Hamburg Blue Devils
| Hamburg Blue Devils Datei:Flag of Germany.svg | |
|---|---|
| Stadt: | Hamburg |
| Gegründet: | 1992 |
| Teamfarben: | blau, weiß |
| Cheftrainer: | Florian Voss |
| Liga (2026): | Oberliga Nord |
| Größte Erfolge | |
| Eurobowl-Gewinner | 1996, 1997, 1998 |
| Deutscher Meister | 1996, 2001, 2002, 2003 |
| Stadion | |
| Name: |
Sportplatz Memellandallee (Herren) |
| Adresse: | Memellandallee 7, 22769 Hamburg Kroonhorst 117, 22549 Hamburg |
| Spielbelag: | Naturrasen (Memellandallee) Kunstrasen (Kroonhorst) |
| Kontakt | |
| Internet: | bluedevils.hamburg |
| Datenstand | |
| 07. Januar 2026 | |
| Ewige GFL Bilanz | ||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Jahr | Gesamt | Heim | Ausw. | TD-Verhältnis | ||||||
| S | N | U | S | N | U | S | N | U | ||
| 1995 | 6 | 5 | 1 | 4 | 2 | 0 | 2 | 3 | 1 | 282 : 209 |
| 1996 | 8 | 4 | 0 | 5 | 2 | 0 | 3 | 2 | 0 | 274 : 190 |
| 1997 | 10 | 0 | 0 | 5 | 0 | 0 | 5 | 0 | 0 | 338 : 128 |
| 1998 | 9 | 2 | 1 | 5 | 1 | 0 | 4 | 1 | 1 | 350 : 223 |
| 1999 | 9 | 3 | 0 | 6 | 0 | 0 | 3 | 3 | 0 | 331 : 186 |
| 2000 | 1 | 9 | 0 | 1 | 4 | 0 | 0 | 5 | 0 | 148 : 315 |
| 2001 | 10 | 1 | 1 | 6 | 0 | 0 | 4 | 1 | 1 | 447 : 148 |
| 2002 | 9 | 3 | 0 | 4 | 2 | 0 | 5 | 1 | 0 | 330 : 155 |
| 2003 | 9 | 2 | 1 | 5 | 1 | 0 | 4 | 1 | 1 | 315 : 181 |
| 2004 | 8 | 4 | 0 | 4 | 2 | 0 | 4 | 2 | 0 | 378 : 249 |
| 2005 | 7 | 3 | 0 | 4 | 1 | 0 | 3 | 2 | 0 | 224 : 119 |
| 2006 | 8 | 4 | 0 | 4 | 2 | 0 | 4 | 2 | 0 | 356 : 215 |
| 2007 | 7 | 5 | 0 | 4 | 2 | 0 | 3 | 3 | 0 | 305 : 219 |
| 2008 | 6 | 6 | 0 | 4 | 2 | 0 | 2 | 4 | 0 | 201 : 185 |
| 2012 | 2 | 12 | 0 | 1 | 6 | 0 | 1 | 6 | 0 | 257 : 586 |
| 2013 | 4 | 10 | 0 | 3 | 4 | 0 | 1 | 6 | 0 | 225 : 448 |
| Gesamt | 113 | 73 | 4 | 65 | 31 | 0 | 48 | 42 | 4 | 4761 : 3756 |
Die Hamburg Blue Devils (HBD) sind ein Hamburger American-Football-Verein, der mit seiner ersten Mannschaft von 1995 bis 2008 und von 2012 bis 2013 in der German Football League (GFL, 1. Deutsche Liga) spielte.
