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Gordafarid

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Datei:Sohrab fights Gordafarid.jpg
Sohrab kämpft gegen Gordāfarīd
Datei:Sohrab and Gordafarid by Joseph Rotter.jpg
Sohrab entdeckt, dass seine Gegnerin eine Frau ist. Joseph Rotter, Tiflis.

Gordāfarīd (persisch گردآفريد) ist eine der Heldinnen im iranischen Nationalepos Schāhnāme, dem Lebenswerk des iranischen Dichters Abū ʾl-Qāsim Firdausī (940/41-1020). Gordāfarīd war die Tochter des Königs Gostaham (Gaždaham), des Verwalters des „Weißen Schlosses“ (DEŽ-E SAFĪD).<ref>Aḥmad Tafażżolī: DEŽ-E SAFĪD (White fortress) In: Encyclopædia Iranica</ref> Als Sohrab, der Sohn Rostams, aus Turan kommend, das Weiße Schloss angriff, stellte sich Gordāfarīd ihm in männlicher Rüstung entgegen. Sie verlor den Zweikampf gegen Sohrab, der sie gefangen nahm, dann aber gegen ein Eheversprechen wieder frei ließ und zurück zum Weißen Schloss geleitete. Sie ritt rasch durch das offene Schlosstor und ließ schnell das Tor schließen, so dass Sohrab das Nachsehen hatte. Sohrab eroberte am folgenden Tag das Schloss und ließ nach Gordāfarīd suchen, doch sie war in der Nacht mit ihrem Vater durch einen unterirdischen Gang geflohen und dem verliebten Sohrab entkommen.

Gordāfarīd gilt als Musterbeispiel der mutigen und tapferen iranischen Frau: Schön, begehrenswert, mutig und listig. Firdausi beschreibt Gordāfarīd mit folgenden Worten:

„“

Und Sohrab schildert Gordāfarīd:

„Als ich dich droben sah, dacht' ich: Wie schön sie ist!
Nun aber seh' ich, dass du noch viel schöner bist.<ref>Friedrich Rückert: Rostem und Suhrab. Eine Heldengeschichte in 12 Büchern. Nachdruck der Erstausgabe von 1838. epubli, Berlin, 2010, ISBN 978-3-86931-571-3, Drittes Buch, Kap. 30-1.</ref>“

Der Wirkung ihrer Schönheit bewusst, schmeichelt die gefesselte Gordāfarīd Sohrab:

„Sie sprachs, und sah dazu ihn an mit einem Blicke,
Mit dem sie übertrug von sich auf ihn die Stricke;
Bethöret nahm er ihr die Fangschnur<ref>Metapher für langes Haar; siehe hierzu: Jürgen Ehlers (Hrsg. und Übers.): Abū'l-Qāsem Ferdausi: Rostam - Die Legenden aus dem Šāhnāme. Philipp Reclam jun., Stuttgart, 2002, ISBN 3-15-050039-7, S. 363</ref> vom Genicke.
Wie fühlte sie mit Lust den schönen Nacken frei,
Und wie mit Stolz! Sie sah nun erst, wie stark sie sei,
Da solche Haft sie brach mit einer Schmeichelei.<ref>Friedrich Rückert: Rostem und Suhrab. Eine Heldengeschichte in 12 Büchern. Nachdruck der Erstausgabe von 1838. epubli, Berlin, 2010, ISBN 978-3-86931-571-3, Drittes Buch, Kap. 31-2.</ref>“

Literatur

Einzelnachweise und Anmerkungen

<references />

Siehe auch