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Das Poschfenn befindet sich an der Landesstraße 73 zwischen den Dorfkernen von Stücken und Fresdorf auf der Gemarkung beider Orte, die Ortsteilgrenze verläuft durch den See. Das Fenn liegt in einer Senke des 61 Meter hohen Kesselbergs, der dem weichselglazialen Saarmunder Endmoränenbogen westlich vorgelagert ist. Die Senke erstreckt sich durch den Endmoränenbogen hindurch nach Osten und öffnet sich zu den Ungeheuerwiesen in der Nuthe-Nieplitz-Niederung, der eiszeitlichen Trebbin-Potsdamer Abflussbahn.<ref>Olaf Juschus: Das Jungmoränenland südlich von Berlin – Untersuchungen zur jungquartären Landschaftsentwicklung zwischen Unterspreewald und Nuthe. S. 2. Dissertation, Humboldt-Universität Berlin, 2001. Siehe Abbildung 2 Platten und Urstromtalungen im Jungmoränenland südlich Berlins. online Auch in: Berliner Geographische Arbeiten 95. ISBN 3-9806807-2-X, Berlin 2003.</ref> Nach Westen, jenseits der Landesstraße, schließt sich ein weiteres Niederungsgebiet an, das von der sumpfigen Landschaft des Katzwinkels und des Fresdorfer Sees geprägt ist.
Rund zwanzig Meter neben dem Ostausläufer passiert der hier sandige Europäische Fernwanderweg (E10), der von Rügen nach Ulldecona in Spanien verläuft, das Fenn, das trotz der Nähe vom Weg aus nicht sichtbar ist.
Das Poschfenn umfasst 6,1924 Hektar<ref name="LUGV" /> und hat eine maximale Tiefe von einem Meter und eine mittlere Tiefe von 70 Zentimetern. Die Seelänge beträgt rund 600, seine Breite rund 150 Meter. Das langgestreckte Gewässer verläuft in West-Ost-Richtung am Fuß des südlichen Teils des Kesselberges, dessen bewaldeter Nordhang steilscharig zum Südufer des Fenns abfällt. Der regenwassergespeiste Flachsee liegt isoliert und hat keinen Abfluss.
Im Landschaftsrahmenplan charakterisierte der Landkreis Potsdam-Mittelmark das nährstoffreiche Gewässer mit Stand 2000 als hoch polytroph und gab als natürliche Trophie einen schwach polytrophen Zustand (Stufe IV im Trophiesystem) an.<ref>Landschaftsrahmenplan Potsdam-Mittelmark. Band 2. Bestand und Bewertung. Hrsg.: Landkreis Potsdam-Mittelmark, Fachdienst Naturschutz. Belzig 2006, S. 118 <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />pdf (Memento vom 7. August 2011 im Internet Archive).</ref> 2008 stufte das Landesumweltamt Brandenburg den See hingegen als eutroph (Trophiestufe III) ein.<ref name="LUA">Ökologische Charakterisierung der wichtigsten Brutgebiete für Wasservögel in Brandenburg. Schriftenreihe: Studien und Tagungsberichte des Landesumweltamtes. Band 57. Hrsg.: Landesumweltamt Brandenburg (LUA). Potsdam 2008, S. 69, ISSN0948-0838.</ref>
Zudem sind die sandigen, kalkarmen ehemaligen Ackerflächen am Hang des Kesselberges Standort gefährdeter Ackerwildkräuter wie Feldrittersporn und Lämmersalat. Jahrzehntelang als Unkraut bekämpft, stehen die Pflanzen heute auf der Roten Liste Brandenburgs (Stufe 3, gefährdet),<ref>Rüdiger Prasse, Michael Ristow: Liste der wildwachsenden Gefäßpflanzen des Landes Berlin mit Roter Liste. (PDF; 10,2 MB) Der Landesbeauftragte für Naturschutz und Landschaftspflege / Senatsverwaltung für Stadtentwicklung (Hrsg.). Kulturbuch-Verlag, Berlin 2001, ISBN 3-88961-137-0 (Die Berliner Liste enthält auch die Daten für Brandenburg).</ref> der Lämmersalat ist in einigen Bundesländern vom Aussterben bedroht (Stufe 1). Wegen des großen Anteils am Gesamtaufkommen hat Deutschland eine hohe Verantwortlichkeit für den Schutz dieser monotypischen Gattung aus der Familie der Korbblütler.<ref>FloraWeb: Gefährdungsstatus von Arnoseris minima.</ref> Mit gezielten Maßnahmen bemüht sich der Landschafts-Förderverein Nuthe-Nieplitz-Niederung e.V. seit 1992 um den Erhalt der beiden Wildkräuter, die nur bei speziell angepasster Flächennutzung Überlebenschancen haben. Nachdem die vormalige Schafbeweidung zu rückläufigen Beständen geführt hatte, simulierte der Verein 1997 erstmals durch das Eggen von Teilflächen die ursprüngliche Ackernutzung. 2005 wurde der experimentelle Einsatz der Scheibenegge mit Erfolg wiederholt.<ref>Ralf Schwarz, Peter Koch: Lämmersalat, Rittersporn und Co. In: Land in Sicht. Nr. 10, 2007. Hrsg.: Landschafts-Förderverein Nuthe-Nieplitz-Niederung e. V., Stücken und Naturparkverwaltung Nuthe-Nieplitz, Dobbrikow, S. 11, ISSN0946-6762.</ref>
Atlas zur Geologie von Brandenburg, Werner Stackebrandt und Volker Manhenke (Hrsg.), Landesamt für Geowissenschaften und Rohstoffe Brandenburg (heute Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg, LBGR) 2002, 2. Aufl., 43 Karten, ISBN 3-9808157-0-6.
Ökologische Charakterisierung der wichtigsten Brutgebiete für Wasservögel in Brandenburg. Schriftenreihe: Studien und Tagungsberichte des Landesumweltamtes. Band 57. Hrsg.: Landesumweltamt Brandenburg (LUA). Potsdam 2008, ISSN0948-0838