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Mahir al-Assad

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Datei:Maher al-Assad.jpg
Mahir al-Assad (2008)

Mahir Hafiz al-Assad (arabisch ماهر حافظ الأسد, DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value); * 8. Dezember 1967<ref name="FRSyrien">Martin Gehlen: Der Schlächter von Syrien. In: Frankfurter Rundschau. 14. Juni 2011, abgerufen am 14. Juni 2011.</ref>) ist ein ehemaliger syrischer Militär im Dienstgrad eines Generalmajors. Er war Kommandant der Präsidentengarde<ref name="Stadt">Zwanzig Demonstranten bei syrischer Stadt Daraa getötet. In: Neue Zürcher Zeitung. 25. März 2011, abgerufen am 28. März 2011.</ref> und der 4. Division des Syrischen Heeres.<ref name="FRSyrien" />

Er galt als eine Schlüsselfigur für Irans Präsenz in Syrien, das von seiner Familie bis 2024 diktatorisch regiert wurde. Laut Berichten war er außerdem in die Herstellung und den Schmuggel von Drogen wie Captagon verwickelt, um dem Haushalt des sanktionierten syrischen Regimes, das von seinem Bruder geführt wurde, jährlich Milliarden an Devisen einzubringen.

Leben

Mahir ist der Bruder des ehemaligen syrischen Präsidenten Baschar al-Assad und jüngster von vier Söhnen des früheren Präsidenten Hafiz al-Assad und dessen Frau Anisa Machluf. Nach seinem Studium der Betriebswirtschaft an der Universität Damaskus trat er wie bereits sein älterer Bruder Basil zuvor ins Militär ein. Im Oktober 1999 schoss er im Streit seinem Schwager Asif Schaukat in den Bauch, was dieser überlebte.<ref name="AssadClan">Esther Pan: Syria’s Leaders. In: Council on Foreign Relations. 10. März 2006, abgerufen am 26. April 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

In der vom UN-Sicherheitsrat angeordneten Untersuchung des tödlichen Attentats auf den libanesischen Regierungschef Rafiq al-Hariri 2005 wurde Mahir al-Assad im Zwischenbericht des deutschen Sonderermittlers Detlev Mehlis als einer der Hauptverdächtigen aufgeführt, wogegen die syrische Regierung protestierte.<ref>Mord an Hariri: Massenproteste in Syrien gegen Mehlis-Report. Spiegel Online, 24. Oktober 2005; abgerufen am 29. August 2013</ref> Dem Antrag der Ermittler, Mahir und Baschar al-Assad zu vernehmen, wurde von den syrischen Behörden nicht stattgegeben.<ref>„Viele haben sich da so ein Wunschbild gebastelt“: Einschätzungen des Oberstaatsanwalts Mehlis zu Syriens Präsident Assad. Interview im Deutschlandfunk, 16. Juni 2011; abgerufen am 29. August 2013</ref> Für das später eingerichtete Sondertribunal für den Libanon waren die auf eine Beteiligung Syriens hindeutenden Beweise nicht für eine Anklage ausreichend, einzige Angeklagte sind bisher vier Mitglieder der Hisbollah.<ref>UN-Tribunal veröffentlicht Namen der Angeklagten im al-Hariri-Mordfall. Zeit Online, 29. Juli 2011; abgerufen am 29. August 2013</ref>

Mahir al-Assad befehligte 2008 die Niederschlagung eines Gefängnisaufstandes in Saidnaya. Menschenrechtsgruppen verfügen über ein Video, in dem er dabei mit seinem Mobiltelefon Bilder von toten politischen Gefangenen macht.<ref name="SüdAssad">Rudolph Chimelli: In den Fängen des Assad-Clans. In: Süddeutsche. 15. April 2011, abgerufen am 15. April 2011.</ref>

