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Gelborange S

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
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Strukturformel
Strukturformel von Gelborange S
Allgemeines
Name Gelborange S
Andere Namen
Summenformel C16H10N2Na2O7S2
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 220-491-7
ECHA-InfoCard 100.018.629
PubChem 17730
ChemSpider 11431290
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 452,36 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

0,617 g·cm−3<ref name="SIGMA">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei Sigma-AldrichVorlage:Abrufdatum (PDF).</ref>

Schmelzpunkt

> 300 °C<ref name="SIGMA"/>

Siedepunkt

390–393 °C (Zersetzung)<ref name="Gestis" />

Löslichkeit
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="Gestis">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>
keine GHS-Piktogramme

H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze<ref name="SIGMA" />
Toxikologische Daten

>10000 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)<ref name="SIGMA" />

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Gelborange S, auch Sunsetgelb FCF, ist ein künstlicher säure- und lichtechter Lebensmittelfarbstoff aus der Klasse der Azofarbstoffe.<ref name="Roth">Klaus Roth: Chemische Köstlichkeiten. John Wiley & Sons, 2010, ISBN 978-3-527-32752-2, S. 138 (books.google.com).</ref> Er wird als Lebensmittelzusatzstoff E 110 bevorzugt in Fertignahrung wie Zitrusfrüchtejoghurt oder in gelblichen Käsesorten eingesetzt.

Eigenschaften

Gelborange S ist ein stark gelbstichig wirkender oranger Farbstoff.<ref>Müfit Bahadir, Harun Parlar, Michael Spiteller: Springer Umweltlexikon. Springer-Verlag, 2013, ISBN 978-3-642-56998-2, S. 617 (books.google.com).</ref> Das Absorptionsmaximum liegt bei 482 nm.<ref name="SIGMA" />

Er ist sehr stabil gegenüber Fruchtsäuren, Licht und Hitze<ref>Hans-Ulrich Grimm, Bernhard Ubbenhorst: Chemie im Essen: Lebensmittel-Zusatzstoffe. Wie sie wirken, warum sie schaden. Knaur eBook, 2013, ISBN 978-3-426-41605-1 (books.google.com).</ref>, aber nur mäßig alkalibeständig.<ref name="roempp" /> Er wird durch die Reduktionswirkung von Ascorbinsäure langsam entfärbt<ref>Peter Kuhnert: Lexikon Lebensmittelzusatzstoffe: Zusatzstoffe, Enzyme, technische Hilfsstoffe, Nahrungsergänzungsstoffe. Behr's Verlag DE, 2014, ISBN 978-3-95468-000-9, S. 122 (books.google.com).</ref> und ist empfindlich gegenüber Benzoesäure und SO2.<ref name="Roth" />

Verwendung

Als Farbstoff findet Gelborange S unter anderem Verwendung in Arzneimitteln und Lebensmitteln.

Arzneimittel

In Arzneimitteln wird Gelborange S in ACE-Hemmern,<ref name="ODDB">Rami Q. In: Open Drug Database. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 28. Juli 2017; abgerufen am 28. Juli 2017.</ref> Antiseptika zur Hautdesinfektion (Färbung, um die bereits behandelten Stellen zu kennzeichnen),<ref>ChloraPrep gefärbt 20 mg/ml + 0,7 ml / Lösung zur Anwendung auf der Haut. (PDF; 20 kB) bei Pharmazie.com, abgerufen am 25. August 2011.</ref> einigen Arzneimitteln zur Kaliumsubstitution und Vetmedin (Arzneimittel für Hunde bei Herzerkrankungen)<ref>Eintrag zu Vetmedin bei Vetpharm, abgerufen am 28. Juli 2017.</ref> verwendet.

