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TK Elevator

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TK Elevator GmbH

colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Thyssenkrupp Elevator AG Logo 2021.svg
Rechtsform GmbH
Gründung 1865
Sitz Düsseldorf, DeutschlandDatei:Flag of Germany.svg Deutschland
Leitung
  • Uday Yadav, Vorsitzender der Geschäftsführung
Mitarbeiterzahl > 50.000<ref name="Geschäftszahlen">TKE auf einen Blick. Abgerufen am 21. Juli 2025.</ref>
Umsatz 9,3 Mrd. EUR (2023/24)<ref name="Geschäftszahlen" />
Website www.tkelevator.com
Stand: 21. Juli 2025

TK Elevator (globale Marke „TKE“, vormals ThyssenKrupp Elevator<ref name=":0">Neuer Unternehmensname, neue Marke: thyssenkrupp Elevator heißt jetzt TK Elevator und präsentiert neue globale Marke TKE. Abgerufen am 1. März 2021.</ref>) ist einer der größten Hersteller und Servicedienstleister von Aufzugsanlagen. Das Produktprogramm umfasst Personen- und Lastenaufzüge, Fahrtreppen und Fahrsteige, Fluggastbrücken, sowie Treppen- und Plattformlifte. Neben der Herstellung und dem Vertrieb von Neuanlagen ist das Unternehmen im Bereich der Instandhaltung, Wartung und Modernisierung der genannten Anlagen tätig. Sitz der Gesellschaft ist Essen. Die Hauptverwaltung befindet sich in Düsseldorf.

Geschichte

Der Ursprung des Unternehmens liegt in einer 1865 vom Schlossermeister Heinrich Conrad Ernst Eggers in Hamburg gegründeten kleinen Werkstatt,<ref>Rheinstahl Eggers-Kehrhahn GmbH – deutsche-digitale-bibliothek.de – Abgerufen am 29. November 2018.</ref> die 1952 von Rheinstahl als Stahlbau Eggers übernommen wurde. 1955 erwarb Eggers das 1882 als Werkzeugmaschinenfabrik Wimmel & Landgraf gegründete Hamburger Unternehmen für Aufzüge und Fahrtreppen Kehrhahn und firmierte seit 1957 als Rheinstahl Eggers-Kehrhahn GmbH.<ref>Das alte Horn – geschichtswerkstatt-horn.de – Abgerufen am 29. November 2018.</ref> Im Jahr 1970 wurde die Fahrstuhlsparte der Stuttgarter R. Stahl GmbH & Co. KG durch Rheinstahl Eggers-Kehrhahn übernommen und 1973 eine neue große Produktionsstätte in Neuhausen auf den Fildern bei Stuttgart bezogen. Die Fertigung von Aufzügen wurde im Werk Neuhausen, der Fahrtreppenbau im Werk Hamburg konzentriert.<ref>Unsere Werke – tkelevator.com – Abgerufen am 2. Februar 2025.</ref> Im Zuge der Übernahme von Rheinstahl durch die August Thyssen-Hütte AG wurde der Unternehmensname 1974 in Thyssen Aufzüge GmbH und wegen der Fusion der Muttergesellschaft mit der Friedrich Krupp AG im Jahr 1999 schließlich in die ThyssenKrupp Elevator AG umfirmiert.<ref>Von 1865 bis heute – abendblatt.de – Abgerufen am 29. November 2018.</ref><ref>Unsere Anfänge 1865 – thyssenkrupp-elevator.com – Abgerufen am 29. November 2018.</ref>

Der nach eigenen Angaben bedeutendste Zukauf in Deutschland erfolgte 1984 mit der Übernahme von M.A.N.-Aufzugbau. In den nachfolgenden Jahren lag der Schwerpunkt auf der Internationalisierung des Unternehmens. So wurde mit der Beteiligung an der Northern Elevator Holding Ltd. in Toronto ein Standbein in Kanada errichtet, um sich dann weiter in Nordamerika zu etablieren. 1991 wurde ein neues Werk für Fahrtreppen im spanischen La Pereda de Mieres am früheren Standort der Eisenbahngesellschaft Norte in Asturien errichtet. 1995 folgte die Gründung der Dependenz in China mit einem Spezialwerk in Zhongshan. Mit dem Kauf von Dover Elevators, dem Marktführer von Hydraulik-Aufzügen in Nordamerika, im Jahr 1998 stieg das Unternehmen zum drittgrößten Aufzughersteller weltweit auf. Nach der Fusion der Muttergesellschaft mit Krupp wurde das Unternehmen 2000 in eine selbständige Aktiengesellschaft umgewandelt. In den 2000er Jahren folgten Übernahmen von Geschäften in Südamerika und eine weitere Expansion im asiatischen Raum.<ref>thyssenkrupp-elevator.com: Historie, zuletzt aufgerufen am 3. April 2019</ref>

