Vattenfall (Deutschland)
| Vattenfall GmbH
| |
|---|---|
| colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Vattenfall logo2.svg | |
| Rechtsform | GmbH |
| Gründung | 2002 |
| Sitz | Berlin, Datei:Flag of Germany.svg Deutschland |
| Leitung | Robert Zurawski (Vorsitzender der Geschäftsführung)<ref>Deutsches Management der Vattenfall Group. Vattenfall GmbH, abgerufen am 29. April 2026.</ref> |
| Mitarbeiterzahl | ca. 3.453 Mitarbeiter (Deutschland) |
| Umsatz | 17,17 Mrd. Euro (Deutschland) |
| Branche | Energieversorger |
| Website | https://group.vattenfall.com/de |
| Stand: Dezember 2025 | |
Die Vattenfall GmbH (zuvor Vattenfall Europe) mit Sitz in Berlin ist ein einhundertprozentiges Tochterunternehmen des staatlichen schwedischen Energiekonzerns Vattenfall AB.
Geschichte
Seit 1996 ist das schwedische Unternehmen international tätig. Nach der Deregulierung im Bereich der elektrischen Stromversorgung in Deutschland wurden 1999 zunächst 25,1 Prozent der Anteile an den Hamburgischen Elektrizitäts-Werken (HEW) erworben. 2001 wurde Vattenfall Mehrheitseigner der HEW.<ref>Unternehmensgeschichte (Teil 1). Vattenfall GmbH, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 24. März 2016; abgerufen am 29. April 2026.</ref><ref>Unternehmensgeschichte (Teil 2). Vattenfall GmbH, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 25. März 2016; abgerufen am 29. April 2026.</ref> Die heutige Vattenfall GmbH entstand im Jahr 2002 aus der Fusion der HEW, der Vereinigte Energiewerke AG (VEAG) sowie dem Bergbauunternehmen Lausitzer Braunkohle AG (LAUBAG). Anfang 2003 wurde zudem die Berliner Bewag integriert. Als eines der vier marktbeherrschenden Energieversorgungsunternehmen in Deutschland (neben E.ON, RWE und EnBW) prägte Vattenfall über Jahre die nationale Marktstruktur,<ref>Monitoringbericht 2012. Bundeskartellamt, Bundesnetzagentur, 21. November 2012, abgerufen am 29. April 2026 (Belegt die Marktstellung von Vattenfall als eines der vier marktbeherrschenden Unternehmen (S. 31 ff.).).</ref> vollzog jedoch seither eine konsequente Neuausrichtung hin zu fossilfreier Erzeugung.
Nachdem 2006 die einheitliche Marke Vattenfall eingeführt und 2008 der Squeeze-out der Minderheitsaktionäre abgeschlossen wurde, folgte eine Phase der Desinvestition von Infrastruktur und konventionellen Kraftwerken: Aus wettbewerbspolitischen Gründen verkaufte Vattenfall im März 2010 den eigenen Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz Transmission an den belgischen Netzbetreiber Elia und den australischen Infrastrukturfonds Industry Funds Management (IFM).<ref>Vattenfall-Stromnetz geht an belgische Elia. Reuters, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 26. März 2016; abgerufen am 29. April 2016.</ref><ref>Multimillionen-Deal: Vattenfall verkauft Stromnetz an belgische Elia. In: spiegel.de. Abgerufen am 29. April 2026.</ref> Am 17. September 2012 wurde die deutsche Holding-Gesellschaft Vattenfall Europe AG schließlich auf die Vattenfall GmbH umfirmiert.
