Schleitheim
| Schleitheim | ||||||
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| Staat: | Vorlage:CHE2 | |||||
| Kanton: | Datei:Wappen Schaffhausen matt.svg Schaffhausen (SH) | |||||
| Bezirk: | Schleitheim | |||||
| BFS-Nr.: | 2952 | |||||
| Postleitzahl: | 8226 | |||||
| Koordinaten: | 678336 / 289231
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| Höhe: | 467 m ü. M. | |||||
| Höhenbereich: | Vorlage:Metadaten Höhenbereich CH–Vorlage:Metadaten Höhenbereich CH m ü. M.<ref>Vorlage:Metadaten Höhenbereich CH </ref> | |||||
| Fläche: | Vorlage:Metadaten Fläche CH km²<ref>Vorlage:Metadaten Fläche CH </ref> | |||||
| Einwohner: | 1845 (31. Dezember 2024)<ref>Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach Bezirken und Gemeinden, 1991–2024. In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik, abgerufen am 28. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst). </ref> | |||||
| Einwohnerdichte: | Fehler im Ausdruck: Nicht erkanntes Satzzeichen „[“ Einw. pro km² | |||||
| Ausländeranteil: (Einwohner ohne Schweizer Bürgerrecht) |
Vorlage:Metadaten Ausländeranteil CH-SH (Fehler: Ungültige Zeitangabe)<ref>Vorlage:Metadaten Ausländeranteil CH-SH </ref> | |||||
| Website: | www.schleitheim.ch | |||||
Schleitheim
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| Lage der Gemeinde | ||||||
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Bild:Karte Gemeinde Schleitheim 2010.png|280px|rahmenlos|zentriert|Karte von Schleitheim poly 0 1002 0 0 1136 0 1132 67 1234 101 1258 191 1171 217 1056 155 974 189 915 205 866 228 810 242 775 314 690 262 666 287 604 292 567 322 502 298 464 325 445 357 372 408 339 472 318 540 252 573 230 593 225 674 185 709 201 819 220 837 212 910 133 916 104 953 103 979 51 976 24 1004 Deutschland poly 479 999 492 985 495 960 462 958 434 878 478 857 498 866 526 839 571 825 563 793 595 768 643 699 695 700 761 728 767 760 806 773 806 796 766 822 733 824 728 804 694 802 675 820 645 825 637 845 592 855 600 879 583 905 622 940 612 958 665 1007 654 1027 737 1135 851 1139 878 1159 883 1137 904 1140 917 1102 903 1083 905 1054 947 1006 975 940 1023 939 1040 965 1010 970 1042 983 1069 982 1114 1010 1120 1042 1155 1071 1155 1111 1170 1132 1167 1161 1145 1174 1139 1197 1147 1209 1146 1264 1129 1283 1155 1301 1182 1284 1180 1313 1198 1318 1200 1355 1222 1384 1216 1391 523 1391 523 1001 Bezirk Oberklettgau poly 1221 1391 1199 1361 1195 1322 1179 1315 1179 1285 1154 1297 1130 1283 1144 1266 1147 1210 1141 1203 1144 1177 1161 1162 1169 1130 1159 1115 1153 1071 1118 1042 1115 1013 1069 984 1035 981 1009 970 1037 964 1024 941 978 939 981 902 1047 817 1052 790 1020 787 962 748 954 726 977 702 1027 682 1026 660 1010 641 1025 615 1099 609 1128 626 1151 613 1151 580 1195 550 1202 434 1183 362 1183 334 1171 307 1182 275 1172 221 1257 189 1232 100 1137 67 1135 0 1473 0 1474 1391 Bezirk Schaffhausen poly 18 1003 50 978 101 976 101 951 133 921 207 914 223 838 275 839 322 845 368 825 416 849 425 853 460 956 496 958 495 983 478 1002 Bezirk Unterklettgau poly 699 372 740 372 773 342 775 320 817 240 874 231 919 202 992 180 1060 151 1174 222 1180 279 1171 309 1186 337 1185 363 1203 433 1196 551 1153 580 1152 615 1130 626 1094 610 1026 614 1021 589 966 578 924 561 868 568 822 512 756 492 704 458 679 424 Beggingen poly 222 840 201 820 183 705 225 672 230 589 257 569 313 542 351 453 375 412 442 356 463 328 504 296 573 321 606 294 666 285 690 262 774 