Seven Second Summits
Die Lage der Seven Second Summits. Auf der Weltkarte sind die Positionen von neun Gipfeln markiert, die je nach Definition der Kontinentalgrenzen in Frage kommen. |
Unter der Bezeichnung Seven Second Summits [<templatestyles src="IPA/styles.css" />] (englisch für Sieben zweite Gipfel) werden die jeweils zweithöchsten Berge der sieben Kontinente zusammengefasst. Da es unterschiedliche Ansichten über die Grenzen Asiens zu Europa einerseits und zu Australien andererseits gibt, kommen mindestens neun Berge in Frage. Außerdem ist aufgrund abweichender Vermessungsdaten nicht mit letzter Sicherheit geklärt, welcher Berg der zweithöchste Berg in Ozeanien ist.
Alle Seven Second Summits zu besteigen gilt als größere bergsteigerische Herausforderung als die Besteigung aller Seven Summits, der jeweils höchsten Berge der Kontinente. Christian Stangl hat die Besteigungsserie der Seven Second Summits am 15. Januar 2013 erstmals vervollständigt.
Definition
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Die sieben Kontinente sind Europa, Afrika, Asien, Australien bzw. Ozeanien, Nordamerika, Südamerika und Antarktika (zu anderen Zählungen vergleiche Anzahl der Kontinente). Bezüglich der jeweiligen Grenzen Europas und Australiens zu Asien gibt es verschiedene mögliche Definitionen, die sich auf die Frage auswirken, welcher der zweithöchste Berg dieser Kontinente ist. Je nach Ansicht über die Innereurasische Grenze zählt der Kaukasus entweder zur Gänze zu Asien oder nördlich seiner Wasserscheide zu Europa; nach der zweiten Meinung wäre der Dychtau im Kaukasus der zweithöchste Berg Europas, andernfalls die in den Alpen gelegene Dufourspitze.<ref name="(Eleven) Seven Summits">Vgl. Eberhard Jurgalski: The (Eleven) Seven Summits 8000ers.com (zur Definition der Seven Summits).</ref>
Ähnliche Unklarheiten bestehen bezüglich Australien: Reduziert man den Kontinent auf das australische Festland, ist der Mount Townsend sein zweithöchster Berg. Hierfür spricht vor allem eine bergsteigerisch-traditionelle Herangehensweise, da die erste Seven-Summit-Liste vom US-Amerikaner Dick Bass nach dieser Auffassung zusammengestellt wurde. Fasst man den Begriff weiter, zählen auch deutlich höhere Gipfel im indonesischen Teil der Insel Neuguinea zum Kontinent.<ref name="(Eleven) Seven Summits" /> Dies entspricht der zweiten unter Bergsteigern anerkannten Definition der Seven Summits nach einem Vorschlag von Reinhold Messner (siehe Listen von Bass und Messner). Demnach ist der indonesische Sumantri einer der Seven Second Summits.<ref name="8000ers SSS-Update">Eberhard Jurgalski: Seven Second Summits Major Update. In: 8000ers.com. 7. April 2013, abgerufen am 26. April 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Unsicherheit beim zweithöchsten Gipfel Indonesiens
Welcher der zweithöchste Gipfel Indonesiens ist, ist mit Unsicherheit behaftet. Neben dem Sumantri kommen dafür auch Ngga Pulu, Ngga Pilimsit, Puncak Mandala und Puncak Trikora in Frage, die alle über 4500 Meter hoch sind.<ref name="pb-7ss">The Second Seven Summits. In: peakbagger.com. Abgerufen am 19. Dezember 2010 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Für diese Unsicherheit gibt es im Wesentlichen drei Gründe:
- Verlässliche Daten zur Höhe von Erhebungen fehlen vielerorts in Indonesien. Teilweise gibt es widersprüchliche Angaben.<ref name="pb-7ss" />
- Die wenigen Messungen sind teilweise veraltet, weil einige Gipfel durch das Abschmelzen ihrer Eiskappen an Höhe verlieren.<ref>Joachim Hoelzgen: Die letzten Südsee-Gletscher schmelzen dahin. In: Spiegel Online. 19. August 2010, abgerufen am 28. März 2011.</ref>
- Bei einigen Gipfeln ist umstritten, ob sie eigenständige Berge sind. Denn zu den Seven Second Summits werden nur eigenständige Berggipfel gezählt, keine Nebengipfel. So zählt etwa die Südspitze des Mount Everest nicht dazu, obwohl sie mit 8750 Metern deutlich höher ist als der K2.