Der Rückzug aus fossilen Geschäftsfeldern setzte sich 2016 mit dem Verkauf der Braunkohlesparte und im Jahr 2024 mit der Veräußerung des Berliner Fernwärmegeschäfts an das Land Berlin fort. Heute gehört Vattenfall mit einem Deutschland-Umsatz von rund 17,17 Mrd. Euro (Stand 2025) und über 4 Millionen Kundenverträgen weiterhin zu den führenden Energieversorgern, insbesondere in den Bereichen Windenergie und Endkundenvertrieb.<ref name="AnnualReport2025">Vattenfall Annual and Sustainability Report 2025. (PDF) Vattenfall AB, 24. März 2026, abgerufen am 30. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Monitoringbericht der BNetzA: Der Strommarkt in 10 Grafiken. In: ZfK – Zeitung für kommunale Wirtschaft. 15. Januar 2024, abgerufen am 30. April 2026.</ref><ref>Monitoringbericht der BNetzA: Der Strommarkt in 10 Grafiken. In: ZfK – Zeitung für kommunale Wirtschaft. 15. Januar 2024, abgerufen am 29. April 2026.</ref>
Bestrebungen zur Rekommunalisierung der Energienetze
Vattenfall war in Kassel, Hamburg und Berlin mit den regionalen Tochterunternehmen Betreiber der Strom- und Fernwärmenetze. In Berlin besaß Vattenfall außerdem einen 30-Prozent-Anteil an der Gasag.
Im Dezember 2010 gab Vattenfall den Verkauf seines 24,9-Prozent-Anteil an den Städtischen Werken Kassel an den regionalen Energieversorger Thüga bekannt.<ref>Vattenfall verkauft Anteil an Stadtwerken Kassel. In: Handelsblatt. 20. Dezember 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 31. Dezember 2010; abgerufen am 29. April 2026. (siehe auch: Rekommunalisierung)</ref>
Die Hamburger Regierungskoalition strebte im Mai 2009 an, beim Auslaufen der derzeit bestehenden Konzessionsverträge im Jahr 2014 die Energienetze (Strom, Gas, Fernwärme) durch Rückkauf von Vattenfall zu rekommunalisieren.<ref>Combeback: Hamburg gründet Öko-Stadtwerke. In: taz. 18. Mai 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. April 2024; abgerufen am 29. April 2026.</ref> Im November 2012 erwarb der amtierende SPD-Senat von Vattenfall eine Beteiligung von 25,1 % am Stromnetz und am Fernwärmegeschäft (sowie am Gasnetz, das von E.ON betrieben wird); davon versprach sich der Senat einen maßgeblichen Einfluss auf die Unternehmenspolitik von Vattenfall. Dennoch forderte die Initiative „Unser Hamburg – Unser Netz“ weiterhin die Gründung eines Stadtwerks mit eigenen Energienetzen. Ein Volksentscheid dazu erfolgte parallel zur Bundestagswahl im September 2013; dabei kam es zu einer knappen Mehrheit für eine Übernahme der Netze durch eine städtische Gesellschaft.<ref>Axel Schröder: Hamburger Energienetz wird rekommunalisiert – Volksentscheid: Kostspieliger Rückkauf. Deutschlandfunk, 23. September 2013, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 25. September 2013; abgerufen am 29. April 2026 (Bericht über den Erfolg der Initiative „Unser Hamburg – unser Netz“.).</ref> Im Februar 2014 ging der 74,9-%-Anteil Vattenfalls an der Stromnetz Hamburg GmbH an die HGV Hamburger Gesellschaft für Vermögens- und Beteiligungsmanagement mbH. 2019 wurde mit dem Rückkauf der restlichen 74,9-%-Anteile der Vattenfall Fernwärme GmbH das Fernwärmenetz übernommen.<ref>Fernwärmerückkauf perfekt. Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft der Freien und Hansestadt Hamburg, 3. September 2019, abgerufen am 29. April 2026.</ref> Ebenfalls 2019 trennte sich Vattenfall von seiner Mehrheitsbeteiligung (55 Prozent) an der Müllverwertungsanlage Rugenberger Damm (MVR) im Hamburger Hafen, diese überhahm die bereits die restlichen Anteile besitzende Stadtreinigung Hamburg (SRH).<ref>Eckhard-Herbert Arndt: Vattenfall verkauft MVR im Hafen. In: Täglicher Hafenbericht vom 6. März 2020, S. 2</ref>
