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Rolf Schimpf

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Rolf Schimpf (* 14. November 1924 in Berlin; † 22. März 2025 in Pullach im Isartal) war ein deutscher Schauspieler. Er wurde 1984 mit der Titelrolle in der Serie Mensch Bachmann bekannt und spielte von 1986 bis 2007 in der ZDF-Fernsehserie Der Alte ebenfalls die Hauptrolle. Er wirkte insgesamt in über 120 Film- und Fernsehproduktionen mit.

Leben

Familie und Herkunft

Rolf Schimpf war der Sohn der Margarete Helene (Gretl) Deffner und des Marineoffiziers und Nachrichtendienstmitarbeiters Hans Schimpf, Enkel von Rosa Helene Schimpf und von Ernst Schimpf, Urenkel des Komponisten Christian Fink und ein Ururenkel des Verlagsgründers Jakob Ferdinand Schreiber.<ref>Margarete Siegele: Rosa Helene Schimpf geb. Fink (1870–1949). Ein großbürgerliches Leben. In: Frauenbeauftragte der Stadt Esslingen am Neckar (Hrsg.): Frauen. Schicksale. Karrieren. Berufungen. 1850–1950. Esslingen 2005, ISBN 3-9809328-8-5, S. 22–33, hier S. 32 f.</ref>

Schimpfs Vater starb im April 1935 unter niemals vollständig geklärten Umständen, in einem Hotel in Breslau. Er war seit 1933 der erste Leiter des Forschungsamtes gewesen, eines Nachrichtendienstes im Dritten Reich, der nur dem Namen nach dem Reichsluftfahrtministerium unterstand.

Rolf Schimpf wuchs zeitweise in der Villa Schimpf in Esslingen am Neckar auf. Er diente im Zweiten Weltkrieg bei der Sturmartillerie, wobei er eine schwere Kopfverletzung davontrug. Nach Kriegsende erlernte er zunächst bei Hengstenberg in Esslingen einen kaufmännischen Beruf.

Karriere als Schauspieler

Schimpf wechselte später als Schüler an die Stuttgarter Schauspielschule Gensichen. Nach dem Abschluss der Schauspielausbildung spielte er an verschiedenen Theatern, darunter mit festem Engagement am Stadttheater Luzern (1959/60) und am Stadttheater Bern (1960–1962). Gastspiele gab er unter anderem am Württembergischen Staatstheater Stuttgart, an den Bühnen der Hansestadt Lübeck, am theater 53 in Hamburg, am Künstlertheater Hamburg und an den Hamburger Kammerspielen unter Ida Ehre.<ref>Rolf Schimpf. Abgerufen am 19. Juni 2024.</ref>

Schimpf war beim Fernsehen ab Ende der 1950er-Jahre vorwiegend in Nebenrollen zu sehen. Ende der 1960er-Jahre war er in den Vorabendserien Hafenkrankenhaus (1968) neben Anneli Granget und in Ida Rogalski (1970) als Sohn von Inge Meysel in durchgehenden Rollen beschäftigt. Es folgten in den 1970er-Jahren weitere TV-Serienrollen: Meine Tochter – Unser Fräulein Doktor (1970), Mein Bruder – Der Herr Doktor Berger (1972) und in Die Protokolle des Herrn M. (1979).<ref>Rolf Schimpf – Serien, Sendungen auf TV Wunschliste. Abgerufen am 19. Juni 2024.</ref> Vielfach spielte er in weiteren TV-Serien, allerdings zumeist in Episodenrollen, so auch in der Krimiserie SOKO 5113 (1978–1984), in Büro, Büro (1982), in der Arztserie Die Schwarzwaldklinik (1986) und in Aktenzeichen XY (z. B. Folge 150, 1982).<ref>Filmografie Rolf Schimpf. In: fernsehserien.de. 24. März 2023, abgerufen am 19. Juni 2024.</ref>

Im satirischen Fernsehfilm Der Sheriff von Linsenbach (1983) war er in seiner ersten TV-Hauptrolle zu sehen. Danach spielte er 1984 die Titelrolle in der Serie Mensch Bachmann und erlangte dadurch größere Bekanntheit. Produzent war Helmut Ringelmann, der ihn wenige Jahre später für Der Alte engagierte. Eine seiner letzten Rollen spielte er 2009 als Dr. Korbinian Niederbühl<ref>Korbinian Niederbühl. Abgerufen am 19. Juni 2024.</ref> in der ARD-Telenovela Sturm der Liebe.<ref name="tz.de">„Der Alte“ im Ruhestand. In: tz.de. 11. November 2009, abgerufen am 14. Dezember 2023.</ref> Insgesamt wirkte Schimpf als Schauspieler vor der Kamera in über 120 Film- und Fernsehproduktionen mit.<ref>Rolf Schimpf. In: filmportal.de. Abgerufen am 4. November 2024.</ref><ref>OFDb – Rolf Schimpf (Darsteller). Abgerufen am 4. November 2024.</ref>

