Maria-Kannon
Als Maria-Kannon (jap. {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) bezeichnet man im Japan des frühen 17. Jh. aufgekommene Statuen der buddhistischen Gottheit Kannon, die von einheimischen Kryptochristen (Kakure Kirishitan ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), kakure kirishitan)) zur Verehrung der Gottesmutter Maria genutzt wurden.
1549 begann mit der Landung des Jesuiten Francisco de Xavier die christliche Mission in Japan, die während der ersten Jahrzehnte einige Erfolge zeitigte, doch nach dem Erlass des ersten antichristlichen Edikts (1587) durch Toyotomi Hideyoshi einer zunehmend schärferen Unterdrückung ausgesetzt war und schließlich 1639 mit der Ausweisung der verbliebenen Missionare und dem Verbot des Christentums zusammenbrach. Wer unter den einheimischen Christen überleben wollte, musste Formen der Glaubensausübung finden, die nicht den Argwohn der Behörden oder möglicher Denunzianten weckten.
Besonders im Westen und Nordwesten von Kyūshū, wo sich die Kakure Kirishitan bis zur Öffnung des Landes im 19. Jh. halten konnten, nutzte man anstelle der europäisch geprägten Marienfiguren Figuren der Gottheit Kannon (Sanskr. Avalokitêśvara, chinesisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), Pinyin {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)). Ikonographisch gab es eine Reihe von Ähnlichkeiten, die der Tarnung dienlich waren. Der Bodhisattva Avalokitêśvara hatte in China weibliche Züge angenommen und wurde im japanischen Buddhismus in drei Formen verehrt, die eng mit Geburt und Mutterschaft verbunden waren: Juntei Kannon ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value))<ref>Im Sanskrit Cundī genannt, fand diese Gottheit in China als „Bodhisattva der Extremen Reinheit“ (chinesisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), Pinyin {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) oder „Buddha Mutter der Extremen Reinheit“ (chinesisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), Pinyin {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) besonders im esoterischen Buddhismus große Verbreitung. Sie wird gewöhnlich mit achtzehn Armen dargestellt. </ref>, Koyasu Kannon ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value))<ref>Diese Gottheit hat ihre Wurzeln in der mythologischen Prinzessin Konohana-sakuya-hime ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)), eine auch als Koyasu-sama ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) bekannte Shintō-Gottheit, die man um sichere und leichte Geburten (koyasu) bat. Verbreitet auch in der Form des Koyasu Jizō ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)), eines schützenden Bodhisattva mit „männlichen“ Zügen.</ref> und Jibo Kannon ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value))<ref>Diese Gottheit tauchte im 14./15. Jh. in China als „Kindergebende Kannon“ (chinesisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), Pinyin {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) auf, fand ihren Weg nach Japan aber erst im frühen 17. Jh.</ref>. Die beiden letzteren wurden zur Marienverehrung genutzt. Gelegentlich nutzte man auch Figuren der buddhistischen Gottheit Kishimojin ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), Sanskrit Hārītī).<ref>Das Fest der Kishimojin in Sendai fand nach dem alten Kalender am fünfzehnten Tag des achten Monats (Maria Himmelfahrt) statt. Hierbei lagen vor der Statue Esstabletts mit zwölf Paar Essstäbchen.</ref> Sie hält gewöhnlich ein Kind im Arm und in der anderen Hand einen Granatapfel als Symbol der Fruchtbarkeit.
Neben aus China eingeführten Porzellanfiguren verbreiteten sich auch im Lande hergestellte Figuren aus Keramik oder Holz. Hier finden sich oft verdeckte Kreuzformen, sei es als Diadem im Kopfschmuck, sei es als Anhänger am Hals oder in anderen Accessoires. Besonders unter den Kryptochristen im Raum Nagasaki/Hirado und auf den Gotō-Inseln wurden diese Figuren bis zur Aufhebung des Christenverbot im Jahre 1873 verwendet.
Literatur
- Chün-fang Yü: Kuan-yin, The Chinese Transformation of Avalokitesvara, Columbia University Press 2001, ISBN 0-231-12029-X
- Reis-Habito, Maria: Maria Kannon: Die Gottesmutter im buddhistischen Gewand. In: Komparative Philosophie der Gegenwart. Hisaki Hashi / Werner Gabriel (Hg.), Wien, 2007, S. 13ff.
- Turnbull, Stephen R.: The Kakure Kirishitan of Japan: a study of their development, beliefs and rituals to the present day. Richmond, Surrey: Japan Library, 1998.
Anmerkungen
<references />