Messungen australischer Universitäten von 1973 ergaben für den Sumantri eine Höhe von nur 4810 Metern, dagegen wurde der Ngga Pulu mit 4862 Metern deutlich höher angegeben.<ref>Geoff S Hope et al. (Hrsg.): The Equatorial Glaciers of New Guinea (Results of the 1971–1973 Australian Universities’ Expeditions to Irian Jaya: survey, glaciology, meteorology, biology and palaeoenvironments). A.A. Balkema, Rotterdam 1976, Map 2: Carstenz Glacier Area, Irian Jaya. (papuaweb.org [PDF; abgerufen am 27. April 2014]).</ref> Daher wurde der Ngga Pulu von vielen als der zweithöchste Berg Indonesiens angesehen.<ref name="secondseven">Second Seven Summits. Summary. 14. Mai 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 16. August 2010; abgerufen am 19. Dezember 2010 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Allerdings sprechen ihm andere wegen seiner geringen Dominanz und Schartenhöhe die nötige Eigenständigkeit ab und bewerten ihn als Nebengipfel von Indonesiens höchstem Berg, der Carstensz-Pyramide (siehe Eigenständigkeit des Ngga Pulu).<ref>Carstensz Pyramid. Abgerufen am 15. März 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Demnach nannten verschiedene Quellen, darunter das indonesische Tourismusministerium,<ref name="FAZ: Kammerlander" /> den Puncak Trikora als zweithöchsten Berg Indonesiens.<ref>Peaks of Australia/Oceania. In: peakware.com. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 29. April 2011; abgerufen am 30. März 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Eine SRTM-Messung aus dem Jahr 2000 legt dagegen nahe, dass der Puncak Mandala höher ist als Puncak Trikora.<ref name="FAZ: Kammerlander">Andreas Lesti: Hans Kammerlanders scharfer Grat faz.net vom 3. April 2012.</ref> Private GPS-Daten legen nahe, dass der Sumantri der zweithöchste Berg Indonesiens ist, dessen Höhe in älteren Vermessungen deutlich niedriger angegeben worden war.<ref name="8000ers SSS-Update" />
Liste
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die wichtigsten Daten der einzelnen Berge der Second Seven Summits. In der Spalte Dominanz ist der Radius des Gebiets angegeben, das der Berg überragt. Die Schartenhöhe nennt die Höhendifferenz, die man mindestens bis zu einer Einschartung hinabsteigen muss, um zu einem höheren Gipfel zu gelangen. In den Spalten LB und LM sind die Berge markiert, die Gipfeln aus den Listen von Bass bzw. Messner entsprechen.
| Kontinent | Bild | Gipfel | Höhe | Gebirge | Land | Dominanz | Schartenhöhe | Erstbesteigung | LB | LM |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Afrika | Batian | Batian Mount Kenia |
5199 m | Mount-Kenya-Massiv | Datei:Flag of Kenya.svg Kenia | 324,3 km<ref name="pb-batian">Mount Kenya, Kenya. In: peakbagger.com. Abgerufen am 13. April 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> | 3825 m<ref name="pb-batian" /> | Vorlage:DatumZelle durch J. Brocherel, H. Mackinder, C. Ollier<ref>Harry Loots: From Platberg to Kilimanjaro. Walk in Wild Places, 2020, Kapitel First ascent of Mount Kenya (eingeschränkte Vorschau bei Google Books).</ref> | ✔ | ✔ |
| Antarktika | Datei:Mount Tyree (Antarctica) from East by Christian Stangl (flickr).jpg | Mount Tyree | 4852 m | Sentinel Range | –<templatestyles src="FN/styles.css" /> ? | 14,5 km<ref name="pb-tyree">Mount Tyree, Antarctica. In: peakbagger.com. Abgerufen am 13. April 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> | Vorlage:DatumZelle durch B. Corbet, J. Evans<ref>Brian S. Marts: American Antarctic Mountaineering Expedition. In: American Alpine Journal. 1967, S. 251–257 (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />americanalpineclub.org ( vom 27. September 2007 im Internet Archive) [abgerufen am 15. September 2021] Expeditionsbericht).</ref> | ✔ | ✔ | |
| Asien | Nordseite des K2 | K2 Lambha Pahar, Chogori |
