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Andreas Stoch

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Andreas Stoch (2023)

Andreas Stoch (* 10. Oktober 1969 in Heidenheim an der Brenz) ist ein deutscher Rechtsanwalt und Politiker (SPD). Seit 2009 ist er Mitglied des Landtags von Baden-Württemberg. Im Kabinett Kretschmann I war er von Januar 2013 bis Mai 2016 baden-württembergischer Kultusminister. Von Mai 2016 bis März 2026 war er Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion und war in dieser Eigenschaft auch Oppositionsführer im Landtag. Zudem ist er seit November 2018 Landesvorsitzender der SPD Baden-Württemberg. Bei den Landtagswahlen 2021 und 2026 trat er als SPD-Spitzenkandidat an.

Ausbildung und Beruf

Stoch besuchte das Margarete-Steiff-Gymnasium in Giengen an der Brenz. Nach dem Abitur 1989 studierte er von 1990 bis 1995 Rechtswissenschaft an den Universitäten in Tübingen und Heidelberg. Stoch erhielt ein Stipendium der Friedrich-Ebert-Stiftung. Er war als Referendar am Landgericht Ellwangen und besuchte dabei unter anderem die Verwaltungshochschule Speyer. Stoch legte 1997 seine zweite juristische Staatsprüfung ab und war von 1998 an als selbstständiger Rechtsanwalt mit Schwerpunkt Zivil- und Wirtschaftsrecht in Heidenheim tätig. Seine Anwaltszulassung ruht seit dem 23. Januar 2013.<ref>http://www.bretzger-rechtsanwaelte.de/anwalt_stoch.php</ref>

Politische Tätigkeit

Stoch war von 1987 bis 1991 Juso-Kreisvorsitzender. Im Jahr 1990 trat er in die SPD ein. Er wurde Vorstandsmitglied im SPD-Ortsverein Heidenheim. Seit 2001 ist er Vorsitzender des Heidenheimer Kreisverbands der SPD. Stoch war Mitglied des Kreistags des Landkreises Heidenheim. Am 1. April 2009 wurde Stoch während der 14. Wahlperiode Abgeordneter des baden-württembergischen Landtags. Er rückte für den ausscheidenden Abgeordneten Wolfgang Staiger nach, der bei der Landtagswahl 2006 ein Zweitmandat für die SPD im Wahlkreis Heidenheim errang. Stoch war dann im Landtag als Sprecher der SPD-Landtagsfraktion für Datenschutz und Medienpolitik tätig.

Bei der Landtagswahl 2011 gewann er im Wahlkreis Heidenheim mit 29,8 % der Stimmen ein Zweitmandat und schaffte so den Wiedereinzug in den Landtag.<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorläufige Ergebnisse der Landtagswahl am 27. März 2011: Gewählte Bewerberinnen und Bewerber (Memento vom 23. März 2013 im Internet Archive), Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Stuttgart, 2011. Abgerufen am 3. April 2011.</ref> In dieser Legislaturperiode war Stoch bis Januar 2013 Parlamentarischer Geschäftsführer und Rechts- und Medienpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion. Ferner trat er als Mitglied im Untersuchungsausschuss EnBW-Deal sowie zum Stuttgart-21-Polizeieinsatz am sogenannten „Schwarzen Freitag“ in Erscheinung.<ref name="swp.de-1"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Andreas Stoch wird erster Minister aus dem Kreis Heidenheim. (Memento vom 11. Januar 2013 im Internet Archive) Südwest Presse vom 7. Januar 2013. Abgerufen am 8. Januar 2013.</ref>

Nach dem Rücktritt von Gabriele Warminski-Leitheußer am 7. Januar 2013 wurde Stoch zum neuen Kultusminister im Kabinett Kretschmann I designiert; die Vereidigung erfolgte am 23. Januar 2013.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Stoch wird Kultusminister. (Memento vom 9. Juli 2013 im Internet Archive) Südwest Presse vom 8. Januar 2013. Abgerufen am 8. Januar 2013.</ref><ref>Andreas Stoch als Kultusminister vereidigt, stuttgarter-nachrichten.de. Abgerufen am 23. Januar 2013</ref>