Im Bürgerkrieg in Syrien seit März 2011 wird ihm von Beobachtern eine zentrale militärische Rolle zugeschrieben.<ref name="FRSyrien" /> Als der Rat der Europäischen Union im Mai 2011 Sanktionen gegen Syrien verhängte, war Mahir al-Assad die erstgenannte von dreizehn Einzelpersonen, deren in der EU befindlicher Besitz eingefroren wurde. In der entsprechenden Verordnung wird er als „Hauptanführer des gewaltsamen Vorgehens gegen die Demonstranten“ bezeichnet.<ref>Verordnung (EU) Nr. 442/2011 des Rates vom 9. Mai 2011 über restriktive Maßnahmen angesichts der Lage in SyrienVorlage:Abrufdatum</ref> Seit Dezember 2011 galt für ihn ein Einreiseverbot in die Europäische Union,<ref>Beschluss 2011/782/GASP des Rates vom 1. Dezember 2011 über restriktive Maßnahmen gegen Syrien und zur Aufhebung des Beschlusses 2011/273/GASPVorlage:Abrufdatum</ref> das im März 2012 auch auf seine sunnitische Ehefrau Manal sowie auf seine Mutter, Schwester und weitere Familienangehörige ausgedehnt wurde.<ref>Durchführungsbeschluss 2012/172/GASP des Rates vom 23. März 2012 zur Durchführung des Beschlusses 2011/782/GASP über restriktive Maßnahmen gegen SyrienVorlage:Abrufdatum</ref> Der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdoğan verurteilte im Juni 2011 Mahir al-Assads Vorgehen in der Niederschlagung oppositioneller Proteste als unmenschlich und forderte den syrischen Präsidenten öffentlich auf, seinen Bruder ins Exil zu schicken.<ref>archive.today In: Al Arabiya News vom 16. November 2011, abgerufen am 29. August 2013 (englisch)</ref><ref>Maher al-Assad accused of orchestrating deadly chemical weapon attack. In: National Post vom 25. August 2013 (englisch)</ref> Im Juni 2011 tauchte ein Video auf, in dem er während der Proteste 2011 in Damaskus persönlich auf Demonstranten schießt.<ref name="FRSyrien" />

Laut internationalen Medienberichten soll Mahir al-Assad bei einem Bombenanschlag in Damaskus am 18. Juli 2012, bei dem unter anderen sein Schwager Asif Schaukat und der syrische Verteidigungsminister Daud Radschha getötet wurden, schwer verletzt worden sein und dabei Teile einer Hand und eines Beins verloren haben. Er habe seitdem seine aktive militärische Rolle allerdings wieder aufgenommen.<ref>Did Assad’s ruthless brother mastermind alleged Syria gas attack? In: The Guardian, 24. August 2013 (englisch)</ref>

Am 29. September 2024 erfolgte ein israelischer Luftangriff auf Mahir al-Assads Villa in einem Vorort von Damaskus.<ref name=":1">Nimmt Israel nun Baschar Al-Assad ins Visier? In: zenith.me. Zenith, 1. Oktober 2024, abgerufen am 6. Oktober 2024.</ref><ref name=":0">Terrorgruppe und Drogenkartell: Das Imperium der Hisbollah. In: t-online.de. 1. Oktober 2024, abgerufen am 6. Oktober 2024.</ref> Medienberichte zufolge floh er im Dezember 2024 nach dem Zusammenbruch des Regimes gemeinsam mit seinem Bruder nach Russland und lebt seither in Moskau.<ref>Kefah Ali Deeb: Baschar al-Assad in Moskau: Der stumme Schlächter. In: zeit.de. 12. Oktober 2025, abgerufen am 12. Oktober 2025.</ref>

Rezeption

Mahir al-Assad galt als eine Schlüsselfigur für Irans Präsenz in Syrien.<ref name=":1" />

Laut Berichten war er in die Herstellung und den Schmuggel von Drogen wie Captagon verwickelt, die dem sanktionierten syrischen Regime jährlich Milliarden an Devisen einbringen sollen.<ref>Sanctions crushed Syria’s elite. So they built a zombie economy fueled by drugs. In: Washington Post. Abgerufen am 14. August 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Captagon - Die Drogenbosse von Damaskus und das Assad-Regime. In: zdf.de. 8. Dezember 2023, abgerufen am 7. Dezember 2024.</ref> Als Befehlshaber der 4. Division war er unter anderem für die Absicherung der Stadt Kusair und der Drogen-Transportwege bis zum Hafen in Latakia am Mittelmeer verantwortlich.<ref>Christoph Reuter: Der Familienkrieg von Damaskus. In: Der Spiegel. Nr. 21, 2020 (online).</ref> US-Forschern zufolge trug der Captagon-Handel im Jahr 2021 etwa 5,1 Milliarden Euro zum syrischen Inlandsprodukt bei, 2017 waren es demnach noch 1,6 Milliarden Euro gewesen.<ref name=":0" />

Siehe auch

Commons: Mahir al-Assad – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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