8611 m | Karakorum | Datei:Flag of Pakistan.svg Pakistan, Datei:Flag of the People's Republic of China.svg China | 1315,6 km<ref name="pb-k2">K2, China/Pakistan. In: peakbagger.com. Abgerufen am 13. April 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> | 4020 m<ref name="pb-k2" /> | Vorlage:DatumZelle durch A. Compagnoni, L. Lacedelli<ref>David Roberts: K2: The Bitter Legacy. In: National Geographic. September 2004 (Artikel online auf den Internetseiten von National Geographic [abgerufen am 26. August 2010]).</ref> | ✔ | ✔ |
| Australien | Nordostseite des Mount Townsend (Gemälde von 1863) | Mount Townsend | 2209 m | Great Dividing Range | Datei:Flag of Australia (converted).svg Australien | 3,7 km<ref name="pb-townsend">Mount Townsend, New South Wales. In: peakbagger.com. Abgerufen am 13. April 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> | 189 m<ref name="pb-townsend" /> | Vorlage:DatumZelle<ref>Seven Summits. Abgerufen am 26. August 2010.</ref> | ✔ | |
| Sumantri in der Bildmitte | Sumantri | 4870 m | Maokegebirge | Datei:Flag of Indonesia.svg Indonesien | 2,38 km<ref name="pb-sumantri">Sumantri, Indonesia. In: peakbagger.com. Abgerufen am 26. April 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> | Vorlage:ZahlZelle | Vorlage:DatumZelle durch Heinrich Harrer und Phil Temple | ✔ | ||
| Europa | Monte Rosa-Massiv mit Dufourspitze | Dufourspitze | 4634 m | Alpen | Datei:Flag of Switzerland within 2to3.svg Schweiz | 78,3 km<ref name="pb-dufourspitze">Monte Rosa, Switzerland. In: peakbagger.com. Abgerufen am 13. April 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> | 2165 m<ref name="pb-dufourspitze" /> | Vorlage:DatumZelle durch J. Birkbeck, C. Hudson, C. Smyth, J. Smyth, E. Stephenson<ref name="4000er Dufourspitze">Dufourspitze (4634 m). In: 4000er.de. Abgerufen am 26. August 2010.</ref> | ||
| Dykhtau | Dychtau | 5204 m | Kaukasus | Datei:Flag of Russia.svg Russland | 64,3 km<ref name="pb-dychtau">Gora Dykh-Tau, Russia. In: peakbagger.com. Abgerufen am 13. April 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> | 2002 m<ref name="pb-dychtau" /> | Vorlage:DatumZelle durch A. Mummery, H. Zurfluh<ref>Douglas William Freshfield: The Exploration of the Caucasus. Adegi Graphics, 2000, ISBN 978-1-4021-8653-0, S. 19 f. (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref><ref>Willy Blaser: Schweizer Erstbesteigungen (PDF; 256 kB).</ref> | ✔ | ✔ | |
| Nordamerika | Südwestseite des Mount Logan | Mount Logan | 5959 m | Eliaskette | Datei:Flag of Canada (Pantone).svg Kanada | 622,7 km<ref name="pb-logan">Mount Logan, Yukon Territory. In: peakbagger.com. Abgerufen am 13. April 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> | 5247 m<ref name="pb-logan" /> | Vorlage:DatumZelle durch A. Carpé, W. Foster, H. Lambart, A. MacCarthy, N. Read, A. Taylor<ref>1925 Climb virtualmuseum.ca</ref><ref>Chic Scott: Pushing the limits: the story of Canadian mountaineering. Rocky Mountain Books Ltd, 2000, ISBN 978-0-921102-59-5, S. 96 ff. (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> | ✔ | ✔ |
| Südamerika | Ojos del Salado | Ojos del Salado | 6893 m | Anden | Datei:Flag of Argentina.svg Argentinien, Datei:Flag of Chile.svg Chile | 630,7 km<ref name="pb-ojosdelsalado">Ojos del Salado, Argentina/Chile. In: peakbagger.com. Abgerufen am 13. April 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> | 3688 m<ref name="pb-ojosdelsalado" /> | Vorlage:DatumZelle durch J. Szczepanski, J. Wojsznis<ref>Ojos del Salado. In: summitpost.org. Abgerufen am 26. August 2010 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> | ✔ | ✔ |
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Vergleich mit den Seven Summits
Die einzelnen Seven Second Summits werden fast durchweg als größere bergsteigerische Herausforderung eingestuft als die höchsten Gipfel des jeweiligen Kontinents. Dazu kommt, dass sie in aller Regel schlechter erschlossen sind als die populär gewordenen Seven Summits, sodass Bergsteiger hier auf weniger Infrastruktur zurückgreifen können.<ref name="pb-7ss" /> Lediglich die Carstensz-Pyramide gilt als anspruchsvoller als Sumantri, Puncak Trikora oder Ngga Pulu. Gleichzeitig ist Australien der einzige Kontinent, dessen höchster Berg – unabhängig von der Definition der Seven Second Summits – nach dem zweithöchsten erstbestiegen wurde.
