Berthold Huber (Manager)
Berthold Huber (* 9. Oktober 1963<ref>Amtsgericht Frankfurt am Main: Handelsregister Registernummer HRB 83173, Veränderungsmitteilung vom 7. August 2015.</ref> in Heidelberg<ref name="hb-2011-13-31">Deutsche Bahn: Unkonventionelle Lösungen finden. In: Handelsblatt, Nr. 13, 2011, S. 31</ref>) ist ein deutscher Manager. Er war von 2010 bis 2015 Vorstandsvorsitzender von DB Fernverkehr. Von 2015 bis 2025 war Huber Mitglied im Vorstand der Deutschen Bahn. Dort war er bis Juni 2022 für den Personenverkehr verantwortlich, ab Juli 2022 war er Vorstand für Infrastruktur.
Leben
Huber ist der Sohn des Rechtswissenschaftlers Ulrich Huber.<ref>Claudia Keller und Ursula Ott: Einer klüger als der andere. Anstrengend! In: Chrismon. Nr. 7, 2020, S. 30 (evangelisch.de).</ref> Er studierte Politikwissenschaften und arbeitete anschließend als Unternehmensberater für Ernst & Young. 1997 wechselte er zur Deutschen Bahn. Er leitete beim Personenverkehr zunächst die Organisationseinheiten Borddienste und Regio-Services. 2001 übernahm er das Personalressort von DB Regio Bayern.<ref name="db-2010-11-12"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Berthold Huber neuer Vorstandsvorsitzender. ( vom 18. Dezember 2010 im Internet Archive) Deutsche Bahn, 12. November 2010.</ref><ref name="db-welt-2010-12-01" /> Neben dem Personalressort war er auch für den Regionalverkehr Südbayern verantwortlich. Im Mai 2003 übernahm Huber den Vorsitz von DB Regio Bayern; parallel war er als Geschäftsführer des Regionalverkehrs Oberbayern tätig.<ref name="eri-2003-291">Meldung Neuer DB-Konzernbevollmächtigter für Bayern. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 7/2003, ISSN 1421-2811, S. 291.</ref> 2008 wurde er Vorstand für Personal bei der DB Netz AG.<ref name="db-2010-11-12" /><ref name="db-welt-2010-12-01">Meldung: Huber ist neuer Fernverkehrschef. In: DB Welt, Ausgabe Dezember 2010, S. 1.</ref>
Am 12. November 2010 wurde er zum Vorstandsvorsitzenden von DB Fernverkehr ernannt.<ref name="db-2010-11-12" /> Zum 1. August 2015 wechselte er in die Position als Vorstand für Personenverkehr der Deutschen Bahn AG. Damit war die Verantwortung für Regional- und Fernverkehr verbunden, also den größten Teil der deutschen Eisenbahn.<ref>Einer muss für das Desaster büßen. Manager Magazin, 20. September 2018.</ref> Bis 26. August 2016 nahm er diese Funktion auch für die (mittlerweile aufgelöste) DB Mobility Logistics AG wahr. Hubers Nachfolgerin als Vorstand von DB Fernverkehr wurde Birgit Bohle.