Geschichte
Die Anfänge des American Footballs in der Hansestadt Hamburg gehen auf das Ende der 1970er Jahre zurück, als sich in Eppendorf die Mannschaft „Hamburger Piraten“ bildete.<ref>„Hamburger Piraten“ im American-Football-Fieber. (PDF) In: Hamburger Abendblatt. 24. Februar 1979, abgerufen am 17. März 2021.</ref> Im Jahr 1980 nahm mit den Hamburg Vikings, welche auf dem Sportplatz Höpen im Stadtteil Langenhorn beheimatet waren, erstmals eine Hamburger Mannschaft am Spielbetrieb (Nordliga) teil.<ref>Holger Bauer: Auf den ersten Blick regiert die nackte Gewalt. (PDF) In: Hamburger Abendblatt. 11. August 1980, archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 9. Februar 2021.</ref> 1991 entstand aus den Hamburg Hornets, die aus einer Fusion der Hamburg Dolphins und Harburg Rubberducks hervorgegangen waren, zunächst das Team Hamburg, das ursprünglich in einer von einem Fernsehsender geplanten Europaliga starten sollte. Als Trainer war der US-Amerikaner George White vorgesehen,<ref>Spieler ohne Team. (PDF) In: Hamburger Abendblatt. 12. Februar 1992, archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 20. Februar 2023.</ref> der dann 1992 Trainer der Blue Devils wurde.<ref>Edwin Feindt: Schneeflocken und Reisgerichte. In: Die Tageszeitung. 6. April 1996, ISSN 0931-9085, S. 36 (taz.de [abgerufen am 20. Februar 2023]).</ref>
1990er Jahre
Am 11. Januar 1992 wurde der Hamburg Blue Devils e. V. gegründet.<ref>Bundesliga – das ist die Härte. (PDF) In: Hamburger Abendblatt. 12. April 1996, abgerufen am 9. März 2023.</ref> Als die Europaliga-Plänen nicht umgesetzt wurden, schickte Axel Gernert, „Macher“ des Teams Hamburg, die Spieler der Mannschaft zur Saison 1992 zu den Hamburg Hornets.<ref>Die Verstärkung. (PDF) In: Hamburger Abendblatt. 28. April 1992, archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 1. März 2023.</ref> Diese nahmen am Spielbetrieb der 3. Liga Nord teil und erreichten den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Nachdem die Fernsehpläne platzten, spielte man unter der Bezeichnung Hamburg Blue Devils als Mannschaft ohne feste Liga einzelne Spiele gegen ausgewählte europäische Gegner in den nach dem Hauptsponsor benannten „Schweppes Cool Masters“. Diese Spielserie hatte Blue-Devils-Präsident Axel Gernert ins Leben gerufen.<ref>Lars Dzikus: American Football in West Germany. In: Annette R. Hofmann (Hrsg.): Turnen and Sport: Transatlantic Transfers. Waxmann Verlag GmbH, Münster 2004, ISBN 3-8309-1381-8, S. 221–237.</ref> Das erste Spiel der Blue Devils fand am 12. September 1992 im Volksparkstadion gegen die Moskau Bears statt,<ref>Wohlerswelt – 25 Jahre Hamburg Blue Devils: Episode 2. In: Hamburg Blue Devils auf youtube.com. Abgerufen am 26. Januar 2020.</ref> die Hamburger gewannen vor 6200 Zuschauern mit 40:0.<ref>Die Hölle auf Erden. (PDF) In: Hamburger Abendblatt. 14. September 1992, archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 16. März 2023.</ref> Das Hamburger Abendblatt schrieb anlässlich des ersten Spiels der Vereinsgeschichte, die Blue Devils seien „so etwas wie der letzte Versuch, Hamburg nicht nur als deutsche Football-Hochburg zu erhalten, sondern auch als europäische zu etablieren.“ Die erste Spielkleidung der Blue Devils stammte von der Hochschulmannschaft der Rice University (US-Bundesstaat Texas), der Gernert die ausgediente Ausrüstung des Vorjahres abkaufte.<ref>American Football: Eine teuflische Angelegenheit. (PDF) In: Hamburger Abendblatt. 10. September 1992, archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 16. März 2023.</ref>
Nach Protest der Braunschweig Lions, in dem es darum ging, dass mehrere Spieler in beiden Hamburger Mannschaften aufliefen, zogen sich 1993 die Hamburg Hornets aus dem Spielbetrieb zurück. Die Hamburg Blue Devils waren weiterhin keiner Spielklasse zugehörig.