In Berlin bemühte sich die Initiative Berliner Energietisch um die Rekommunalisierung des Stromnetzes und den Aufbau eines Stadtwerkes, das ökologischen und sozialen Kriterien folgen sollte. Im Juli 2012 wurde mit 30.660 gültigen Unterschriften ein Antrag auf Einleitung eines Volksbegehrens gestellt.<ref>Ulrich Zawatka-Gerlach: Gespaltene Landesregierung: Senat lehnt Volksbegehren zur Energie ab. In: Der Tagesspiegel. 15. August 2012, abgerufen am 29. April 2026.</ref> Nachdem das Volksbegehren im Juni ausreichende Unterschriften gesammelt hatte, kam es am 3. November 2013 zum Volksentscheid über die Rekommunalisierung der Berliner Energieversorgung, die jedoch vom Berliner Senat in seiner Stellungnahme abgelehnt wurde.<ref>Amtliche Information zum Volksentscheid über die Rekommunalisierung der Berliner Energieversorgung am 3. November 2013. (PDF) Die Landesabstimmungsleiterin Berlin, 1. Oktober 2013, S. 30, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 25. August 2021; abgerufen am 29. April 2026.</ref> Der Gesetzentwurf scheiterte, da das Quorum von 25 % aller Stimmberechtigten mit 24,1 % verfehlt wurde. Im Rahmen der Rekommunalisierung des Berliner Stromübertragungsnetzes wurde die Stromnetz Berlin GmbH von Vattenfall im Juli 2021 an die Stadt Berlin verkauft.<ref>Stromnetz Berlin ist wieder im Eigentum des Landes Berlin. Senatsverwaltung für Finanzen (Berlin), 1. Juli 2021, abgerufen am 29. April 2026.</ref>
Am 2. Mai 2024 hat Vattenfall alle Anteile an der Vattenfall Wärme Berlin AG inklusive der Kraftwerke, Netze, Tochtergesellschaften, Beschäftigten und Beteiligungen an das Land Berlin übertragen.<ref>Vattenfall schließt Verkauf seines Wärmegeschäfts an das Land Berlin ab. Vattenfall AB, 2. Mai 2024, abgerufen am 29. April 2026.</ref>
Klage gegen den Atomausstieg
2016 verklagte das Unternehmen vor dem ICSID die Bundesrepublik Deutschland auf 5 Milliarden Euro Schadensersatz wegen der Abschaltung der Kernkraftwerke nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima.<ref>Case Details: Vattenfall AB and others v. Federal Republic of Germany (ICSID Case No. ARB/12/12). International Centre for Settlement of Investment Disputes (ICSID) – World Bank Group, abgerufen am 29. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Benedikt Mühlthaler: Furchtbare Liebe der Briten zur Atomkraft. In: Süddeutsche Zeitung. 15. September 2016, abgerufen am 29. April 2026.</ref> 2018 betrug die geforderte Summe noch 4,4 Milliarden Euro.<ref name="sz-3872152">Michael Bauchmüller: Atomausstieg bringt weiteres Milliardenrisiko. In: sueddeutsche.de. 19. Februar 2018, abgerufen am 29. April 2026.</ref> Das Verfahren geriet ins Stocken, als die Bundesregierung im November 2018 die Absetzung des Schiedsgerichts beantragte.<ref>Deutschland bremst Milliardenklage von Vattenfall aus. faz.net</ref> Nach einem Vergleich und einer Entschädigung für Vattenfall in Milliardenhöhe hat das Schiedsgericht das Schiedsverfahren am 9. November 2021 förmlich beendet.<ref>Schiedsverfahren Vattenfall AB et al. gegen Bundesrepublik Deutschland (ICSID Fall Nr. ARB/12/12). Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, abgerufen am 30. April 2026.</ref>
Unternehmensdaten
Stand 2020 beschäftigte Vattenfall in Deutschland insgesamt 5753 Mitarbeiter. Bei einem Umsatz von 7,61 Mrd. Euro (77,318 Mrd. SEK) erwirtschaftete Vattenfall in Deutschland einen Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) von −268 Millionen Euro (−2,72 Mrd. SEK), der sich hauptsächlich durch die vorzeitige Außerbetriebnahme des Kraftwerks Moorburg und der damit verbundenen außerplanmäßigen Abschreibung ergab. Vattenfall betreibt in Deutschland Energieerzeugungsanlagen (installierte Leistung) in den Bereichen Wasserkraft (2.807 MW), Steinkohle (2.296 MW, inkl. Kraftwerk Moorburg), Gas (1.556 MW), Wind (588 MW), Biomasse und Müll (52 MW) und andere (21 MW).<ref name="Geschaeftsbericht2020">Annual and Sustainability Report 2020. (PDF) Vattenfall AB, 23. März 2021, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 22. August 2021; abgerufen am 30. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Vattenfall beliefert in Deutschland ca. 3,5 Millionen Kunden mit Strom und etwa 600.000 Kunden mit Gas.