Nachdem die SPD bei der Landtagswahl 2016 hohe Verluste erlitten und die grün-rote Koalition ihre Mehrheit verloren hatte, bildete Ministerpräsident Kretschmann eine grün-schwarze Landesregierung. Stoch schied – wie auch die anderen SPD-Minister – aus der Landesregierung aus und wurde daraufhin im Landtag zum Fraktionsvorsitzenden der Sozialdemokraten gewählt. Das Ergebnis der Landtagswahl 2016 verschlechterte sich auf 19,4 % und Stoch gewann erneut ein Zweitmandat für die SPD im Wahlkreis Heidenheim.<ref>https://www.statistik-bw.de/Wahlen/Landtag/02035000.tab?R=LW124</ref>

Durch die von Juli bis Oktober 2016 erfolgte Spaltung der AfD-Fraktion rückte die SPD vom Platz der viertstärksten Fraktion auf den der drittstärksten Fraktion nach Bündnis 90/Die Grünen und CDU auf. Somit übernahm Stoch während dieser Zeit vom bisherigen AfD-Fraktionschef Jörg Meuthen die Rolle des Oppositionsführers. Seit November 2019 ist die SPD erneut drittstärkste Fraktion im Landtag und Stoch somit wieder Oppositionsführer.

Auf dem SPD-Landesparteitag in Sindelfingen wurde Stoch am 24. November 2018 zum neuen Landesvorsitzenden gewählt. Er erhielt 159 Delegiertenstimmen, 151 Stimmen entfielen auf Lars Castellucci. Die bisherige Landesvorsitzende Leni Breymaier hatte nicht mehr kandidiert, nachdem sie im vorangegangenen Mitgliederentscheid, durch den über den Landesvorsitzenden entschieden werden sollte, nur um wenige Stimmen vor Castellucci gelegen war; bei diesem Mitgliederentscheid war Stoch noch nicht angetreten.<ref>Stoch zum neuen Landesvorsitzenden der SPD in Baden-Württemberg gewählt, stern.de, 24. November 2018</ref> Stoch übernahm von Breymaier auch satzungsgemäß den Vorsitz des Kuratoriums der Carlo-Schmid-Stiftung.

Im Jahr 2018 initiierte Andreas Stoch ein letztlich gescheitertes Volksbegehren für kostenfreie Kitas. Seit diesem Zeitpunkt setzt er sich für eine kostenfreie Bildung von der Kita bis zum Master und Meister ein. Das Volksbegehren scheiterte aus formalen Gründen.<ref>Stuttgarter Zeitung, Stuttgart Germany: SPD plant Volksbegehren für gebührenfreie Kitas: Volles Risiko. Abgerufen am 12. März 2024.</ref><ref>LTO: Kitas bleiben gebührenpflichtig. In: LTO. LTO, 18. Mai 2020, abgerufen am 22. März 2024.</ref>

Seit 2019 ist Stoch Mitglied des SPD-Bundesparteivorstands.<ref>https://www.hz.de/lokales/heidenheim/andreas-stoch-im-spd-parteivorstand-bestaetigt</ref><ref>https://www.spd-bw.de/meldungen/signal-der-geschlossenheit-spd-landeschef-andreas-stoch-zum-bundesparteitag/</ref><ref>Stoch und Mast in den Bundesvorstand gewählt. 30. Juni 2025, abgerufen am 14. Juli 2025.</ref> Seit 2025 ist er zudem Mitglied des Präsidiums der SPD.<ref>S. P. D. Baden-Württemberg: SPD Baden-Württemberg. Abgerufen am 14. Juli 2025.</ref>

Stoch war der Spitzenkandidat der Südwest-SPD bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg 2021.<ref>Stoch soll Südwest-SPD in Landtagswahl 2021 führen. In: stimme.de. 1. Februar 2020, abgerufen am 6. März 2024.</ref> Die SPD erzielte mit 11,0 % ihr schlechtestes Wahlergebnis seit Bestehen des Bundeslandes. Stoch zog erneut über ein Zweitmandat im Wahlkreis Heidenheim in den Landtag ein und wurde von seiner Fraktion einstimmig als Fraktionsvorsitzender bestätigt.

