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ZAKA

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ZAKA
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Rechtsform Nichtregierungsorganisation
Gründung Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 273: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) in Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 273: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)
Auflösung Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 273: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)
Gründer Yehuda Meshi Zahav, Mosche Eisenbach
Sitz Jerusalem IsraelDatei:Flag of Israel.svg Israel
Vorläufer Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 273: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)
Nachfolger Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 273: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)
Zweck Bergung und Identifizierung von Todesopfern bei Terroranschlägen, Verkehrsunfällen und anderen Katastrophen
Aktionsraum weltweit
Vorsitz Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 273: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)
Geschäftsführung Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 273: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)
Eigentümer Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 273: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)
Umsatz Lua−Fehler in Modul:Wikidata. Zeile 273: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 273: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) (Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 273: attempt to index field 'wikibase' (a nil value))
Stiftungskapital Lua−Fehler in Modul:Wikidata. Zeile 273: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 273: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) (Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 273: attempt to index field 'wikibase' (a nil value))
Beschäftigte Lua−Fehler in Modul:Wikidata. Zeile 273: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) (Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 273: attempt to index field 'wikibase' (a nil value))
Freiwillige Lua−Fehler in Modul:Wikidata. Zeile 273: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) (Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 273: attempt to index field 'wikibase' (a nil value))
Mitglieder Lua−Fehler in Modul:Wikidata. Zeile 273: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) (Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 273: attempt to index field 'wikibase' (a nil value))
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ZAKA, {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) (Zihuy Korbanot Ason „Identifizierung von Katastrophenopfern“), abgekürzt זק״א, ist eine israelische Nichtregierungsorganisation (NGO), die sich auf die Bergung und Identifizierung von Todesopfern bei Terroranschlägen, Verkehrsunfällen und anderen Katastrophen spezialisiert hat. Die 1995 von Yehuda Meshi Zahav und Rabbi Mosche Eisenbach gegründete Organisation arbeitet eng mit der israelischen Polizei und anderen Rettungsdiensten zusammen und ist offiziell von der israelischen Regierung anerkannt.

ZAKA beschäftigt über 3.000 ehrenamtliche Helfer, die überwiegend dem ultraorthodoxen Judentum angehören, sowie Minderheiteneinheiten mit beduinischen, drusischen und muslimischen Freiwilligen. Die Organisation sammelt menschliche Überreste und Blut für eine würdevolle Bestattung gemäß jüdischem Religionsgesetz und leistet Erste Hilfe an Unfallorten. Seit 2005 ist ZAKA als internationale NGO bei den Vereinten Nationen registriert und war bei verschiedenen internationalen Katastrophen im Einsatz.

Die Organisation geriet in Kontroversen bezüglich der Übertreibung von Freiwilligenzahlen zur Erhöhung staatlicher Förderungen sowie umstrittener Aussagen nach den Terrorangriffen vom 7. Oktober 2023.

Geschichte

Entstehung und frühe Entwicklung (1989–2000)

Nach eigenen Angaben von ZAKA gehen die Ursprünge der Organisation auf den 6. Juli 1989 zurück, als während der Ersten Intifada Abd al-Hadi Ghanim, ein 25-jähriger Angehöriger des Islamischen Dschihad in Palästina, die Kontrolle über das Lenkrad des Busses der Linie 405 auf der Strecke von Tel Aviv nach Jerusalem übernahm und den Bus in eine Schlucht beim Ort Telz-Stone im Bezirk Jerusalem lenkte.<ref>Zaka: The volunteers giving dignity to Israel's dead. 14. Oktober 2023 (bbc.com [abgerufen am 8. April 2026]).</ref><ref>This Week In History: Terror attack on Bus 405 | The Jerusalem Post. 1. Juli 2012, abgerufen am 8. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Datei:יהודה משי זהב יו"ר זק"א.jpg
Yehuda Meshi Zahav, Mitbegründer und langjähriger Vorsitzender von ZAKA