Ab 1993 veranstalteten die Blue Devils das jährliche Wohltätigkeitsspiel „Charity Bowl“, in dem sie meist gegen Hochschulmannschaften aus den Vereinigten Staaten antraten. Zu der ersten Veranstaltung dieser Art Mitte Juni 1993 kamen 15.000 Zuschauer ins Volksparkstadion, um die Teufel im Spiel gegen die Mannschaft der Pacific Lutheran University zu sehen. Dass Hamburgs damaliger Erster Bürgermeister Henning Voscherau der Veranstaltung beiwohnte und die Siegerehrung übernahm, zeigte den Stellenwert, den die Blue Devils in der Sportlandschaft der Hansestadt mittlerweile eingenommen hatten.<ref>Ein Eiertanz auf nassem Rasen. (PDF) In: Hamburger Abendblatt. 14. Juni 1993, archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 17. März 2023.</ref> In den folgenden Jahren sorgte das Wohltätigkeitsspiel in Hamburg regelmäßig für Zuschaueraufkommen im fünfstelligen Bereich.<ref>Hamburg Blue Devils. Namen, Daten, Fakten. (PDF) In: Förderkreis Hamburg Blue Devils e. V. 2015, abgerufen am 17. März 2023.</ref>
Im September 1993 reisten die Hamburg Blue Devils in die Vereinigten Staaten, um in Ohio als erste deutsche Mannschaft im Herkunftsland der Sportart ein (Freundschafts-)Spiel gegen eine US-Hochschulmannschaft (University of Findlay) zu bestreiten.<ref>Blue-Devils-Tag in Findlay. In: Hamburger Abendblatt. 10. September 1993, archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 19. Juni 2023.</ref> Die Hamburger unterlagen 7:28.<ref>7:28 – aber die Hamburger lagen den Findlay Oilers schwer im Magen. In: Hamburger Abendblatt. 13. September 1993, archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 19. Juni 2023.</ref> Im Oktober 1993 wurde der Hamburger Bürgermeister Voscherau Ehrenmitglied der Hamburg Blue Devils.<ref>Das Ehrenmitglied. In: Hamburger Abendblatt. 8. Oktober 1993, archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 19. Juni 2023.</ref>
Ende 1993 griff der damalige HBD-Präsident Axel Gernert die alten Pläne wieder auf und gründete am AFVD vorbei die Football League of Europe (FLE), an der die Devils sowie weitere deutsche und europäische Vereine im Jahr 1994 teilnahmen. Im Endspiel der FLE unterlag man den Stockholm Nordic Vikings mit 35:43 im Volksparkstadion, das von 18.000 Menschen besucht war. Diese Zuschauerzahl wurde seinerzeit als europäische Bestmarke für ein Footballspiel eingestuft.<ref>Rekord im Regen. (PDF) In: Hamburger Abendblatt. 19. September 1994, archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 17. März 2022.</ref> Die Hamburger hatten es in ihrer Anfangszeit mit schwierigen Trainingsbedingungen zu tun, sie führten ihre Übungseinheiten zunächst auf dem Platz am Putkühl in Hamburg-Osdorf durch<ref>Der junge europäische Klassiker. (PDF) In: Hamburger Abendblatt. 29. April 1994, abgerufen am 18. Februar 2021.</ref> und beklagten die durch die Unebenheit der Fläche bestehende Verletzungsgefahr.<ref>Spaß und Wille, sich zu quälen. (PDF) In: Hamburger Abendblatt. 29. Dezember 1993, archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 17. Februar 2021.</ref> Die FLE wurde finanziell ein Misserfolg, auch die Blue Devils steckten im Sommer 1994 in wirtschaftlichen Schwierigkeiten,<ref>Blaue Teufel rauben Damokles das Schwert. In: Die Tageszeitung. 24. Juni 1994, ISSN 0931-9085, S. 25 (taz.de [abgerufen am 18. Februar 2021]).</ref> US-Profis verließen die Mannschaft, es wurde von einem fehlenden Betrag in sechsstelliger Höhe berichtet.<ref>Football: Kampf ums Überleben. (PDF) In: Hamburger Abendblatt. 16. Juni 1994, abgerufen am 18. Februar 2021.</ref>
Anfang des Jahres 1995 nahmen die Devils ein Angebot des AFVD an, als Quereinsteiger in der 1. Bundesliga, der heutigen German Football League zu spielen. Im selben Jahr wurden die Devils deutscher Vizemeister im German Bowl gegen die Düsseldorf Panther. Die 2. Mannschaft der Devils (Hamburg Grey Devils) fusionierte 1995 mit den Hamburg Patriots, benannte sich in Hamburg Wild Huskies (zwischenzeitlich Hamburg Eagles) um und wechselte zum SC Victoria Hamburg. Beim Charity Bowl 1995 gewannen die Blue Devils gegen die der zweiten NAIA-Division zugehörigen St. Xavier University aus Chicago mit 20:0. Es war der erste Erfolg einer europäischen Mannschaft gegen eine Hochschulmannschaft aus den Vereinigten Staaten.<ref>Ein historischer Sieg. In: Hamburger Abendblatt. 6. Juni 1995, abgerufen am 31. August 2023.</ref>
Im Juli 1996 gewannen die Hamburg Blue Devils unter Cheftrainer George White den Eurobowl.<ref>Hamburg Blue Devils: Der Triumph in der Eurobowl. (PDF) In: Hamburger Abendblatt. 8. Juli 1996, abgerufen am 17. März 2023.</ref> Im September 1996 starb White während eines Mannschaftsabends an einem Herzinfarkt.<ref>Trauer um George White. (PDF) In: Hamburger Abendblatt. 21. September 1996, abgerufen am 17. März 2023.</ref> Wenige Tage später zogen die nun vom vorherigen spielenden Co-Trainer Chris Merritt betreuten Teufel in den German Bowl ein und gewannen diesen Anfang Oktober 1996 vor 19.700 Zuschauern im Volksparkstadion gegen Titelverteidiger Düsseldorf (31:12). Anschließend gab es Gedankenspiele, im Volkspark ein ausschließlich für den Football genutztes Stadion mit rund 15.000 Plätzen zu errichten, was aber nie umgesetzt wurde.<ref>Teuflisch – zum Erfolg verdammt. (PDF) In: Hamburger Abendblatt. 7. Oktober 1996, abgerufen am 17. März 2023.</ref> 1997 verpassten die Devils den Einzug in den German Bowl, gewannen jedoch zum zweiten Mal den Eurobowl.