Während im August 2010 noch kein Bergsteiger die Serie der zweithöchsten Gipfel absolviert hatte,<ref>Axel Heuber: Sportklettern: Warum viele Bergsteiger Viagra benötigen. In: Welt Online. 25. April 2011, abgerufen am 2. Mai 2011.</ref> wies die Internetseite 7summits.com zu dieser Zeit die Namen von 275 Bergsteigern aus, die bereits alle Seven Summits bestiegen hatten.<ref name="7s-listen">Harry Kikstra: Statistics. In: 7summits.com. Abgerufen am 22. August 2010 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Bis 2016 wuchs deren Zahl auf über 400 an.<ref>Stewart Green: The Seven Summits liveabout.com, 8. Oktober 2018.</ref>
Die nachfolgende Tabelle gibt einen direkten Vergleich zwischen den einzelnen Seven Second Summits und dem jeweiligen Pendant aus der Liste der Seven Summits. (Dabei werden vier Berge auf der Insel Neuguinea aufgeführt, die zumindest bis Ende 2012 konkurrierend als zweithöchster Berg hinter der Carstensz-Pyramide in Frage kamen.) Die Spalte Zeitdifferenz Erstbesteigung gibt die Zeit an, die ein Gipfel nach dem höchsten seines jeweiligen Kontinents erstbestiegen wurde; negative Werte bedeuten, dass er vor dem höchsten erstbestiegen wurde. Klettertechnische Schwierigkeitsgrade werden in der Skala der jeweiligen Quelle genannt, zusätzlich wird in Klammern die ungefähre Entsprechung in der Skala der UIAA angegeben.
| Gipfel | Pendant Seven Summits |
Höhen- differenz |
Zeitdifferenz Erstbesteigung |
Vergleich markanter Anforderungen |
|---|---|---|---|---|
| Batian 5199 m |
Kibo 5895 m |
696 m | +10 Jahre | Der Batian ist zwar fast 700 m niedriger als der Kibo und erfordert dadurch weniger Akklimatisierung an die Höhenluft. Allerdings führen auf den Kibo einfache Trekkingpfade, während die schroffe Felsspitze des Batian Kletterkenntnisse verlangt; die einfachste Route wird mit 5.6 bis 5.8 auf der Sierra-Skala (V− bis VI−) bewertet.<ref>Mount Kenya. In: summitpost.org. 19. August 2010, abgerufen am 11. Dezember 2010 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name="secondseven" /> |
| Mount Tyree 4852 m |
Mount Vinson 4892 m |
40 m | +20 Tage | Technisch gilt der geringfügig niedrigere Mount Tyree als schwieriger.<ref>Jeff Rubin: Antarctica. 4. Auflage. Lonely Planet, 2008, ISBN 978-1-74104-549-9, S. 73.</ref><ref>Christian Stangl: Mt.Tyree – K2 der Antarktis. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 10. März 2010; abgerufen am 31. März 2011.</ref> Große Herausforderungen gehen bei den benachbarten Bergen von der extrem abgeschiedenen Lage (nur rund 1200 km bis zum Südpol), antarktischer Kälte und Stürmen aus. Bis Ende 2011 wurde der Tyree nur sieben Mal bestiegen,<ref>Stangl und Kammerlander: Gemeinsam in die Antarktis alpin.de, 30. November 2011.</ref> während bis Ende 2004 schon rund 950 Bergsteiger den Gipfel des Mount Vinson erreicht hatten.<ref>Vionson, auf 7summits.com, abgerufen am 19. Februar 2021.</ref> |
| K2 8611 m |
Mount Everest 8848 m |
237 m | +10 Monate | Der K2 ist zwar ein gutes Stück niedriger als der Mount Everest, aber sehr viel steiler. Während die Anforderungen durch extreme Höhe – wie Sauerstoffmangel, starke Winde und Eiseskälte – bei beiden annähernd vergleichbar sind, gilt der K2 unter Bergsteigern als weit anspruchsvoller und wird immer wieder als der schwierigste Achttausender bezeichnet.<ref>Günter Seyfferth: Die 14 Achttausender. 11. März 2011, abgerufen am 31. März 2011.</ref><ref>Achttausender. Die 14 höchsten Gipfel der Erde. Abgerufen am 31. März 2011.</ref> |
| Mount Townsend 2209 m |