311 774 340 743 375 697 373 678 423 703 458 756 492 824 508 867 569 925 560 964 578 1022 589 1023 619 1012 640 1024 659 1024 681 975 703 939 703 869 727 816 751 809 773 771 766 759 727 691 702 647 702 585 776 560 794 571 824 522 841 495 867 477 860 432 877 424 853 369 823 323 847 273 837 Schleitheim poly 592 853 637 845 646 825 679 824 693 800 730 800 737 819 767 824 807 796 807 777 815 752 876 727 937 703 976 705 953 724 963 747 1024 787 1057 789 1051 813 982 901 979 939 949 1009 907 1053 903 1076 919 1098 903 1140 880 1140 879 1160 847 1143 738 1140 683 1061 654 1032 663 1008 612 959 622 942 583 901 598 877 Siblingen desc bottom-right</imagemap> | ||||||
Schleitheim, im ostschweizerischen Ortsdialekt Schlaate <templatestyles src="IPA/styles.css" />,<ref>Sprachatlas der deutschen Schweiz, Band V 1b.</ref><ref name="lsg">Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen, hrsg. vom Centre de Dialectologie an der Universität Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol, Frauenfeld/Lausanne 2005, S. 809.</ref> ist eine politische Gemeinde im schweizerischen Kanton Schaffhausen.
Geographie
Lage
Das Dorf Schleitheim liegt eingebettet im Schleitheimertal im Nordwesten des Kantons, umgeben vom Staufenberg und dem Randen, einem Juraausläufer.
Im Nordwesten bildet die Wutach die Grenze zu Deutschland. Im Ortsteil Oberwiesen befindet sich der einzige Zoll auf Gemeindegebiet. Die schweizerischen Nachbargemeinden von Schleitheim sind das bekannte Rebbaudorf Hallau, der Kantonshauptort Schaffhausen sowie die kleineren Gemeinden Beggingen, Siblingen, Gächlingen und Oberhallau. Auf deutscher Seite grenzt Schleitheim an Stühlingen im Westen und Blumberg im Norden.
Klima
Schleitheim liegt in der gemässigten Klimazone. Prägend für das Klima sind einerseits Winde aus westlichen Richtungen, die oft Niederschlag heranführen, andererseits die Bise (Ost- oder Nordostwind), die meist mit Hochdrucklagen verbunden ist, aber in allen Jahreszeiten kühlere Witterungsphasen verursacht als im Mittel zu erwarten wären. Der in den Alpentälern und am Alpenrand wichtige Föhn zeigt im Normalfall keine besonderen klimatischen Auswirkungen auf Schleitheim, abgesehen von einer klaren Fernsicht, die die gesamte Bergkette der Schweizer Alpen sichtbar werden lässt.
Schleitheim liegt in einem trockenen Gebiet, denn die Jahresniederschlagsmenge liegt im Schnitt bei 995 mm. Der trockenste Monat ist der Oktober mit 64 mm, der feuchteste der August mit 112 mm. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 8,7 °C, wobei der Januar mit −0,5 °C der kälteste und der Juli mit 17,5 °C der wärmste Monat ist.
Geschichte
Die Gegend des heutigen Schleitheim war bereits in römischer Zeit besiedelt. Der damalige Vicus trug – wie dank der auf das 4. Jahrhundert zurückgehenden Tabula Peutingeriana bekannt ist – den Namen Juliomagus. Es war eine Etappe einer römischen Fernstrasse von Como bis nach Grinario am Neckar. Der deutsche Name findet sich erstmals im Jahr 995 als Sleitheim bezeugt. Er ist aus althochdeutsch *sleit «sanft abfallend, geneigt» (vgl. gleichbedeutend schweizerdeutsch schleit, schleiter) und althochdeutsch heim «Haus, Wohnort» zusammengesetzt und bedeutet damit «Siedlung am sanften Hang, auf der schiefen Ebene».<ref>Schweizerisches Idiotikon, Band IX, Spalte 766, Artikel schleit (Digitalisat).</ref>
Schleitheim war bereits im 10. Jahrhundert Teil der historischen Randentalschaft.