Die Geschäftsführung der Vattenfall GmbH bestand zum Ende des Geschäftsjahres 2019 aus folgenden Mitgliedern: Tuomo J. Hatakka (Vorsitzender), Gabriele Ehrlich (Arbeitsdirektorin), Ulf Stockmeier (Arbeitsdirektor) und Axel Pinkert (Finanzen).
Das Tochterunternehmen Vattenfall Wasserkraft GmbH verzeichnete in den Jahren 2016 und 2017 einen Verlust von 55 Millionen Euro. Grund war vor allem die Einstufung der Pumpspeicherwerke als Letztverbraucher. Damit sind für den bezogenen Strom die volle EEG-Umlage sowie die entsprechenden Steuern zu zahlen. Auch die Konkurrenz durch den Verkauf des mittels Photovoltaik erzeugten Stromes vor allem in den Mittagsspitzen reduziert die Wirtschaftlichkeit der Pumpspeicherwerke.<ref>Warum Markersbach sich nicht so richtig rechnet. In: Freie Presse, 5. Juni 2019, S. 6</ref>
Stromzusammensetzung
Vattenfall tritt sowohl als Stromerzeuger als auch Stromlieferant am Markt auf. Vattenfall verkauft den selbst produzierten Strom über das eigene Handelshaus in Hamburg (Vattenfall Energy Trading GmbH als 100-prozentige Tochtergesellschaft der Vattenfall GmbH). Da das Vertriebsgeschäft unabhängig vom Erzeugungsgeschäft betrieben wird, muss Vattenfall Strommengen im Stromhandel zukaufen, um seinen Lieferverpflichtungen nachzukommen. Die dadurch entstehenden Stromabsatzmengen und Stromerzeugungsmengen stellten sich für das Jahr 2020 für Vattenfall in Deutschland wie folgt dar:
| Strombeschaffung | TWh | Stromvertrieb | TWh |
|---|---|---|---|
| Stromerzeugung | 14,5 | Stromverkauf an Vertriebskunden | 9,8 |
| Strombezug | 40,1 | Stromverkauf am Großhandelsmarkt | 18,0 |
| Sonstige Stromlieferungen | 26,8 | ||
| Strombeschaffung gesamt | 54,6 | Stromverkauf gesamt | 54,6 |
Im Stromvertrieb sind bereits die Aktivitäten Vattenfalls in Frankreich inkludiert. Insgesamt verkaufte Vattenfall in Deutschland 14 TWh im Bereich Wärme und 12,4 TWh im Gasgeschäft.