Mount Kosciuszko 2228 m |
19 m | −3 Jahre | Obwohl die zwei höchsten Gipfel des australischen Festlandes beide recht leicht zu besteigen sind, gilt der Mount Townsend, der einen markanteren Gipfel hat, als ein wenig schwieriger. Der Weg zum Mount Kosciuszko ist dagegen kürzer und leichter.<ref>Bo Parfet, Richard Buskin: Die Trying: One Man’s Quest to Conquer the Seven Summits. AMACOM Div American Mgmt Assn, 2009, ISBN 978-0-8144-1084-4, S. 197 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> |
| Sumantri 4870 m |
Carstensz-Pyramide 4884 m |
14 m | < –1 Monat | |
| Ngga Pulu 4862 m |
22 m | −25 Jahre | Die Anreise ist zu beiden Gipfeln praktisch identisch.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Carstensz Pyramide (4884 m) ( vom 6. Januar 2012 im Internet Archive) Reisebeschreibung eines Tourenveranstalters (PDF).</ref> Der Ngga Pulu gilt als leichter zu besteigen als die Carstensz-Pyramide. Der Aufstieg auf den Ngga Pulu ist eine einfache Gletschertour.<ref>Gipfelfieber eckart-winkler.de, siehe Abschnitt "Seven Second Summits".</ref> Die Carstensz-Pyramide gilt dagegen als einer der schwierigsten Berge der Seven Summits.<ref>Carstensz Pyramid (Puncak Jaya) – The history of climbing. Abgerufen am 7. November 2010 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> | |
| Puncak Mandala 4760 m |
124 m | −2 Jahre | ||
| Puncak Trikora 4730 m |
154 m | −49 Jahre | Durch die Lage im neuguineischen Urwald sind beide Berge schwer zu erreichen. Die Anreise zum Puncak Trikora ist jedoch kürzer und leichter als die zur Carstensz-Pyramide.<ref>Mount Trikora Expedition. Abgerufen am 31. März 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Außerdem erfordert die schroffe und steile Felswand der Carstensz-Pyramide die größeren Kletterkenntnisse, sie wird auf der Sierra-Skala mit 5.10 (VI+ bis VII) bewertet.<ref>Normal route. In: summitpost.org. Abgerufen am 7. November 2010 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> | |
| Dufourspitze 4634 m |
Mont Blanc 4805 m |
176 m | +69 Jahre | Der Mont Blanc ist zwar der höchste Alpengipfel, aber der finale Aufstieg ab der letzten Hütte ist mit 985 Höhenmetern kürzer als bei der Dufourspitze, wo es noch 1339 Höhenmeter zum Gipfel sind. Außerdem wird die Normalroute des Mont Blanc mit WS auf der SAC-Skala (II) als leichter eingestuft als die der Dufourspitze, die mit ZS− (III) angegeben ist.<ref name="4000er Dufourspitze" /><ref>Mont Blanc. In: 4000er.de. Abgerufen am 18. Dezember 2010.</ref> |
| Dychtau 5204 m |
Elbrus 5642 m |
438 m | +14 Jahre | Der Dychtau ist über 400 m niedriger als der Elbrus, stellt aber auf der Normalroute klettertechnisch weitaus höhere Anforderungen: Er wird auf der russischen Schwierigkeitsskala<ref>Russian Alpine Grades. In: summitpost.org. Abgerufen am 8. Dezember 2010 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), Vergleichstabelle der russischen Skala).</ref> mit 4B (IV bis V) bewertet,<ref>Dychtau. In: summitpost.org. Abgerufen am 26. August 2010 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> wogegen der Elbrus mit 2B (II bis III) recht leicht zu besteigen ist.<ref>Standard Route-South Face & Azau Valley. In: summitpost.org. Abgerufen am 26. August 2010 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> |
| Mount Logan 5959 m |
Denali 6190 m |