Nach diesem Angriff kamen Yehuda Meshi-Zahav und andere Jeschiwa-Schüler zur Unfallstelle, um den Opfern Erste Hilfe zu leisten. Diese Gruppe religiöser Freiwilliger begann sich systematisch zu organisieren und widmete sich der Aufgabe, die Identifizierung von Opfern von Terroranschlägen und Katastrophen auf geordnete und verantwortungsvolle Weise zu handhaben sowie deren sterbliche Überreste für eine würdevolle Bestattung gemäß jüdischem Religionsgesetz zu bergen.<ref name="zakaworld">About ZAKA Mission, History & Values. In: ZAKA World. Abgerufen am 5. Januar 2025.</ref>

Die Organisation etablierte sich zunächst unter dem Namen Chesed Shel Emet (חסד של אמת, „Wahre Güte“), der traditionell für die Arbeit mit Verstorbenen verwendet wird, da diese die Wohltaten nicht erwidern können und daher als besonders reine Form der Nächstenliebe gelten.<ref>Rachel Ginsberg: Escort to Eternity. In: Mishpacha Magazine. 29. Februar 2012, abgerufen am 5. Januar 2025.</ref> In den frühen 1990er Jahren entwickelte sich die informelle Gruppe zu einer strukturierten Organisation mit ersten Ausbildungsprogrammen für Freiwillige und standardisierten Verfahren für die Bergung menschlicher Überreste. Die Freiwilligen begannen, sich mit Funkgeräten und spezieller Ausrüstung auszustatten, um schneller auf Notfälle reagieren zu können.

Die offizielle Gründung unter dem Namen ZAKA erfolgte mit der Anerkennung durch die israelische Regierung im Jahr 1995. Die Organisation erhielt dabei den Status einer Unterabteilung der polizeilichen Abteilung für Katastrophenopfer-Identifizierung. Ab diesem Zeitpunkt arbeitete ZAKA eng mit der israelischen Polizei bei der Identifizierung von Opfern zusammen.<ref>Zaka. In: Jerusalem Foundation. Abgerufen am 5. Januar 2025.</ref> Im selben Jahr wurde der Organisation auch der Name „ZAKA“ (זק״א) offiziell zugewiesen, eine Abkürzung für Zihuy Korbanot Ason (זיהוי קורבנות אסון), was „Identifizierung von Katastrophenopfern“ bedeutet. Der vollständige Name lautet „ZAKA – Identifizierung, Bergung und Rettung – Wahre Güte“ (זק״א – זיהוי, חילוץ והצלה – חסד של אמת).

Expansion während der Zweiten Intifada (2000–2005)

Datei:ZakaAmbulance.JPG
Gepanzerter Rettungswagen von ZAKA

Während der Zweiten Intifada, die im Jahr 2000 begann, erlebte ZAKA eine massive Expansion ihrer Aktivitäten aufgrund der häufigen Selbstmordattentate palästinensischer Terrororganisationen. Die Organisation rüstete ihre Mitglieder mit moderner Ausrüstung aus, darunter Mobiltelefone, Motorroller und Rettungswagen, was es den Freiwilligen ermöglichte, schnell auf Notfälle zu reagieren. In dieser Zeit entwickelte ZAKA auch ihre charakteristische Corporate Identity mit den gelben Westen, die die Freiwilligen bei Einsätzen tragen und die mit dem Motto Chesed Shel Emet bedruckt sind.

