Zum Inhalt springen

Lagendorf

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 18. März 2024 um 10:44 Uhr durch imported>Koschi73 (Mittelalter bis Neuzeit).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Lagendorf
Gemeinde Dähre
Das Ortswappen bitte nur als Dateipfad angeben!
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(52)&title=Lagendorf 52° 50′ N, 10° 51′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(52) 52° 49′ 48″ N, 10° 50′ 47″ O
 {{#coordinates:52,83|10,846388888889|primary
dim=10000 globe= name=Lagendorf region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code type=city
  }}
Höhe: 62 m ü. NHN
Fläche: 38,62 km²<ref name="HOB-12" />
Einwohner: 52 (31. Dez. 2023)<ref name="EW-2023" />
Bevölkerungsdichte: 1 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2009
Postleitzahl: 29413
Vorwahl: 039039
Lage von Lagendorf in Sachsen-Anhalt
Das Bild bitte nur als Dateipfad angeben!

Lagendorf ist ein Ortsteil der Gemeinde Dähre im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.

Geographie

Datei:Lagendorf - AS DK SW.jpg
Lagendorf von Südwesten

Lagendorf, ein Straßendorf mit Kirche, liegt fünf Kilometer nordwestlich von Dähre in der Altmark am Grabower Graben, der in die Salzwedeler Dumme mündet.<ref name="HOB-12" /><ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>

Geschichte

Mittelalter bis Neuzeit

Im Jahre 1292 wurde das Dorf als villa Lagendorf in einer Urkunde erstmals erwähnt, als von Bernhard Graf von Dannenberg eine Schenkung an das Heilig-Heist-Kloster zu Salzwedel bekundete.<ref name="Riedel-25" />

Vor 1366 gehörten Teile des Dorfes denen von dem Knesebeck, die diese zum Teil 1366 und 1369 an das Kloster Diesdorf abtraten. Bis 1493 hatte Dorheide, Pfarrer in der Altstadt Salzwedel, Rechte über Gelder im Dorf, die an das Elisabethhospital in der Neustadt Salzwedel abgetreten wurden.

Im Westen des Dorfes auf einem Berg hinter dem Friedhof stand eine Windmühle.<ref name="MTB-1608" />

Frühere Ersterwähnung

Die Erwähnungen 1022 Latondorp<ref name="Riedel-15, S. 2" /> oder Lathontorp<ref>Harry Bresslau, Hermann Bloch, R. Holtzmann u. a. (Hrsg.): Diplomata 14: Die Urkunden Heinrichs II. und Arduins (Heinrici II. et Arduini Diplomata). Hannover 1900–1903, S. 304–307 (Monumenta Germaniae Historica, Digitalisat) Nr. 260</ref> und Latendorp<ref name="Riedel-15, S. 4" /> gelten als Fälschungen des 12. Jahrhunderts.<ref name="Schulze" />

Herkunft des Ortsnamens

Jürgen Udolph führt den ersten Teil des Ortsnamens auf das altsächsische Wort „lagan“ für „See, Wasser“ zurück. Möglicherweise steht der Name für einen Bach oder einen Teil davon.<ref name="Friske 2021" />

Eingemeindungen

Lagendorf gehörte ursprünglich zum Salzwedelischen Kreis der Mark Brandenburg in der Altmark. Von 1807 bis 1813 lag es im Kanton Diesdorf auf dem Territorium des napoleonischen Königreichs Westphalen. Nach weiteren Änderungen kam es 1816 in den Kreis Salzwedel, den späteren Landkreis Salzwedel im Regierungsbezirk Magdeburg in der Provinz Sachsen in Preußen.<ref name="HOB-12" />

Am 20. Juli 1950 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Dahrendorf aus dem Landkreis Salzwedel in die Gemeinde Lagendorf eingemeindet.<ref name="2VO-LSA-1950" /> Am 1. Januar 1991 wurde Gemeinde Holzhausen mit ihren Ortsteilen Markau, Schmölau und Wiewohl in die Gemeinde Lagendorf eingemeindet. Ebenfalls am 1. Januar 1991 wurde der Ortsteil Kortenbeck von der Gemeinde Barnebeck zu Lagendorf umgegliedert.<ref name="Metzler-Poeschel" />

Durch einen Gebietsänderungsvertrag beschlossen die Gemeinderäte der Gemeinden Bonese (am 5. Mai 2008), Dähre (am 5. Mai 2008) und Lagendorf (am 8. Mai 2008), dass ihre Gemeinden aufgelöst und zu einer neuen Gemeinde mit dem Namen Dähre vereinigt werden. Dieser Vertrag wurde vom Landkreis als unterer Kommunalaufsichtsbehörde genehmigt und trat am 1. Januar 2009 in Kraft.<ref>StBA: Gebietsänderungen am 01.01.2009</ref><ref name="AB-SAW 2008-07" />

Damit kamen zum 1. Januar 2009 die Ortsteile Lagendorf, Dahrendorf, Holzhausen, Kortenbeck, Markau, Schmölau und Wiewohl zur neuen Gemeinde Dähre.

