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IFA-Group

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IFA Holding GmbH

colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Logo der IFA Group.svg
Rechtsform GmbH
Gründung 1959
Sitz Haldensleben, Deutschland
Leitung
  • Stefan Bultmann
  • Jan-Christoph Maser
Mitarbeiterzahl 2.257 (2022)<ref name="KonzAB22">IFA Holding GmbH: Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022. Im Bundesanzeiger am 24. Januar 2024 veröffentlicht.</ref>
Umsatz 630,4 Mio. Euro (2022)<ref name="KonzAB22" />
Branche Antriebstechnik, Automobilzulieferer
Website ifa-group.com
Datei:IFA Group plant in Charleston South Carolina.jpg
Werk in Charleston (South Carolina), Foto von 2020

Die IFA Holding GmbH mit Sitz in Haldensleben ist die Holding derjenigen Unternehmensgruppe, welche unter dem Namen IFA Group Kardanwellen und Seitenwellen für die Automobilindustrie entwickelt, produziert und vertreibt. Die Gruppe besteht aus insgesamt acht Unternehmen und verfügt über Produktionsstätten in Europa, Asien und Amerika.

Geschichte

Von der Gründung bis zur Wende

Im Jahr 1959 wurde der VEB IFA-Gelenkwellenwerk Haldensleben, genannt „IFA-Gelenkwelle“ gegründet.<ref name="Trad">IFA Holding GmbH: tradition. In: ifa-group.com. Abgerufen am 9. April 2024.</ref> Es handelte sich um einen Zulieferbetrieb des DDR-Fahrzeug- und Maschinenbaus, der zum VEB IFA-Kombinat Nutzkraftwagen Ludwigsfelde gehörte, welcher wiederum Bestandteil des Industrieverbands Fahrzeugbau der DDR (IFA) war.<ref>Siehe hierzu die Dokumentation von Doris Warnecke: Gelenkwellenwerk – „Schlenkerwelle“ – IFA. In: zeitreise-haldensleben.com. Abgerufen am 9. April 2024.</ref> Bis zur Wende produzierte das Werk Bauteile für Personenkraftwagen und landwirtschaftliche Maschinen, unter anderem für den Achsantrieb des LKW IFA W50.<ref>Ifa Haldensleben sorgt weltweit für Antrieb. In: Lausitzer Rundschau. 7. Juni 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 26. September 2010; abgerufen am 9. April 2024.</ref> Auch in der Bundesrepublik gab es Abnehmer, beispielsweise Klöckner-Humboldt-Deutz und Fendt.<ref>Friedhelm Weidelich: Unsichere Zukunft für Zulieferer. Schlagartige Verschlechterung der Geschäftslage nach der Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion bis heute noch nicht ausgeglichen. Neue Tätigkeitsfelder eines ostdeutschen Gelenkwellen-Herstellers. In: VDI nachrichten, 008-1991 (22. Februar 1991).</ref>

Nachwendejahre

Datei:IFA Group Produktion Faltenlager in Haldesleben.jpg
Arbeit im Werk der IFA Group in Haldensleben 2016: Prägen eines Kreuzgelenks für eine Längswelle. Der Positionslaser unterstützt bei der Ausrichtung der Verzahnung des Zapfens

Das Unternehmen wurde in eine GmbH umgewandelt und von der Treuhandanstalt verwaltet.<ref name="Trad" /> Heinrich von Nathusius übernahm es 1992.<ref>Holger Göpel: Autozulieferer IFA Maschinenbau Haldensleben baut Kooperation mit VW aus – neue Produktionsstätte in Gardelegen. In: Leipziger Volkszeitung, 7. Dezember 2002. </ref> Zugleich gelang es, Volkswagen als Kunden zu gewinnen.<ref>ADN: IFA-Maschinenbau übernommen. In: Mitteldeutsche Zeitung, 7. November 1992.</ref> In den Folgejahren kamen weitere Hersteller wie BMW, DaimlerChrysler, Audi und Porsche hinzu.<ref name="Asien">Ifa Haldensleben sorgt weltweit für Antrieb. Automobilzulieferer strebt nach Asien. Allianz mit japanischer NTN. In: Lausitzer Rundschau, 7. Juni 2006.</ref> Die eigenen Kapazitäten wurden 2002 mit der Eröffnung eines weiteren Gelenkwellen-Werks in Gardelegen deutlich erweitert.<ref>Gelenkwellenwerk für 50 Millionen in Gardelegen. In: Leipziger Volkszeitung, 6. Dezember 2002.</ref> Zudem schloss das Unternehmen 2006 eine strategische Allianz mit der japanischen NTN.<ref name="Asien" /> 2009 erwarb das Unternehmen von Tognum die Mehrheit an deren Gelenkwellensparte Rotorion (Tognum blieb zunächst mit 25 Prozent beteiligt);<ref>Lösung für Rotorion. In: Börsen-Zeitung, 12. August 2009.</ref> damit verbunden war die Integration eines Rotorion-Werks in Charleston (South Carolina).<ref>Gelenkwellen-Vertrag von Tognum und IFA besiegelt. In: Börsen-Zeitung, 10. Oktober 2009.</ref> Fünf Jahre später eröffnete die IFA Group eine Produktionsstätte in Shanghai.<ref>IFA Rotorion wächst in China. In: Automobil Produktion, Heft 11/2014, S. 10.</ref> 2016 übernahm das Unternehmen schließlich die Seitenwellen-Produktion von Daimler<ref>Reinhold Böhmer: Tragischer Held. In: Bilanz, 31. August 2018.</ref> und nahm im Jahr darauf in Polen ein Werk für Seitenwellen in Betrieb.<ref name="Partner" />

