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Anja Hajduk

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Anja Hajduk, 2017

Anja Margarete Helene Hajduk (* 8. Juni 1963 in Duisburg) ist eine deutsche Politikerin (Bündnis 90/Die Grünen). Sie war von 2021 bis 2025 Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz. Zuvor war sie von 2002 bis 2008 sowie von 2013 bis 2021 Mitglied des Deutschen Bundestages. Von 2002 bis 2008 war sie Vorsitzende der Grün-Alternativen Liste und von 2008 bis 2010 Senatorin und Präses der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt von Hamburg.

Leben und Beruf

Nach dem Abitur 1982 in Duisburg-Homberg absolvierte Hajduk ein Studium der Psychologie an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und der Universität Hamburg, das sie 1988 mit dem Diplom abschloss. Von 1989 bis 1997 war sie als angestellte Psychologin im interkulturellen Jugendaustausch tätig.

Hajduk ist ehrenamtliches Mitglied des Aufsichtsrates der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH in Bonn, Mitglied des Beirates in der Katharinenhof Seniorenwohn- und Pflegeanlage Betriebs-GmbH in Berlin sowie Mitglied des Beirates der Pflegen & Wohnen Hamburg GmbH.<ref name=":0">Biografien der 19. Wahlperiode (2017-2021). Anja Hajduk. Abgerufen am 22. Oktober 2024.</ref>

Sie ist mit der ehemaligen Hamburger Schulsenatorin Ute Pape (SPD) liiert.<ref>Die Realistin taz.de, 16. Februar 2011</ref><ref>Gegen die Platzhirsche: Anja Hajduk welt.de, 18. Februar 2011</ref>

Partei

Hajduk wurde 1995 Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen und gehörte von September 2000 bis November 2001 dem Vorstand der Grün-Alternativen Liste an.<ref>Nach Sturz der Parteispitze: Grüne ratlos welt.de, 6. November 2001</ref> Im April 2002 wurde sie als Nachfolgerin der verstorbenen Kristin Heyne zur Vorsitzenden der Grün-Alternativen Liste gewählt.<ref name="taz">Die neue grüne Doppelspitze taz.de, 8. April  2002</ref> Diesen Posten gab sie im Juni 2008 nach ihrer Ernennung zur Senatorin ab.<ref>Grünen-Chefin Anja Hajduk und ihr Vize treten ab welt.de, 21. Mai 2008</ref>

Auf der Bundesdelegiertenkonferenz am 2. Oktober 2004 kandidierte sie für den Posten der frauenpolitischen Sprecherin im Bundesvorstand, unterlag aber Katja Husen.<ref>Husen siegt haushoch taz.de, 4.  Oktober 2004</ref>

Abgeordnete

Von 1997 bis 2002 gehörte Hajduk erstmals der Hamburgischen Bürgerschaft an. Sie war parlamentarische Geschäftsführerin der GAL-Bürgerschaftsfraktion und haushaltspolitische Sprecherin.

Dem Deutschen Bundestag gehörte sie erstmals von 2002 bis 2008 an. Bei der Bundestagswahl 2002 zog sie über Platz 1 der Hamburger Landesliste in den Deutschen Bundestag ein. Sie setzte sich bei ihrer Nominierung gegen Willfried Maier durch.<ref name="taz"/> Bei der Bundestagswahl 2005 zog sie über Platz 2 der Hamburger Landesliste in den Deutschen Bundestag ein. Auf Platz 1 kandidierte diesmal Krista Sager, die bei der Bundestagswahl 2002 über Platz 2 der Hamburger Landesliste in den Deutschen Bundestag eingezogen war.<ref>Ohne Vollmer und Volmer faz.net, 19. August 2005</ref> Von 2002 bis 2004 war sie stellvertretende Vorsitzende des Haushaltsausschusses und von 2004 bis 2008 haushaltspolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion.

Bei der Bürgerschaftswahl 2011 kandidierte sie als Spitzenkandidatin der Grün-Alternativen Liste.<ref>Selbstbewusste Gallier faz.net, 8. Februar 2011</ref><ref>Hamburgs Grüne auf schwieriger Mission zeit.de, 9. Februar 2011</ref> Sie gewann ein Direktmandat im Wahlkreis Eppendorf – Winterhude und zog damit erneut in die Hamburgische Bürgerschaft ein. Anschließend war sie stellvertretende Vorsitzende der GAL-Bürgerschaftsfraktion und haushaltspolitische Sprecherin.

