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Nikolaus Habjan

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Datei:Habjan, Nikolaus (c) Lupi Spuma 005.jpg
Nikolaus Habjan, Regisseur, Puppenspieler und Puppenbauer, 2017
Datei:Nikolaus Habjan mit Elfriede-Jelinek-Handpuppe und Sunnyi Melles - Nestroy-Theaterpreis 2013 b.jpg
Nikolaus Habjan bei der Verleihung des Nestroy-Theaterpreises 2013 mit seiner Elfriede-Jelinek-Handpuppe aus Schatten (Eurydike sagt)

Nikolaus Habjan (* 24. September 1987 in Graz) ist ein österreichischer Regisseur, Puppenspieler und Kunstpfeifer.

Leben und Wirken

Nikolaus Habjan wuchs in Graz auf und besuchte hier das BRG Carneri.<ref>Nikolaus Habjan im Munzinger-Archiv, abgerufen am 1. Juni 2020 (Artikelanfang frei abrufbar)</ref> Er studierte von 2006 bis 2010 Musiktheaterregie an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien.

Im Jahr 2003 erlernte er bei einem Puppenspiel-Workshop von Neville Tranter den Umgang mit Klappmaulpuppen, die er häufig in seinen Stücken einsetzt. Seine Karriere begann 2008 als Regieassistent und Abendspielleiter am Schubert Theater in Wien-Alsergrund. In Zusammenarbeit mit dessen Direktor Simon Meusburger entstand Schlag sie tot, ein Figurenstück, für das er sowohl die Puppen baute als auch auf der Bühne spielte.<ref>Homepage zu „Schlag sie tot“; abgerufen am 30. Oktober 2010</ref> Es folgten weitere Stücke am Schubert Theater und Gastauftritte, unter anderen am Theater am Lend in Graz. Von 2009 bis 2016 war Habjan als Co-Direktor des Schubert Theaters tätig.

Im Mai 2010 arbeitete Habjan am Staatstheater Mainz als Puppenspieltrainer für die Produktion Die verkaufte Braut von Regisseurin Tatjana Gürbaca. Sein Debüt als Puppenspieler am Burgtheater Wien erfolgte im Februar 2012 in Fool of Love<ref>Halskrause mit Schwung. In: derstandard.at. 16. Februar 2012, abgerufen am 30. Dezember 2020.</ref> unter der Regie von Matthias Hartmann und Michael Schachermaier.

Die Produktion des Schubert Theaters F. Zawrel – erbbiologisch und sozial minderwertig von Nikolaus Habjan und Simon Meusburger erhielt den Nestroy-Theaterpreis 2012 in der Kategorie Beste Off-Produktion. Im selben Theater veranstaltete Habjan Kunstpfeifabende unter dem Titel „Ich pfeife auf die Oper“.

Am 29. Juni 2014 erhielten Nikolaus Habjan und Simon Meusburger den Aargauer Förderpreis für junges Figurentheater Grünschnabel. Rund 24 Gruppen aus 7 europäischen Nationen, Israel, Chile und den USA haben sich für den Grünschnabel 2014 beworben.

Die Produktion des Schauspielhauses Graz Das Missverständnis von Albert Camus wurde bei der Nestroy-Theaterpreis-Verleihung 2015 als beste Bundesländerproduktion nominiert.

Mit dem von Paulus Hochgatterer verfassten Stück Böhm wurde Habjan 2018 (ebenfalls für eine Produktion des Schauspielhauses Graz) in der Kategorie beste Bundesländerproduktion nominiert. Diese Produktion wurde als Gastspiel unter anderen an das Residenztheater München, 4. und 5. Februar 2019, zur euro scene Leipzig, 7. November 2018, an das TAK Liechtenstein, 5. und 6. Oktober 2019, und an das Burgtheater Wien, erstmals am 12. Oktober 2019, eingeladen.

In der Covid-19-Krise 2020 trat Habjan verschiedentlich mit der Figur des Berti Blockwardt auf.

