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Ngga Pulu

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Vorlage:Infobox Berg

Der Ngga Pulu ist ein Vorlage:Höhe hoher Gipfel im Sudirman-Gebirge im indonesischen Westneuguinea (Provinz Papua Tengah).

Einige Quellen haben in der Vergangenheit den Ngga Pulu nach dem Puncak Jaya mit Vorlage:Höhe als den zweithöchsten Berg der Insel Neuguinea geführt. Er wurde deshalb im Alpinismus als einer von fünf Kandidaten für den Status des Second Summit auf dem Kontinent Ozeanien betrachtet. Neueren Forschungen zufolge war der Ngga Pulu zu Beginn des 20. Jahrhunderts wegen seines massiven Gipfelgletschers der höchste Berg Ozeaniens, durch das Abschmelzen der Eisbedeckung aufgrund der globalen Erwärmung hat sich die Gipfelhöhe seit seiner Entdeckung stark verringert. Heute gilt der Ngga Pulu als Nebengipfel des Sumantri und der acht Meter höhere Sumantri als zweithöchster Berg Ozeaniens.

Name

Datei:Puncak Jaya glaciers 1850-2003 evolution map-fr.gif
Gletscherrückgang im Carstensz-Gebirge von 1850 bis 2003
Datei:Puncak Jaya icecap 1936.jpg
Die Luftaufnahme von 1936 zeigt eine starke Vergletscherung. Der Ngga Pulu befindet sich links der Bildmitte, der eisfreie Puncak Jaya (rechts) wird von Wolken verdeckt.
Datei:Puncak Jaya icecap 1972.jpg
Die Luftaufnahme von 1972 zeigt im Vergleich zur Aufnahme von 1936 (s. o.) einen deutlichen Rückgang der Vergletscherung. Der Ngga Pulu befindet sich in der Bildmitte, der eisfreie Puncak Jaya rechts.

Der Name Ngga Pulu geht auf die einheimische Papua-Bevölkerung zurück. Es existieren auch andere Schreibweisen, beispielsweise Ngapalu oder Ngga Poloe.<ref name="harrer_map">vgl. Heinrich Harrer (1963): Karte der Carstensz-Region, abgerufen auf 7summits.com am 2. April 2015.</ref><ref>Richard J. Isherwood (1973): The Dugundugoo, In Alpine Journal 1973, S. 188 f. (PDF; 3,2 MB).</ref> Die schneebedeckten Hochlagen des Carstensz-Gebirges werden beim Volksstamm der Dani auch als Dugundugu oder Ndugundugu bezeichnet, was sich allerdings nicht auf einen speziellen Gipfel bezieht.<ref>Heinrich Harrer (1963): Ich komme aus der Steinzeit: Ewiges Eis im Dschungel der Südsee, Berlin; Frankfurt/M.; Wien: Ullstein, S. 31.</ref><ref>Reinhold Messner (1989): Die Freiheit aufzubrechen wohin ich will, Piper, München, S. 131 f.</ref>

Nach der Besetzung Westneuguineas durch Indonesien im Jahr 1963 wurde der Ngga Pulu in Puncak Sukarno umbenannt. Diese Benennung bezog sich auf Sukarno (1901–1970), den von 1945 bis 1967 diktatorisch regierenden Präsidenten von Indonesien. Heute ist die Bezeichnung Puncak Sukarno nicht mehr verbreitet.<ref>Richard J. Isherwood (1973): The Dugundugoo, In: Alpine Journal 1973, S. 189 f. (PDF, 3,2 MB).</ref>

Geografie

Lage

In der Sudirman-Range im westlichen Maokegebirge befinden sich mehrere der höchsten Gipfel der Insel Neuguinea. Der Ngga Pulu ist der östlichste Gipfel in der Northwall, einer Bergkette, die von Nordwesten nach Südosten verläuft und die nördliche Begrenzung des Gletschertals Meren Valley bildet. Dessen südliche Begrenzung stellt der nahezu parallele Kammverlauf des Puncak Jaya dar. Die Northwall fällt nach Nordosten sehr steil ungefähr 700 Höhenmeter ab. Der Ngga Pulu (4862 m) besitzt einen relativ flachen Gipfel; wenige hundert Meter nordwestlich befindet sich mit dem Felsgipfel des Sumantri (4870 m) der höchste Gipfel der Northwall.<ref>Summitpost.com – Sumantri, abgerufen am 13. März 2015.</ref>

