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Muhterem Aras

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Muhterem Aras (2016)

Muhterem Aras (* 2. Januar 1966 in Elmaağaç bei Bingöl, Türkei) ist eine deutsche Politikerin (Bündnis 90/Die Grünen). Sie ist seit Mai 2011 Abgeordnete im Landtag von Baden-Württemberg für den Wahlkreis Stuttgart I und seit Mai 2016 Landtagspräsidentin.

Leben

Aras wurde in der Türkei im ostanatolischen Dorf Elmaağaç als Tochter alevitischer Kurden geboren und kam 1978 als Zwölfjährige mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern nach Filderstadt, wo ihr Vater bereits lebte und arbeitete.<ref name="Böhme">Andreas Böhme: Die Landtagsspitze: Die erste Präsidentin. In: Badische Zeitung, 11. Mai 2016.</ref>

Ausbildung und Beruf

Nach Abschluss der Mittleren Reife in Nürtingen<ref name="Handbuch">Volkshandbuch, 2. Auflage, Landtag von Baden-Württemberg</ref> und des Abiturs in Stuttgart am beruflichen Gymnasium der Johann-Friedrich-von-Cotta-Schule studierte sie Wirtschaftswissenschaften an der Universität Hohenheim.<ref name="Böhme"/> Studienbegleitend arbeitete sie in der Fraktionsgeschäftsstelle der Grünen im Stuttgarter Rathaus. Nach dem Studium von 1994 bis 1999 war sie als Angestellte im steuerberatenden Bereich tätig. Im Jahre 2000 bestand sie das Steuerberater-Examen und gründete ein Steuerberatungsbüro in Stuttgart, das auch während ihrer politischen Tätigkeiten weiterläuft.<ref name="Handbuch"/>

Politische Tätigkeiten

Ihre politische Laufbahn begann 1993 mit dem Eintritt bei den Grünen infolge der rassistischen Angriffe auf Einwanderer in Rostock-Lichtenhagen und in Mölln.<ref>Bernhard Honnigfort: Muslimin im Parlament: Eine Frau hat es geschafft. In: Frankfurter Rundschau. 10. Mai 2011 (fr.de [abgerufen am 12. Juli 2018]).</ref> Ein erstes Mandat übernahm sie nach der Kommunalwahl 1999 im Gemeinderat von Stuttgart.<ref name="Böhme"/> Dort war sie von 2007 bis 2011 Fraktionsvorsitzende ihrer Partei. Gemeinsam mit Werner Wölfle an der Spitze wurde die Grünen-Fraktion bei der Kommunalwahl 2009 zum ersten Mal in einer deutschen Großstadt stärkste Fraktion.<ref>Ab 2009 – Bündnis 90/Die Grünen Bundespartei. 30. März 2019, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 30. März 2019; abgerufen am 30. März 2019.</ref>

Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg 2011 gewann Aras das Erstmandat im Wahlkreis Stuttgart I mit 42,5 % der abgegebenen Stimmen und wurde damit „Stimmenkönigin“ der Grünen in Baden-Württemberg.<ref name="faz">Rüdiger Soldt: Die grüne Stimmkönigin. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 1. April 2011, abgerufen am 3. März 2013.</ref> Aras war 2011 die erste Muslimin im baden-württembergischen Landtag.<ref name="faz"/> Sie war Mitglied in den Ausschüssen für Finanzen und Wirtschaft und für Kultur, Jugend und Sport sowie finanzpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion. Mit Eintritt in den Landtag legte sie ihr Mandat im Gemeinderat nieder.

Von 2014 bis 2016 war Aras Vorsitzende des Stuttgarter Kreisverbands von Bündnis 90/Die Grünen.<ref>Wayback Machine. 30. März 2019, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 30. März 2019; abgerufen am 30. März 2019.</ref><ref>Bündnis 90/Die Grünen KV Stuttgart: Kreisvorstand. 8. Dezember 2015, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 8. Dezember 2015; abgerufen am 30. März 2019.</ref><ref>Bündnis 90/Die Grünen KV Stuttgart: Kreisvorstand. 4. März 2016, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 4. März 2016; abgerufen am 30. März 2019.</ref><ref>Wayback Machine. 30. März 2019, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 30. März 2019; abgerufen am 30. März 2019.</ref>