235 m | +12 Jahre | Nach ihrer klettertechnischen Schwierigkeit unterscheiden sich die beiden nordamerikanischen Berge kaum; der Mount Logan wird mit II+ minimal schwieriger bewertet als der Denali mit II.<ref>Logan – King Trench. In: bivouac.com. Abgerufen am 3. Mai 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>West Buttress. In: summitpost.org. Abgerufen am 3. Mai 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die größten Anforderungen stellen hier die außerordentlichen klimatischen Bedingungen. Das Wetter wird an beiden Bergen durch Stürme und extreme Kälte bestimmt.<ref>Climate of Mount McKinley National Park. In: Internetseiten des National Park Service. Abgerufen am 23. August 2010 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Außerdem ist die Troposphäre in Polnähe dünner, sodass in Gipfelnähe Luftbedingungen wie im Himalaya ab 7000 m Höhe herrschen.<ref>Der Mount Logan ( 5.959 m ). Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 5. Juni 2008; abgerufen am 28. März 2011. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> All dies wirkt sich beim Mount Logan stärker aus, da seine Hochplateau-Form für den Aufstieg einen längeren Aufenthalt in großer Höhe erfordert.<ref name="pb-7ss" /> |
| Ojos del Salado 6893 m |
Aconcagua 6961 m |
69 m | +40 Jahre | Der Höhenunterschied zwischen den beiden südamerikanischen Bergen ist verschwindend gering. Der Ojos del Salado ist allerdings touristisch deutlich schlechter erschlossen.<ref name="secondseven" /> Vor allem aber verlangt seine Felsspitze auf den letzten Metern Kletterkenntnisse, die beim Aconcagua nicht erforderlich sind. Die Schwierigkeit wird mit F/PD (I/II) daher etwas höher eingeschätzt als beim Aconcagua, der mit F (I) bewertet wird.<ref name="Biggar">John Biggar: The Andes: A Guide for Climbers. 3. Auflage. Andes, 2005, ISBN 978-0-9536087-2-0, S. 279 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> |
Bewältigung der Besteigungsserie
Am 15. Januar 2013 vollendete der Österreicher Christian Stangl als erster die Serie – er hatte sogar alle fünf Kandidaten (Sumantri, Ngga Pulu, Puncak Mandala, Puncak Trikora, Mount Townsend) für den zweithöchsten Berg von Australien/Ozeanien bestiegen. Im annähernd gleichen Zeitraum (25. November 2008 – 23. August 2013) bestieg er auch die sieben dritthöchsten Kontinentalgipfel, die „Seven Third Summits“. Zusammen mit den Seven Summits, den Seven Second Summits und den Seven Third Summits hat Christian Stangl alle 21 höchsten Kontinentalgipfel, die sogenannten Triple Seven Summits, bestiegen.<ref>Höchste Berge der Kontinente | Stangl schafft den "Triple Seven Summits", auf spiegel.de</ref><ref>Christian Stangl: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Sumantri – der Zweithöchste von Ozeanien ( vom 11. August 2015 im Internet Archive) skyrunning.at (archivierte Website).</ref>
Der Japaner Takayasu Semba hat als zweite Person die Serie Seven Second Summits am 17. Juni 2019 vollendet.<ref>The Second Seven Summits - Front Runners List, auf peakbagger.com</ref>
Die Amerikanerin Jenn Drummond beansprucht seit 9. Oktober 2024 die dritte Person auf den Seven Second Summits gewesen zu sein.<ref>Website von Jenn Drummond</ref>
Am 3. Januar 2012 vermeldete der Südtiroler Hans Kammerlander, er sei der erste Mensch, der alle Second Summits erstiegen hat.<ref>Hans Kammerlander erfolgreich: Erster Mensch auf allen Second Seven Summits. bergleben.de, 2012, abgerufen am 5. Januar 2012.</ref> Bald darauf wurde bezweifelt, dass Kammerlander tatsächlich den Hauptgipfel des Logan am 20. Mai 2010 erreicht hatte. Das von ihm veröffentlichte Gipfelfoto stimmte in markanten Details nicht mit den Fotos und Beschreibungen anderer Bergsteiger überein. Er hatte 2,35 km vor dem Gipfel umgedreht.