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Moolooit

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Moolooit
Datei:Moolooite-91983.jpg
Moolooit aus der Sarbaiskoe-Lagerstätte (Sarbay Mine), Qostanai, Kasachstan
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Nummer

1980-082<ref name="IMA-Liste" />

IMA-Symbol

Moo<ref name="Warr" />

Chemische Formel
  • Cu(C2O4)·nH2O<ref name="StrunzNickel" /><ref name="IMA-Liste" />
  • CuC2O4·nH2O (n ≈ 0,4–0,7)<ref name="ChisholmJonesPurvis" />
  • Cu[C2O4]·½H2O<ref name="Lapis" />
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Organische Verbindungen – Oxalate
System-Nummer nach
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

IX/A.01-090<ref name="Lapis" />

10.AB.15
50.01.06.01
Kristallographische Daten
Kristallsystem orthorhombisch
Kristallklasse; Symbol mmmVorlage:Kristallklasse/Unbekannte Kristallklasse
Raumgruppe Pnnm (Nr. 58)Vorlage:Raumgruppe/58<ref name="StrunzNickel" />
Gitterparameter a = 5,35 Å; b = 5,63 Å; c = 2,56 Å<ref name="StrunzNickel" />
Formeleinheiten Z = 1<ref name="StrunzNickel" />
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte nicht definiert
Dichte (g/cm3) berechnet: 3,43<ref name="Handbookofmineralogy" />
Spaltbarkeit Bitte ergänzen!
Farbe türkisgrün, grün, blau<ref name="Handbookofmineralogy" />
Strichfarbe blassblau
Transparenz durchscheinend<ref name="Handbookofmineralogy" />
Glanz Wachsglanz bis matt<ref name="Handbookofmineralogy" />
Kristalloptik
Brechungsindizes nα 1,570<ref name="Mindat" />
nβ 1,770<ref name="Mindat" />
nγ 1,950<ref name="Mindat" />
Doppelbrechung δ 0,380<ref name="Mindat" />

Moolooit ist ein sehr selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Organischen Verbindungen“ mit der chemischen Zusammensetzung Cu(C2O4)·n(H2O), wobei n zwischen 0,4 und 0,7 liegt. Moolooit ist damit chemisch gesehen ein wasserhaltiges Kupferoxalat.

Moolooit kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem, entwickelt aber nur mikroskopisch kleine Kristalle bis etwa 4 µm mit einem leistenförmigen oder prismatischen Habitus. Meist findet er sich in Form kugeliger Mineral-Aggregate bis derber Massen mit einem matten, wachsähnlichen Glanz. Das grünlichblaue, durchscheinende Mineral hinterlässt auf der Strichtafel einen blassblauen Strich.

Etymologie und Geschichte

Moolooit wurde erstmals in Mineralproben aus einem sulfidhaltigen Quarzaufschluss Welt-Icon

 {{#coordinates:−25,025|116,10833333333|
   |dim=
   |globe=
   |name="Bunbury Well"
   |region=AU-WA
   |type=landmark
  }} etwa 12 km östlich der „Mooloo Downs Station“, einer Rinderzuchtstation mit einer Fläche von etwa 131.715 Hektar, und etwa einen Kilometer nördlich von Bunbury Well im Verwaltungsgebiet Upper Gascoyne Shire des australischen Bundesstaates Western Australia entdeckt. Die Analyse und Erstbeschreibung erfolgte durch  von Richard M. Clarke und Ian R. Williams in der Typlokalität, die das Mineral nach dessen Typlokalität benannten.<ref name="ClarkeWilliams" />

Clarke und Williams sandten ihre Untersuchungsergebnisse und den gewählten Namen 1980 zur Prüfung an die International Mineralogical Association (interne Eingangsnummer der IMA: 1980-082<ref name="IMA-Liste" />), die den Moolooit als eigenständige Mineralart anerkannte. Die ebenfalls von der IMA/CNMNC anerkannte Kurzbezeichnung (auch Mineral-Symbol) von Moolooit lautet „Moo“.<ref name="Warr" />

Das Typmaterial des Minerals wird im Western Australian Museum (WAM) in Perth unter der Sammlungsnummer MDC 6738 aufbewahrt.<ref name="IMA-Typmaterialkatalog" /><ref name="IMA-Depositories" />

Klassifikation

Da der Moolooit erst 1980 als eigenständiges Mineral anerkannt wurde, ist er in der seit 1977 veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz noch nicht aufgeführt.

