Bahnhof Neuwied
| Neuwied | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Neuwied_Bahnhof.jpg Empfangsgebäude
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| Daten | ||||||
| Lage im Netz | Trennungsbahnhof | |||||
| Bahnsteiggleise | 5 | |||||
| Abkürzung | KNE | |||||
| IBNR | 8000276 | |||||
| Preisklasse | 3 | |||||
| Eröffnung | 1869 | |||||
| Profil auf bahnhof.de | Neuwied | |||||
| Lage | ||||||
| Stadt/Gemeinde | Neuwied | |||||
| Vorlage:Info ISO-3166-2/admtypelink | Rheinland-Pfalz | |||||
| Staat | Deutschland | |||||
| Koordinaten | 50° 25′ 52″ N, 7° 28′ 25″ O
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dim=2000 | globe= | name=Neuwied | region=DE-RP | type=railwaystation
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| Eisenbahnstrecken | ||||||
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| Bahnhöfe in Rheinland-Pfalz | ||||||
Der Bahnhof Neuwied ist eine Drehscheibe des öffentlichen Personennahverkehrs im Westen der rheinland-pfälzischen Stadt Neuwied. Er liegt an der rechten Rheinstrecke und ist Ausgangspunkt der Strecke nach Koblenz über die Urmitzer Rheinbrücke. Auf dem Bahnhofsvorplatz befindet sich ein Busbahnhof. Im Stadtgebiet gibt es außerdem den Bahnhof Engers, ebenfalls an der rechten Rheinstrecke.
Geschichte
Als 1857 die Linke Rheinstrecke eröffnet wurde, gab es bei Weißenthurm eine Station namens Neuwied.<ref>Julius Strüder, Rolf Strüder (Hrsg.): Bilder und Gestalten aus der Vergangenheit der Stadt Neuwied. Zur 300-Jahr-Feier 1653–1953. Strüder, Neuwied 1953.</ref> Der Fährverkehr zwischen Neuwied und Weißenthurm wurde ab 1860 von der Eisenbahngesellschaft durchgeführt.
Der heutige Bahnhof Neuwied wurde im Jahr 1869, also zeitgleich mit der rechten Rheinstrecke, eröffnet. In den ersten Jahren, insbesondere nach Eröffnung der Westerwaldbahn (1884), war jedoch der Bahnhof Engers bedeutender als der Neuwieder Bahnhof. Erst nach dem Bau der Kronprinz-Wilhelm-Brücke (Vorgängerbau der heutigen Urmitzer Eisenbahnbrücke) zwischen Engers und Urmitz und der Eröffnung der Bahnstrecke Neuwied–Koblenz 1918 gewann der Bahnhof an Bedeutung, insbesondere nach Einstellung des Betriebes auf der Westerwaldbahn.<ref> Stadt Neuwied zur Geschichte der Bahnhöfe (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive ).</ref><ref>Die Eisenbahn in Engers-dem Tor zum Westerwald. In: engerser-convent.de. Abgerufen am 17. Dezember 2023.</ref><ref>Die Geschichte der Eisenbahn in Neuwied. In: neuwied.de. Abgerufen am 14. November 2020.</ref>
Im Zweiten Weltkrieg wurde das Empfangsgebäude zu etwa 75 % zerstört.<ref> Heinz Falck und Ernst Geissler: Eisenbahnbauten als Ausdruck eines modernen Gestaltungswillens. In: Bundesbahndirektion Mainz (Hg.): Die Bundesbahndirektion Mainz. Festschrift zur sechzigjährigen Wiederkehr der Gründung der Eisenbahndirektion Mainz. Carl Röhrig, Darmstadt 1956 = Sonderdruck aus Die Bundesbahn 22/1956, S. 62. </ref> Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde, bedingt durch die Notwendigkeit, Flüchtlinge und ehemalige Kriegsgefangene zu betreuen, durch die von Maria Mechelen geleitete Caritas die Bahnhofsmission eröffnet.