Die Organisation war bei nahezu allen größeren Terroranschlägen der Zweiten Intifada im Einsatz, darunter bei den Anschlägen auf die Diskothek Dolphinarium 2001 mit 21 Todesopfern, die Sbarro-Pizzeria im selben Jahr mit 15 Toten und auf das Park Hotel mit 30 Toten in Natanya. Diese Einsätze führten zu einer erheblichen Professionalisierung der Organisation und zur Entwicklung spezialisierter Verfahren für die Arbeit an Terroranschlagsorten.<ref>ZAKA Volunteers: A Mission of Selfless Kindness. In: Chabad.org. Abgerufen am 11. Januar 2025: „They became well known during the last intifada. At and after a terror attack, they could always be seen, wearing neon yellow vests, at Tel Aviv's Dolphinarium, at Jerusalem Sbarro, at Netanya's Park Hotel, and other infamous sites, painstakingly searching through the devastation and gathering shreds of human remains.“</ref> ZAKA begann systematisch, Freiwillige in forensischen Techniken und psychologischer Erste Hilfe auszubilden.<ref>Sara Lehmann: 'I Felt Like We Were in Gehinnom' an Interview With ZAKA. In: Sara Lehmann. Abgerufen am 11. Januar 2025: „After the 2001 Dolphinarium bombing in Tel Aviv that occurred on Shabbos, ZAKA mandated all its members to train as EMTs to allow us to work on Shabbos.“</ref>

Die häufigen Einsätze während der Intifada führten auch zu einer breiteren gesellschaftlichen Anerkennung ZAKAs. Die Organisation, die ursprünglich als ultraorthodoxe Randgruppe wahrgenommen wurde, entwickelte sich zu einer anerkannten Institution der israelischen Zivilgesellschaft.<ref>D Yogev: Community-Society Equilibrium: Religious Organizations in Israel. In: PMC. 2021, abgerufen am 11. Januar 2025: „It is important to note that Zaka symbolizes the cultural shift the Haredi community is undergoing“</ref> Anthropologen wie Nurit Stadler beschreiben diese Periode als entscheidend für ZAKAs Legitimation als „kultureller Agent“ im Umgang mit öffentlichem Tod und Terror.<ref>Nurit Stadler, Eyal Ben-Ari, Einat Mesterman: Terror, Aid and Organization: The Haredi Disaster Victim Identification Teams (ZAKA) in Israel. In: Anthropological Quarterly. Band 78, Nr. 3, 2005, S. 619–651, doi:10.1353/anq.2005.0044.</ref>

Diversifizierung und internationale Expansion (2005–2015)

2005 gründete ZAKA Minderheiteneinheiten mit beduinischen, muslimischen und drusischen Freiwilligen, um den nicht-jüdischen Gemeinden Israels zu dienen, hauptsächlich Beduinen im Negev und Drusen in Galiläa.

In dieser Periode entwickelte ZAKA verschiedene Spezialeinheiten, darunter eine Tauchereinheit mit über 200 professionellen Tauchern, eine Hundeeinheit für Such- und Rettungsoperationen, eine Motorradeinheit für schnelle Reaktionen in verkehrsreichen Gebieten sowie eine Lufteinheit. Die Organisation begann auch, moderne Technologien wie GPS-Systeme und digitale Kommunikationsgeräte systematisch einzusetzen.

ZAKA operierte auch international nach Naturkatastrophen, insbesondere nach dem Tsunami 2004 in Thailand, Sri Lanka, Indien und Indonesien. Forensische Teams bezeichneten die ZAKA-Gruppe als „das Team, das mit den Toten schläft“, weil sie fast 24 Stunden am Tag in buddhistischen Pagoden in Thailand arbeiteten, die in Leichenschauhäuser umgewandelt worden waren.<ref name="smh2005">Israelis bring skills at identifying bodies. In: The Sydney Morning Herald. 8. Januar 2005, abgerufen am 5. Januar 2025.</ref> Diese internationalen Einsätze etablierten ZAKAs Reputation als spezialisierte Katastrophenhilfe-Organisation über Israel hinaus.

UN-Anerkennung und institutionelle Konsolidierung (2015–2020)

Nach zwei gescheiterten Versuchen gewährten die Vereinten Nationen ZAKA im Januar 2016 den Status einer beratenden NGO.<ref name="jpost2016">Danielle Ziri: UN gives ZAKA official consultant status. In: The Jerusalem Post. 28. Januar 2016, abgerufen am 5. Januar 2025.</ref> Der UN-Status ermöglichte es ZAKA, bei internationalen Katastrophen offiziell als beratende Organisation zu fungieren und Zugang zu UN-Koordinationsmechanismen zu erhalten.

