ein neues Parlament. tagesschau.de, 5. Oktober 2022, abgerufen am 18. Oktober 2022.</ref>
Die von Frederiksen geführten Sozialdemokraten gingen aus der Folketingswahl 2022 erneut als stärkste Kraft hervor. Mette Frederiksen hatte jedoch bereits im Wahlkampf verkündet, nach der Neuwahl anstelle der bisherigen Unterstützung aus dem roten Block eine breite Mitte-Regierung ungeachtet der traditionellen Blockgrenzen anzustreben.<ref>Derfor går Mette Frederiksen til valg på en regering henover midten. In: tv2.dk. 5. Oktober 2022, abgerufen am 31. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Am 15. Dezember 2022 wurde die neue Regierung Frederiksen II vereidigt, die die Sozialdemokraten unter Frederiksen mit den liberalen Parteien Venstre und Moderaterne gebildet hatten.<ref>Matthias Wyssuwa: Neue Regierung in Dänemark - Die erste große Koalition seit Jahrzehnten. In: faz.net. 14. Dezember 2022, abgerufen am 8. Juni 2024.</ref> Die Zusammenarbeit mit der konservativ-liberalen Venstre galt als äußerst unpopulär. Unter Frederiksens Führung verloren die Sozialdemokraten erst die Europawahl 2024 und Ende 2025 bei den Kommunalwahlen unter anderem das Oberbürgermeisteramt in Kopenhagen, das die Sozialdemokraten zuvor über 100 Jahre geführt hatten.<ref>Socialdemokratiet taber København – SF'er bliver ny overborgmester. In: tv2.dk. 19. November 2025, abgerufen am 31. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Am 7. Juni 2024 wurde Frederiksen im Zentrum von Kopenhagen von einem polnischen Mann leicht verletzt. Der Schlag verursachte ein leichtes Schleudertrauma.<ref>Mette Frederiksen erleidet leichtes Schleudertrauma. In: n-tv.de. 8. Juni 2022, abgerufen am 9. Juni 2024.</ref> In ihrer Neujahrsansprache 2026 kündigte sie eine umfassende Abschiebereform an, die kriminelle Ausländer betrifft und den Schutz der dänischen Bevölkerung priorisiert: „Wir haben eure Irrsinnsfahrten satt. Wir haben eure Dominanzkultur satt. Ihr zerstört das schönste Land der Welt, und das werden wir euch schlicht nicht erlauben […] Ziel [ist es], den Schutz der Bevölkerung und der Opfer stärker in den Mittelpunkt zu stellen.“<ref>Statsminister Mette Frederiksens nytårstale 1. januar 2026. In: Stm.dk. Statsministeriet, 1. Januar 2026, abgerufen am 10. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im Wahlkampf zur Folketingswahl 2026 verzichtete Frederiksen auf eine klare Positionierung, wie die künftige Regierung aussehen könne. Sie hielt an ihrem harten Migrationskurs fest, setzte ansonsten aber vermehrt auf eine Stärkung des sozialdemokratischen Profils. Die Ausrufung der Neuwahlen verband sie mit dem Vorschlag kleinerer Klassen in der Grundschule und höheren Investitionen in die Bildungspolitik. Zugleich erwägte sie eine Wiedereinführung der Vermögensteuer und schärfte damit einen strategischen Linkskurs. Auch in der Rentenpolitik setzte sie sich für eine langsamere Anhebung des Rentenalters als bisher geplant ein und zeigte so Nähe zu Forderungen des dänischen Gewerkschaftsdachverbands.<ref>Der goldene Legostein. In: ipg-journal.de. 19. März 2026, abgerufen am 31. März 2026.</ref> Bei der Wahl schnitten die Sozialdemokraten leicht besser als in vorherigen Umfragen ab, verloren zur Vorwahl aber fast sechs Prozentpunkte. Frederiksen wurde anschließend erneut mit der Bildung einer Regierung beauftragt.<ref>Forhandlingsleder udpeget. In: kongehuset.dk. 25. März 2026, abgerufen am 25. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Kontroversen
Im Mai 2010 geriet sie in die Kritik der Medien, als bekannt wurde, dass sie ihre Tochter an einer Privatschule und nicht an einer öffentlichen Schule angemeldet hatte.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Læsere: Mette Frederiksen er en hykler ( vom 24. Juni 2015 im Internet Archive), Jyllandsposten, 5. Mai 2010.</ref><ref>Min datter kommer først politiken.dk, 6. Mai 2010; abgerufen am 17. Juni 2015.</ref> Zuvor hatte sie in der Vergangenheit bessergestellte Eltern scharf kritisiert, wenn diese ihre Kinder in Privatschulen schickten.<ref>Rudolf Hermann: Die erstaunliche Wandlung der Mette Frederiksen. nzz.ch, 6. Juni 2019.</ref>
Schriften
Als Mitautorin:
- Epostler, Gyldendal, Kopenhagen 2003, ISBN 87-02-02430-6.
- Fra kamp til kultur, Politiken Boger, Kopenhagen 2004, ISBN 87-567-7285-8.
Literatur
- Thorsten K. Schreiweis: Mette Frederiksen. Stark im Gegenwind. In: Die Tagespost vom 15. Januar 2026, S. 30.
Weblinks
- Eigene Webpräsenz (dänisch)
- Vorlage:Ft.dk; abgerufen am 26. Juni 2019
Einzelnachweise
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Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Navigationsleiste dänische JustizministerVorlage:Navigationsleiste Socialdemokratiet-Vorsitzende
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Frederiksen, Mette |
| KURZBESCHREIBUNG | dänische Politikerin (Socialdemokratiet), Ministerpräsidentin Dänemarks |
| GEBURTSDATUM | 19. November 1977 |
| GEBURTSORT | Aalborg |