<ref name="Frauenbüro Neuwied">Frauenbüro Neuwied (Hrsg.): Von Frau zu Frau, Teil II, Verlag Peter Kehrein, 1995, ISBN 978-3-9803266-5-0, S. 140/141.</ref> Am 22. Dezember 1947 ereignete sich nahe der provisorischen Wiedbrücke in Neuwied ein schwerer Eisenbahnunfall, als die Schnellzüge D 269 und D 48 zusammenstießen, dabei starben 42 Menschen, 116 wurden verletzt.<ref>Martin Weltner: Bahn-Katastrophen. Folgenschwere Zugunfälle und ihre Ursachen. München 2008. ISBN 978-3-7654-7096-7, S. 16.</ref>
Am 5. November 1949, 9:50 Uhr, wurde ein neues Stellwerk mit der Bezeichnung „Ns“ in Betrieb genommen.<ref>Eisenbahndirektion Mainz (Hg.): Amtsblatt der Eisenbahndirektion Mainz vom 11. November 1949, Nr. 53. Bekanntmachung Nr. 670, S. 299.</ref>
Beim Wiederaufbau des Empfangsgebäudes entschloss sich die zuständige Bundesbahndirektion Mainz, weil die zeitfremden Formen Zeugnis eines überlebten Baustils ablegten und der Wiederaufbau erleichtert worden [wäre], wenn die Bomben den alten Bau völlig niedergelegt hätten, trotz der zu etwa 25 % erhaltenen historischen Bausubstanz diese komplett abzureißen und durch einen Neubau im Stil der 1950er Jahre zu ersetzen.<ref> Heinz Falck und Ernst Geissler: Eisenbahnbauten als Ausdruck eines modernen Gestaltungswillens. In: Bundesbahndirektion Mainz (Hg.): Die Bundesbahndirektion Mainz. Festschrift zur sechzigjährigen Wiederkehr der Gründung der Eisenbahndirektion Mainz. Carl Röhrig, Darmstadt 1956 = Sonderdruck aus Die Bundesbahn 22/1956, S. 62. </ref>
Anfang Oktober 2011 wurde der erste Bauabschnitt zur Modernisierung des Bahnhofs abgeschlossen. In dessen Rahmen wurden die Bahnsteige mit zwei Aufzügen barrierefrei erreichbar. Außerdem wurden die Treppenaufgänge erneuert sowie in der Unterführung Wand- und Fußbodenbeläge mit integriertem Blindenleitsystem verlegt. In Vorbereitung auf den zweiten Bauabschnitt wurde im Bereich des Aufzuges am Mittelbahnsteig (Gleise 2 und 3) die Bahnsteigkante auf 55 Zentimeter erhöht und das sanierungsbedürftige Dach durch eine moderne Überdachung ersetzt. Dynamische Schriftanzeiger wurden ebenfalls aufgestellt. Dieser Umbau kostete 1,7 Millionen Euro, die aus dem Konjunkturpaket gezahlt wurden.
Im Rahmen eines zweiten Bauabschnitts war die Erneuerung und Erhöhung des Haus- und Mittelbahnsteigs vorgesehen.<ref>Oliver Schumacher: Konjunkturprogramm des Bundes: 1,7 Millionen Euro wurden in den Bahnhof Neuwied investiert. Deutsche Bahn AG, 4. Oktober 2011, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 2. April 2015; abgerufen am 3. Januar 2013.</ref> Die Modernisierung des Reisezentrums im Bahnhof wurde im Dezember 2012 fertiggestellt. Diese Maßnahme kostete 60.000 Euro.<ref>Oliver Schumacher: DB Reisezentrum im Bahnhof Neuwied nach Modernisierung eröffnet. DB Mobility Logistics AG, 17. Dezember 2012, abgerufen am 27. März 2016.</ref> Mit dem zweiten Bauabschnitt wurde im Sommer 2014 begonnen<ref>Barrierefreie Bahnhöfe in Stadt und Kreis Neuwied?, AK-Kurier, 3. Juni 2014</ref>, offiziell fertiggestellt wurde er am 28. November 2014.