In dieser Periode konsolidierte sich ZAKA als professionelle Organisation mit standardisierten Ausbildungsprogrammen, die eine zwölfwöchige Grundausbildung für alle Freiwilligen sowie spezialisierte Kurse für verschiedene Einheiten umfassen.<ref>ZAKA Coexistence Initiatives. In: PEF Israel Endowment Funds. Abgerufen am 11. Januar 2025: „volunteers participate in a 12 session, two three month course which includes training in disaster scene management; first aid training to treat casualties; caring for community's needs; rescue in conjunction with Home Front Command rescue principles; recovery and forensic identification of victims“</ref> Die Organisation entwickelte auch formelle Kooperationsabkommen mit internationalen Katastrophenhilfe-Organisationen<ref>Israeli humanitarian organization signs agreement in Dubai. In: Israel21c. Abgerufen am 11. Januar 2025: „ZAKA Search and Rescue enters international aid collaboration agreement with counterparts in United Arab Emirates“</ref> und begann, Ausbildungsprogramme für Partnerorganisationen in anderen Ländern anzubieten.<ref>ZAKA trains 45 first-responders in Guatemala. In: Israel21c. Abgerufen am 11. Januar 2025: „During the three-day training course, Israeli international volunteer organization got local first-responders ready for disaster response“</ref>

Gleichzeitig wuchs ZAKAs Rolle als wichtiger Faktor für die gesellschaftliche Integration der ultraorthodoxen Gemeinschaft in Israel. Sozialwissenschaftler beschreiben ZAKA als „legitimen Ersatz“ für den Militärdienst, der es ultraorthodoxen Männern ermöglicht, einen bedeutsamen Beitrag zur israelischen Gesellschaft zu leisten, ohne religiöse Kompromisse eingehen zu müssen.<ref>Community-Society Equilibrium: Religious Organizations in Israel. In: PMC. 2021 (nih.gov).</ref>

Finanzielle Unregelmäßigkeiten und Führungskrise (2021–2022)

Im März 2021 wurden gegen Yehuda Meshi-Zahav, den Mitbegründer und langjährigen Vorsitzenden von ZAKA, Vorwürfe sexueller Übergriffe erhoben.<ref>Aaron Rabinowitz, Shira Elk: Israel Prize Winner, Zaka Founder Sexually Assaulted Boys, Girls and Women, Haaretz Investigation Reveals. 11. März 2021, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 29. Juni 2022; abgerufen am 30. September 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Polizei leitete eine Untersuchung ein.<ref>Zaka founder and Israel Prize winner accused of assault. In: BBC News. 12. März 2021, abgerufen am 11. Januar 2025: „The allegations were first reported by Haaretz newspaper on Thursday, leading police to launch an investigation.“</ref> Meshi-Zahav verzichtete auf den Israel-Preis, trat von seiner Führungsposition zurück und bestritt die Vorwürfe.<ref>Zaka founder Meshi-Zahav, implicated in decades of sexual abuse, dies. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 15. September 2025; abgerufen am 30. September 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im April 2021 unternahm Meshi-Zahav einen Suizidversuch.<ref>Celia Jean, Sarah Ben-Nun: Yehuda Meshi-Zahav former ZAKA head attempts suicide. In: The Jerusalem Post. 22. April 2021, abgerufen am 8. Oktober 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Er starb am 29. Juni 2022.<ref>ToI Staff: Meshi-Zahav dies a year after attempting suicide amid rape allegations. In: The Times of Israel. 29. Juni 2022, abgerufen am 8. Oktober 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Es kam zu keiner Verurteilung, da Meshi-Zahav vor Abschluss der Ermittlungen starb.