Der Strommix der eigenen Erzeugungsanlagen stellt sich für die Jahre 2010 bis 2020 wie folgt dar:
| 2010<ref name=":0">Annual Report 2011. (PDF) Vattenfall AB, 12. März 2012, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 21. Januar 2019; abgerufen am 30. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> | 2011<ref name=":0" /> | 2014<ref name="Geschäftskennzahlen2014">Vattenfall Jahresbericht 2014. (PDF) Vattenfall AB, 20. März 2015, S. 34, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 6. Oktober 2015; abgerufen am 30. April 2026.</ref> | 2015<ref name="Geschaeftsbericht2015">Annual and Sustainability Report 2015. (PDF) Vattenfall AB, 22. März 2016, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 17. März 2017; abgerufen am 30. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> | 2016**<ref name="Geschaeftsbericht2016">Annual and Sustainability Report 2016. (PDF) Vattenfall AB, 21. März 2017, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 4. Juli 2017; abgerufen am 30. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> | 2017<ref name="Geschaeftsbericht2017">Annual and Sustainability Report 2017. (PDF) Vattenfall AB, 27. März 2018, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 21. Januar 2019; abgerufen am 30. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> | 2019<ref name="Geschaeftsbericht2019">Annual and Sustainability Report 2019. (PDF) Vattenfall AB, 25. März 2020, abgerufen am 30. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> | 2020<ref name="Geschaeftsbericht2020" /> | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Gesamterzeugung | 69,0 TWh | 66,3 TWh | 70,4 TWh | 74,5 TWh | 20,6 TWh | 22,0 TWh | 17,3 TWh | 14,5 TWh |
| Kernenergie | 0,0 % | 0,0 % * | 0,0 % | 0,0 % | 0,0 % | 0,0 % | 0,0 % | 0,0 % |
| fossile Energieträger | 94,49 % | 95,48 % | 93,6 % | 92,88 % | 78,15 % | 75,45 % | 64,37 % | 55,17 % |
| Sonstige Kraftwerke | 5,51 % | 4,52 % | 6,4 % | 7,11 % | 21,85 % | 24,55 % | 35,63 % | 44,83 % |
| - davon Wind | 1,5 TWh | 2,5 TWh | 2,7 TWh | 2,5 TWh | ||||
| - davon Wasserkraft | 2,5 TWh | 2,8 TWh | 3,3 TWh | 3,8 TWh | ||||
| - davon Biomasse | 0,5 TWh | 0,2 TWh | 0,2 TWh | 0,2 TWh |
* Die AKW Krümmel und Brunsbüttel wurden aufgrund des Beschlusses der Bundesregierung über den Ausstieg aus der Kernenergie in Deutschland abgeschaltet.
** Die Reduzierung ergibt sich aus dem Verkauf der Lausitzer Braunkohlekraftwerke an die tschechische EPH/LEAG
Die Tabelle stellt nur die erzeugten Strommengen dar, nicht aber den an den Endkunden gelieferten Energiemix.
Kohleverstromung
Als Betreiber von Braunkohletagebauen und Kohlekraftwerken, die beim Unternehmen einen verhältnismäßig großen Teil des Strommixes lieferten, stand Vattenfall immer wieder im Zentrum gesellschaftlicher Diskussion. So gab es Konflikte mit Bewohnern umgesiedelter Dörfer (z. B. Horno). Eine langwierige Auseinandersetzung betraf die ökologisch wertvolle Lakomaer Teichlandschaft<ref name="Bi-Lacoma">Bürgerinitiative Lacoma (Archivseite). Bürgerinitiative Lacoma e. V., archiviert vom Vorlage:IconExternal am 5. August 2008; abgerufen am 30. April 2026.</ref> (FFH-Gebiet) und das Dorf Lakoma, die dem von Vattenfall betriebenen Tagebau Cottbus-Nord schließlich weichen mussten.