Jüngste Zeit

2018 wurde bekannt, dass die Unternehmerfamilie von Nathusius einen Käufer für die IFA Group suchte.<ref>Autozulieferer IFA Rotorion sucht offenbar neuen Eigner. In: Handelsblatt, 13. Juni 2018.</ref> Im Jahr darauf erwirkten die Banken die Übergabe der Firmenanteile der Familie von Nathusius an den Sanierungstreuhänder Arndt Geiwitz. Als Ursache der Krise galten überambitionierte Wachstumspläne, Anlaufschwierigkeiten im neuen polnischen Werk sowie Probleme nach Erweiterung bestehender Produktionsstätten.<ref>Katrin Terpitz: Treuhänder statt Patriarch: Nathusius-Familie muss Kontrolle über Ifa abgeben. In: Handelsblatt, 14. April 2019.</ref><ref name="Maisch">Michael Maisch: Beteiligungsgesellschaft Aequita übernimmt traditionsreichen ostdeutschen Autozulieferer IFA. In: Handelsblatt. 29. Dezember 2021, abgerufen am 9. April 2024.</ref> Anfang 2019 wurde ein Sanierungsmanager bestellt, unter dessen Regie das Unternehmen in den folgenden dreieinhalb Jahren wieder gesundete.<ref>Steffen Höhne: Ifa in schwerer See. In: Mitteldeutsche Zeitung, 12. April 2019.</ref>

Die zum Jahresende 2021<ref name="Maisch" /> bekannt gemachte Übernahme der IFA Group durch die Münchener Beteiligungsgesellschaft AEQUITA wurde im Mai 2022 abgeschlossen.<ref>IFA Holding GmbH: Übernahme der IFA Gruppe durch Aequita abgeschlossen. In: OTS. 2. Mai 2022, abgerufen am 9. April 2024.</ref> Durch Kostensenkungen, Veränderungen in der Produktion und durch einen Großauftrag erzielte die Gruppe 2023 erstmals wieder Gewinne.<ref name="Gew23" />

Produkte

Die IFA Group bietet Längswellen, Seitenwellen, Gelenke und weitere Komponenten für Automobilhersteller an.<ref name="Gew23">Sebastian Gall: Automobilzulieferer IFA verzeichnet erstmals wieder Gewinne. In: Mitteldeutscher Rundfunk. 18. Dezember 2023, abgerufen am 9. April 2024.</ref> Im Bereich der Längswellen ist die Unternehmensgruppe schon seit vielen Jahren tätig; seit 2017 hat sie die Produktion von Seitenwellen aufgebaut, auch um den Wandel zur E-Mobilität mitzugestalten.<ref name="Partner">Massimo Rogack: Ifa sucht weiter nach Partner. In: Magdeburger Volksstimme, 7. Dezember 2018.</ref>

Organisation, Leitung, Personal

Die IFA Group bestand Ende 2022 aus acht Unternehmen; vier von ihnen haben ihren Sitz im Ausland. Das österreichische Tochterunternehmen, das schon 2022 nicht mehr operativ tätig war, wurde im Folgejahr liquidiert.<ref name="KonzAB22" /><ref>IFA Powertrain GmbH, Wien, Österreich (i. L.). In: northdata.de. Abgerufen am 9. April 2024.</ref> Die IFA Holding GmbH leitet die Gruppe und veröffentlicht den Konzernabschluss. Standorte des Unternehmens finden sich in Deutschland (Haldensleben, Hanau), Polen (Ujazd), den Vereinigten Staaten (Charleston (South Carolina), Novi (Michigan)) und China (Shanghai).<ref>IFA Holding GmbH: Standorte. In: ifa-group.com. Abgerufen am 9. April 2024.</ref>

Die Geschäftsführung der Holding und damit die oberste Leitung der Gruppe, besteht aus zwei Personen: Stefan Bultmann und Jan-Christoph Maser.<ref>Impressum der Unternehmenswebsite, abgerufen am 9. April 2024.</ref> Ende 2022 waren 2.257 Personen in Unternehmen der Gruppe beschäftigt (ohne Auszubildende).<ref name="KonzAB22" />

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Koordinaten: 52° 16′ 42″ N, 11° 25′ 32″ O

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