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Dinarische Akelei

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Dinarische Akelei
Datei:Aquilegia dinarica leg P.Cikovac Mt Orjen Montenegro 1710 m a.s.l.jpg

Am Wildstandort im subadriatischen Orjen, 1710 m

Systematik
Ordnung: Hahnenfußartige (Ranunculales)
Familie: Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)
Unterfamilie: Isopyroideae
Tribus: Isopyreae
Gattung: Akeleien (Aquilegia)
Art: Dinarische Akelei
Wissenschaftlicher Name
Aquilegia dinarica
Beck

Die Dinarische Akelei (Aquilegia dinarica, in ihren Heimatländern Dinarska kandilka) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae).

Vergleich zu anderen Aquilegia-Arten

Unter den europäischen Arten gehört Aquilegia dinarica zu den sogenannten alpinen Aquilegia-Arten,<ref name="Skalińska1964" /> die sich im Vergleich zu den an Waldhabitate angepasste Formen durch bestimmte morphologische Merkmale an offene Hochgebirgsstandorte und im Falle der Dinarischen Akelei zu Bewohnern von Felshabitate der altimediterranen Stufe entwickelt haben.<ref>Marjan Niketić, Pavle Cikovac, Vladimir Stevanović 2013: Taxonomic and nomenclature notes on Balkan columbines (Aquilegia L., Ranunculaceae). In: Bulletin of the Natural History Museum Belgrade, 6: 33–42. <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />PDF (Memento des Vorlage:IconExternal vom 1. August 2019 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.nhmbeo.rs</ref> Der kompakte Wuchs (Polsterpflanze), dichte Behaarung von Stängel und Blättern, die im Gegensatz zu den Waldakeleien aufrechte und nicht nickende Blüte, sowie eine verlängerte Blattspreite, die durch das Einschließen der Staubblätter Selbstbestäubung fördert, sind auffällige Merkmale zur Standortswahl.<ref name="Stevanović1984" /> Durch ihre zweifarbigen blauen Blüten mit einer weißen Blattspreite ist sie daneben auch von Laien gut von den überwiegend violetten Waldarten zu unterscheiden. Nächstverwandt ist sie mit der Kitaibel-Akelei sowie Aquilegia ottonis.<ref> W. Greuter, H. M. Burdet, G. Long (ed.), 1989: Med-Checklist, 4, Genf & Berlin.</ref> Im zentralen Südostdinarischen Raum wird die Dinarische Akelei im Bereich des Prokletije durch Aquilegia blecicii ersetzt. Diese wird wesentlich größer und hat zweifarbige, jedoch violette Blüten.<ref>Podobnik, A. 1986. A new species of genus Aquilegia L. from the Balkan peninsula. Biosistematika, 12(1), 15-21.</ref> Ob es sich dabei um eine echte Art handelt ist jedoch nicht zweifelsfrei geklärt.

Beschreibung

Datei:Beck aquilegia dinarica 1891.jpg
Originalzeichnung Becks von 1891 mit den Merkmalen der Dinarischen Akelei
Datei:Aquilegia dinarica leg P.Cikovac Jastrebica ridge Mt Orjen 1710 m a.s.l.jpg
Am Naturstandort im subadriatischen die Dinarische Akelei ihre typische Habitatswahl in alte-Mediterranen Felsen. Neben der Reduktion der vegetativen Merkmale, unter anderen sind die Stängelblätter nur mehr einfach lanzettlich, ist die Selbstbestäubung fördernde Verlängerung der Kronblattspreite (Laminae) kennzeichnend.
Datei:Aquilegia dinarica Dinaric columbine.JPG
Kennzeichnen der Dinarischen Akelei sind die aufrechten blauen Blüten
Datei:Aquilegia dinarica foliage.JPG
Die in einer grundständigen Rosette angeordneten Blätter sind tief eingeschnitten

Die Dinarische Akelei ist eine mehrjährige, krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von etwa 25 Zentimetern. Sie besitzt ein reich verzweigtes Wurzelsystem und eine haltbare Pfahlwurzel. Der aufrechte Stängel ist dicht drüsig behaart. Die in einer lockeren, grundständigen Rosette angeordneten Laubblätter sind tief eingeschnittenen dreiteilig und beiderseits drüsig behaart.<ref name="Ascherson1929" />

Die Blütezeit reicht von Juli bis August. Auf einem langen Blütenstandsschaft steht ein eindständiger, traubiger Blütenstand, der drei bis fünf, gelegentlich auch mehr, aufrechte, selten nickende Blüten enthält. Die zwittrige, radiärsymmetrische, gespornte Blüte besitzt einen Durchmesser von 2 bis 3 Zentimetern. Die Kelchblätter sind lebhaft blau. Die fünf kronblattartigen Blütenhüllblätter sind weißlich und 1,8 bis 3,5 Zentimeter lang. Die Nektarblätter sind bis 2 bis 3,5 Zentimeter lang. Der 1,3 bis 1,5 Zentimeter lange Sporn ist hakig gebogen, am Ende kopfartig verdickt und dunkel gefärbt und deutlich länger als die Blütenhüllblätter der Nektarien. Die zahlreichen Staubblätter sind so lang wie die Blütenhüllblätter der Nektarien.<ref name="AFJ1973" />