Im Jahr 1998 gewannen die Devils als erstes Team überhaupt den Eurobowl zum dritten Mal in Folge, verloren jedoch im German Bowl wie auch im Jahr 1999 gegen die Braunschweig Lions. Das Endspiel 1999 vor einer Rekordzuschauerzahl von 30.400 im Volksparkstadion ging als denkwürdige Veranstaltung in die Geschichte ein: Es stand knapp aus Hamburger Sicht vier Minuten vor dem Schluss 24:25. Blue-Devils-Kicker Timo Erbs traf beim Versuch, einen Extrapunkt zu erzielen, lediglich die Torstange, wodurch die Meisterträume der von Chris Merritt trainierten Hamburger platzten.<ref>Football: Tränen und Triumph. (PDF) In: Hamburger Abendblatt. 9. Oktober 2003, abgerufen am 17. März 2023.</ref>
2000er Jahre
Die Saison 2000 wurde zum Misserfolg. Der Engländer Lee Rowland war als Cheftrainer eingestellt worden. Man sei dem Hamburger Publikum mindestens einen Titel schuldig, kündigte er vor dem Saisonbeginn an. Auch Präsident Gernert forderte: „Ein Titel muss schon sein.“<ref>Ein Titel ist Pflicht. (PDF) In: Hamburger Abendblatt. 18. April 2000, abgerufen am 17. März 2023.</ref> Noch vor dem Auftaktspiel gab es eine Änderung im Trainerstab, nach einer Niederlage im ersten Saisonspiel gegen Köln wurden die US-Spieler Derek Milner und Stacy Washington aus Leistungsgründen entlassen. Nach zwei weiteren Niederlagen schrieb die Zeitung Die Welt von der „wohl schwersten Krise der Vereinsgeschichte“. Zwar gab es in der Folge Siege, im verlorenen Eurobowl-Endspiel traten aber wieder die alten Missstände auf. Die Art der Niederlage im Finale kostete Rowland seinen Arbeitsplatz, der Engländer wurde im Juni 2000 entlassen.<ref>Blue Devils trennten sich von Cheftrainer Lee Rowland. In: Die Welt. 20. Juni 2000, abgerufen am 16. März 2023.</ref> Ende Juni 2000 wurde Florian Berrenberg neuer Cheftrainer der Mannschaft.<ref>Florian Berrenberg ist ab sofort Cheftrainer der Devils. In: Die Welt. 29. Juni 2000, abgerufen am 16. März 2023.</ref> Die Saison wurde auf dem letzten Tabellenplatz abgeschlossen, nur durch den Rückzug der Bremen Bravehearts wurde der Gang in die Relegation vermieden. Höhepunkt des Jahres war das Freundschafts-Spiel gegen eine Auswahl der Notre Dame Fighting Irish. Doch es zogen auch wirtschaftlich dunkle Wolken auf: Die Devils hatten sich finanziell übernommen, der Presse zufolge standen allein 300.000 DM Stadionmiete aus, im Sommer 2000 vermeldete Devils-Präsident Gernert, dass kein Geld mehr da sei, man die Saison aber unbedingt zu Ende spielen wolle, indem ein strikter Sparkurs gefahren werden sollte. Gernert, dem mangelnde Transparenz vorgeworfen wurde,<ref>Sparkurs oder Konkurs. (PDF) In: Hamburger Abendblatt. 3. August 2000, abgerufen am 17. März 2023.</ref> zog sich im September 2000 zurück. Die Zukunft der Mannschaft war zunächst ungewiss.<ref>Blue Devils ohne Führung. In: Die Welt. 5. September 2000, abgerufen am 16. März 2023.</ref>
Ende April 2001 wurde Christian Baarz neuer Präsident der Blue Devils. Laut TAZ ging es in der Saison 2001 insbesondere darum, „sich im Jahr eins nach dem Zusammenbruch wieder zu konsolidieren. In allen Bereichen – sportlich, wirtschaftlich und vom Image her“. Den Verein drückten mit Stand Mai 2001 fast 350.000 DM Schulden, die der neue Vorstand bis Jahresende 2002 tilgen wollte. Die Blue Devils gingen mit einem Mannschaftshaushalt in Höhe von 1,7 Millionen DM in die Saison 2001<ref>Football 2001: Des Teufels neue Kleider. (PDF) In: Hamburger Abendblatt. 3. Mai 2001, abgerufen am 17. März 2023.</ref> und spielten im Vergleich zum Vorjahr wie ausgewechselt. Verstärkt durch Star-Runningback Estrus Crayton und Meistertrainer Kent Anderson (holte mit Braunschweig in den Vorjahren dreimal den deutschen Meistertitel) blieben sie ohne Niederlage, erreichten zum fünften Mal den German Bowl und errangen durch ein 31:13 vor 23.000 Zuschauern in Hannover gegen die Braunschweig Lions ihren zweiten deutschen Meistertitel.<ref>American Football: German Bowl an Hamburg Blue Devils. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 7. Oktober 2001, ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 26. Januar 2020]).</ref> Bereits Ende August 2001 war der Vertrag mit Trainer Anderson vorzeitig bis Ende Dezember 2005 verlängert worden.<ref>Die Blue Devils planen schon für die Zukunft. In: Die Welt. 30. August 2001 (welt.de [abgerufen am 26. Januar 2020]).</ref>
Im Dezember 2001 meldete die Zeitung Die Welt: „Sportlich war das Jahr eins nach dem Rücktritt von Axel Gernert zwar ein voller Erfolg mit dem überraschenden Gewinn des German Bowl durch ein 31:13 im Finale über die Braunschweig Lions, aber finanziell steht den Blauen Teufeln das Wasser wieder bis zum Hals.“ Zu schaffen machten den Blue Devils unter anderem die hohen Mietkosten für die Heimspiele im Millerntorstadion (50.000 Mark pro Spiel zuzüglich Nebenkosten).<ref>Blue Devils stemmen sich gegen die Pleite. In: Die Welt. 16. November 2011, abgerufen am 12. Juni 2023.</ref> Anfang des Jahres 2002 nannte Devils-Präsident Christian Baarz die Finanzlage „sehr angespannt“.<ref>Mopo-Interview mit Devils-Boss Baarz über die Krise des Klubs: "Es wird unpopuläre Maßnahmen geben". In: Hamburger Morgenpost. 8. Januar 2002, abgerufen am 24. Januar 2020.</ref> Anfang Juli 2002 wurde Cheftrainer Kent Anderson fristlos entlassen, nachdem zuvor das Verhältnis zwischen dem Amerikaner auf der einen sowie Sportdirektor Dietrich-E. Stolze und anderen Vereinsmitarbeitern auf der anderen Seite aufgrund mehrerer Vorkommnisse erheblich gestört gewesen war. Anderson hatte Stolze als „keinen guten Footballpräsidenten“ bezeichnet, Stolze wiederum sprach von „hergelaufenen, geldgeilen Strolchen wie Kent Anderson“.<ref>Achim Leoni, Stefan Reckziegel: Ende eines wochenlangen Kleinkriegs. In: Hamburger Abendblatt. 2. Juli 2002, abgerufen am 12. Juni 2023.</ref> Nachdem Rauswurf Andersons übernahm Spieler Maximilian von Garnier übergangsweise das Cheftraineramt, ehe John Rosenberg im Laufe des Juli als neuer Trainer kam.<ref>Teuflisch: JR kommt in die Hansestadt. In: Hamburger Abendblatt. 22. Juli 2002, abgerufen am 12. Juni 2023.</ref> Rosenberg führte die Hamburger im Oktober 2002 durch einen 16:13-Endspielsieg gegen Braunschweig zum Gewinn des deutschen Meistertitels.<ref>Seifenoper mit Happy End. In: Hamburger Abendblatt. 14. Oktober 2002, abgerufen am 12. Juni 2023.</ref>