Lebensmittel

In Deutschland wurde Gelborange S durch die Farbstoff-Verordnung ab 1959 für die Verwendung in Lebensmitteln zugelassen.<ref name="BGBl1959" /> Zur Übernahme der Richtlinie des Rats zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten für färbende Stoffe, die in Lebensmitteln verwendet werden dürfen in nationales Recht wurde die Farbstoff-Verordnung 1966 angepasst und für Gelborange S die E-Nummer E 110 aufgenommen.<ref name="BGBl1966" /> Ab 1978 wurde die Verwendung in Deutschland durch die Zusatzstoff-Zulassungsverordnung geregelt. Durch die Verordnung (EG) Nr. 1333/2008, die am 20. Januar 2009 in Kraft trat, ist die Verwendung von Gelborange S als Lebensmittelzusatzstoff im ganzen EWR einheitlich geregelt.<ref name="VO2008/1333" />

Es darf in geringen Mengen für fermentierte Milchprodukte sowie Sahneprodukte, mostarda di frutta, Sobrasada, Süßwaren, kandierte Früchte, Kaugummi, Verzierungen und Rührteig, Umhüllungen für Fleisch und Wurst, Lachsersatz, Fischrogen, Senf, Soßen, vegetarische Eiweißprodukte, diätetische Lebensmittel, Nahrungsergänzungsmittel, aromatisierte Getränke und Weine, Apfel-, Birnen- und Fruchtwein, weinhaltige Getränke, Spirituosen, und Dessertspeisen verwendet werden. Je nach Anwendung liegt die zulässige Höchstmenge zwischen 10 und 200 mg/kg.<ref name="VO2008/1333" /><ref name="VO2012/232" /> Die Mengen sind dabei so gewählt, dass ein ADI von 1 mg/kg eingehalten werden kann.<ref name="VO2012/232" /> Verwendet wird E 110 z. B. in Aperol, Asia Reis- und Erdnusssnacks, Bubble Teas, Fruchtgummi, Götterspeise und Lachsersatz.

Gesundheitliche Aspekte

Zum 1. Juni 2013 wurde die erlaubte Tagesdosis von bisher maximal 2,5 mg/kg Körpergewicht zunächst auf 1 mg/kg Körpergewicht gesenkt.<ref>Gisela Horlemann: Umstrittene Farbstoffe in Lebensmitteln werden drastisch eingeschränkt. In: Food Monitor. 8. Mai 2013, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 22. Dezember 2015; abgerufen am 14. Dezember 2015.</ref> Angesichts neuer vorliegender Daten wurde am 15. Mai 2014 eine erlaubte Tagesdosis von 4 mg/kg Körpergewicht festgelegt.<ref>Gelborange S: EFSA legt ADI fest. EFSA, 15. Juli 2014, abgerufen am 18. Juli 2014.</ref>

Gelborange S ist im Anhang V der Verordnung (EG) Nr. 1333/2008 aufgeführt, daher müssen Lebensmittel, die Gelborange S enthalten, seit dem 20. Oktober 2010 mit dem Warnhinweis „Kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen“ versehen werden.<ref name="VO2008/1333" /><ref>Assessment of the results of the study by McCann et al. (2007) on the effect of some colours and sodium benzoate on children's behaviour - Scientific Opinion of the Panel on Food Additives, Flavourings, Processing Aids and Food Contact Materials (AFC). In: EFSA Journal. Band 6, Nr. 3, 2008, S. 660, doi:10.2903/j.efsa.2008.660.</ref>

Zur Frage, ob E110 als Karzinogen wirkt, finden sich in wissenschaftlichen Veröffentlichungen unterschiedliche Ergebnisse.<ref name="ODDB" /><ref>Hans-Harald Sedlacek: Onkologie - die Tumorerkrankungen des Menschen: Entstehung, Abwehr und Behandlungsmöglichkeiten. de Gruyter, Berlin / Boston 2013, ISBN 3-11-025594-4, S. 259 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref><ref name=EFSA2009 />

Siehe auch

Einzelnachweise

<references> <ref name="BGBl1959">BGBl. 1959 I S. 756 vom 19. Dezember 1959</ref> <ref name="BGBl1966">BGBl. 1966 I S. 74 vom 20. Januar 1966</ref> <ref name="EFSA2009"></ref> <ref name="VO2008/1333">Verordnung (EG) Nr. 1333/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Dezember 2008 über LebensmittelzusatzstoffeVorlage:Abrufdatum.</ref> <ref name="VO2012/232">Verordnung (EU) Nr. 232/2012 der Kommission vom 16. März 2012 zur Änderung des Anhangs II der Verordnung (EG) Nr. 1333/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates hinsichtlich der Verwendungsbedingungen und Verwendungsmengen für Chinolingelb (E 104), Gelborange S (E 110) und Cochenillerot A (Ponceau 4R) (E 124)Vorlage:Abrufdatum.</ref> </references>