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Rinderpestvirus

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Rinderpestvirus
Datei:Rinderpest Virus.JPG

Helikale, längliche Kapside des Rinderpestvirus im Inneren einer Zelle

Systematik
Klassifikation: Viren
Realm: Riboviria<ref>ICTV Master Species List 2018b.v2. MSL #34, März 2019.</ref><ref name="ICTV_MSL#35_Akabane" />
Reich: Orthornavirae<ref name="ICTV_MSL#35_Akabane">ICTV: ICTV Taxonomy history: Akabane orthobunyavirus, EC 51, Berlin, Germany, July 2019; Email ratification March 2020 (MSL #35)</ref>
Phylum: Negarnaviricota
Subphylum: Haploviricotina
Klasse: Monjiviricetes
Ordnung: Mononegavirales
Familie: Paramyxoviridae
Gattung: Morbillivirus
Art: Morbillivirus pecoris
Unterart: Rinderpest virus
Taxonomische Merkmale
Genom: (−)ssRNA linear
Baltimore: Gruppe 5
Symmetrie: Helikal
Hülle: vorhanden
Wissenschaftlicher Name
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Kurzbezeichnung
RPV
Links

Das Rinderpestvirus (englisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), RPV; Spezies Morbillivirus pecoris) ist ein RNA-Virus aus der Familie der Paramyxoviridae. Das Virus ist der Erreger der Rinderpest und kann alle Wiederkäuer sowie andere Paarhufer wie zum Beispiel Flusspferde<ref name="Plowright" /> befallen. Es wurde 2010 nach einer koordinierten weltweiten Impf- und Keulkampagne für ausgerottet erklärt und ist damit nach dem Pockenvirus (Spezies Orthopoxvirus variola alias Variola virus) erst der zweite Erreger, der erfolgreich ausgerottet werden konnte.<ref name="nature" />

Entdeckung und Charakterisierung

Im Jahr 1902 zeigten der französische Forscher Maurice Nicolle und sein osmanisch-türkischer Kollege Mustafa Adil, dass es sich beim Erreger der Rinderpest um ein filtrierbares Agens, d. h. kein Bakterium handelte.<ref></ref><ref></ref> Simmons bestimmte die Größe der Viruspartikel (Virionen) im Jahr 1940 zu 860 bis 1260 Å.<ref>Simmons R: Annual Report of the Veterinary Department for the Year ended 31st December 1940. Hrsg.: Veterinary Dept. of Uganda. Govt. Printer, Entebbe 1941, S. 4.</ref> Die erste vollständige Sequenz eines Virusgenoms wurde 1996 publiziert.<ref></ref>

Merkmale

Die Viruspartikel des RPV sind rund bis unregelmäßig oval mit einem Durchmesser von 150 bis 250 nm und besitzen eine Lipidhülle. Das Genom ist 15.991 Basen lang und besteht aus einem einzigen RNA-Molekül. Diese RNA enthält die sechs Gene N, P, L, H, F und M, die für strukturelle Proteine codieren. Eines der Gene, das P-Gen, codiert daneben auch noch zwei nichtstrukturelle Proteine.<ref name="Baron" />

Das Rinderpestvirus ist eng mit dem Masernvirus, dem Erreger der Pest der kleinen Wiederkäuer (Peste des petits ruminants virus, PPRV) und dem Staupevirus verwandt (gleiche Gattung Morbillivirus). Nach gängiger wissenschaftlicher Meinung hat sich das Masernvirus aus dem Rinderpestvirus entwickelt. Der Zeitpunkt dieser Transition ist nicht sicher bestimmt. Während frühere Arbeiten davon ausgingen, dass dies schon vor Jahrtausenden passiert ist, datieren neuere Arbeiten dieses Ereignis in das 11. bis 12. nachchristliche Jahrhundert.<ref name="Furuse" /> Möglicherweise stammen auch alle anderen Morbilliviren vom Rinderpestvirus ab.<ref name="Norrby" />

Verschiedene Virusstämme können sich stark in der Virulenz und der artspezifischen Empfänglichkeit unterscheiden.

Literatur

Einzelnachweise

<references> <ref name="Plowright"> </ref> <ref name="nature"> </ref> <ref name="Baron"> </ref> <ref name="Furuse"> </ref> <ref name="Norrby"> </ref> </references>