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner
1734 37
1774 96
1789 92
1798 77
1801 80
1818 78
Jahr Einwohner
1840 107
1864 094
1871 104
1885 100
1892 [00]108<ref name="Zahn-1928" />
1895 119
Jahr Einwohner
1900 [00]111<ref name="Zahn-1928" />
1905 119
1910 [00]131<ref name="Zahn-1928" />
1925 136
1939 214
1964 257
Jahr Einwohner
1971 236
1981 244
1993 360
2006 490
2007 484
2015 [00]062<ref name="EW-2018" />
Jahr Einwohner
2018 [00]57<ref name="EW-2018" />
2020 [00]59<ref name="EW-2021" />
2021 [00]51<ref name="EW-2021" />
2022 [00]48<ref name="EW-2022" />
2023 [0]52<ref name="EW-2023" />

Quelle, wenn nicht angegeben, bis 2006:<ref name="HOB-12" />

Religion

Die evangelische Kirchengemeinde Lagendorf gehörte zur Pfarrei Lagendorf. Im Jahre 1903 gehörten zur Pfarrei die Kirchengemeinden:<ref name="Almanach1903" />

  • Lagendorf bei Bonese in die Holzhausen, Markau, Wiewohl und Thielitz (Landkreis Uelzen) eingepfarrt waren
  • Dahrendorf, eine Nebenkirche (Filial), in die Gröningen eingepfarrt war
  • Bonese, eine Nebenkirche (Filial), und
  • Müssingen (Landkreis Uelzen).

Seit 2003 gehört die Kirchengemeinde Lagendorf zum Kirchspiel Dähre-Lagendorf und heute auch zum Pfarrbereich Osterwohle-Dähre des Kirchenkreises Salzwedel im Bischofssprengel Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.<ref name="Pfarrbereich" />

Von 1831 bis 1865 war Johann Heinrich Friedrich Krüger Pastor in Lagendorf. Er war zugleich ein Forscher der altmärkischen Landeskunde. Seine volkskundlichen Sammlungen sind im Nachlaß Parisius in der Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt erhalten.<ref>Ludolf Parisius - Nachlaß der Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt in Halle. Abgerufen am 11. Januar 2018.</ref>

Politik

Bürgermeister

Der letzte Bürgermeister der Gemeinde war Bernd Olms.

Wappen

Blasonierung: „Im grünen, durch eine silbern bordierte schwarze Leiste geteilten Schild oben ein goldener Pflug, unten sieben goldene Scheiben.“

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Die evangelische Dorfkirche Lagendorf ist ein weithin sichtbarer Backsteinsaal mit Südturm. Die Kirche wurde 1911/12 als Ersatz für einen mittelalterlichen Feldsteinsaal mit verbrettertem Turm errichtet.<ref name="Altmarkkirchen" />


Sohn des Ortes

  • Martin Lagois (1912–1997), evangelisch-lutherischer Theologe und Fernsehbeauftragter der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

<references> <ref name="2VO-LSA-1950">Zweite Verordnung zum Gesetz zur Änderung der Kreis- und Gemeindegrenzen zum 27. April 1950 (GuABl. S. 161). In: Landesregierung Sachsen-Anhalt (Hrsg.): Gesetz- und Amtsblatt des Landes Sachsen-Anhalt. Halle (Saale) 1950, S. 278, Abs. 22 (PDF).</ref>

<ref name="AB-SAW 2008-07">Gebietsänderungsvertrag zur Bildung einer neuen Gemeinde Dähre aus den Gemeinden Bonese, Dähre und Lagendorf zum 01.01.2009 und der Genehmigung des Altmarkkreises Salzwedel vom 24.06.2008. In: Altmarkkreis Salzwedel (Hrsg.): Amtsblatt für den Altmarkkreis Salzwedel. Jahrgang 15, Nr. 7/2008. General-Anzeiger Salzwedel, Salzwedel 16. Juli 2008, S. 119–122.</ref>

<ref name="Almanach1903">Vorlage:PfarrAlmanachProvinzSachsen1903</ref>

<ref name="Altmarkkirchen">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783981403954 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>

<ref name="EW-2018">Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf: Einwohner der Ortsteile am 31. Dezember für die Jahre 2015 und 2018. 6. Juni 2019.</ref>

<ref name="EW-2021">Anke Pelczarski: Nur Wallstawe und Jübar legen zu. In: Klötzer Volksstimme, Klötzer Rundschau (E-Paper). 15. Januar 2022, DNB 1047268213, S. 17.</ref>

<ref name="EW-2022">Anke Pelczarski: Wenn die Männer das Sagen haben. In: Klötzer Volksstimme, Klötzer Rundschau (E-Paper). 14. Januar 2023, DNB 1047268213, S. 17.</ref>

<ref name="EW-2023">Anke Pelczarski: 65 Geburten und 190 Sterbefälle. In: Klötzer Volksstimme, Klötzer Rundschau (E-Paper). 17. Januar 2024, DNB 1047268213, S. 15.</ref>

<ref name="Friske 2021">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783867323796 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>

<ref name="HOB-12">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>

<ref name="Metzler-Poeschel">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/3824603217 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>

<ref name="MTB-1608">Messtischblatt 1608: Bergen. Reichsamt für Landesaufnahme, 1902, abgerufen am 4. Februar 2022.</ref>

<ref name="Pfarrbereich">Pfarrbereich Osterwohle-Dähre. In: ekmd.de. Abgerufen am 18. Mai 2023.</ref>

<ref name="Riedel-15, S. 2">Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA</ref>

<ref name="Riedel-15, S. 4">Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA</ref>

<ref name="Riedel-25">Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA</ref>

<ref name="Schulze">Hans K. Schulze: Die Besiedlung der Altmark. In: Helmut Beumann (Hrsg.) Festschrift für Walter Schlesinger, Band 1, 1973, S. 143</ref>

<ref name="Zahn-1928">Vorlage:BibOCLC</ref>

</references>

Vorlage:Klappleiste/Anfang Bonese | Dähre | Dahrendorf | Eickhorst | Fahrendorf | Hohendolsleben | Holzhausen | Kleistau | Kortenbeck | Lagendorf | Markau | Rustenbeck | Schmölau | Siedendolsleben | Wendischhorst | Wiewohl | Winkelstedt Vorlage:Klappleiste/Ende Vorlage:Hinweisbaustein