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Kleinlinden

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Kleinlinden
Stadt Gießen
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(4777)&title=Kleinlinden 50° 34′ N, 8° 39′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(4777) 50° 33′ 37″ N, 8° 38′ 46″ O
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Höhe: 180 (163–197) m ü. NHN
Einwohner: 4777 (31. Dez. 2019)<ref name="DF">Einwohner mit Hauptwohnung nach statistischen Bereichen. (PDF; 48 kB) Stadt Gießen, abgerufen im Januar 2021.</ref>
Eingemeindung: 1. April 1939
Postleitzahl: 35398
Vorwahl: 0641
Datei:Karte Gießen Ortsbezirk Kleinlinden.png
Karte
Lage von Kleinlinden in Gießen

Kleinlinden ist ein Stadtteil der mittelhessischen Universitätsstadt Gießen. Geografisch zählt die ehemalige Gemarkung des Orts zum Hüttenberger Land.

Geographie

Kleinlinden liegt südwestlich der Gießener Kernstadt. Durch den Ort verläuft die Landesstraße 3475, im Norden und Osten führen die Bundesstraße 49 und die Bundesautobahn 485 an Kleinlinden vorbei.

Kleinlinden liegt an der Verbindungskurve der Dillstrecke zur Main-Weser-Bahn nahe dem Bahnhof Gießen-Bergwald.

Geschichte

Datei:Gießen-Kleinlinden WLMMH 61884 by Stepro IMG 2239.JPG
Ev. Kirche

Ortsgeschichte

Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Kleinlinden erfolgte unter dem Namen de Lindehe in einer Stiftsurkunde aus dem Jahre 1269.<ref name="lagis" /> Besiedelt wurde das Dorf als Waldsiedlung zwischen dem 9. und 12. Jahrhundert. Um 1350 wurde eine Burg erbaut, im Jahr 1866 die Evangelische Kirche Kleinlinden fertiggestellt.

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Kleinlinden:

„Kleinlinden (L. Bez. Giessen) evangel Filialdorf; liegt an der Chaussee von Giessen nach Frankfurt 12 St. von ersterem Orte entfernt; auch führt von hier eine Chaussee nach Wetzlar. Dieser Ort, gewöhnlich nur Linnes genannt, hat 1 Kirche, 1 Burg, 60 Häuser und 365 Einwohner, die alle evangelisch sind. Kleinlinden ist ohne Zweifel spätern Ursprungs. Im Jahr 1280 willigte Landgraf Heinrich I. ein in die Schenkung eines Guts an das Kloster Arnsburg.“<ref name="GW">Vorlage:BibOCLC</ref>

Nach dem Bombenangriff auf Gießen in der Nacht vom 6. zum 7. Dezember 1944 waren in Kleinlinden 108 Opfer zu beklagen.

Kleinlinden wurde am 1. April 1939, noch unter der Bezeichnung Klein-Linden, nach Gießen eingemeindet<ref>Hessisches Regierungsblatt 1939, Nr. 2, S. 6 Digitalisat</ref>, was mit einer kleinen Unterbrechung so bis heute fortbesteht. Vom 1. Januar 1977 bis 31. Juli 1979 war Gießen und damit auch der Stadtteil Kleinlinden Teil der kreisfreien Stadt Lahn. Nach Auflösung der Stadt Lahn wurde Kleinlinden wieder Stadtteil der Stadt Gießen. Die Stadt Gießen erlangte jedoch ihre Kreisfreiheit nicht mehr zurück und ist damit Teil des Landkreises Gießen. Für die Stadtteile Allendorf, Kleinlinden, Lützellinden, Rödgen und Wieseck wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 21 kB) § 3. In: Webauftritt. Stadt Gießen, abgerufen im Januar 2021.</ref>

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Herrschaftsgebiete und Staaten, in denen Kleinlinden lag, sowie deren Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref>

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Kleinlinden 4458 Einwohner. Darunter waren 249 (5,6 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 666 Einwohner unter 18 Jahren, 2067 zwischen 18 und 49, 873 zwischen 50 und 64 und 852 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 2172 Haushalten. Davon waren 792 Singlehaushalte, 600 Paare ohne Kinder und 462 Paare mit Kindern, sowie 171 Alleinerziehende und 247 Wohngemeinschaften. In 423 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 1554 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />

Einwohnerentwicklung

Datei:Gießen Kleinlinden An den Schulgärten 2 von Nordwesten by Emha.jpg
Evangelisches Kinder- und Familienzentrum Rote Schule in Kleinlinden
• 1669: 123 Seelen<ref name="lagis" />
• 1742: ein Geistlicher/Beamter, 55 Untertanen, 17 Junge Mannschaften, 3 Beisassen/Juden<ref name="lagis" />
• 1791: 305 Einwohner<ref name="Adr-LG-HD" />
• 1800: 281 Einwohner<ref name="Adr-LG-HD-1800" />
• 1806: 329 Einwohner, 59 Häuser<ref name="Adr-LG-HD-1806" />
• 1829: 365 Einwohner, 65 Häuser<ref name="GW" />
• 1867: 626 Einwohner, 88 Häuser<ref name="WP">Vorlage:BibOCLC</ref>
Kleinlinden: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2019
Jahr  Einwohner
1791
  
305
1800
  
302
1806
  
329
1829
  
365
1834
  
404
1840
  
423
1846
  
458
1852
  
479
1858
  
522
1864
  
568
1871
  
702
1875
  
823
1885
  
973
1895
  
1.294
1905
  
1.642
1910
  
1.837
1925
  
1.985
1946
  
?
1956
  
?
1980
  
?
1990
  
?
2002
  
4.325
2009
  
4.468
2011
  
4.458
2017
  
4.722
2019
  
4.777
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; Stadt Gießen<ref name="EW2006" /><ref name="EW2009" /><ref name="EW2017" /><ref name="DF" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" />

Politik

Ortsbeirat

Für Kleinlinden besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Kleinlinden) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus neun Mitgliedern.<ref name="HS" />

Bei der Wahl des Ortsbeirats am 14. März 2021 ergab sich folgende Sitzverteilung.<ref>Ergebnis der Ortsbeiratswahlen 2016 in Kleinlinden In: votemanager-gi.ekom21cdn.de</ref>

Ortsbeirat – Kommunalwahlen 2021
<templatestyles src="Wahldiagramm/styles.css" />
Stimmverteilung in %
Wahlbeteiligung: 59,0 %
 %
40
30
20
10
0
33,3
(+10,1)
24,6
(−3,6)
21,9
(−3,4)
13,2
(−10,1)
7,1
(n. k.)
2016<ref>Ergebnis der Ortsbeiratswahlen 2016 in Kleinlinden In: votemanager-gi.ekom21cdn.de</ref>2021
Sitzverteilung
     
Insgesamt 9 Sitze

Ortsvorsteher

Ortsvorsteher des Gießener Stadtteils Kleinlinden ist Klaus-Dieter Greilich (FDP).<ref name="OB">Ortsbeirat Kleinlinden. In: Webauftritt. Stadt Gießen, abgerufen im Januar 2021.</ref>

Persönlichkeiten

  • Wolfgang Greilich (* 1954), hessischer Politiker (FDP), Landtagsvizepräsident
  • Ludwig Lenz (1764–1833), hessischer Landtagsabgeordneter und Schultheiß in Kleinlinden
  • Wilhelm Lenz (1897–1969), hessischer Landtagsabgeordneter
  • Hermann Stein (1919–1995), Politiker (FDP), Landtagsvizepräsident
  • Peter Moraw (1935–2013), Historiker und Professor der Justus-Liebig-Universität Gießen, starb in Kleinlinden

Literatur

Weblinks

Commons: Kleinlinden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen und Einzelnachweise

Anmerkungen <references group="Anm." />

Einzelnachweise <references> <ref name="lagis"> Klein-Linden, Landkreis Gießen. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 19. Mai 2017). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="EW2017"> Einwohnerstatistik. (PDF) In: Webauftritt. Stadt Gießen, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen im Februar 2018. </ref> <ref name="EW2006"> Bevölkerungsstand. (PDF; 2 MB) In: Statistischer Jahresbericht 2006. Stadt Gießen, S. 9, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen im Januar 2019. </ref> <ref name="EW2009"> Bevölkerungsstand. (PDF; 2,4 MB) In: Statistischer Jahresbericht 2009. Stadt Gießen, S. 14, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen im Januar 2019. </ref> <ref name="Adr-LG-HD"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1791. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1791, S. 172, 271 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1800"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1800. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1800, S. 181 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1806"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1806. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1806, S. 220 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="PR"> Vorlage:BibOCLC </ref> <ref name="NLVK"> Neuste Länder und Völkerkunde. Ein geographisches Lesebuch für alle Stände. Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und die freien Städte. Band 22. Weimar 1821, S. 413 (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="Z2011E"> Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,1 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 4 und 44, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020;. </ref> </references>

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