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Cystorchis

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Cystorchis
Datei:Nova Guinea 14 pl. 43.tif

Illustration von Cystorchis verstegii, Bild 8 (unten)

Systematik
Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie: Orchideen (Orchidaceae)
Unterfamilie: Orchidoideae
Tribus: Cranichideae
Untertribus: Goodyerinae
Gattung: Cystorchis
Wissenschaftlicher Name
Cystorchis
Blume

Cystorchis ist eine Gattung aus der Familie der Orchideen (Orchidaceae). Die etwa 20 Arten gedeihen im tropischen Asien.

Beschreibung

Datei:Cystorchis variegata Java (cropped).jpg
Laubblätter von Cystorchis variegata

Vegetative Merkmale

Die Cystorchis-Arten wachsen als ausdauernde krautige Pflanzen. Sie bilden ein kriechendes, verzweigtes Rhizom. Es gibt einige mykoheterotrophe Arten, die keine Wurzeln und keine Laubblätter ausbilden. Ansonsten sind die Blätter breit-oval, die Basis ist zu einem kurzen Blattstiel verschmälert, der Blattgrund umfasst den Spross röhrenförmig. Die Blätter sind dunkel gefärbt und manchmal farbig gezeichnet.<ref name="Ormerod2003" />

Generative Merkmale

Im endständigen, traubigen Blütenstand sind zahlreiche resupinierte Blüten enthalten. Die Blütenstandsachse kann behaart sein und wird von einigen Hochblättern umfasst. Die Tragblätter sind mindestens so lang wie Fruchtknoten und Blütenstiel zusammen. Der Fruchtknoten ist verdreht, manchmal ist er behaart.

Die zwittrigen Blüten sind zygomorph, dreizählig und öffnen sich kaum.<ref name="Comber1990" /> Die Blütenhüllblätter sind nicht miteinander verwachsen. Die dorsale Sepal wölbt sich haubenförmig über die anderen Teile der Blüte. Die seitlichen Sepalen haften der Lippe an und sind an der Basis aufgeweitet, dort umfassen sie den rundlichen, von der Lippe gebildeten Sporn. Die seitlichen Petalen sind länglich, lanzettlich bis spatelförmig, sie haften am oberen Petal an. Die Lippe formt an der Basis einen zwei- oder dreiteiligen Sporn. Dieser besteht aus zwei seitlichen Rundungen, die innen mit jeweils einer Nektardrüse ausgestattet sind. Bei einigen Arten befindet sich in der Mitte noch ein dritter, konischer Auswuchs. Im vorderen Teil der Lippe sind die Ränder nach oben geschlagen und formen so eine Röhre, die Außenseite kann dort mit rauen Papillen besetzt sein. Die Säule ist kurz, vorne oft mit seitlichen Anhängseln (schmal „geflügelt“). Das Staubblatt ist zweikammrig, die Pollinien sind direkt, ohne Stielchen mit einer Klebscheibe (Viscidium) verbunden. Die Narbe besteht aus zwei miteinander verbundenen Flächen. Das Trenngewebe zwischen Narbe und Staubblatt (Rostellum) ist dreieckig, je nach Art unterschiedlich lang, nach Wegnahme der Klebscheibe an der Spitze flach eingeschnitten.<ref name="Ormerod2003" />

Standorte

Cystorchis-Arten findet man von Meereshöhe bis in Höhenlagen von 1500 Meter. Sie wachsen in der Humusschicht feuchter Wälder.<ref name="Ormerod2003" />

Systematik, botanische Geschichte und Verbreitung

Die Gattung Cystorchis wurde 1859 durch Carl Ludwig Blume in Collection des Orchidées le plus remarquables de l'Archipel Indien et du Japon, Teil 7–8, Tafel 25, 36 aufgestellt.<ref name="POWO" /> Der Gattungsname Cystorchis setzt sich aus den altgriechischen Wörtern kystis für „Blase“, und orchis für „Hoden“ (hier: Orchidee), zusammen; er bezieht sich auf den charakteristischen Sporn. Die Typusart ist Cystorchis variegata <templatestyles src="Person/styles.css" />Blume.<ref name="Ormerod2003" />

Die Gattung Cystorchis gehört zur Subtribus Goodyerinae der Tribus Cranichideae innerhalb der Unterfamilie Orchidoideae. Nach Dressler 1993 lässt sich diese weiter in zwei Gruppen unterteilen; Cystorchis steht in der größeren Gruppe mit einer Narbenfläche.<ref name="Dressler1993" />

Die Gattung Cystorchis ist im tropischen Südostasien verbreitet. Es gibt Fundortangaben für Thailand, Malaysia, Indonesien, die Philippinen, Neuguinea und die Palau-Inseln. Die größte Artenvielfalt findet sich auf Borneo.<ref name="Comber1990" />