Im Jahr 2021 berichtete Channel 13, dass ZAKA im Verdacht stehe, über Schattenorganisationen Millionen von Dollar an Spendengeldern abgezweigt zu haben.<ref>ToI Staff: ZAKA officials suspected of financial fraud, misdirecting funds — report. In: The Times of Israel. 18. März 2021, ISSN 0040-7909 (timesofisrael.com [abgerufen am 30. September 2025]).</ref> 2022 berichtete Haʾaretz, dass ZAKA die Anzahl seiner Freiwilligen übertrieben hatte, um öffentliche Gelder zu erhalten.<ref name="haaretz2022">Josh Breiner: Zaka Jerusalem Inflated Data, and Got Millions of Shekels as a Result. In: Haaretz. 18. Dezember 2022, abgerufen am 5. Januar 2025.</ref>

Einsatz nach dem Terrorangriff der Hamas vom 7. Oktober 2023

Datei:Isaac Herzog in Sderot, October 2023 (GPOHZ0 0646).jpg
Präsident Jitzchak Herzog im Gespräch mit Mitgliedern des ZAKA nach den Terroranschlägen im Oktober 2023

Nach den Terrorangriffen der Hamas am 7. Oktober 2023 gehörten ZAKA-Freiwillige zu den ersten Einsatzkräften, die auf die Angriffe reagierten. Hunderte von Freiwilligen wurden in die betroffenen Gebiete in Südisrael entsandt.<ref>Facing October 7th. In: ZAKA World. Abgerufen am 11. Januar 2025: „Hundreds of ZAKA volunteers were among the first to respond. For weeks, they performed Chesed Shel Emes in scenes that defy description recovering the dead, honoring every soul, bringing closure to families.“</ref>

Die Organisation war mit einem beispiellosen Ausmaß der Zerstörung konfrontiert: Über 1.200 Menschen wurden an 22 Gemeinden in Südisrael getötet. ZAKA-Freiwillige arbeiteten wochenlang rund um die Uhr bei der Bergung und Identifizierung der Opfer. Insgesamt waren etwa 800 ZAKA-Freiwillige an den Rettungs- und Bergungsarbeiten beteiligt.<ref>'Nothing prepares you for it'. In: JNS. Abgerufen am 11. Januar 2025: „Since Hamas's Oct. 7 massacre of 1,200 people in Israel, 800 ZAKA volunteers have worked around the clock to recover the remains of the dead.“</ref>

Die Freiwilligen arbeiteten an verschiedenen Tatorten, darunter das Nova-Musikfestival, verschiedene Kibbuzim und andere angegriffene Gemeinden. ZAKA koordinierte seine Arbeit mit der israelischen Polizei und den Israelischen Verteidigungsstreitkräften, wobei die Behörden anwiesen, die Toten so schnell wie möglich zu sammeln und zur Identifizierung zu bringen.<ref>ToI Staff: How 2 debunked accounts from ZAKA workers fueled global skepticism of Oct. 7 rape. In: The Times of Israel. 22. Mai 2024 (timesofisrael.com [abgerufen am 11. Januar 2025]): „ZAKA says it was instructed to gather the dead as swiftly as possible and send them for identification and quick burial, according to Jewish custom. ZAKA said it sent some 800 volunteers to southern Israel“</ref>

Yossi Landau, ZAKAs Einsatzleiter für die Südregion, berichtete, dass sein 65-köpfiges Team in der ersten Woche nach dem Angriff über 670 Leichen geborgen habe.<ref>Felice Friedson: Humanitarian Frontline: ZAKA Faces Unthinkable Realities After Hamas Mass Terror Attacks on Israel. In: The Media Line. 15. Oktober 2023, abgerufen am 11. Januar 2025: „What happened in the last week? So, [in] the last week there are 65 people in my team, together we took [in] over 670 bodies.“</ref> Das beispiellose Ausmaß der Angriffe vom 7. Oktober führte laut der Organisation bei über 30 Prozent der eingesetzten ZAKA-Freiwilligen zu einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTSD). Die Organisation richtete spezielle PTSD-Behandlungs- und Resilienzprogramme für ihre traumatisierten Freiwilligen ein.<ref>Facing October 7th. In: ZAKA World. Abgerufen am 11. Januar 2025: „The unprecedented scale of October 7th has elevated this toll, with over 30% battling PTSD.“</ref>