Von 2013 bis 2021 war sie erneut Mitglied des Deutschen Bundestages. Bei der Bundestagswahl 2013 zog sie über Platz 1 der Hamburger Landesliste in den Deutschen Bundestag ein.<ref>Grüne: Sager macht Weg frei für Hajduk welt.de, 3. September 2012</ref> In der 18. Wahlperiode war sie Mitglied im Haushaltsausschuss und parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen-Bundestagsfraktion. Bei der Bundestagswahl 2017 zog sie erneut über Platz 1 der Hamburger Landesliste in den Deutschen Bundestag ein.<ref>Hamburger Grüne setzen Hajduk auf Platz ein welt.de, 27. November 2016</ref> In der 19. Wahlperiode war sie erneut Mitglied im Haushaltsausschuss und stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion.<ref>Anja Hajduk wird Fraktions-Vize der Bundestags-Grünen abendblatt.de, 19. Januar 2018</ref> Bei der Bundestagswahl 2021 kandidierte sie nicht erneut.<ref>Mit Anja Hajduk hört eine der bekanntesten Grünen auf welt.de, 10. September 2020</ref>

Öffentliche Ämter

Nach der Bürgerschaftswahl 2008 kam es in Hamburg zur Bildung der ersten schwarz-grünen Koalition auf Landesebene und Hajduk wurde am 7. Mai 2008 vom Ersten Bürgermeister Ole von Beust als Senatorin und Präses der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt in den Senat von Beust III berufen. Für Aufsehen sorgte ihre Genehmigung des Neubaus eines Steinkohlekraftwerks in Hamburg-Moorburg am 30. September 2008. Im Wahlkampf war die GAL mit dem Wahlkampfversprechen aufgetreten, den Kraftwerkbau zu verhindern. Allerdings war die Senatorin aus rechtlichen Gründen gezwungen, den Betrieb zu genehmigen.<ref>Grüne Umweltsenatorin genehmigt Kohlekraftwerk Hamburg-Moorburg spiegel.de, 30. September 2008</ref> Bei der Landesmitgliederversammlung am 9. Oktober 2008 sprach sich eine Mehrheit der Mitglieder für die Fortsetzung der Koalition aus und hieß damit die Entscheidung der Senatorin gut.<ref>Moorburgs langer Schatten taz.de, 10. Oktober 2008</ref>

Nach dem Rücktritt von Bürgermeister von Beust gehörte sie zu den neu bestätigten Mitgliedern des Senats von Christoph Ahlhaus. Nach der Aufkündigung der schwarz-grünen Koalition durch die GAL wurden aber am 29. November 2010 alle GAL-Senatsmitglieder durch den Ersten Bürgermeister Christoph Ahlhaus entlassen.<ref>Ahlhaus entlässt nach Koalitionsbruch GAL-Senatoren welt.de, 29. November 2010</ref> Als politische Erfolge konnte sie die Gründung des städtischen Energieversorgungsunternehmens Hamburg Energie und die Einführung des StadtRAD Hamburg verbuchen. Die bis in das Planfeststellungsverfahren entwickelte Planung der ersten Stadtbahnstrecke wurde nach dem Koalitionsbruch durch den Ersten Bürgermeister Ahlhaus ausgesetzt und dann durch den neuen Ersten Bürgermeister Olaf Scholz endgültig gestoppt.

Am 9. Dezember 2021 wurde Hajduk unter Bundesminister Robert Habeck zur Amtschefin und beamteten Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz ernannt.<ref>Habeck besetzt wichtigen Staatssekretärsposten mit Ex-Senatorin Hajduk spiegel.de, 30. November 2021</ref><ref>Beamtete Staatssekretärin Anja Hajduk. Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, abgerufen am 9. Dezember 2021.</ref> Gemeinsam mit dem Chef des Bundeskanzleramtes Bundesminister Wolfgang Schmidt (SPD) und dem Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen Steffen Saebisch (FDP) war Hajduk eine der drei Regierungskoordinatoren der Ampelkoalition.<ref>Das verborgene Machtgetriebe der Ampel: Drei hohe Staatsbeamte halten die Koalition am Laufen. In: Handelsblatt. 7. Mai 2022, abgerufen am 11. April 2025.</ref><ref>Ampelkoalition: Ohne diese drei Politiker läuft nichts. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 14. September 2022, abgerufen am 11. April 2025.</ref><ref>Christoph Schult, Florian Gathmann: Ampelkoalition: Ein Jahr nach dem Bruch – Koordinatoren ziehen Bilanz. In: Spiegel Online. 6. November 2025, abgerufen am 8. November 2025.</ref> Im Zuge der Bildung des Kabinetts Merz schied sie am 6. Mai 2025 aus dem Amt aus.<ref>Bundeswirtschafts- und Energieministerin Katherina Reiche bestellt neuen Staatssekretär. Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, 12. Mai 2025, abgerufen am 12. Mai 2025.</ref> Hajduk ist weiterhin als Vertreterin der Kapitaleignerin Bundesrepublik Deutschland ein Mitglied im Aufsichtsrat der Deutsche Bahn AG.<ref>Mitglieder des Aufsichtsrats der Deutschen Bahn AG, deutschebahn.com, abgerufen am 29. November 2025</ref>

Mitgliedschaften

Anja Hajduk ist Mitglied der überparteilichen Europa-Union Deutschland, die sich für ein föderales Europa und den europäischen Einigungsprozess einsetzt.<ref>Anja Hajduk. In: Webseite der Europa-Union Deutschland. Abgerufen am 19. August 2020.</ref> Sie ist außerdem ehrenamtliches Mitglied des Kuratoriums der Stiftung „Lebendige Stadt“ in Hamburg.<ref name=":0" />

Weblinks

Commons: Anja Hajduk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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