Es gibt etwa 20 Arten in der Gattung Cystorchis:<ref name="POWO" />

  • Cystorchis aberrans <templatestyles src="Person/styles.css" />J.J.Sm.: Sie kommt nur im westlichen Sumatra vor.<ref name="POWO" />
  • Cystorchis aphylla <templatestyles src="Person/styles.css" />Ridl.: Sie kommt von der Thailändischen Halbinsel bis Malesien vor.<ref name="POWO" />
  • Cystorchis appendiculata <templatestyles src="Person/styles.css" />J.J.Sm.: Sie kommt nur im westlichen Sumatra vor.<ref name="POWO" />
  • Cystorchis celebica <templatestyles src="Person/styles.css" />Schltr.: Sie kommt nur in Sulawesi vor.<ref name="POWO" />
  • Cystorchis dentifera <templatestyles src="Person/styles.css" />Schltr. (Syn.: Cystorchis rostellata <templatestyles src="Person/styles.css" />J.J.Sm.): Sie kommt in Neuguinea vor.<ref name="POWO" />
  • Cystorchis gracilis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Hook. f.) Holttum: Dieser Endemit kommt nur auf den Taiping Hills auf der Malaiisischen Halbinsel vor.<ref name="POWO" />
  • Cystorchis javanica <templatestyles src="Person/styles.css" />(Blume) Blume: Sie kommt nur im westlichen Malesien bis zu den vor.<ref name="POWO" />
  • Cystorchis luzonensis <templatestyles src="Person/styles.css" />Ames: Dieser Endemit kommt nur auf Mt. Makiling sowie Mt. Halcon auf den Philippinen vor.<ref name="POWO" />
  • Cystorchis macrophysa <templatestyles src="Person/styles.css" />Schltr.: Sie kommt auf Borneo nur in Sarawak vor.<ref name="POWO" />
  • Cystorchis marginata <templatestyles src="Person/styles.css" />Blume: Dieser Endemit kommt nur auf Java vor.<ref name="POWO" />
  • Cystorchis ogurae <templatestyles src="Person/styles.css" />(Tuyama) Ormerod & P.J.Cribb: Dieser Endemit kommt nur auf Babeldaob, das zu den Karolinen gehört, vor.<ref name="POWO" />
  • Cystorchis orphnophila <templatestyles src="Person/styles.css" />Schltr.: Sie kommt nur in Papua-Neuguinea vor.<ref name="POWO" />
  • Cystorchis peliocaulos <templatestyles src="Person/styles.css" />Schltr.: Sie kommt nur in Papua-Neuguinea vor.<ref name="POWO" />
  • Cystorchis ranaiensis <templatestyles src="Person/styles.css" />J.J.Sm.: Sie kommt auf Borneo nur in Kep. Natuna vor.<ref name="POWO" />
  • Cystorchis saccosepala <templatestyles src="Person/styles.css" />J.J.Sm.: Sie kommt auf Borneo vor.<ref name="POWO" />
  • Cystorchis salmoneus <templatestyles src="Person/styles.css" />J.J.Wood: Sie kommt im nördlichen Borneo vor.<ref name="POWO" />
  • Cystorchis saprophytica <templatestyles src="Person/styles.css" />J.J.Sm.: Sie kommt auf Borneo vor.<ref name="POWO" />
  • Cystorchis stenoglossa <templatestyles src="Person/styles.css" />Schltr.: Sie kommt nur im nördlichen Sumatra vor.<ref name="POWO" />
  • Cystorchis variegata <templatestyles src="Person/styles.css" />Blume: Sie kommt von Malesien bis Vanuatu vor.<ref name="POWO" />
  • Cystorchis versteegii <templatestyles src="Person/styles.css" />J.J.Sm.: Sie kommt nur im westlichen Neuguinea vor.<ref name="POWO" />

Siehe auch

Quellen

Literatur

  • Alec M. Pridgeon, Phillip Cribb, Mark W. Chase, Finn Rasmussen (Hrsg.): Genera Orchidacearum. Orchidoideae (Part 2). Vanilloideae. Band 3. Oxford University Press, New York/Oxford 2003, ISBN 0-19-850711-9.
  • Jim B. Comber: Orchids of Java. Bentham-Moxon Trust, Kew 1990, ISBN 0-947643-21-4.
  • Rudolf Schlechter: Die Orchidaceen von Deutsch-Neu-Guinea. In: Repertorium specierum novarum regni vegetabilis. Beihefte. Band 1, S. 65–68 (Biodiversity Heritage Library).

Einzelnachweise

<references> <ref name="POWO"> Cystorchis. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew ScienceVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="Comber1990"> Jim B. Comber: Orchids of Java. S. 25–26. </ref> <ref name="Dressler1993"> Robert L. Dressler: Phylogeny and Classification of the Orchid Family. Cambridge University Press, 1993, ISBN 0-521-45058-6, S. 118. </ref> <ref name="Ormerod2003"> Paul Ormerod, Phillip Cribb: Cystorchis. In: Genera Orchidacearum. Band 3, S. 80–81. </ref> </references>