Gletscher

Auf den Südflanken der Northwall befand sich mit dem Northwall Firn noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine ausgedehnte, zusammenhängende Gletscherfläche, die in den Meren Glacier im Meren Valley mündete. Der Ngga Pulu hatte außerdem einen massiven Gipfelgletscher. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde bereits ein deutlicher Rückgang aller Gletscher in den Hochgebirgen Neuguineas dokumentiert. In der Carstensz-Region wurde das Ausmaß erstmals 1962 durch die Expedition von Heinrich Harrer deutlich. Man dokumentierte einen Rückgang des Meren Glacier um über 400 Meter für den Zeitraum zwischen 1936 und 1962. Im Jahr 2024 waren vom Northwall Firn nurmehr drei kleine Eisfelder am Ngga Pulu verblieben. Für die nächsten Jahre wird ein vollständiges Abschmelzen aller Gletscher der Region erwartet.<ref name="spon-ice">Vorlage:Internetquelle</ref><ref name="dozy">Vorlage:Literatur</ref><ref>Heinrich Harrer: Mein Leben. Ullstein, München 2002, S. 283 ff.</ref><ref name="peakbagger_nggapulu">Chris Myagar: Peakbagger.com – Ngga Pulu (englisch), abgerufen am 20. Dezember 2013</ref>

Höhe und Eigenständigkeit

Bei der Erstbesteigung 1936 errechnete der Geologe Jean-Jacques Dozy am Gipfel des Ngga Pulu barometrisch eine Höhe von Vorlage:Höhe; ein späterer Vergleich mit trigonometrischen Vermessungen ergab, dass er damals tatsächlich Vorlage:Höhe hoch war und damit den Vorlage:Höhe hohen Puncak Jaya überragte. Durch das Abschmelzen des Gipfelgletschers hat der Ngga Pulu deutlich an Höhe verloren und war zur Zeit von Heinrich Harrers Carstensz-Expedition (1962) bereits niedriger als der unvergletscherte Gipfel des Puncak Jaya.

Ab Ende des 20. Jahrhunderts wurde der Ngga Pulu (Vorlage:Höhe) als zweithöchster Gipfel der Carstensz-Region angesehen, von einigen Alpinismus-Autoren auch als Second Summit von Ozeanien (siehe Seven Second Summits).<ref name="rock_ice_1997">David Keaton (1997): Second Seven Summits, In: Rock & Ice Nr. 77, Januar/Februar 1997, Boulder (Colorado), S. 56 ff.; abgerufen auf 8000ers.com am 2. Mai 2015.</ref><ref name="high_magazine_2002">Geoff Birtles (2002): Second Best, In: High Mountain Magazine Nr. 240, Sheffield: 2002, S. 4 ff.; abgerufen auf 8000ers.com am 2. Mai 2015.</ref> In diesem Zusammenhang wurde die Frage diskutiert, ob der Ngga Pulu wegen seiner relativ geringen topografischen Prominenz<ref>Die topografischen Prominenz (Schartentiefe) des Ngga Pulu wurde unterschiedlich beziffert, die Angaben lagen zwischen 200 und 373 Metern. Die Internetseite Peakbagger.com gab – in sich widersprüchlich – „300 m/100′“, also 300 Meter (etwa 984 Fuß) beziehungsweise 100 Fuß (etwa 30 Meter), an.</ref> als eigenständiger Berg oder als Nebengipfel des Puncak Jaya gelten sollte.<ref>Die Autoren David Keaton (Rock & Ice, 1997) und Geoff Birtles (High Mountain Magazine, 2002) werteten den Ngga Pulu als den zweithöchsten eigenständigen Berg Ozeaniens (siehe oben).</ref><ref>Der Alpin-Chronist Eberhard Jurgalski betrachtete, ausgehend von etwa 200 m topografischer Prominenz und einer Höhe von 4862 m, den Ngga Pulu als einen Nebengipfel.
vgl. Eberhard Jurgalski (2012): Kammerlander/Stangl: „Seven Second“ and „Third“ Facts, abgerufen bei 8000ers.com am 2. Mai 2015.</ref><ref>Die Bergsteiger Christian Stangl und Helmut Kritzinger hielten den Ngga Pulu für den zweithöchsten eigenständigen Berg von Ozeanien: Sie beriefen sich im Jahr 2010 auf GPS- und DGPS-Messungen von Kritzinger, die eine topografische Prominenz von 373 Metern ergeben hatten (siehe Artikel: Helmut Kritzinger).</ref> Spätere Messungen ergaben, dass durch die fortschreitende Gletscherschmelze mittlerweile auch der ebenfalls im Northwall Firn liegende Sumantri (Vorlage:Höhe) den Gipfel des Ngga Pulu überragt. Damit kam dieser für die Besteigungsserie der Seven Second Summits nicht mehr in Betracht.<ref name="sumantristangl">Christian Stangl: Vorlage:Webarchiv, abgerufen am 20. Dezember 2013</ref><ref name="peakbagger_tabelle">Greg Slayden (peakbagger.com): Vorlage:Webarchiv, abgerufen bei Vorlage:Webarchiv am 20. Dezember 2013</ref><ref name="peakbagger_nggapulu"/><ref name="jurgalski-tab">Eberhard Jurgalski (8000ers.com): Vorlage:Webarchiv, abgerufen bei Vorlage:Webarchiv am 20. Dezember 2013</ref><ref>NZZ.ch: Triple Seven Summits – Ein Wettlauf um 21 Gipfel, abgerufen am 20. Dezember 2013.</ref>