Bei der Landtagswahl 2016 kandidierte sie erneut im Landtagswahlkreis Stuttgart I und gewann das Mandat mit 42,4 Prozent, dieses Mal landesweit das beste Ergebnis aller Landtagskandidaten.<ref>Statistisches Landesamt Baden-Württemberg: Wahl zum 16. Landtag von Baden-Württemberg am 13. März 2016. Vorläufige Ergebnisse, Reihe Statistische Analysen, 1/2016, online, S. 24</ref> Am 11. Mai 2016 wurde sie zur neuen baden-württembergischen Landtagspräsidentin gewählt und war damit deutschlandweit das erste Mitglied der Grünen sowie in Baden-Württemberg die erste Frau in diesem Amt.<ref name="Böhme" /> Bei der Landtagswahl 2021 verteidigte Aras ihr Mandat mit 44,8 Prozent der Stimmen und erzielte somit erneut das beste Ergebnis aller baden-württembergischen Landtagskandidaten. Am 11. Mai 2021 wurde sie in ihrem Amt als Landtagspräsidentin wiedergewählt.

Politische Positionen

Aras begrüßte 2016 die Resolution des Deutschen Bundestages, die den Völkermord an den Armeniern anerkannte.<ref>Komplettes Interview mit Muhterem Aras. In: Mannheimer Morgen. Abgerufen am 15. März 2021.</ref>

Im Zuge des Verfassungsreferendums in der Türkei 2017 sprach sich Aras dafür aus, dass man nach zehn Jahren, die man im Ausland verbracht habe, das Wahlrecht in seinem Heimatland verlieren sollte.<ref>Aras sieht Türkei-Referendum in Deutschland kritisch. In: stimme.de (Heilbronner Stimme), 8. April 2017.</ref>

Engagement

Aras gehörte als Steuerberaterin bis 2021 dem Bundesvorstand des Bundesverbandes Nachhaltige Wirtschaft an, der sich als Verband von Unternehmern und Selbstständigen für eine ökologisch-nachhaltige Wirtschaft einsetzt. Sie ist außerdem Mitglied im Stiftungsrat der Bürgerstiftung Stuttgart und der Stiftung Hospitalhof.<ref name="Handbuch"/> Aras ist Mitglied der überparteilichen Europa-Union Deutschland, die sich für ein föderales Europa und den europäischen Einigungsprozess einsetzt.<ref>EUROPA-UNION Baden-Württemberg. Abgerufen am 28. August 2025.</ref>

Privates

Muhterem Aras ist seit 1986 verheiratet und hat einen Sohn und eine Tochter. Sie ist alevitischen Glaubens<ref name = "DIK">Rainer Hank: „Frauen am Steuer, das war mir neu“. FAZ, 17. Februar 2018, abgerufen am 13. Februar 2022.</ref> und lebt in Stuttgart.<ref name="Böhme"/>

Weblinks

Commons: Muhterem Aras – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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Muhterem Aras (Baden-Württemberg) | Ilse Aigner (Bayern) | Cornelia Seibeld (Berlin) | Ulrike Liedtke (Brandenburg) | Antje Grotheer (Bremen) | Carola Veit (Hamburg) | Astrid Wallmann (Hessen) | Birgit Hesse (Mecklenburg-Vorpommern) | Hanna Naber (Niedersachsen) | André Kuper (Nordrhein-Westfalen) | Hendrik Hering (Rheinland-Pfalz) | Heike Winzent (Saarland) | Alexander Dierks (Sachsen) | Gunnar Schellenberger (Sachsen-Anhalt) | Kristina Herbst (Schleswig-Holstein) | Thadäus König (Thüringen)

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1952–1960: Carl Neinhaus | 1960–1968: Franz Gurk | 1968–1976: Camill Wurz | 1976–1980: Erich Ganzenmüller | 1980–1982: Lothar Gaa | 1982–1992: Erich Schneider | 1992–1996: Fritz Hopmeier | 1996–2011: Peter Straub | 2011: Willi Stächele | 2011–2015: Guido Wolf | 2015–2016: Wilfried Klenk | seit 2016: Muhterem Aras

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