Gegen die drei von Vattenfall neu geplanten Tagebaue Jänschwalde-Nord, Spremberg-Ost und Bagenz Ost wurde bis Mitte 2008 erfolgreich eine Volksinitiative durchgeführt. Von einem Bündnis mehrerer Umweltverbände wurden von Oktober 2007 bis Mai 2008 in Brandenburg Unterschriften gegen die Pläne Vattenfalls gesammelt. Nach Ablehnung der Initiative durch den brandenburgischen Landtag fand von 10. Oktober 2008 bis zum 9. Februar 2009 ein Volksbegehren statt. Dieses scheiterte jedoch. Von den 80.000 notwendigen Unterschriften wurden nur 25.168 gültige Stimmen bei den Meldeämtern abgegeben.<ref>Volksbegehren gegen Tagebaue im Sande verlaufen. In: Lausitzer Rundschau, 9. Februar 2009.</ref>
Die Kohleverstromung steht auch wegen ihrer Treibhauswirkungen in der Kritik. Der Kohlendioxid-Ausstoß des damaligen deutschen Kraftwerkparks von Vattenfall belief sich im Jahr 2012 auf 85 Millionen Tonnen und war damit nur etwas geringer als im Jahre 2010 mit 94 Millionen Tonnen.<ref>Vattenfall Deutschland Geschäftsbericht 2012, S. 3.</ref> Im Mai 2016 waren der von Vattenfall betriebene Tagebau Welzow-Süd und das Braunkohlekraftwerk Schwarze Pumpe Ziel der klimaaktivistischen Aktion „Ende Gelände“.<ref>n-tv Nachrichtenfernsehen: Jetzt ist „Ende Gelände“: Braunkohlegegner besetzen Tagebau Welzow. In: n-tv.de. 14. Mai 2016, abgerufen am 30. April 2026.</ref>
Am 18. April 2016 wurde bekannt, dass Vattenfall seine gesamte Braunkohlensparte in der Lausitz an den tschechischen Konzern Energetický a Průmyslový Holding (EPH) verkauft.<ref>Vattenfall verkauft Braunkohle-Geschäft an tschechische EPH. In: Spiegel Online. 18. April 2016, abgerufen am 30. April 2026.</ref> Am 30. September 2016 übernahm EPH und ihr Finanzpartner PPF die gesamte Braunkohlensparte (Kraftwerke und Tagebaue) von Vattenfall.<ref>Eigentümerwechsel von Vattenfall zu EPH im Lausitzer Revier vollzogen: Umweltschützer kritisieren Verkauf des Lausitzer Reviers seit Monaten massiv. In: Lausitzer Rundschau. 30. September 2016, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 4. Oktober 2016; abgerufen am 30. April 2026.</ref> Aus der Vattenfall Europe Mining AG wurde die Lausitz Energie Bergbau AG und aus der Vattenfall Europe Generation AG entstand die Lausitz Energie Kraftwerke AG. Beide Unternehmen tragen die Marke LEAG.
Kernkraftwerke
Vattenfall betreibt in Deutschland zwei Kernkraftwerke: das Kernkraftwerk Krümmel und das Kernkraftwerk Brunsbüttel. Das Unternehmen geriet zeitweise wegen einer Häufung meldepflichtiger Ereignisse in beiden Anlagen in die Kritik.