Im April 2003 trat Baarz als Vereinspräsident zurück.<ref>Devils-Präsident Baarz gibt auf. In: Hamburger Abendblatt. 2. April 2003, abgerufen am 12. Juni 2023.</ref> Nachfolger in diesem Amt wurde Herbert Espig.<ref>Neues Führungsteam. In: Hamburger Abendblatt. 23. April 2003, abgerufen am 12. Juni 2023.</ref> Im Jahr 2003 mussten die Hamburg Blue Devils Insolvenz anmelden und konnten den Spielbetrieb nur unter strengen Auflagen und mit finanzieller Unterstützung der Fans und Sponsoren beenden. Im Herbst 2003 stieg Karsten P. Steffens als Geldgeber ein.<ref>Letzte Hilfe für die Blue Devils. In: Hamburger Abendblatt. 19. Mai 2005, abgerufen am 12. Juni 2023.</ref> Trotz der wirtschaftlichen Schwierigkeiten konnte erneut der Meistertitel gewonnen werden, Meistertrainer war Kirk Heidelberg.<ref>Der letzte Kick zum großen Glück. In: Hamburger Abendblatt. 13. Oktober 2003, abgerufen am 12. Juni 2023.</ref>
Durch den Einstieg des neuen Investors wurde die Saison 2004 gesichert, die durch eine Niederlage im Viertelfinale bei den Marburg Mercenaries beendet wurde. Im Dezember 2004 wurde Joe Roman als neuer Cheftrainer ab der Saison 2005 bekannt gegeben.<ref>Roman Blue-Devils-Coach. In: Hamburger Abendblatt. 17. Dezember 2004, abgerufen am 12. Juni 2023.</ref>
Nachdem sich 2005 Planungen, künftig im Billtalstadion zu spielen zerschlagen hatten, wurde am 28. Februar verkündet, den Sportplatz an der Memellandallee in Hamburg-Altona in ein eigenes Stadion umzuwandeln, die spätere eVendi Arena. Nachdem Karsten P. Steffens als Geschäftsführer der Vermarktungsgesellschaft der Blue Devils im Mai 2005 Insolvenz für das Unternehmen angemeldet hatte, (laut Gerichtsentscheid standen u. a. noch rund 60.000 Euro als an den FC St. Pauli zu zahlende Stadionmiete aus)<ref>Blue-DevilsGmbH pleite. In: Hamburger Abendblatt. 18. Mai 2005, abgerufen am 12. Juni 2023.</ref> sicherte die neu gegründete Sport Vermarktung Hamburg GmbH den Spielbetrieb. Trotz dieser Turbulenzen erreichten die Devils den German Bowl und mussten sich mit einem 28:31 gegen die Braunschweig Lions nur knapp geschlagen geben.
In der Saison 2006 erreichten die Devils den zweiten Platz in der GFL-Nord. Im Halbfinale unterlagen sie dem Gastgeber Marburg Mercenaries mit 33:20.
Im Frühjahr 2007 verkündeten die Blue Devils auf einer gemeinsam mit dem FC St. Pauli abgehaltenen Pressekonferenz die Rückkehr ins Millerntor-Stadion. Im Play-off-Viertelfinale der Saison 2007 unterlagen sie den Stuttgart Scorpions.
In der Saison 2008 verpassten die Blue Devils als Tabellenfünfter die Play-offs. Bis zum Ende der 2008er Spielzeit war Joe Roman Cheftrainer der Hamburger, sein Nachfolger wurde Maximilian von Garnier.<ref>Football: Max von Garnier wird neuer Chefcoach der Blue Devils. In: Hamburger Abendblatt. 9. Oktober 2008, abgerufen am 12. Juni 2023.</ref>
Die Blue Devils spielten seit 14 Jahren ununterbrochen in der GFL, was sonst nur den Braunschweig Lions und den Stuttgart Scorpions gelang, die beide ebenfalls seit 1995 in der GFL spielten. Diese Serie endete kurz vor Beginn der Saison 2009, als der neue Vereinspräsident Dominik Seyler den Rückzug aus der höchsten deutschen Spielklasse bekannt gab.<ref>Hamburg Blue Devils geben auf. In: Hamburger Abendblatt. 25. März 2009, abgerufen am 12. Juni 2023.</ref> Ein finanzieller Engpass war der Grund, weshalb die GFL-Lizenz zurückgeben wurde.<ref name="GFLrueckzug">Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig GFL 2009 ohne Hamburg Blue Devils.] In: football-aktuell.de. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 25. März 2009.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Die Mannschaft trat anschließend in der Regionalliga Nord an, die dafür von sechs auf sieben Mannschaften vergrößert wurde.