Historische Bedeutung erlangte Schleitheim unter anderem als Abfassungsort der unter Federführung von Michael Sattler entstandenen Schleitheimer Artikel von 1527, dem ältesten Glaubensbekenntnis der reformatorischen Täufer.
Im Jahr 1530 gingen Schleitheim und Beggingen im Tausch gegen Grafenhausen und Birkendorf von der Landgrafschaft Stühlingen an die Stadt Schaffhausen über.<ref>grafenhausen.de: Geschichte. Abgerufen am 21. Juli 2012</ref>
Dorfbrand von 1747
Am 13. September 1747 zerstörte ein Dorfbrand 42 Wohnhäuser, 36 Scheunen, je zwei Wein- und Öltrotten, die Gerbe, die Gemeindemetzgerei, das Zeughaus und die gedeckte Bachbrücke. 118 Haushaltungen waren vom Grossbrand betroffen, 369 Personen wurden obdachlos. Ursache des Brandes war ein Feuer in der Gerbe am Bach. An diesem Tag herrschte ein starker Südwind. Die meisten Dorfbewohner arbeiteten auf dem Feld. Durch Funkenwurf fingen die mit Schindeln oder Stroh bedeckten Liegenschaften im Mitteldorf Feuer und brannten vollständig nieder. Die Solidarität mit den Schleitheimern war gross. Dank einer beispielhaften Sammelaktion konnten die Dorfbewohner 1748 über 30 Häuser wiederaufbauen, darunter das ‹Gmaandhus› und das Amthaus, heute bekannt unter dem Namen Brauerei. Die Häuser wurden meist auf den noch intakten Fundamenten und Mauern neu aufgebaut. Trotzdem war der Materialbedarf riesig, vor allem Holz. Acht Hektaren Föhrenwald wurden zur Deckung des Materialbedarfs kahlgeschlagen. Vermutlich fanden beim Wiederaufbau viele Handwerker aus der deutschen Nachbarschaft eine Beschäftigung. Darauf deuten süddeutsche Baumerkmale hin, z. B. ein dreimal vorragender Ostgiebel des Hauses Im Hof. Das Baujahr 1748 lässt sich heute noch bei acht Häusern als Inschrift finden.<ref>Auf den Spuren des Dorfbrandes von 1747, In: Schaffhauser Nachrichten vom 24. Juni 2021 (nur im gebührenpflichtigen Archiv)</ref><ref>Museum Schleitheim: Geschichte</ref>
Wappen
Blasonierung: In rot schwarzer Stierkopf.
1569 findet sich als das Schleitheimer Wappen einen ganzen, roten Ochsen auf weissem Hintergrund. Kurze Zeit später findet man den weissen Stier mit gelben Hörnern in rot. Der Ochse als Wappentier stammt von Ludwig Ochs, dem ersten Obervogt (1559–1569) von Schleitheim. Vermutlich wurde es aus mangelndem Wissen über die Herkunft des Wappens als Gemeindewappen interpretiert, da es auf den amtlichen Dokumenten zu finden war. Auf einem Siegel 1792 findet sich erstmals der Stierkopf auf rot schraffiertem Grund. Bei der Bereinigung 1949 wurde der Gemeindeversammlung die beiden Varianten, ganzer Ochs oder nur sein Kopf, vorgeschlagen, wobei letzteres sich durchsetzte. Für die Tinktur wurde diejenige aus dem 16. Jahrhundert gewählt.<ref>Berty Bruckner-Herbstreit: Die Hoheitszeichen des Standes Schaffhausen und seiner Gemeinden. Reinach-Basel 1951, S. 271–274.</ref>
Wirtschaft
Arbeit
Die Gemeinde lebt vom Gewerbe und der Landwirtschaft sowie den zahlreichen Wegpendlern, die vor allem in Schaffhausen und in Neuhausen am Rheinfall arbeiten.