Mit Beschluss des Aufsichtsrates vom 22. März 2017 erhielt er einen neuen Fünf-Jahres-Vertrag.<ref name="db-2017-03-22">Dr. Richard Lutz neuer Vorstandsvorsitzender. In: deutschebahn.com. Deutsche Bahn AG, 22. März 2017, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 23. März 2017; abgerufen am 24. März 2017.</ref> Zum 1. Januar 2020 gab er den Bereich Fahrzeuginstandhaltung an Sabina Jeschke ab.<ref name="handelsblatt-2019-227-46">Dieter Fockenbrock: Chefin von 7 500 Eisenbahnern. In: Handelsblatt. 25. November 2019, ISSN 0017-7296, S. 46 (handelsblatt.com).</ref><ref name="rb-2019-50-2">Jeschke übernimmt Bereich Fahrzeuginstandhaltung. In: Rail Business. Nr. 50, Dezember 2019, ISSN 1867-2728, ZDB-ID 2559332-8, S. 2.</ref>
Huber unterschrieb in seiner Funktion als Konzernvorstand, nach Einschätzung des Rechtsausschusses der DB, pflichtwidrig einen Beratervertrag mit seinem Vorgänger Ulrich Homburg, in dessen Rahmen 171.000 Euro ausgezahlt wurden.<ref>Dieter Fockenbrock, Martin Greive: Staatskonzern: Neues Gutachten legt dubiose Geschäfte der Deutschen Bahn mit Ex-Managern offen. Handelsblatt GmbH, 10. Oktober 2019, abgerufen am 23. Juli 2020.</ref> Der Aufsichtsrat beschloss daraufhin Mitte Dezember 2019, dass Huber einen Teil seiner Tantiemen für das laufende Jahr abgeben müsse.<ref name="spiegel-2019-52-60">Gerald Traufetter: Totes Gleis. In: Der Spiegel. Nr. 52, 2019, S. 60–64 (online).</ref>
Er wurde am 23. Juni 2022 mit Wirkung ab 1. Juli 2022 zum Vorstand für Infrastruktur der Deutschen Bahn ernannt. Er folgt in dieser Funktion Ronald Pofalla nach.<ref>DB-Vorstand wird jünger und weiblicher. In: deutschebahn.com. Deutsche Bahn, 23. Juni 2022, archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 10. Juli 2022.</ref> Das Netzwerk Europäischer Eisenbahnen kritisierte die Entscheidung scharf.<ref>Offenbar keinen Bock auf Details - Wissing steuert in rauer See das Schiff auf’s Riff. In: die-gueterbahnen.com. 13. Juni 2022, abgerufen am 10. Juli 2022.</ref>
Huber beendete seine Tätigkeit bei der Deutschen Bahn zu Ende Oktober 2025.<ref>Neuaufstellung im DB-Vorstand perfekt. Deutsche Bahn, 30. Oktober 2025, abgerufen am 31. Oktober 2025.</ref>
Huber wurde im April 2023 für drei Jahre in das Präsidium des Deutschen Verkehrsforums gewählt.<ref>Veränderungen im DVF-Präsidium: Personalien zur 39. Mitgliederversammlung. In: verkehrsforum.de. Deutsches Verkehrsforum, 20. April 2023, abgerufen am 22. April 2023.</ref> Eine Tätigkeit als Vorstandsmitglied im Verband Deutscher Verkehrsunternehmen gab er im Mai 2023 an Sigrid Nikutta ab.<ref>Dr. Sigrid Nikutta nun Mitglied im VDV-Vorstand. In: busundbahn.de, 15. Mai 2023, abgerufen am 2. Juni 2023.</ref>
Huber ist verheiratet und Vater von vier Kindern. Sein Onkel ist der evangelische Theologe Wolfgang Huber. Sein Großvater war der Jurist Ernst Rudolf Huber, sein Urgroßvater war der Jurist Walter Simons, sein Vater Ulrich Huber lehrte als Rechtswissenschaftler an der Universität Bonn.<ref>Ursula Ott, Claudia Keller: Bahnvorstand Berthold Huber und der frühere EKD-Chef Wolfgang Huber im Interview. In: chrismon.de. Gemeinschaftswerks der Evangelischen Publizistik gGmbH, 24. Juni 2020, abgerufen am 23. Juli 2020.</ref>
Weblinks
- Vorstand Personenverkehr. Profil auf der Website der Deutschen Bahn.
- Am gegenseitigen Erfolg interessiert. Podcast-Interview mit Huber
Einzelnachweise
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Huber, Berthold |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Eisenbahnmanager |
| GEBURTSDATUM | 9. Oktober 1963 |
| GEBURTSORT | Heidelberg, Baden-Württemberg, Bundesrepublik Deutschland |