Obwohl ZAKA nach dem 7. Oktober 2023 umfangreiche Rettungsarbeit leistete, stand die Organisation gleichzeitig vor dem finanziellen Kollaps. Die bevorstehende Insolvenz führte zu intensiven Spendenaktionen, die jedoch kontrovers diskutiert wurden. Haʾaretz berichtete über Vorwürfe, ZAKA habe im Rahmen dieser Kampagnen Falschinformationen über Gräueltaten verbreitet und sensible, drastische Fotos von Tatorten zur Spendenwerbung verwendet.<ref name="haaretz2024">Aaron Rabinowitz: Death and Donations: Did the Israeli Volunteer Group Handling the Dead of October 7 Exploit Its Role? In: Haʾaretz. 31. Januar 2024, abgerufen am 30. September 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Untersuchung warf ZAKA „Fahrlässigkeit, Fehlinformationen und eine Spendenkampagne vor, die die Toten als Requisiten benutzte“.

Dennoch erwies sich diese Strategie als erfolgreich: Bis zum 31. Januar 2024 sammelte ZAKA über 50 Millionen Schekel (13,7 Millionen US-Dollar) und wendete damit die drohende Insolvenz ab.<ref name="haaretz2024" /> Besonders umstritten war die Behauptung über von der Hamas enthaupteten Babys, die sich später als falsch herausstellte.<ref>'40 beheaded babies': Deconstructing the rumor at the heart of the information battle between Israel and Hamas. In: Le Monde. 3. April 2024, abgerufen am 4. Oktober 2025.</ref> Ein ZAKA-Verantwortlicher räumte Fehler ein: Die Freiwilligen seien mit traumatischen Szenen konfrontiert gewesen und hätten manchmal das, was sie sahen, falsch interpretiert. ZAKA erklärte auch, dass sie keine Forensik-Spezialisten seien.<ref>Israel social security data reveals true picture of Oct 7 deaths. In: France 24. 15. Dezember 2023, abgerufen am 30. September 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

2025 berichtete Haʾaretz über möglicherweise verschwundene Spenden in Millionenhöhe. Bei einer internen Revision wurde festgestellt, dass Spenden in Höhe von mehreren zehn Millionen Schekel verschwunden sein könnten.<ref>Aaron Rabinowitz: Millions of Dollars Donated to Israel's Zaka After October 7 Have Disappeared, Documents Show. In: Haʾaretz. 12. Juni 2025, abgerufen am 30. September 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Internationale Einsätze

ZAKA operiert auch weltweit nach zahlreichen Naturkatastrophen und Terroranschlägen. Zu den internationalen Einsätzen gehörten:

Tätigkeiten

Datei:Yagur Junction bombing II.jpg
Nach einem Selbstmordanschlag auf einen Bus in Nordisrael 2002

Die über 3.000 ZAKA-Mitglieder (Stand 2024), die zumeist ultraorthodoxe Juden sind, nehmen verschiedene Tätigkeiten im Bereich der Notfallrettung und Opferidentifizierung wahr.<ref name="nyt2024">Sheera Frenkel: They Thought They Knew Death, but That Didn't Prepare Them for Oct. 7. In: The New York Times. 15. Januar 2024, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 15. Januar 2024; abgerufen am 4. Oktober 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Sie unterstützen die Sanitätsmannschaften bei der Ersten Hilfe und beim Einsammeln von Körperteilen, die möglicherweise noch angenäht werden können. Die Freiwilligen identifizieren die Todesopfer und sammeln, wenn dies nach jüdischem Religionsgesetz notwendig wird, Körperteile und Blut für die Beerdigung auf. Zur Identifizierung werden die einzelnen in Plastiktüten gesammelten Überreste beschriftet und zugeordnet.<ref name="bbc2023">Joel Gunter: Zaka: The volunteers giving dignity to Israel’s dead. In: BBC News. 14. Oktober 2023, abgerufen am 4. Oktober 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Organisation hilft auch bei der Bergung und bei der Suche von Vermissten. Die Freiwilligen sind ausgebildete Sanitäter und rund um die Uhr einsatzbereit.<ref name="bbc2023" />

