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Kelly Reichardt

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Datei:Kelly Reichardt-4432.jpg
Kelly Reichardt bei der Vorstellung des Films First Cow während der Filmfestspiele in Berlin 2020

Kelly Reichardt (* 3. März 1964<ref>Kelly Reichardt Movies. In: www.scripts.com. Abgerufen am 25. Oktober 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> in Miami, Florida) ist eine US-amerikanische Drehbuchautorin und Regisseurin, die bevorzugt im Bereich der amerikanischen Independent-Szene agiert.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />daily.greencine.com (Memento vom 25. Juni 2013 im Internet Archive)</ref>

Leben

Reichardt wuchs, wie sie selber erzählt, in Miami auf. Ihr Vater schenkte ihr zum zwölften Geburtstag eine Pentax K1000, und sie besuchte einen Fotografiekurs. Als Jugendliche studierte sie zunächst am Massachusetts College of Art and Design in Boston, wo sie Kurse zu Filmen von Fassbinder und zu Kino aus Indien belegte. Abends ging sie in Arthouse-Kinos und sah amerikanische Films noirs, Filme der Nouvelle Vague, sowie Filme von Fellini, Buñuel und Kurosawa sowie Western.

1988 zog sie nach New York, wo sie bei Independent-Filmproduktionen (z. B. Todd HaynesPoison) mitarbeitete, zusammen mit Freunden versuchte, eigene Filmprojekte auf die Beine zu stellen und nebenbei im Büro eines Musik-Clubs Geld verdiente.<ref>Kelly Reichardt: „An Active Seeking Out of Things“: Kelly Reichardt on Her Filmmaking Career. In: James Lattimer, Eva Sangiorgi (Hrsg.): Textur #2 – Kelly Reichardt. Viennale – Vienna International Film Festival, Wien 2020, ISBN 978-3-901770-49-4, S. 13 ff.</ref>

Reichardts Spielfilm-Debüt River of Grass kam 1994 heraus. Er war für drei Independent Spirit Awards nominiert, wie auch für den Grand Jury Prize des Sundance Film Festivals. Nach diesem ersten Erfolg konzentrierte sich Reichardt über ein Jahrzehnt auf die Verwirklichung mehrerer Kurzfilmprojekte. Erst mit Old Joy im Jahr 2006 kehrte sie zum abendfüllenden Spielfilm zurück. Der Film basiert auf einer Kurzgeschichte von Jon Raymond, die Hauptrollen spielen Daniel London und Singer-Songwriter Will Oldham. Old Joy handelt von zwei alten Freunden, die sich nach langer Zeit wiedersehen und zu einem Camping-Trip an den Kaskaden und heißen Quellen von Bagby, in der Nähe von Portland (Oregon), aufmachen. Der Film bekam Auszeichnungen von der Los Angeles Film Critics Association, vom Rotterdam International Film Festival und Sarasota Film Festival.

Auch Kelly Reichardts darauffolgendes Projekt Wendy and Lucy basiert auf einer Kurzgeschichte von Jon Raymond. Diesmal half der Autor Reichardt persönlich beim Drehbuch für die Filmadaption, die im Dezember 2008 veröffentlicht wurde und u. a. wegen der Leistung von Michelle Williams weite Beachtung fand.<ref>Scott Foundas: Wendy and Lucy. In: Variety. 3. Juni 2008, abgerufen am 3. September 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Der Film war für zwei Independent Spirit Awards, inklusive der Kategorie „Best Film“ nominiert.

Die meisten Filme der Regisseurin zeichnen sich durch eine bewusst minimalistisch gehaltene Inszenierung aus. Zum Beispiel Auf dem Weg nach Oregon (2010), ein Western zu Zeiten des Oregon Trails, der 2010 am Wettbewerb um den Goldenen Löwen bei den 67. Internationalen Filmfestspielen in Venedig teilnahm.<ref>Cristina Nord: Unfaire Gefühle. In: taz – Die Tageszeitung. 8. September 2010, abgerufen am 3. September 2020.</ref> Reichardt besetzte dabei erneut Michelle Williams in einer der Hauptrollen.

2019 wurde Reichardt in die Wettbewerbsjury des 72. Filmfestivals von Cannes berufen.

2020 erhielt sie für den Spielfilm First Cow (2019) eine Einladung in den Wettbewerb der 70. Internationalen Filmfestspiele Berlin. Im IndieWire Critics Poll 2020 landete sie für diese Regiearbeit auf dem 4. Platz.<ref>Eric Kohn und Christian Blauvelt: 2020 Critics Poll: The Best Films and Performances According to Over 200 Critics From Around the World. In: indiewire.com, 14. Dezember 2020.</ref> Ihr Film Showing Up wurde im Rahmen der im Mai 2022 stattfindenden Filmfestspiele in Cannes für die Goldene Palme nominiert. Drei Jahre später erhielt sie für The Mastermind (2025) erneut eine Einladung in den Hauptwettbewerb von Cannes.

Neben ihrer Karriere als Filmemacherin unterrichtet Reichardt, z. B. an der New York University oder am Bard College. Sie lebt abwechselnd in New York und Oregon.<ref>Jordan Hoffman: Kelly Reichardt Takes Her Time. In: Vanity Fair. 27. Februar 2020, abgerufen am 3. September 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Filmografie

Kinofilme

Kurzfilme

  • 1999: Ode
  • 2001: Then a Year
  • 2007: Travis

Auszeichnungen (Auswahl)

Boston Society of Film Critics Award

British Independent Film Award

Chicago Film Critics Association Award

Critics’ Choice Movie Award

Gotham Award

Independent Spirit Award

Internationale Filmfestspiele Berlin

Internationale Filmfestspiele von Cannes

Internationale Filmfestspiele von Venedig

  • 2010: Auszeichnung mit dem SIGNIS Award (Auf dem Weg nach Oregon)
  • 2010: Nominee für den Goldenen Löwen (Auf dem Weg nach Oregon)
  • 2013: Nominierung für den Goldenen Löwen (Night Moves)

Locarno Film Festival

London Film Festival

  • 2016: Auszeichnung als Bester Film im Offiziellen Wettbewerb (Certain Women)

Sundance Film Festival

  • 1994: Nominierung für den Grand Jury Prize – Dramatic (River of Grass)

Literatur

  • James Lattimer, Eva Sangiorgi (Hg.): Textur #2: Kelly Reichardt. Viennale – Vienna International Film Festival, Wien 2020, ISBN 978-3-901770-49 4
  • Gunnar Landsgesell/Michael Pekler/Andreas Ungerböck (Hg.): Real America. Neuer Realismus im US-Kino. Mit Beiträgen über Kelly Reichardt, Ramin Bahrani, Debra Granik, u. a. Marburg: Schüren 2012. ISBN 978-3-89472-778-9. 208 Seiten.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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