Gegen fünf große Hersteller von Aufzügen, unter anderem ThyssenKrupp Elevator, verhängte die EU-Kommission 2007 eine Strafe in Höhe von 992 Millionen Euro (Aufzugs- und Fahrtreppenkartell). Die Unternehmen hatten Preisabsprachen getroffen und damit gegen das Kartellrecht verstoßen. ThyssenKrupp Elevator musste 479,7 Millionen Euro, Otis 225 Millionen, Kone 142 Millionen, Schindler 143,7 Millionen und eine Mitsubishi-Tochter 1,8 Millionen Euro bezahlen, dies war die bis dahin höchste Strafe, die die EU-Kommission verhängt hatte.

Am 27. Februar 2020 verkaufte Thyssenkrupp seine Aufzugsparte für 17,2 Milliarden Euro an ein Konsortium um Advent International, Cinven und die RAG-Stiftung.<ref>https://www.thyssenkrupp.com/en/newsroom/press-releases/thyssenkrupp-sells-elevator-technology-business-for--17-2-billion-to-consortium-of-bidders-led-by-advent--cinven-and-rag-foundation-19840.html</ref> Am 25. Februar 2021 wurde die Umbenennung des Unternehmens in TK Elevator und die Schaffung der globalen Marke TKE bekannt gegeben.<ref name=":0" /> Im April 2021 erfolgte der Umzug der Hauptverwaltung aus dem thyssenkrupp Quartier in Essen nach Düsseldorf.<ref>thyssenkrupp Elevator zieht nach Düsseldorf. Abgerufen am 21. März 2021.</ref>

Am 29. April 2026 kündigte der finnische Aufzug- und Rolltreppenhersteller Kone an, TK Elevator für 29,4 Milliarden Euro einschließlich Schulden zu übernehmen.<ref name=":1">Jakob Blume, Kevin Knitterscheidt, Isabelle Wermke: Aufzughersteller: Kone übernimmt Rivalen TK Elevator für knapp 30 Milliarden Euro. In: handelsblatt.com. 29. April 2026, abgerufen am 29. April 2026.</ref><ref>Swetha Gopinath, Dinesh Nair, Ruth David: TK Elevator: Kone übernimmt Düsseldorfer Aufzugbauer für 29,4 Milliarden Euro. In: bloomberg.com. 29. April 2026, abgerufen am 29. April 2026.</ref><ref>Finnischer Aufzughersteller Kone übernimmt TK Elevator. In: t-online.de. 29. April 2026, abgerufen am 29. April 2026.</ref> Die Finanzinvestoren Advent und Cinven schließen damit einen der größten Unternehmensverkäufe in Deutschland ab.<ref name=":1" />

Unternehmensprofil

Im Geschäftsjahr 2023/24 erzielte TK Elevator einen Jahresumsatz von 9,3 Milliarden Euro und beschäftigte weltweit mehr als 50.000 Mitarbeiter. Nach eigenen Angaben wartet das Unternehmen über 1,5 Millionen Aufzugs- und Fahrtreppenanlagen und verfügt weltweit über ein aus 1.000 Standorten bestehendes Vertriebs- und Servicenetzwerk.<ref name="Geschäftszahlen" />

Das Unternehmen ist in sechs Business Units gegliedert. Das Aufzugs- und Fahrtreppengeschäft ist in vier regionalen Business Units organisiert (Europe Africa, North America, Latin America und Asia Pacific). Die Business Units Home Solutions und Airport Solutions vertreiben und vermarkten Treppenlifte beziehungsweise Fluggastbrücken. Group Functions nehmen übergeordnete Governance- und Steuerungsaufgaben wahr.<ref>Unsere Organisationsstruktur. Abgerufen am 21. März 2021.</ref>

Group Functions
Europe Africa North America Latin America Asia Pacific Home Solutions Airport Solutions

Das Unternehmen verfügt über weltweit 17 Standorte für die Produktion von Aufzügen, Fahrtreppen und Fahrsteigen, Treppen- und Plattformliften, sowie Fluggastbrücken.