Kernkraftwerk Krümmel
Vattenfall stand insbesondere nach dem Trafo-Brand auf dem Gelände des Kernkraftwerks Krümmel am 28. Juni 2007 in der Kritik, sicherheitsrelevante Informationen über den Betrieb ihrer beiden Kernkraftwerke gar nicht bzw. erst spät zu veröffentlichen. Politiker und Naturschutzverbände forderten den Lizenzentzug für das Betreiben von Atomkraftwerken.<ref>Neue Unfall-Details: AKW-Leitstelle in Krümmel war voller Rauchgas. In: Spiegel Online. 6. Juli 2007, abgerufen am 30. April 2026.</ref> Außerdem wurde Vattenfall wegen Anhäufung von Leukämieerkrankungen in der Umgebung kritisiert.<ref>Atomkraftgegner lassen 13.000 Luftballons fliegen. In: Hamburger Morgenpost. 26. Juni 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 14. Februar 2015; abgerufen am 30. April 2026.</ref><ref>Drei Jahre Stillstand: Geht Krümmel wieder ans Netz?. In: Lübecker Nachrichten, 27. Juni 2010</ref><ref>Vattenfall-Einstieg bei HEW: Robin Wood befürchtet Blockade der Energiewende. ROBIN WOOD e. V., 19. Dezember 1996, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 19. September 2010; abgerufen am 30. April 2026.</ref><ref>Atomkraft – Laufzeitverlängerung trotz Sicherheitsdefiziten. Kontraste (rbb/ARD), 15. Juni 2010, abgerufen am 30. April 2026.</ref><ref>Stellungnahme der Reaktor-Sicherheitskommission: Schutz von Kernkraftwerken gegen den gezielten Absturz von Verkehrsflugzeugen. (PDF) Reaktor-Sicherheitskommission (RSK), 11. Oktober 2001, abgerufen am 30. April 2026 (Anlage 2 zum Ergebnisprotokoll der 344. Sitzung der RSK.).</ref>
Kernkraftwerk Brunsbüttel
Auch beim Kernkraftwerk Brunsbüttel traten nach einer Störung am gleichen Tag beim Wiederanfahren meldepflichtige Ereignisse auf, die an das zuständige Ministerium erneut zu spät gemeldet wurden.<ref>AKW Brunsbüttel: Pannen in Atomkraftwerk erneut zu spät gemeldet. In: Spiegel Online. 8. Juli 2007, abgerufen am 30. April 2026.</ref> Das in Schleswig-Holstein für die Reaktorsicherheit zuständige Sozialministerium überprüfte nach diesen Vorfällen die Zuverlässigkeit Vattenfalls als Betreiber von Kernkraftwerken. Es war wegen seiner Informationspolitik selbst kritisiert worden.<ref>Atommeiler-Pannen: Ministerin droht Vattenfall mit Lizenzentzug. In: Spiegel Online. 9. Juli 2007, abgerufen am 30. April 2026.</ref> Im Zuge dieser Vorkommnisse wurde der Chef der deutschen Atom-Sparte, Bruno Thomauske, seines Amtes enthoben, und der Konzernsprecher Johannes Altmeppen trat zurück.<ref>Pannenserie: Vattenfall feuert deutschen Atom-Chef. In: Spiegel Online. 16. Juli 2007, abgerufen am 30. April 2026.</ref> Bis auf weiteres übernehme Kraftwerks-Vorstand Reinhardt Hassa die Geschäftsführung von Vattenfall Europe Nuclear Energy (Vene.)<ref>Vattenfall-Chef tritt wegen Pannen-Serie zurück. In: Netzeitung. 18. Juli 2007, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 1. November 2013; abgerufen am 30. April 2026.</ref> Später, am 18. Juli 2007, trat der Vorstandsvorsitzende der Vattenfall Europe, Klaus Rauscher, zurück. Das Unternehmen verlor im Jahr 2007 – größtenteils durch diese Vorfälle – fast 200.000 Kunden.<ref>Vattenfall verliert fast 200.000 deutsche Kunden. In: tagesschau.de-Archiv. 31. Oktober 2007, abgerufen am 30. April 2026 (Dokumentation der ursprünglichen Tagesschau-Berichterstattung vom Oktober 2007.).</ref>
Lobbyismus
Im Koalitionsvertrag der Bundesregierung aus CDU und SPD im Kabinett Merkel III von 2013 bis 2017 steht: „Die konventionellen Kraftwerke (Braunkohle, Steinkohle, Gas) als Teil des nationalen Energiemixes sind auf absehbare Zeit unverzichtbar.“ Der Satz wurde von Ulrich Freese, Gewerkschafter (IG BCE) und Abgeordneter des Deutschen Bundestages für die SPD, in den Koalitionsvertrag eingebracht. Freese war Mitglied des Aufsichtsrats von Vattenfall Deutschland und wird in Medienberichten als Lobbyist der Kohleindustrie bezeichnet.<ref>Braunkohle-Lobby schrieb am Koalitionsvertrag mit. In: Die Welt. 13. Dezember 2013, abgerufen am 30. April 2026.</ref><ref>"Greenpeace löst Skandalisierungswelle aus": Ulrich Freese über Angriffe und Vorwürfe, die Perspektive der Braunkohle und die Zukunft der Gewerkschaft IG BCE. In: Lausitzer Rundschau. 13. April 2013, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 13. April 2014; abgerufen am 30. April 2026.</ref>
Standorte und Anlagen in Deutschland
Standorte
- Hamburg (4 Ladenlokale, Vattenfall Europe Business Services, Vattenfall Europe Kundenservice, Vattenfall Europe Information Services (IT-Dienstleister), Vattenfall Europe Sales GmbH,<ref name="vfde-datens">Datenschutz bei Vattenfall. In: vattenfall.de. Abgerufen am 30. April 2026.</ref> Vattenfall Europe Nuclear Energy, Vattenfall Energy Trading GmbH (Direktvermarkter)<ref name="vattenfa-Vattenfa">Vattenfall Energy Trading GmbH. In: energysales.vattenfall.de. Abgerufen am 30. April 2026.</ref>, Vattenfall Europe Innovation GmbH (Photovoltaik, Batteriespeicher, E-Bikes)<ref name="vfde-datens" />)
- Berlin (3 Ladenlokale, Vattenfall-Deutschlandzentrale, Vattenfall Europe Netcom (Telekommunikation), Vattenfall Europe Information Services (IT-Dienstleister), Stromnetz Berlin GmbH (Verteilnetzbetreiber, 2016 Verschmelzung der Stromnetz Berlin mit der Vattenfall Europe Netzservice GmbH und der Vattenfall Europe Metering GmbH)<ref>„Große Netzgesellschaft“ am 1. September 2016 gegründet. Stromnetz Berlin GmbH, 12. September 2016, abgerufen am 30. April 2026.</ref>, Vattenfall Europe Netzservice Berlin, TVF Altwert (Flächenrecycling), Vattenfall Smarter Living GmbH, Vattenfall Real Estate Energy Sales GmbH<ref name="vfde-datens" />)
Kraftwerke
Aktive Anlagen
- Pumpspeicherwerke
- Speicherkraftwerk
- Laufwasserkraftwerke
- Geothermiekraftwerk
- Offshore-Windparks in der Nordsee
- alpha ventus (26,25 % Vattenfall)
- DanTysk (51 % Vattenfall, 49 % Stadtwerke München)
- Sandbank (51 % Vattenfall, 49 % Stadtwerke München)
Anlagen in Planung bzw. Bau
Stillgelegte Anlagen
- Kernkraftwerk Stade (33,3 % Vattenfall, 66,7 % Preussenelektra)
- Kernkraftwerk Brunsbüttel (66,7 % Vattenfall, 33,3 % PreussenElektra)
- Gasturbinenkraftwerk Brunsbüttel
- Kernkraftwerk Brokdorf (20 % Vattenfall, 80 % Preussenelektra)
- Kernkraftwerk Krümmel (50 % Vattenfall, 50 % PreussenElektra)
- Gaskraftwerk Moorburg
- Gasturbinenkraftwerk Moorburg
- Kohlekraftwerk Moorburg
- Pumpspeicherwerk Niederwartha
Siehe auch
- Liste deutscher Braunkohletagebaue
- Liste stillgelegter Kraftwerke in Deutschland
- Vattenfall Lesetage
Weblinks
Einzelnachweise
<references responsive />
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Infobox Unternehmen/Logoeinbindung
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Elektrizitätsversorger (Deutschland)
- Kernkraftwerksbetreiber
- Entsorgungsunternehmen (Deutschland)
- Dienstleistungsunternehmen (Berlin)
- Energiewirtschaft (Berlin)
- Vattenfall-Unternehmen
- Unternehmensgründung 2002
- Fernwärmeversorger (Deutschland)