Verkehr
Die an Deutschland (Gemeinde Stühlingen) grenzende Gemeinde war der Endpunkt der ehemaligen Strassenbahn Schaffhausen–Schleitheim. Strassenverbindungen existieren nach Oberwiesen – Staatsgrenze beziehungsweise Schaffhausen sowie Ortsverbindungen nach Beggingen und Hallau.
Im öffentlichen Nahverkehr wird Schleitheim durch die Autobusse der Verkehrsbetriebe Schaffhausen vbsh bedient. Ein Vorgängerunternehmen war die Autoverbindung Schaffhausen-Schleitheim (ASS). Diese wiederum folgte der Gesellschaft Strassenbahn Schaffhausen–Schleitheim.
Ein Radweg führt durch die raren Weinberge nach Oberwiesen und dem Grenzübergang an der Wutach. Für Mountainbiker interessant ist der Weg auf den Schlossranden von Schleitheim über den Strickhof bis zum ‚Schlaatemer‘ Randenturm.
Regionale Spezialitäten
Zu dem landesweit bekannten regionalen Spezialitäten aus Schleitheim gehört das Süssgebäck Schlaatemer Rickli, das zum kulinarischen Erbe der Schweiz gezählt wird.
Persönlichkeiten
- Jakob Baechtold (1848–1897), Professor in Zürich und Feuilletonleiter bei der Neuen Zürcher Zeitung, in Schleitheim geboren
- Samuel Wanner (1853–1911), Unternehmer und Politiker, Nationalrat, in Schleitheim geboren
- Jakob Bächtold (1905–1993), Ingenieur, Politiker (LdU) und Umweltschützer, in Schleitheim geboren
- Karl Neck (1908–1997), Pfarrer der evangelisch-reformierten Kirche
- Elsa Pletscher (1908–1998), Plastikerin, Malerin und Zeichnerin, in Schleitheim geboren
- Werner Weber (1942–2001), Radrennfahrer
- Hansi Bächtold (* 1946), 4-facher Motocrossweltmeister 1984–1987
- Daniela Baumer, verheiratete Tenger (* 1971), Silbermedaillengewinnerin Olympische Spiele 1996 Atlanta 500 m Viererkajak
- Thomas Stamm (* 1983), Fussballspieler und -trainer
Sehenswürdigkeiten
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- Gipsmuseum Schleitheim
- Ortsmuseum Schleitheim: Im Täuferzimmer befindet sich eines der wenigen noch erhaltenen Druckexemplare des bekannten Schleitheimer Bekenntnisses, das 1527 vom Benediktinermönch Michael Sattler zusammen mit Schweizer Täuferführern verfasst wurde.
- Thermenmuseum Juliomagus
- Schleitheimer Randenturm mit Ruine der Randenburg
Literatur
- Martin Akeret Weishaupt: Schleitheim. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
- Markus Höneisen: Iuliomagus. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
- Anke Burzler: Das frühmittelalterliche Schleitheim. Siedlung, Gräberfeld und Kirche (Schaffhauser Archäologie, Band 5). Schaffhausen 2002, ISBN 3-9521868-2-1.
- Eckhard Deschler-Erb: Römische Kleinfunde und Münzen aus Schleitheim. Iuliomagus (Beiträge zur Schaffhauser Archäologie, Band 4). Schaffhausen 2010, ISBN 978-3-9521868-8-6.
- Jürg E. Schneider: Turicum, Vitudurum, Iuliomagus = Zürich, Winterthur und Schleitheim. Drei römische Siedlungen in der Ostschweiz. Zürich 1988, ISBN 3-85932-002-5.
- René Steiner: Stühlingen und Schleitheim. Zwei Grenzgemeinden. In: Schaffhauser Magazin 26 (2003), No. 4, S. 5–47.
- Christian Wanner: Geschichte von Schleitheim. Schleitheim 1985.
- Hans Wanner: Schlaathe. Beiträge zur Geschichte, Geographie und Wirtschaft von Schleitheim. Schleitheim 1979.
Weblinks
- Offizielle Website der Gemeinde Schleitheim
- Vorlage:ISOS
- Tourismus Schleitheim-Beggingen
- Infos zum Gipsmuseum Schleitheim
Einzelnachweise
<references />
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