Produktionsstandorte von TK Elevator<ref>Unsere Werke. Abgerufen am 22. März 2021.</ref>
Standort Land Gründungsjahr Produkte Gesamtfläche (m²)
Porto Allegre BrasilienDatei:Flag of Brazil.svg Brasilien 1965 Aufzüge 44.000
Pisa ItalienDatei:Flag of Italy.svg Italien 1979 Heimlifte 5.000
Shanghai China VolksrepublikDatei:Flag of the People's Republic of China.svg Volksrepublik China 1996 Aufzüge 38.000
Shanghai 2007 Heimlifte
Zhongshan 1995 Aufzüge 80.000
Zhongshan 2006 Fahrtreppen und Fahrsteige 145.000
Hamburg DeutschlandDatei:Flag of Germany.svg Deutschland 1908 Fahrtreppen und Fahrsteige 125.000
Neuhausen auf den Fildern 1973 Aufzüge 56.000
Andoain SpanienDatei:Flag of Spain.svg Spanien 1990 Aufzüge 5.500
Mieres 1991 Fahrtreppen und Fahrsteige 41.000
Mieres 1996 Fluggastbrücken 31.000
Mostoles 2011 Aufzüge 10.125
Pune IndienDatei:Flag of India.svg Indien 2002 Aufzüge 84.000
Cheonan Korea SudDatei:Flag of South Korea.svg Südkorea 1994 Aufzüge 127.511
Krimpen aan den Ijssel NiederlandeDatei:Flag of the Netherlands.svg Niederlande 1953 Treppenlifte 11.800
Middleton Vereinigte StaatenDatei:Flag of the United States.svg Vereinigte Staaten 1969 Aufzüge 700.000
Fort Worth 1998 Fluggastbrücken 20.438

Mehrkabinenaufzüge

TWIN

Seit 2003 gibt es von ThyssenKrupp AG Aufzüge in ansonsten konventioneller Treibscheibentechnik, bei denen zwei Kabinen im selben Schacht verkehren. Mittlerweile werden diese im Testturm ausprobiert. Die untere Kabine wird dabei von Tragseilen, die seitlich an der oberen Kabine vorbeilaufen, getragen. Durch eine Zielauswahlsteuerung sind dem Leitrechner Start und Ziel jeder Fahrt schon vor Fahrtbeginn bekannt; Kollisionen werden in der Steuerung ausgeschlossen. Im Vergleich zu zwei Aufzugsanlagen übereinander im selben Schacht hat das System den Vorteil, dass es keine starre Grenze gibt, die von den Kabinen nicht überquert werden kann. Durch die Ausweichung der Kabinen in eine vertiefte Schachtgrube bzw. erhöhten Schachtkopf ist es möglich, dass beide Kabinen alle Stockwerke anfahren können. Hierdurch soll eine Zeitersparnis von 65 % erreicht werden.

MULTI

Den Thyssenkrupp Multi bezeichnet das Unternehmen als „Kombination von Transrapid und Paternoster“: Die Kabinen sollen statt durch Seile mittels Linearmotoren angetrieben werden. Dadurch lassen sich in einem Schacht mehrere Kabinen mit hohen Beschleunigungskräften bewegen. Die Kabinen können auch in horizontale Stollen umgelenkt werden. Dadurch ist ein Kreisbetrieb wie bei einem Paternoster möglich und das System erlaubt die horizontale und die vertikale Erschließung nebeneinander. Dadurch lässt sich der Flächenbedarf für Lifte verringern<ref>TK Elevator: Elevating the Future of Urban Mobility in India - The Industrial Review. 16. Januar 2026, abgerufen am 16. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>, die Schachthöhe wird von der technischen Grenze bei der Seillänge von derzeit ca. 800 m unabhängig und es eröffnen sich neue architektonische Möglichkeiten. Derzeit wird das System im Rottweiler Testturm erprobt, es ist bislang nicht zur Personenbeförderung zugelassen.

Testtürme

Datei:Rottweil - Thyssenkrupp Aufzugsturm3.jpg
TK Elevator Testturm

Thyssenkrupp Elevator eröffnete 2017 im Industriegebiet Berner Feld in Rottweil einen 246 Meter hohen Turm mit dem Namen thyssenkrupp Testturm (heute TK-Elevator-Testturm). Die Konstruktion dient dem Test und der Zertifizierung von Hochgeschwindigkeitsaufzügen. Außerdem wird hier der weltweit erste seillose Aufzug entwickelt. Das Design des Turmes stammt von dem Architekten Helmut Jahn. Eine öffentliche Besucherplattform auf 232 Metern Höhe ist die höchste Besucherplattform in Deutschland.

Den derzeit höchsten Testturm mit 248 Metern Höhe eröffnete thyssenkrupp im März 2018 in China.<ref>Thyssenkrupp baut Testturm in China.</ref> Ein 128 Meter hoher Testturm im US-amerikanischen Atlanta wurde 2022 zusammen mit dem neuen Hauptsitz in Nordamerika eröffnet.<ref>Pressemeldung von TK Elevator vom 10. Februar 2022: TK Elevator eröfnet neuen Hauptsitz für Nordamerika, zuletzt aufgerufen am 21. Juli 2025</ref>

Weblinks

Einzelnachweise

<references />