Zum Inhalt springen

Propadien

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 23. Januar 2026 um 21:55 Uhr durch imported>ChemoBot (Entferne Parameter „Suchfunktion“ aus {{Infobox Chemikalie}} und bereinige Leerzeilen).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Strukturformel
Strukturformel von Propadien
Allgemeines
Name Propadien
Andere Namen
  • Allen
  • Dimethylenmethan
  • Propa-1,2-dien
Summenformel C3H4
Kurzbeschreibung

farbloses Gas mit süßlichem Geruch<ref name=roempp>Eintrag zu Allen. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 207-335-3
ECHA-InfoCard 100.006.670
PubChem 10037
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 40,06 g·mol−1
Aggregatzustand

gasförmig

Schmelzpunkt

−136 °C<ref name="Sigma">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei Sigma-AldrichVorlage:Abrufdatum (PDF).</ref>

Siedepunkt

−34 °C<ref name="Sigma" />

Dampfdruck

0,91 MPa (21 °C)<ref name="Sigma" />

Löslichkeit

nahezu unlöslich in Wasser<ref name=roempp/>

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 220​‐​280
P: 210​‐​377​‐​381​‐​410+403<ref name="GESTIS" />
Thermodynamische Eigenschaften
ΔHf0

190,5 kJ·mol−1 (Gas)<ref name="CRC97_5-4">W. M. Haynes (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 97. Auflage. (Internet-Version: 2016), CRC Press / Taylor and Francis, Boca Raton FL, Standard Thermodynamic Properties of Chemical Substances, S. 5-4.</ref>

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Propadien [<templatestyles src="IPA/styles.css" />…diˈeːn] ist das 1,2-Dien des Propans und somit die Stammverbindung der Allene. Der Trivialname der Verbindung lautet daher auch „Allen“. Es hat die Summenformel C3H4. Die endständigen CH2-Gruppen liegen mit dem mittleren C-Atom jeweils in einer Ebene, sind aber um 90° gegeneinander gedreht. Chemische Verbindungen, in denen eines oder mehrere Wasserstoffatome des Propadiens gegen andere Reste ausgetauscht sind, können chiral sein (Axiale Chiralität).

Gewinnung und Darstellung

Nach einer 1888 von Gawriil Gawriilowitsch Gustawson und Nikolai Jakowlewitsch Demjanow beschriebenen Methode gelingt die Herstellung in guten Ausbeuten in einer Synthesesequenz ausgehend vom Allylbromid, welches zunächst durch Bromaddition zum 1,2,3-Tribrompropan umgewandelt wird. Eine anschließende Dehydrohalogenierung zum 2,3-Dibrompropen und Reduktion mittels Zinkpulver ergibt das Propadien.<ref>Hauptmann/Graefe/Remane: Lehrbuch der Organischen Chemie, Deutscher Verlag der Grundstoffindustrie, Leipzig, 1980, S. 230.</ref><ref>G. Gustavson, N. Demjanoff: Ueber die Darstellung und Eigenschaften des Allens. In: Journal für Praktische Chemie. Band 38, Nr. 1, 10. Juli 1888, S. 201, doi:10.1002/prac.18880380115.</ref>

Synthese von Propadien
Synthese von Propadien

Die technische Herstellung erfolgt durch das Cracken von Erdölfraktionen, wobei es stets im Gemisch mit Propin anfällt.<ref name=roempp /> Die Auftrennung der beiden Gase erfolgt durch Strippung.<ref name="Ullmann">Buckl, K.; Meiswinkel, A.: Propyne, in: Ullmanns Enzyklopädie der Technischen Chemie, Wiley-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA, Weinheim 2008; doi:10.1002/14356007.m22_m01.</ref>

Eigenschaften

In Propadien ist das mittlere C-Atom sp-hybridisiert, die beiden äußeren C-Atome sind sp2-hybridisiert. Man spricht hier auch von kumulierten Doppelbindungen.

Obwohl Propadien wie das verwandte Propen Doppelbindungen hat, zeigt es nicht die typischen chemischen und physikalischen Eigenschaften der Alkene.<ref name="Krause">Norbert Krause (Hrsg.), A. Stephen K. Hashmi (Hrsg.): Modern Allene Chemistry, Wiley-VCH Verlag, 2004. ISBN 978-3-527-30671-8.</ref> So erfolgt etwa in Gegenwart von basischen Katalysatoren eine Isomerisierung zum Propin.

H2C=C=CH2 ⇌ H3C–C≡CH

Verwendung

Propadien wird im Gemisch mit Propin als Schweiß- und Schneidgas (MAPP-Gas) verwendet.<ref name=roempp/> In der organischen Synthese dient es als Ausgangsstoff bei der Herstellung von Insektiziden.<ref name=roempp/>

Weblinks

Commons: Allene – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein