Zum Inhalt springen

Wormser Bibel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 21. Juni 2024 um 21:50 Uhr durch imported>Goerdten (Literatur: Titel ergänzt).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Datei:Wormser Bibel Titelseite.tif
Titelseite
Datei:Wormser Bibel Markus-Evangelium.tif
Beginn des Markus-Evangeliums
Datei:Wormser Bibel Impressum Peter Schöffer.tif
Impressum mit Wappen von Peter Schöffer

Die Wormser Bibel (auch Schöffer-Bibel) ist die erste evangelische Ausgabe der Bibel, die deren Text in deutscher Sprache wiedergibt.<ref>Illustrierte alte Bücher aus dem Altbestand der Stadtbibliothek Worms. Stadt Worms, abgerufen am 31. Oktober 2014.</ref> Sie wurde 1529 unter dem Titel Biblia beyder Allt vnd Newen Testaments Teutsch durch den Buchdrucker Peter Schöffer den Jüngeren (1475/1480–1547) in Worms herausgegeben.

Voraussetzungen

1529 hatte noch niemand den kompletten Text der Bibel aus den Originalsprachen ins Deutsche übersetzt, es lagen lediglich deutschsprachige Teilausgaben vor.<ref group="Anm.">Die Froschauer Bibel von Ulrich Zwingli erschien komplett bis 1531, die Lutherbibel in ganzem Umfang ab 1534.</ref> Im Zuge der Reformation, die die Bibel gegen überkommene kirchliche Dogmen stellte und deren Texte zur primären Grundlage des christlichen Glaubens erklärte, wurde es für viele Menschen wichtig, den Text selbst lesen zu können, auch wenn sie die originalen Sprachen Hebräisch und Griechisch oder die lateinische Übertragung (Vulgata) nicht verstanden. Hier eröffnete sich für deutschsprachige Bibelausgaben ein riesiger Markt.

Redaktion

Schöffer nutzte die bereits erschienenen Texte – ein Urheberrecht gab es damals noch nicht – und kombinierte die bereits publizierten Teile der Zürcher Bibel, die Übersetzung des Neuen Testaments durch Martin Luther von 1522 und die Prophetentexte des Alten Testamentes nach den bereits zwei Jahre zuvor gedruckten Wormser Propheten von Ludwig Hätzer und Hans Denck. Als Übersetzer und Kompilator der Wormser Bibel wirkte wahrscheinlich der täuferische Prediger Jakob Kautz an der Ausgabe von Schöffer mit.<ref>Christian Hege: Jakob Kautz. In: Global Anabaptist Mennonite Encyclopedia Online</ref> <ref>Irmgard Wilhelm-Schaffer: Kautz, Jakob. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 3, Bautz, Herzberg 1992, ISBN 3-88309-035-2, Sp. 1264–1265.</ref>

Der Maler und Grafiker Anton Woensam steuerte 45 Holzschnitte als Illustrationen bei.<ref name="Bönnen79">Bönnen, S. 79.</ref>

Die Bibel hat ein Format von 45,6 × 34,5 cm.<ref name="Bönnen79" />

Exemplare

Literatur

  • Gerold Bönnen: Worms im April 1521. In: Hier stehe ich. Gewissen und Protest – 1521–2021. Begleitband zur Landesausstellung 3. Juli bis 30. Dezember 2021. Museum der Stadt Worms im Andreasstift. Worms Verlag, Worms 2021, S. 48–108.
  • Gustav Georg Zeltner: Kurtzes Sendschreiben, worinnen von der alten und höchst-raren teutschen Wormser Bibel zuverläßige Nachricht Tit. Herrn Michael Leinweber, berühmten Handelsmann in Nürnberg, ertheilet, und bey solcher Gelegenheit zugleich die Fata der Wormser Propheten, wie auch der Wormsischen Kirche selbst, und dann endlich der Beringerischen allerältesten Harmonie der Evangelisten u.a.m. kürtzlich erläutert, Gustav Georg Zeltner, D. und Past. zu Poppenreuth. Stein, Altdorf 1734. (Digitalisat)

Anmerkungen

<references group="Anm." />

Einzelnachweise

<references/>