Treckschute
Eine Treckschute (auch Treckschüte oder Treckschüt, {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) ist ein Holzboot für Passagiere und Fracht ohne eigenen Antrieb (Schute), das von Zugtieren und mitunter auch von Menschen getreidelt (getreckt) wurde. Mit dem sogenannten Treckseil wurden die Boote vom Leinpfad (Treckweg) an den Ufern aus über Kanäle und ruhige Flüsse gezogen.<ref>Vorlage:Adelung-1793</ref> Die Boote waren geschlossen und mit Bänken ausgestattet. Sie fuhren ähnlich wie Postkutschen auf festen Linien nach einem Fahrplan. Treckschüten waren vor allem in den Niederlanden gebräuchlich.<ref>Vorlage:Brockhaus-1809</ref>
Dort entstand ab dem 16. Jahrhundert ein Netz von Verbindungen, das als frühes öffentliches Verkehrssystem bezeichnet werden kann.<ref name="TrainWorld">1. Die frühen Anfänge (1830–1835). In: Train World. Abgerufen am 15. November 2020.</ref> Der erste für Treckschuten angelegte Kanal verband ab 1587 Rotterdam und Delft. Später kamen immer mehr Kanäle hinzu, und die zunächst getrennten Verbindungen wurden nach und nach zu einem großen Netz. Die Zentren waren dabei Amsterdam und Rotterdam.<ref name="Kooij">Pim Kooij: Städte und ihr Umland in den Niederlanden vom Mittelalter bis ins zwanzigste Jahrhundert. In: Johannes Renes, Winfried Schenk (Hrsg.): Siedlungsforschung: Archäologie – Geschichte – Geographie. Band 26. ARKUM e. V., 2008, ISSN 0175-0046, S. 40–44 (kulturlandschaft.org [PDF; abgerufen am 15. November 2020]).</ref> Um 1700 war das Netz der Treckschuten in den Niederlanden 700 Kilometer lang.<ref>Hans von Ham: Den Gütertransport im Blut. In: NZZ. 24. Mai 2004, abgerufen am 15. November 2020.</ref>
Eine Treckschüt bot meist Platz für etwa 30–40 Reisende, die auf seitlichen Bänken unter Deck saßen.<ref name="Zedler" /> Die Schuten transportierten auch Güter, insbesondere wertvolle Waren.<ref name="Kooij" /> Die Zugtiere wurden von einem Treiber geführt.<ref name="Zedler">Treckschut. In: Johann Heinrich Zedler: Grosses vollständiges Universal-Lexicon Aller Wissenschafften und Künste. Band 45, Leipzig 1745, Sp. 334 f.</ref> Die durchschnittliche Reisegeschwindigkeit betrug 3<ref name="TrainWorld" />–7<ref name="Kooij" /> km/h. Mit dem Aufkommen der Chausseen, der Eisenbahn<ref name="Kooij" /> und der Dampfschifffahrt verschwanden die Treckschuten.
-
Modell der Treckschut Amsterdam–Haarlem, 1716
-
Ansicht von Den Haag, gesehen von Delftse Vaart im 17. Jahrhundert, Ölgemälde von Cornelis Springer, 1852
-
Innenraum einer Treckschüte, Zeichnung von Simon Fokke, 16. Juni 1760
-
Treckschut in Amsterdam (Weesperzijde), Foto von Jacob Olie, 1901
Weblinks
Einzelnachweise
<references />