2010er Jahre
2010 schafften sie den Aufstieg in die GFL2 Nord. Ende August 2011 stand der Aufstieg in die GFL nach einem 30:6-Sieg über die Lübeck Cougars fest.<ref>Hamburg. Football. In: Hamburger Abendblatt. 29. August 2011, abgerufen am 12. Juni 2023.</ref>
Zum 1. Januar 2011 schlossen die Hamburg Blue Devils eine Kooperationsvereinbarung mit dem Hamburger SV und trugen anschließend den Namen HSV Hamburg Blue Devils.<ref name="KooperationHSV">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig HSV goes Blue!] In: hsv.de. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 15. Januar 2011. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Ab 2011 spielten die HSV Hamburg Blue Devils in der Adolf-Jäger-Kampfbahn.
2012 und 2013 traten die Blue Devils in der GFL an. Nach der Saison 2013 wurde die Kooperation mit dem Hamburger SV beendet.<ref>hsv.de: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />HSV und Hamburg Blue Devils beenden Kooperation ( des Vorlage:IconExternal vom 6. Juni 2014 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref>
Obwohl sich die Hamburg Blue Devils für die Teilnahme an der Saison 2014 in der obersten Spielklasse sportlich qualifiziert hatten, zog der Verein im Januar 2014 den Lizenzantrag für die Teilnahme zurück.<ref>Hamburg Blue Devils ziehen zurück. American Football Verbandes Deutschland e. V. auf www.gfl.info, 18. Januar 2014, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 2. Februar 2014; abgerufen am 20. Januar 2014. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> Der Verein begründete den Rückzug mit der aktuellen Stadionsituation.
Am 25. April 2014 veröffentlichten die Blue Devils eine Pressemitteilung, die den kompletten Rückzug der Herrenmannschaft aus dem Spielbetrieb 2014 bekannt gab. Cheftrainer von Garnier gab sein Amt ab.<ref>Lars Albrecht: Football-Kultverein: Hamburg Blue Devils: Schluss nach 22 Jahren. In: Hamburger Morgenpost. 25. April 2014, abgerufen am 26. Januar 2020.</ref> In der Saison 2015 spielten die Blue Devils unter Cheftrainer Peer Barkmann in der fünftklassigen Verbandsliga Nord und schlossen die Saison auf dem dritten Tabellenplatz ab. In der Saison 2016 belegten sie den zweiten Tabellenplatz und stiegen in die viertklassige Oberliga Nord auf. Dort schafften sie in der Saison 2017 den direkten Durchmarsch in die Regionalliga.
Im September 2019 trat Peer Barkmann als Cheftrainer der Blue Devils zurück, sein Nachfolger wurde Florian Voss.<ref>Voss folgt Barkmann. In: football-aktuell.de. Abgerufen am 26. Januar 2020.</ref>
2020er Jahre
Im Januar 2021 übernahm Patrick Hamid das Cheftraineramt.<ref>Hamid folgt auf Voss. In: football-aktuell.de. 12. Januar 2021, abgerufen am 9. Februar 2021.</ref> Am 9. Oktober 2023 wurde bekanntgegeben, dass dieser zu den Kiel Baltic Hurricanes als Coach für die Linebacker wechselt.<ref>Hamid wird Linebacker Coach der Hurricanes. In: Kiel Baltic Hurricanes. 9. Oktober 2023, abgerufen am 14. November 2023.</ref> Hamids Nachfolger als Cheftrainer der Hamburger wurde Florian Mundele.<ref>Unser Headcoach für die Saison 2024: Florian Mundele! In: Hamburg Blue Devils auf Facebook.com. 25. November 2023, abgerufen am 28. Dezember 2023.</ref> Im Februar 2024 wurde der Rückzug aus der Regionalliga vermeldet. Begründet wurde dieser Schritt mit Spielermangel.<ref>Hamburg Blue Devils ziehen zurück. In: Football-Aktuell. 21. Februar 2024, abgerufen am 25. Februar 2024.</ref>
In der darauffolgenden Saison übernahm Florian Voss das Traineramt. Er baute einen fast vollständig neuen Trainerstab auf, unter anderem mit den ehemaligen ELF-Spielern Nelson Imasuen und Daniel Laporte.<ref>"Ich möchte eine positive Kultur schaffen." Abgerufen am 5. Oktober 2025.</ref><ref>Willkommen Nelson! Wir freuen uns Nelson Imasuen als neuen Defensive Line Coach (...). 3. Oktober 2024, abgerufen am 5. Oktober 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Vom AFVD wurden die Blue Devils in die Verbandsliga Nord (fünfte Liga) eingeordnet.