Im Januar 2024 gründete er auf Landesebene das „Bündnis für Demokratie und Menschenrechte“. Das Bündnis vereint alle demokratischen Parteien sowie zahlreiche zivilgesellschaftliche Akteure, Kirchen, Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände mit dem Ziel, die Werte von Demokratie und Menschenrechten zu fördern und zu schützen.<ref> https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/buendnis-fuer-demokratie-treffen-stuttgart-100.html</ref>

Auf dem SPD-Landesparteitag am 16. November 2024 in Offenburg wurde Stoch für weitere zwei Jahre im Amt als Landesvorsitzender der Baden-Württembergischen SPD bestätigt. Er erhielt 93,9 Prozent der Delegiertenstimmen.<ref>Südwest-SPD bestätigt Stoch bei Parteitag als Landeschef. 16. November 2024, abgerufen am 18. November 2024.</ref>

Bei der Landtagswahl 2026 kandidierte Stoch erneut als Spitzenkandidat der SPD.<ref>Tim Kukral: Baden-Württemberg: SPD-Kandidat Stoch erklärt „Kampf um Industriearbeitsplätze“ zur Priorität. In: tagesschau.de. 6. August 2025, abgerufen am 7. August 2025.</ref> Die SPD erzielte ihr bundesweit schlechtestes Ergebnis bei einer Landtagswahl seit Bestehen der Bundesrepublik mit einem Stimmenanteil von 5,5 %. Nach der Wahlniederlage kündigte er seinen Rückzug vom Landes- und Fraktionsvorsitz an.<ref>Landtagswahl Baden-Württemberg: SPD: Stoch kündigt Rückzug als Landes- und Fraktionschef an. In: tagesspiegel.de. 8. März 2026, abgerufen am 8. März 2026.</ref>

Familie und Privates

Stoch ist evangelisch, seit 1999 verheiratet mit einer Sonderschullehrerin<ref>Kretschmann macht Mentrup zum neuen "OB von Stuttgart" | ka-news. 24. Januar 2013, abgerufen am 14. August 2024.</ref> und Vater von vier Kindern. Er engagiert sich in mehreren Vereinen ehrenamtlich. Unter anderem ist Stoch Mitglied des Kuratoriums der Kinderturnstiftung Baden-Württemberg sowie Mitglied des Beirats Baden-Württemberg der Stiftung Haus der kleinen Forscher.<ref>Landtag Baden Württemberg - Stoch. Abgerufen am 20. April 2021.</ref> Außerdem ist er Mitglied der überparteilichen Europa-Union Deutschland, die sich für ein föderales Europa und den europäischen Einigungsprozess einsetzt.<ref>EUROPA-UNION Baden-Württemberg. Abgerufen am 2. September 2025.</ref>

Weblinks

Commons: Andreas Stoch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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Erwin Schoettle (1952–1962) | Alex Möller (1962–1966) | Walter Krause (1966–1968) | Erwin Schoettle, Heinz Bühringer und Eugen Loderer (1968, geschäftsführend) | Heinz Bühringer (1968–1973) | Erhard Eppler (1973–1981) | Ulrich Lang (1981–1987) | Ulrich Maurer (1987–1999) | Ute Vogt (1999–2009) | Nils Schmid (2009–2016) | Leni Breymaier (2016–2018) | Andreas Stoch (seit 2018)

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Baden-Württemberg: Andreas Stoch | Bayern: Ronja Endres | Berlin: vakant | Brandenburg: Dietmar Woidke | Bremen: Falk-Constantin Wagner | Hamburg: Melanie Leonhard, Nils Weiland | Hessen: Sören Bartol | Mecklenburg-Vorpommern: Manuela Schwesig | Niedersachsen: Olaf Lies | Nordrhein-Westfalen: Sarah Philipp, Achim Post | Rheinland-Pfalz: Sabine Bätzing-Lichtenthäler | Saarland: Anke Rehlinger | Sachsen: Kathrin Michel, Henning Homann | Sachsen-Anhalt: Juliane Kleemann, Andreas Schmidt | Schleswig-Holstein: Ulf Kämpfer | Thüringen: Georg Maier

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Alex Möller (1952–1961) | Walter Krause und Hermann Veit (1961–1964) | Walter Krause (1964–1966) | Walter Hirrlinger (1966–1968) | Heinz Bühringer (1968–1972) | Walter Krause (1972–1973) | Rudolf Schieler (1973–1976) | Erhard Eppler (1976–1980) | Ulrich Lang (1980–1988) | Dieter Spöri (1988–1992) | Ulrich Maurer (1992–2001) | Wolfgang Drexler (2001–2006) | Ute Vogt (2006–2008) | Claus Schmiedel (2008–2016) | Andreas Stoch (2016–2026) | Sascha Binder (seit 2026)

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