Ein breites Fernsehpublikum kennt Schimpf insbesondere aus der ZDF-Krimiserie Der Alte, in der er als Nachfolger von Siegfried Lowitz von Februar 1986 bis zum Dezember 2007 den Kriminalhauptkommissar Leo Kress spielte. Im Dezember 2006 kündigte der damals 82-jährige Schimpf seinen Ausstieg aus der Serie an, nachdem er diese Rolle über 20 Jahre lang verkörpert hatte.<ref name="spiegel.de 20006-12-03">Uwe Mantel: Schauspieler Rolf Schimpf: „Der Alte“ geht in Rente. In: spiegel.de. 3. Dezember 2006, abgerufen am 14. Dezember 2023.</ref> Seine 222. und letzte Folge in der Titelrolle wurde im Dezember 2006 gedreht.<ref name="spiegel.de 20006-12-03" /> Die abgedrehten Folgen wurden bis zum 21. Dezember 2007 ausgestrahlt.<ref>Katrin Heise: „Es war eigentlich eine sehr harmonische Zeit“. In: deutschlandfunkkultur.de. 21. Dezember 2007, abgerufen am 14. Dezember 2023.</ref> Allerdings war er nochmals als pensionierter Leo Kress in der im Mai 2009 ausgestrahlten 340. Episode mit dem Titel Taximörder in einer Gastrolle zu sehen.<ref name="tz.de" />

Schimpf war auch gelegentlich als Synchronsprecher tätig und lieh dabei unter anderem Bela Lugosi in der 1981 entstandenen Synchronisation von Das Zeichen des Vampirs seine Stimme.<ref>Deutsche Synchronkartei | Sprecher | Rolf Schimpf. Abgerufen am 19. Juni 2024.</ref>

Privates

Schimpf hatte einen Sohn (* 1962) aus erster Ehe,<ref>Rolf Schimpf – Biografie. Abgerufen am 4. November 2024.</ref> der in Nordeuropa lebt.<ref>Lotte Holetz: Rolf Schimpf wird 90: Sein trauriger Geburtstag. In: abendzeitung-muenchen.de. 14. November 2014, abgerufen am 4. November 2024.</ref> In zweiter Ehe war er von 1968 bis zu ihrem Tod im Mai 2015 mit der Schauspielerin Ilse Zielstorff verheiratet. Das Ehepaar zog im Juni 2010 gemeinsam in das Senioren-Wohnstift Augustinum in München-Neufriedenheim ein. Seine Frau musste schließlich wegen Demenz in einem Pflegeheim untergebracht werden.<ref>(dr/spot): Rolf Schimpf: „Meine geliebte Ilse verschwindet immer mehr“. In: abendzeitung-muenchen.de. 10. April 2014, abgerufen am 4. November 2024.</ref> Aus finanziellen Gründen musste der inzwischen ebenfalls an Demenz erkrankte Schimpf im November 2023 in ein anderes Seniorenheim ziehen,<ref name="bunte 2023-12-12">Natascha Wittmann: „Der Alte“-Star Rolf Schimpf: Ersparnisse aufgebraucht: Kein Geld mehr fürs Altersheim. In: bunte.de. 12. Dezember 2023, abgerufen am 13. Dezember 2023.</ref><ref>„Immer wieder geweint“: „Der Alte“-Kollegin besucht Rolf Schimpf nach unfreiwilligem Altersheim-Umzug. In: merkur.de. 26. April 2024, abgerufen am 4. November 2024.</ref> wo er im März 2025 im Alter von 100 Jahren starb.<ref>„Der Alte“-Star Rolf Schimpf im Alter von 100 Jahren gestorben, focus.de, 22. März 2025</ref> Er wurde an der Seite seiner Frau auf dem Münchner Nordfriedhof beigesetzt.<ref>„Der Alte“-Star Rolf Schimpf (†100): Heimliche Beisetzung an der Seite seiner Frau. In: merkur.de. 3. Mai 2025, abgerufen am 22. September 2025.</ref>

Filmografie (Auswahl)

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Literatur

  • Hermann J. Huber: Langen Müller’s Schauspielerlexikon der Gegenwart. Deutschland. Österreich. Schweiz. Albert Langen, Georg Müller Verlag GmbH, München, Wien 1986, ISBN 3-7844-2058-3, S. 913.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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