Luzius Wildhaber
Peter Luzius Wildhaber<ref name=":0" /> (* 18. Januar 1937 in Basel; † 21. Juli 2020;<ref>Daniel Gerny: Ein Völkerrechtler mit Beharrlichkeit und Leidenschaft – Luzius Wildhaber ist gestorben. In: Neue Zürcher Zeitung. 24. Juli 2020.</ref> heimatberechtigt in Basel<ref>Conseil de l’Europe: Assemblée parlementaire Documents de séance Session ordinaire 2001 (Deuxième partie), Volume IV. Council of Europe, 2001, ISBN 92-871-4640-3, S. 171 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> und Walenstadt<ref name=":0" />) war ein Schweizer Völkerrechtler und Hochschullehrer. Er war von 1998 bis Januar 2007 Präsident des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte.
Leben
Kindheit und Ausbildung
Luzius Wildhaber wurde in Basel als Sohn des Volkskundlers Robert Wildhaber und der Gertrud Mathilda geb. Füglistaller geboren.<ref name=":0">Paul Gubser: Walenstadter Chronik „immer wieder diese Walenstadter …“ Sarganserländer, Mels 2007, ISBN 978-3-907926-44-4, S. 421.</ref> Er studierte Rechtswissenschaften in Basel, Paris, Heidelberg, London und Yale. Er war Mitglied der Studentenverbindung Zofingia. 1961 promovierte er in Basel zum Doktor der Rechte. An der Yale Law School erhielt er 1965 den LL.M. und 1968 den Doctor of Juridical Science. 1969 wurde Wildhaber an der Universität Basel habilitiert.
Berufliche Laufbahn
Von 1971 bis 1977 war Wildhaber Professor an der Universität Freiburg. Von 1977 bis 1998 war er Professor für Völker-, Staats- und Verwaltungsrecht und vergleichendes Staatsrecht an der Universität Basel. Von 1992 bis 1994 stand Wildhaber der Universität Basel als Rektor vor.
Seine Richterkarriere begann als Richter am Staatsgerichtshof des Fürstentums Liechtenstein, dem liechtensteinische Verfassungsgericht. Fürst Franz Josef II. hatte ihn 1975 zum Richter ernannt (bis 1988). Von 1989 bis 1994 war er Richter am Administrative Tribunal der Interamerikanischen Entwicklungsbank. 1991 wurde er dann an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte berufen. Als dieser 1998 in einen ständig tagendes Gericht umgewandelt wurde, wurde Wildhaber dessen erster Präsident.
Im Juli 2000 spielte er kurzzeitig eine wichtige politische Rolle, als er von der EU mit der Auswahl eines dreiköpfigen Rats der Weisen beauftragt wurde, der die Menschenrechtssituation in Österreich beurteilen sollte. Als Reaktion auf die Beteiligung der FPÖ an der Regierung im Februar 2000 hatten die übrigen EU-Staaten ihre Beziehungen zu Österreich eingefroren; das Gutachten des Rats sollte diese Krise entschärfen.
Sein Nachfolger als Präsident des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte wurde der Franzose Jean-Paul Costa (2007), als Richter der Schweizer Giorgio Malinverni (2006).
Seit 1989 war er ordentliches Mitglied der Academia Europaea.<ref>Mitgliederverzeichnis: Luzius Wildhaber. Academia Europaea, abgerufen am 16. August 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Privatleben
Am 20. August 1963 heiratete er die Akademikerin Simone Wildhaber-Creux.<ref name=":02">Luzius Wildhaber. Abgerufen am 24. Januar 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Zusammen hatten sie zwei Töchter, Anne Wildhaber (* 1968) und Isabelle Wildhaber (* 1973), die ebenfalls Juristinnen sind. Nach dem Tod seiner Frau im Jahr 1994 heiratete er erneut. Später lebte er geschieden.<ref>Zur Person | Juristische Fakultät. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 5. September 2019; abgerufen am 5. September 2019.</ref>
Auszeichnungen
- 2000: Stern von Rumänien
- 2003: Komtur des Litauischen Verdienstordens
- 2006: Großes Goldenes Ehrenzeichen am Bande für Verdienste um die Republik Österreich<ref>Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952 (PDF; 6,9 MB)</ref>
- 2007: Kommandeur des Ordens von Oranien-Nassau
- 2009: Anna-Göldi-Menschenrechtspreis der Anna-Göldi-Stiftung
- 2011: Award of Merit der Yale Law School Association<ref>Interview</ref>
- 2017: Ehrenmitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften<ref>Verstorbene Mitglieder: Luzius Wildhaber. Österreichische Akademie der Wissenschaften, abgerufen am 5. April 2022.</ref>
Siehe auch
Weblinks
- Literatur von und über Luzius Wildhaber im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Luzius Wildhaber, Website der Juristischen Fakultät der Universität Basel
- Wildhaber steps down from human rights court, swissinfo, 25. Dezember 2006. (Interview, in dem Luzius Wildhaber seine Tätigkeit umschreibt)
- Ljudmila Alexejewa, A. Antonow: Rechtsprechung nach Bedarf, Moskauer Deutsche Zeitung, 26. November 2006.
- Luke Harding: I was poisoned by Russians, human rights judge says, The Guardian, 1. Februar 2007.
- Luzius Wildhaber in der Archivdatenbank des Schweizerischen Bundesarchivs
Einzelnachweise
<references />
Vorlage:Klappleiste/Anfang Arnold McNair | René Cassin | Henri Rolin | Sir Humphrey Waldock | Giorgio Balladore Pallieri | Gérard Wiarda | Rolv Ryssdal | Rudolf Bernhardt | Luzius Wildhaber | Jean-Paul Costa | Sir Nicolas Bratza | Dean Spielmann | Guido Raimondi | Linos-Alexandre Sicilianos | Róbert Ragnar Spanó | Síofra O’Leary | Marko Bošnjak | Mattias Guyomar Vorlage:Klappleiste/Ende
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Wildhaber, Luzius |
| ALTERNATIVNAMEN | Wildhaber, Peter Luzius (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | Schweizer Völkerrechtler, Hochschullehrer und Richter |
| GEBURTSDATUM | 18. Januar 1937 |
| GEBURTSORT | Basel |
| STERBEDATUM | 21. Juli 2020 |
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- Präsident (Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte)
- Staatsrechtler (20. Jahrhundert)
- Völkerrechtler (20. Jahrhundert)
- Rektor (Universität Basel)
- Hochschullehrer (Universität Freiburg, Schweiz)
- Mitglied der Academia Europaea
- Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Korporierter im Schweizerischen Zofingerverein
- Träger des Ordens von Oranien-Nassau (Kommandeur)
- Träger des Sterns von Rumänien (Großoffizier)
- Träger des Großen Goldenen Ehrenzeichens am Bande für Verdienste um die Republik Österreich
- Träger des Ordens für Verdienste um Litauen
- Ehrendoktor der Universität Augsburg
- Schweizer
- Geboren 1937
- Gestorben 2020
- Mann