Alpinismus

Die Erstbesteigung des Ngga Pulu erfolgte durch eine niederländische Expedition: Am 5. Dezember 1936 erreichten Anton Colijn, Jean-Jacques Dozy und Frits Wissel den Gipfel von Süden. Zum damaligen Zeitpunkt war der Ngga Pulu wegen der massiven Vergletscherung der höchste Berg zwischen dem Himalaya im Westen und den Anden im Osten sowie der höchste Berg Ozeaniens.<ref name="dozy" /><ref name="peakbagger_nggapulu" />

Die zweite Besteigung des Ngga Pulu gelang im Jahr 1962 der von Heinrich Harrer organisierten Carstensz-Expedition. Neben der Erstbesteigung des Puncak Jaya bestiegen Harrer, Albert Huizenga, Russel Kippax und Philip Temple am 11. Februar 1962 auch den Ngga Pulu.<ref>Heinrich Harrer (1963): Ich komme aus der Steinzeit: Ewiges Eis im Dschungel der Südsee, Berlin; Frankfurt/M.; Wien: Ullstein, S. 53 f.</ref> Im Jahr 1964 erreichte eine indonesisch-japanische Expedition ebenfalls über die Südflanke den Gipfel.<ref>Richard J. Isherwood (1973): The Dugundugoo, In Alpine Journal 1973, S. 188 f.</ref>

Im Jahr 1972 gelang dem britischen Bergsteiger Dick Isherwood die Erstbegehung der Nordwand des Ngga Pulu im Alleingang. Zuvor hatte er mit seinen Kameraden Leo Murray und Jack Baines den Gipfel bereits über die Südflanke bestiegen.<ref>ichard J. Isherwood (1973): The Dugundugoo, In Alpine Journal 1973, S. 193 f.</ref> Der Aufstieg vom Meren Valley über die vergletscherte Südflanke ist heute die Normalroute auf den Ngga Pulu.

Literatur

  • Vorlage:Literatur
  • Heinrich Harrer: Ich komme aus der Steinzeit: Ewiges Eis im Dschungel der Südsee, Berlin; Frankfurt/M.; Wien: Ullstein.
  • Geoffrey S. Hope, James A. Peterson, Uwe Radok, Ian Allison: The Equatorial Glaciers of New Guinea. Results of the 1971–1973 Australian Universities’ Expeditions to Irian Jaya: survey, glaciology, meteorology, biology and palaeoenvironments. Rotterdam 1976 Vorlage:Toter Link
  • Richard J. Isherwood: The Dugundugoo, in The Alpine Journal 1973, S. 188–194.
  • Philip Temple: Schnee über dem Regenwald. Mit Heinrich Harrer auf den Gipfeln Neuguineas. National Geographic 2003, ISBN 3-89405-204-X, ISBN 3-442-71194-0

Weblinks

Einzelnachweise

<references />