Die fünf bis zehn drüsig behaarten Balgfrüchte enthalten eine Vielzahl von dunklen, glänzenden Samen.<ref name="AFJ1973" />

Vorkommen

Die Dinarische Akelei gedeiht in den küstennahen Dinariden in der alpinen Höhenstufe. Diese seltene, endemische Art ist nur in Bosnien und Herzegowina, Montenegro und Nordalbanien beheimatet.<ref name="Šilić1990" /><ref name="Stevanović1984" /><ref name="AFJ1973" /> Beck fand die Dinarische Akelei ursprünglich auf dem Prenj. Später wurden weitere Fundorte auf der Čvrsnica, Orjen, Troglav, sowie auf dem Maglić und im Prokletije beschrieben.<ref name="Rijeka" /> Sie hat damit ein unzusammenhängendes Verbreitungsgebiet, das landeinwärts noch in die Hochgebirge der Südöstlichen Dinariden hineinreicht. Ihr nordwestlichster Fundort wird auf dem Troglav oberhalb des Livanjsko polje, der südöstlichste auf dem Perun in den Nordalbanischen Alpen angegeben. In ihren Heimatländern ist sie eine geschützte Wildpflanze.

Die Dinarische Akelei ist ein Felsbwohner der subalpinen und alpinen Zone in Höhenlagen zwischen 1200 und 2100 Meter. Insbesondere wird sie in Gesellschaften des Kalkfels-Pflanzenverbandes Micromerion croaticae Horvat angetroffen. Neben Kalkfelsen siedelt sie in Schneetälchen und am Rande von Schneegruben der Krummholz- und Alpinregion.<ref name="Ascherson1929" /> Weiterhin ist sie in Kalkschutthalden des Verbandes Dryopteridetum villarii (Charakterart Starrer WurmfarnDryopteris vilarii) verbreitet.

Im Orjen sind Standorte nahe dem Hauptgipfel näher untersucht worden. Hierbei sind zahlreiche reliktische Begleitarten mit stärker xeromorphen Merkmalen auffällig. Darunter sind viele sogenannte illyrische oder balkanische Endemiten: Potentilla speciosa, Avena compacta, Hieracium waldsteinii, Edraianthus graminifolius, Arenaria gracilis, Felsen-Moltkie (Moltkia petraea), Gnaphalium roeseri, Sesleria tenuifolia, Thymus striatus, Carex laevis, Silene saxifraga und Edraianthus serpyllifolius.<ref name="Stevanović1984" /> Unter den Baumarten ist hier wie in den anderen Kalkgebirgen der Südost-Dinariden die Schlangenhaut-Kiefer eine Charakterart.

Taxonomie

Synonyme sind: Aquilegia amaliae var. dinarica <templatestyles src="Person/styles.css" />(Beck) Hayek<ref>August Hayek 1927: Prodromus Florae Peninsulae Balkanicae. Dahlem - Berlin, S. 303</ref> und Aquilegia vulgaris subs. typica var. dinarica <templatestyles src="Person/styles.css" />(Hayek) Brühl<ref>P. Brühl, 1893: De Ranunculaceis Indicis Disputationes. In: Journal of the Asiatic Socity of Bengal. Pt. 2, Natural History, 61, 2, S. 289</ref>

Einzelnachweise

<references> <ref name="Skalińska1964"> M. Skalińska: Studies in the origin of some European species of Aquilegia. In: Acta Biologica Cracoviensia, Series Botanica, 7, 1964, S. 1–23.</ref> <ref name="Stevanović1984"> B. Stevanović & V. Stevanović, 1984: Morfo-anatomske karakteristike nekih značajnih hazmofita subalpijske vegetacije stena na planini Orjen u Crnoj Gori. [Morpho-anatomical characteristics of some important plant species from chasmophytic vegetation of mountain Orjen in Montenegro.], Glasn. Inst. Bot. bot. Baste Univ. Beogradu, 18, S. 59–76. (PDF)</ref> <ref name="Ascherson1929"> Paul Ascherson & Paul Graebner Synopsis der mitteleuropäischen Flora, Band 5/2, Ranales (Ranunculaceae, Fortsetzung). Borntraeger, Leipzig, 1929, S. 647.</ref> <ref name="AFJ1973"> Analitička Flora Jugoslavije, Volume 2, Zagreb, 1973, S. 363.</ref> <ref name="Šilić1990"> Č. Šilić: Endemične biljke. - 3. izd. - Sarajevo: Svjetlost, 1990, S. 33.</ref> <ref name="Rijeka">Aquilegia dinarica Bostjan Surina, Onlinedatenbank des Naturkundemuseums Rijeka.</ref> </references>

Weblinks