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Brack

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Großes Brack bei Borstel
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Wehle in Friedrichsgabekoog im Kreis Dithmarschen
Datei:2013-05-03 Fotoflug Leer Papenburg DSCF7262.jpg
Kolk und Entwässerungsgraben Schoonorther Polderschloot in der nördlichen Krummhörn entlang einer alten Deichlinie
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Kolk von einem Deichbruch im Norderalten-Deich bei Minsen
Datei:Horumersiel Kolk.jpg
Kolk der Weihnachtsflut 1717 in Horumersiel

Brack (von niederdeutsch: Brack), auch Brake (historisch Braacke<ref></ref>) oder Bracke, ist die Bezeichnung für eine tiefe Auskolkung, die durch einen Deichbruch infolge einer Sturmflut entstanden ist.<ref name="sh-lexikon">Brake. In: Klaus-Joachim Lorenzen-Schmidt, Ortwin Pelc: Schleswig-Holstein Lexikon. Wachholtz, Neumünster 2006.</ref> In manchen Regionen wird solch ein See oder Teich auch als Kolk, Wehle oder Wehl bezeichnet.

Entstehung

Bei einem Deichbruch können durch das einbrechende Wasser hinter dem Deich tiefe und großflächige Löcher ausgespült werden. Auch durch eine Unter- oder eine Überspülung des Deiches bei Überflutung kann durch die Wasserkräfte so viel Boden abgetragen werden, dass eine Auskolkung entsteht.<ref name="Küster">Hansjörg Küster: Geschichte der Landschaft in Mitteleuropa: von der Eiszeit bis zur Gegenwart. Beck, München 2013, ISBN 978-3-406-64438-2 (Küster verwendet in diesem Zusammenhang den Begriff Kolk).</ref> Die entstehenden Bracks sind häufig kreisrund und können mehrere Meter tief sein. Die Löcher wieder aufzufüllen ist mit hohem Aufwand verbunden und wurde daher früher oft unterlassen. Dadurch muss der neue Deich als Auslagedeich (seeseitig) oder als Einlagedeich (landseitig) an dem Brack geführt werden. Diese besondere Deichführung trägt gelegentlich den Namen Halbmond.<ref name="sh-lexikon" />

Da das Wasser von Bracks, die an der Nordsee oder im Mündungsbereich der Tideflüsse entstanden sind, salzhaltig ist, durch Regen und Grundwasser aber aussüßt, wurde dafür der Name Brackwasser geprägt, der als Lehnwort ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) auch in anderen Sprachen üblich ist.

Vorkommen

Bracks kommen nicht nur am Meer vor, sondern auch im oberen Tidegebiet von Tideflüssen. Beispielhaft hierfür ist die Elbe: So sind allein im Bereich Francop und Neuenfelde der Freien und Hansestadt Hamburg noch drei Bracks vorhanden. Auch im weiteren Verlauf der Elbe gibt es Bracks, so bei Borstel, Wilhelmsburg, Moorfleet sowie etliche in den Vierlanden. In den Vierlanden sind die drei größten Bracks zu erwähnen: das Carlsbrack,<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Carlsbrack. (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive) hamburg.de</ref> das Borghorster Brack<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Borghorster Brack. (Memento vom 27. Mai 2016 im Internet Archive) hamburg.de</ref> und das Kiebitzbrack.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Kiebitzbrack. (Memento vom 13. September 2010 im Internet Archive) hamburg.de</ref><ref>Karte des Naturschutzgebietes Kiebitzbrack. (PDF; 182 kB) hamburg.de</ref><ref>Das Naturschutzgebiet Kiebitzbrack. hamburg.de</ref> In einer Aufstellung von 1804 werden zwischen Bleckede und Wehningen allein 29 Bracks (hier: Braken) gezählt.<ref>Das Deich- und Strombau-Recht nach allgemeinen positiven und Hannoverischen Landesrechten erläutert. Zweyter und letzter Theil. Hannover 1816, S. 200–208books.google.de</ref>

Eines der größten Bracks war das Schwarze Brack zwischen Ellens, Sande und Neustadtgödens westlich des heutigen Jadebusens.

Siehe auch

  • Brök, eine Durchbruchstelle durch einen Deich, die einen Binnensee mit dem Meer verbindet

Literatur

  • Günther Helm: Bracks – stille Zeugen dramatischer Ereignisse. In: Lichtwark-Heft, Nr. 68. Verlag HB-Werbung, Hamburg-Bergedorf 2003; ISSN 1862-3549.
  • Hansjörg Küster: Geschichte der Landschaft in Mitteleuropa: von der Eiszeit bis zur Gegenwart. 4. Auflage. Beck, München 2013, ISBN 978-3-406-64438-2 (Erstausgabe 1995).

Weblinks

Commons: Kolk lakes – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Brack – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

<references />