Seit 2016 wirkt Nikolaus Habjan mit seinen Handpuppen bei der Eröffnung der Bregenzer Festspiele mit.<ref>Wolfgang Huber-Lang: Nikolaus Habjan im Dauereinsatz zwischen "Kottan" und Festspielen. In: kleinezeitung.at. 2. Juni 2016, abgerufen am 19. Juli 2023.</ref>

Stücke

  • 2008: Schlag sie tot – Bitterböses Puppentheater, Schubert Theater Wien
  • 2008: Schlag sie tot – Deluxe, Schubert Theater Wien
  • 2010: Herr Berni macht Urlaub, Schubert Theater Wien
  • 2010: Becoming Peter Pan – An Epilogue to Michael Jackson, Schubert Theater Wien
  • 2011: Freaks, Performance für Puppen und Schauspieler nach dem Film Freaks, Schubert Theater Wien
  • 2012: F. Zawrel – Erbbiologisch und sozial minderwertig, Puppenspiel, Uraufführung am 23. März 2012 im Schubert Theater, Regie: Simon Meusburger, Buch, Puppenbau und -spiel: Nikolaus Habjan
  • 2012: Fool of Love, Shakespeare-Sonette, vertont von Karsten Riedel und Franui, Inszenierung Matthias Hartmann, Burgtheater Wien, Premiere am 15. April 2012
  • 2012: Fly Ganymed von Paulus Hochgatterer, Regie: Jacqueline Kornmüller, Uraufführung am 6. September 2012 im Theseustempel / KHM Wien
  • 2013: Schatten (Eurydike sagt) von Elfriede Jelinek, Regie: Matthias Hartmann, Uraufführung der Theaterfassung am 17. Januar 2013 im Akademietheater / Burgtheater Wien
  • 2013: Max’n Morizz feat. Texta frei nach Wilhelm Busch, Konzept und Inszenierung: Dominik Günther, Landestheater Linz, Puppenspiel: Nikolaus Habjan und Manuela Linshalm
  • 2014: 6 Österreicher unter den ersten 5. Figurentheater nach dem gleichnamigen Buch von Dirk Stermann, Textfassung und Inszenierung: Simon Meusburger, Rabenhof Theater Wien, Puppenspiel: Nikolaus Habjan und Manuela Linshalm
  • 2016: Ich pfeife auf die Oper. Ein musikalischer Streifzug durch die Operngeschichte, mit Kunstpfeifer Nikolaus Habjan, am Flügel: Daniel Nguyen, Schauspielhaus Graz, Werke von Mozart, Rossini, Delibes, Puccini, u. a.
  • 2016–2017: Kottan ermittelt – Das Puppen-Musical. Nach einer Idee von Helmut Zenker, Inszenierung: Jan und Tibor Zenker, Rabenhof Theater Wien, mit Christian Dolezal als Major Kottan, Puppenspiel: Nikolaus Habjan und Manuela Linshalm

Inszenierungen

Auszeichnungen

Literatur

  • Florian Klenk: Die Klage der Klappmaulpuppen. In: Falter, 15/2012
  • Frido Hütter: Diese Reise ist kein Spaß. In: Kleine Zeitung Graz, 8. September 2012
  • Margarete Affenzeller: Stumpfe Worte für spitze Keulen. In: derstandard.at, 6. November 2012
  • Michaela Reichart: Düsterer Blick in den Abgrund. In: Kronen Zeitung Steiermark, 19. Oktober 2014
  • Elisabeth Willgruber-Spitz: Gruselkabinett der Bestialität. In: Kleine Zeitung, Graz", 19. Oktober 2014
  • Thomas Miessgang: Der Herr der Puppen. In: Die Zeit, 22. Oktober 2015
  • Christiane Lutz: Herr Berni und die Wahrheit. In: Süddeutsche Zeitung, 3. Mai 2016
  • Daniele Muscionico: Ein österreichischer Puppenspieler: Hauptberuf:Maulheld. In: Neue Zürcher Zeitung, 11. März 2016
  • Manuel Brug: Der Puppenspieler, der die Nazis tanzen lässt. In: Die Welt, veröffentlicht am 7. Februar 2017
  • Christoph Hartner: „König der Puppen“ als großer Bühnenstar. In Kronen Zeitung Steiermark, 23. November 2018
  • Norbert Mayer: „Volksvernichtung“ als bitterböses Puppenspiel. In Die Presse, 30. November 2018
  • Werner Krause: Die groteske Gruselgruft im Puppenheim. In Kleine Zeitung, 1. Dezember 2018

Weblinks

Einzelnachweise

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