Im zuletzt 2018 überarbeiteten „Lapis-Mineralienverzeichnis“, das sich im Aufbau noch nach der alten Form der Systematik von Karl Hugo Strunz richtet, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer IX/A.01-090. In der „Lapis-Systematik“ entspricht dies der Klasse „Organische Verbindungen“ und dort der Abteilung „Salze organischer Säuren“, wo Moolooit zusammen mit Antipinit, Caoxit, Coskrenit-(Ce), Deveroit-(Ce), Falottait, Glushinskit, Humboldtin, Levinsonit-(Y), Lindbergit, Middlebackit, Minguzzit, Natroxalat, Novgorodovait, Oxammit, Stepanovit, Weddellit, Wheatleyit, Whewellit, Zhemchuzhnikovit und Zugshunstit-(Ce) die Gruppe mit der Systemnummer IX/A.01 bildet.<ref name="Lapis" />

Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte<ref name=IMA-Liste-2009 /> 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Moolooit in die Klasse der „Organische Verbindungen“ und dort in die Abteilung „Salze von organischen Säuren“ ein. Hier ist das Mineral in der Unterabteilung „Oxalate“ zu finden, wo es als einziges Mitglied eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer 10.AB.15 bildet.

In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Moolooit die System- und Mineralnummer 50.01.06.01. Dies entspricht hier ebenfalls der Klasse „Organische Minerale“ und der Abteilung „Organische Minerale“, wo er als einziges Mitglied in der unbenannten Gruppe mit der Systemnummer 50.01.06 innerhalb der Unterabteilung „Salze organischer Säuren (Oxalate)“ zu finden ist.

Kristallstruktur

Moolooit kristallisiert in der orthorhombischen Raumgruppe Pnnm (Raumgruppen-Nr. 58)Vorlage:Raumgruppe/58 mit den Gitterparametern a = 5,35 Å; b = 5,63 Å und c = 2,56 Å sowie einer Formeleinheit pro Elementarzelle.<ref name="StrunzNickel" />

Bildung und Fundorte

Moolooit ist ein Sekundärmineral, das sich z. B. durch die Einwirkung von Vogelkot auf verwitterte Kupfererze bildet. Als Begleitminerale wurden an seiner Typlokalität Bunbury Well-Mooloo Downs Station Antlerit, Atacamit, Baryt, Brochantit, Chalkopyrit, Covellin, Digenit, Gips, Jarosit, Kieselsäure, Libethenit, Sampleit und Whewellit festgestellt.

In Deutschland trat das Mineral bisher in der Grube Clara bei Oberwolfach in Baden-Württemberg und am Iberg bei Ilfeld am Südrand des Harzgebirges in Thüringen in Erscheinung.

Weitere Fundorte liegen unter anderem in Sainte-Marie-aux-Mines in Frankreich, der Sarbaiskoe-Lagerstätte (Sarbay Mine) im Gebiet Qostanai in Kasachstan, bei Gjersvik in der norwegischen Kommune Røyrvik sowie in der „Ahmeek Mine“ im Keweenaw County (Michigan) und im San Rafael Swell im Emery County (Utah) in den USA.<ref name="Fundorte" />

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

<references> <ref name="ChisholmJonesPurvis"> </ref> <ref name="ClarkeWilliams"> </ref> <ref name="Fundorte"> Fundortliste für Moolooit beim Mineralienatlas (deutsch) und bei Mindat (englisch), abgerufen am 17. Dezember 2023. </ref> <ref name="Handbookofmineralogy"> </ref> <ref name="IMA-Depositories"> Catalogue of Type Mineral Specimens – Depositories. (PDF; 311 kB) Commission on Museums (IMA), 18. Dezember 2010, abgerufen am 17. Dezember 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="IMA-Liste"> Malcolm Back, Cristian Biagioni, William D. Birch, Michel Blondieau, Hans-Peter Boja und andere: The New IMA List of Minerals – A Work in Progress – Updated: July 2024. (PDF; 3,6 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Marco Pasero, Juli 2024, abgerufen am 13. August 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="IMA-Liste-2009"> Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: IMA/CNMNC List of Minerals 2009. (PDF; 1,9 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Januar 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. Juli 2024; abgerufen am 30. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="IMA-Typmaterialkatalog"> Catalogue of Type Mineral Specimens – M. (PDF 326 kB) Commission on Museums (IMA), 10. Februar 2021, abgerufen am 17. Dezember 2023. </ref> <ref name="Lapis"> </ref> <ref name="Mindat"> Moolooite. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 17. Dezember 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="StrunzNickel"> </ref> <ref name="Warr"> </ref> </references>