Das Empfangsgebäude mit DB-Reisezentrum musste im August 2024 wegen aufgetretener Baumängel spontan geschlossen werden.<ref>Bahnhofsgebäude in Neuwied gesperrt: Halle und Service-Center sind vorerst geschlossen. Rhein-Zeitung, 9. August 2024, abgerufen am 3. Januar 2025.</ref> Dieses soll im zweiten Halbjahr 2026 während der Generalsanierung der Rechten Rheinstrecke abgerissen und im Folgejahr neugebaut werden.<ref>Generalsanierung Rechter Rhein. DB InfraGO AG, 22. Januar 2026, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 23. Januar 2026; abgerufen am 1. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Aufbau
Der Bahnhof Neuwied verfügt über einen Güter- und einen Personenbereich.
Güterbahnhof
Der Güterbahnhof Neuwied, der betrieblich in den Bahnhof Neuwied integriert ist, besitzt zwei Ladegleise mit einer Gesamtladestraße von 1.827 Quadratmetern. Die Beladung von Güterwagen kann dabei ausschließlich über die Ladestraße erfolgen, des Weiteren ist nur eines der beiden Verladegleise elektrifiziert.<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Plan der Güterverladestelle ( vom 27. März 2016 im Internet Archive)</ref>
Personenbahnhof
Der Personenverkehr wird im Neuwieder Bahnhof an zwei Bahnsteigen mit insgesamt vier Bahnsteigkanten (drei Durchgangsgleise und ein Stumpfgleis) abgewickelt.
Der Bahnhof Neuwied wird zurzeit nicht von Zügen des Schienenpersonenfernverkehrs bedient. Über Koblenz besteht Anschluss an das Intercity- und Intercity-Express-Netz.
Im Schienenpersonennahverkehr wird der Bahnhof Neuwied von den Nahverkehrslinien RE 8, RB 10 und RB 27 bedient:
Bahnhofsvorplatz
Seit der Eröffnung einer Strecke der Neuwieder Kreisbahnen im Jahr 1909 zum Bahnhof Neuwied dient der Bahnhofsvorplatz dem Übergang zum innerstädtischen und regionalen Nahverkehr. Der Straßenbahn folgten im Lauf der Zeit Verkehrsangebote in Form von Oberleitungsbussen, Bussen der Kraftpost, Bahnbussen und Bussen der Stadtwerke Neuwied (vormals Kraftversorgung Neuwied).
Eine deutliche Aufwertung des Bahnhofs und seines Umfeldes ging mit der kompletten Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes einher, die im Oktober 2008 abgeschlossen wurde und insgesamt 5,6 Millionen Euro kostete. Im Rahmen dieser Neugestaltung wurde
- der Busbahnhof erneuert und auf elf Haltebuchten umgebaut (zusätzlich wurden zwölf Busparkplätze geschaffen),
- eine Abstellanlage für Fahrräder errichtet,
- 100 Park-and-Ride-Plätze geschaffen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Der Wert des Parameters
archive-todaymuss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein., Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau, 24. Oktober 2008</ref>
Literatur
- Kurt Wolfram: Die wirtschaftsgeschichtliche Entwicklung der Stadt Neuwied. Rhein- und Wied-Druckerei, Neuwied 1927 (Dissertation an der Universität Köln).
- Erich Preuß: Neuwied. In: Oliver Strüber [vorm. Erich Preuß] (Hrsg.): Das große Archiv der deutschen Bahnhöfe (= 111. Ergänzungsausgabe). GeraMond Verlag, München 2013, ISSN 0949-2127 (1 Bl., 6 S.).
Weblinks
- Abfahrtsmonitor
- Bahnhof Neuwied bei DB InfraGO
- Gleise in Serviceeinrichtungen (KNE). DB InfraGO (PDF)
Einzelnachweise
<references />