<ref name="faz11881362">Bergsteiger-Posse | Das ist der Gipfel, oder ist er es nicht?, auf faz.net</ref> Zum anderen fuhr der Südtiroler Hans Kammerlander auch noch zum „falschen“ Berg des Kontinents Ozeanien/Australien (Anm. Puncak Trikora) und hat, was wesentlicher ist, diesen auch gar nicht bestiegen. Ein Video bestätigt, dass Kammerlander zusammen mit seinem Partner Mutschlechner abermals 600 m vor dem Gipfel, erst am Beginn des Westgrates, umdrehten.<ref>Hans Kammerlander Seven Second Summits Trikora TV version, auf youtube.com</ref><ref name="8000ers">Fraudulent summit claim on Mt. Dych Tau (PDF), auf 8000ers.com</ref><ref name="7summits">https://7summits.com/2nd-7summits.php</ref> Der von Kammerlander gewählte zweithöchste Gipfel Ozeaniens, der Puncak Trikora konnte schon damals kaum noch als zweithöchster Berg des Kontinents gelten.<ref>Eberhard Jurgalski: Kammerlander/Stangl: “Seven Second” and “Third” Facts 8000ers.com, 30. März 2012, Update Oktober 2013.</ref> Da er am Berg Puncak Trikora den Gipfel auch nachweislich verfehlte, hat Kammerlander auf diesem Kontinent überhaupt keinen Berg erstiegen.<ref name="7summits" /> Als er damit konfrontiert wurde, sagte er resigniert: „Dann war ich da also auch auf dem falschen Gipfel. Aber mit so lächerlichen Sachen spiele ich nicht rum. Deswegen fahre ich da nicht auch noch mal hin.“<ref name="faz11881362" /> Aktuell – 2025 – gilt der Puncak Trikora nur noch als der vierthöchste Berg des Kontinents. Weiters konnte im Jahre 2024 unter Abgleich von modernen Drohnenaufnahmen, welcher ein russischer Bergsteiger vom Gipfelbereich des Berges Dychtau veröffentlichte, ganz eindeutig nachgewiesen werden, dass Hans Kammerlander auch nie am Gipfel des Dychtau stand. Kammerlanders niedergeschriebene Erzählung in seinem Buch Second Seven Summits<ref>Hans Kammerlander, Walther Lücker: Seven Second Summits: Über Berge um die Welt. Malik, 2012, ISBN 3-89029-427-8.</ref> beschreibt überraschend detailreich den Anstieg auf den höchsten sichtbaren Punkt in Flory Kerns letzter Kameraeinstellung. Brisant dabei: Der Gipfel des Dychtau ist von dieser Kameraposition überhaupt nicht sichtbar. Zusammen mit den neuen Drohnenaufnahmen<ref>Dykh Tau, auf youtube.com</ref> lässt sich exakt nachvollziehen, wo Hans Kammerlander im Juni 2010 vor dem Gipfel umgedreht hat.<ref name="8000ers" /> Hans Kammerlander publizierte am 3. Januar 2012, er bestieg „als erster die Seven Second Summits“<ref name="spiegel.de">Kammerlander schafft als Erster die "Seven second Summits", auf spiegel.de</ref> Zu diesem Zeitpunkt, 3. Januar 2012, hatte er erst lediglich vier der sieben Seven Second Summits geschafft.
Der von Christian Stangl bestiegene Sumantri gilt als der richtige Berg.<ref>The Second Seven Summits peakbagger.com</ref><ref>Vgl. Eberhard Jurgalski: Tabelle der Triple Seven Summits mit Besteigungsdaten von Stangl und weiteren Bergsteigern (PDF-Download).</ref>
Deshalb wurde Christian Stangl, unter anderem von Guinness World Records, als derjenige anerkannt, der als Erster alle Seven Second Summits bezwungen hat.<ref>Guinness World Records: First person to climb the Second Seven Summits</ref>
Siehe auch
Literatur
- Romana Bloch: Die Zweiten werden die Ersten sein. In: Alpin. Nr. 9, 2010, ISSN 0177-3542, S. 95–111.
Weblinks
- The Second Seven Summits auf peakbagger.com (englisch)
- The Second Seven Summits auf About.com (englisch)
- Seven 2nd/Seven 3rd (PDF; 5 kB) auf 8000ers.com (englisch)
Belege
<references />
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