Nach einer relativ erfolgreichen Saisonhauptrunde mit sechs Siegen und zwei Niederlagen gewannen die Hamburger im Halbfinale um den Aufstieg gegen die Göttingen Generals 46:8.<ref>HALBFINALE: GÖTTINGEN GENERALS VS HAMBURG BLUE DEVILS. Abgerufen am 5. Oktober 2025.</ref> Das Finale gegen die Nordfriesland Seals, den sich die Blue Devils in der Hauptrunde zweimal geschlagen geben mussten, gewannen sie daraufhin mit einem Endstand von 13:12 auf dem heimischen Sportplatz Memellandallee und sicherten sich somit den Aufstieg in die Oberliga.<ref>FINALE: HAMBURG BLUE DEVILS VS NF SEALS. Abgerufen am 5. Oktober 2025.</ref>
Vorstand
Der Vorstand des Hamburg Blue Devils e. V. besteht aus Daniel Eggert (Vorsitzender) und Markus Busch.<ref>Erst das Fundament, dann neue Projekte. In: Football-Aktuell. 14. August 2023, abgerufen am 25. Februar 2024.</ref>
Erfolge
- 1994 Vizemeister FLE (35:43 gegen Stockholm Nordic Vikings aus Schweden)
- 1995 Deutscher Vizemeister (10:17 gegen Düsseldorf Panther)
- 1996 Europapokalsieger (EFL) (21:14 gegen Aix-en-Provence Argonautes aus Frankreich) und Deutscher Meister (31:12 gegen Düsseldorf Panther)
- 1997 Europapokalsieger (EFL) (35:14 gegen Phoenix di Bologna aus Italien)
- 1998 Europapokalsieger (EFL) (38:19 gegen Paris Flash aus Frankreich) und Deutscher Vizemeister (14:20 gegen Braunschweig Lions)
- 1999 Vizeeuropapokalsieger (EFL) (23:27 gegen Braunschweig Lions) und Deutscher Vizemeister (24:25 gegen Braunschweig Lions)
- 2000 Vizeeuropameister (EFL) (20:42 gegen Bergamo Lions aus Italien)
- 2001 Deutscher Meister (31:13 gegen Braunschweig Lions)
- 2002 Deutscher Meister (16:13 gegen Braunschweig Lions)
- 2003 Deutscher Meister (37:36 in Overtime gegen Braunschweig Lions)
- 2004 Deutscher Hallen-Flagfootballmeister (20:14 gegen Hamburg Grey Devils)
- 2005 Deutscher Vizemeister (28:31 gegen Braunschweig Lions)
- 2009 Meister Regionalliga Nord (ungeschlagen)
- 2010 Meister Regionalliga Nord (ungeschlagen)
- 2011 Meister GFL 2 Nord
- 2025 Meister Verbandsliga Nord
Teams im Hamburg Blue Devils e. V.
- Hamburg Blue Devils (Tackle-Football | 5. Liga - Verbandsliga)
- Hamburg Blue Devilyns (Tackle-Football Damen)
- Hamburg Junior Devils (U20 Jugend-Tackle-Football | GFL-J Nord)
- Hamburg Rookie Devils (U16 Jugend-Tackle-Football)
- Hamburg Little Devils (U13 Jugend Tackle-Football)
- Hamburg Blue Angels (Cheerleading)
- Hamburg Junior Angels (Cheerleading)
- Hamburg Peewee Angels (Cheerleading)
Trivia
Die Hamburg Blue Devils traten im Musikvideo „Du und Ich“ der Popsängerin Blümchen aus dem Jahr 1996 auf. Diese war vor ihrer Musikkarriere Mitglied im Cheerleaderteam Blue Angels.<ref>Blumchen – Du Und Ich. In: youtube.com. Abgerufen am 11. Juni 2021.</ref>
Weblinks
- Die Homepage der Hamburg Blue Devils
- Schlammsport: Ein warmes Ei am Herzen, taz.de, 20. Oktober 2009
Einzelnachweise
<references />