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Ravatit

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Ravatit
Datei:Ravatite-MA1296598364.jpg
Ravatit von der Halde Anna bei Alsdorf, NRW, Deutschland
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Nummer

1992-019<ref name="IMA-Liste">Malcolm Back, Cristian Biagioni, William D. Birch, Michel Blondieau, Hans-Peter Boja und andere: The New IMA List of Minerals – A Work in Progress – Updated: July 2024. (PDF; 3,6 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Marco Pasero, Juli 2024, abgerufen am 13. August 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

IMA-Symbol

Rav<ref name="Warr"></ref>

Chemische Formel C14H10
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Organische Verbindungen
System-Nummer nach
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

IX/B.02-075

10.BA.40
50.03.02.01
Kristallographische Daten
Kristallsystem monoklin
Kristallklasse; Symbol monoklin-sphenoidisch 2<ref name="Webmineral">Webmineral – Ravatite (engl.)</ref>
Raumgruppe (Nr.) P21<ref name="StrunzNickel">Hugo Strunz, Ernest H. Nickel: Strunz Mineralogical Tables. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S. 724.</ref> (Nr. 4)
Gitterparameter a = 8,39 Å; b = 6,18 Å; c = 9,56 Å
β = 98,5°<ref name="StrunzNickel" />
Formeleinheiten Z = 2<ref name="StrunzNickel" />
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 1
Dichte (g/cm3) 1,11
Spaltbarkeit vollkommen
Farbe farblos, weiß, blass grau
Strichfarbe weiß
Transparenz durchsichtig bis durchscheinend
Glanz Glasglanz, Wachsglanz
Kristalloptik
Brechungsindizes nα = 1,750
nγ 1,950<ref name="Mindat">Ravatite bei mindat.org (engl.)</ref>
Doppelbrechung δ 0,200<ref name="Mindat" />
Optischer Charakter zweiachsig wechselnd
Achsenwinkel 2V = 90°

Ravatit (chemisch Phenanthren<ref>L. Nasdala, I.V. Pekov: Ravatite, C14H10, a new organic mineral species from Ravat, Tadzhikistan. In: Eur. Jour. Mineral., 1993, 5, S. 699–705., Abstract in: American Mineralogist, 1994, 79, S. 389 pdf.</ref>) ist ein sehr selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der Organischen Verbindungen. Er kristallisiert im monoklinen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung C14H10 und gehört damit zu den Kohlenwasserstoffen.

Ravatit entwickelt überwiegend blättrige, polykristalline Kristalle von etwa 0,1 mm Größe, aber auch poröse, unregelmäßige Aggregatformen und krustige Überzüge, die entweder farblos oder von weißer bis blassgrauer Farbe und glasigem bis wachsartigem Glanz sind. Die Strichfarbe des Ravatits ist dagegen immer weiß.

Seine Mohs’sche Härte beträgt 1, das heißt Ravatit ist weich wie Talk und lässt sich mit dem Fingernagel ritzen. Mit einer Dichte von 1,11 g/cm³ ist das Mineral nur wenig dichter als Wasser (1 g/cm³).

Etymologie und Geschichte

Erstmals gefunden und beschrieben wurde Ravatit 1993 von Nasdala und Pekov. Diese benannten das Mineral nach seiner Typlokalität Ravat im Gissar-Gebirge/Sughd in Tadschikistan.

Klassifikation

In der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz war der Ravatit noch nicht aufgeführt.

In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer IX/B.02-075. Dies entspricht der Klasse der „Organische Verbindungen“ und dort der Abteilung „Stickstoff-freie Kohlenwasserstoffe“, wo Ravatit zusammen mit Branchit, Dinit, Fichtelit, Flagstaffit, Hoelit, Idrialin, Karpathit, Kratochvílit, Phylloretin, Refikit, Simonellit und Wampenit die Gruppe der „Ringförmige Strukturen“ mit der Systemnummer IX/B.02 bildet.<ref name="Lapis" />

Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte<ref name="IMA-Liste-2009" /> 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Ravatit in die Klasse der „Organische Verbindungen“ und dort in die Abteilung „Kohlenwasserstoffe“ ein. Hier ist das Mineral in der Unterabteilung 10.BA zu finden, wo es als einziges Mitglied eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer 10.BA.40 bildet.

In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Ravatit die System- und Mineralnummer 50.03.02.01. Das entspricht der Klasse der „Organische Minerale“ und dort der Abteilung „Organische Minerale“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Salze organischer Säuren (Kohlenwasserstoffe)“ in der „Ravatitgruppe“, in der auch Branchit eingeordnet ist.

Kristallstruktur

Datei:Phenanthren - Phenanthrene.svg
Phenanthren

Ravitit kristallisiert im monoklinen Kristallsystem in der Raumgruppe <math>\ P 2_1</math> (Raumgruppen-Nr. 4) mit den Gitterparametern a = 8,39 Å; b = 6,18 Å; c = 9,56 Å und β = 98,5° sowie 2 Formeleinheiten pro Elementarzelle.<ref>Hugo Strunz, Ernest H. Nickel: Strunz Mineralogical Tables. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S. 724. </ref>

Bildung und Fundorte

Ravatit bildet sich nur selten durch Resublimation aus brennender Kohle bei etwa 50 °C bis 60 °C (Kohlenbrand). Begleitminerale sind Salmiak und Hämatit.

Bisher wurde das Mineral nur an drei Orten gefunden, bei Alsdorf und Freital in Deutschland und seiner Typlokalität Ravat in Tadschikistan.<ref name="Mindat" />

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

<references> <ref name="IMA-Liste-2009"> Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: IMA/CNMNC List of Minerals 2009. (PDF; 1,9 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Januar 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. Juli 2024; abgerufen am 30. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Lapis"> Stefan Weiß: Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9. </ref> </references>