ZAKA sammelt und behandelt auch die Körperteile von Selbstmordattentätern mit Respekt, wobei identifizierbare Überreste der Armee übergeben werden, um sie nach Möglichkeit an die Familien der Attentäter zurückzugeben.<ref>Lauren Wilcox: Explosive Bodies, Bounded States: Abjection and Suicide Bombing. In: International Journal of Feminist Politics. 2017, S. 15, abgerufen am 7. Oktober 2025.</ref>

Bei der medizinischen Versorgung verfolgt ZAKA den Grundsatz, zuerst die Opfer eines Anschlages zu behandeln und erst dann die Attentäter. Damit weicht die Organisation vom internationalen Standard sowie einer Direktive der Israel Medical Association ab, die bestimmt, dass Opfer ausschließlich nach dem Schweregrad ihrer Verletzungen behandelt werden sollen.<ref>Stuart Winer: Volunteer medic group rejects treating terrorists and victims equally. In: The Times of Israel. 17. Dezember 2015, ISSN 0040-7909 (timesofisrael.com [abgerufen am 4. Oktober 2025]).</ref><ref>Natasha Roth-Rowland: Violence sparks medical ethics fight in Israel. In: +972 Magazine. 17. Dezember 2015, abgerufen am 5. Oktober 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Einsatzfelder und Spezialisierungen

ZAKA verfügt über mehrere spezialisierte Einheiten, die für unterschiedliche Einsatzszenarien ausgerüstet und ausgebildet sind:<ref name="zakaworld" /><ref name="jvl">Zaka. In: Jewish Virtual Library. Abgerufen am 4. Oktober 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im Zentrum steht die Kerneinheit Chesed Shel Emet, die sich auf die Bergung und würdevolle Behandlung menschlicher Überreste nach jüdischem Religionsgesetz spezialisiert hat. Für Such- und Rettungsoperationen unterhält die Organisation mehrere Einheiten, darunter speziell ausgebildete Such- und Rettungshunde mit ihren Betreuern sowie eine Tauchereinheit mit über 200 professionellen Tauchern, darunter ehemalige Marine-Kommandos. Diese Einheit half beispielsweise im Februar 2007 bei der erfolgreichen Bergung eines vermissten israelischen Diplomaten in Frankreich.<ref name="jvl" />

Um in verschiedenen Geländearten und bei unterschiedlichen Einsatzbedingungen schnell reagieren zu können, verfügt ZAKA über mobile Einheiten mit Motorrädern für verkehrsreiche Gebiete, Jeeps für unwegsames Gelände, Jetskis für Wasserrettungen in Küstennähe sowie eine Lufteinheit.<ref name="zakaworld" /> Eine Motorradeinheit ermöglicht es ausgebildeten Sanitätern, Unfallstellen in verkehrsreichen Gebieten besonders rasch zu erreichen, oft noch vor dem Eintreffen anderer Rettungsdienste.<ref>An invitation to attend a dedication ceremony of four ZAKA motorcycles donated by the Kiersz family, Tel Aviv, 27 August. In: The Jewish Chronicle. 25. August 2010, abgerufen am 5. Oktober 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Religiös-rechtliche Aspekte

Die Arbeit der ZAKA-Freiwilligen ist mit komplexen Fragen des jüdischen Religionsgesetzes (Halacha) verbunden. Nach jüdischem Religionsgesetz dürfen Juden den Schabbat zur Lebensrettung brechen (Pikuach Nefesch), jedoch nicht zur Behandlung von Toten. Diese Einschränkung führte 2005 zur Gründung von Minderheiteneinheiten mit beduinischen, muslimischen und drusischen Freiwilligen, die auch am Schabbat und an jüdischen Feiertagen für die Bergung und Behandlung von Verstorbenen tätig werden können. Im jüdischen Brauch sollen Leichen so vollständig wie möglich gesammelt und alle verfügbaren Überreste gemeinsam beerdigt werden. Die Freiwilligen von ZAKA stellen sicher, dass dies ordnungsgemäß und, wie ihr Motto besagt, mit „wahrer Gnade“ (Chesed Shel Emet) geschieht.<ref name="bbc2023" />

Wissenschaftliche Einordnung

ZAKA ist Gegenstand umfangreicher sozialwissenschaftlicher Forschung, die die Organisation als einzigartiges Phänomen im Kontext moderner Katastrophenreaktion und religiöser Spezialisierung analysiert. In anthropologischen Studien wurde ZAKA als Beispiel für die Entstehung neuer organisatorischer Formen zur Bewältigung terroristischer Gewalt in hochkomplexen, bürokratisierten Gesellschaften untersucht.<ref>Nurit Stadler, Eyal Ben-Ari, Einat Mesterman: Terror, Aid and Organization: The Haredi Disaster Victim Identification Teams (ZAKA) in Israel. In: Anthropological Quarterly. Band 78, Nr. 3, 2005, S. 619–651, doi:10.1353/anq.2005.0044.</ref> Die Forschung zeigt, wie ZAKA durch die Verschmelzung dreier Elemente gesellschaftliche Legitimation erlangt: der Verankerung in jüdischen Traditionen bezüglich Tod und Bestattung, der Integration von Praktiken und Wissen verschiedener staatlicher Institutionen sowie der Ausweitung ihrer Tätigkeiten auf die Behandlung Lebender zusätzlich zur Arbeit mit Verstorbenen.<ref>Nurit Stadler: Terror, corpse symbolism, and taboo violation: the „Haredi Disaster Victim Identification Team in Israel“ (Zaka). In: Journal of the Royal Anthropological Institute. Band 12, Nr. 4, 2006, S. 837–858, doi:10.1111/j.1467-9655.2006.00366.x.</ref>

Die wissenschaftliche Literatur betont ZAKAs Rolle als „kultureller Agent“, der neue Bedeutungen des öffentlichen Todes schafft und dabei sowohl gesellschaftliche Reaktionen auf unerwartete Unordnung durch Terror ausdrückt als auch diese aktiv mitgestaltet. Eine Analyse der „Leichensymbolik“ und „Tabu-Verletzung“ verdeutlicht, wie die Organisation durch ihre Arbeit mit menschlichen Überresten im öffentlichen Raum neue Narrative des Todes etabliert und dabei haredi-religiöse Ausdrucksformen während terroristischer Ereignisse verstärkt und wiederbelebt. Neuere Forschungen im Bereich der Katastrophensoziologie ordnen ZAKA in den Kontext spezialisierter „Todesexperten“ ein, die in modernen Gesellschaften als Reaktion auf die zunehmende Bedrohung durch Terrorismus entstanden sind.<ref>Menachem Keren-Kratz: Westernization and Israelization within Israel's Extreme Orthodox Community. In: Israel Studies Review. Band 31, Nr. 2, 2016, S. 207–236, doi:10.3167/isr.2016.310207.</ref>

Siehe auch

Literatur

  • Gideon Aran: The Cult of Dismembered Limbs: Jewish Rites of Death at the Scene of Palestinian Suicide Terrorism. Oxford University Press 2023

Weblinks

Commons: ZAKA – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references responsive />

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