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Berkach (Hessen)

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Berkach
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Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1130)&title=Berkach 49° 54′ N, 8° 29′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1130) 49° 53′ 59″ N, 8° 29′ 1″ O
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Höhe: 87 m ü. NHN
Fläche: 2,8 km²<ref name="lagis" />
Einwohner: 1130 (10. Nov. 2021)<ref name="DF">Groß-Gerau in Zahlen. In: Webauftritt. Stadt Groß-Gerau, abgerufen im Dezember 2021.</ref>
Bevölkerungsdichte: 404 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 64521
Vorwahl: 06152
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Datei:Berkach evangelische Kirche 20110310.jpg
Evangelische Kirche

Berkach (mundartlich: Bergoff)<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Familiensonntag in Berkach (Memento vom 19. Oktober 2014 im Internet Archive) In: Darmstädter Echo, Mittwoch, 9. Oktober 2014.</ref> ist ein Stadtteil der Kreisstadt Groß-Gerau im südhessischen Landkreis Groß-Gerau.

Geographische Lage

Im Norden der Ebene des Hessischen Ried liegt Berkach in einer nach Westen offenen, vom Scheidgraben im Süden und vom Landgraben im Osten und Norden gebildeten weitgehend verlandeten Mäanderschleife, die der Neckar vor 2000 Jahren ausgebildet hatte, als er noch bei Trebur in den Rhein mündete. Diese Schleife schneidet der Mühlgraben ab, der durch den Ort führt.

In der Gemarkung<ref>Gemarkung Berkach. In: GEOindex. Abgerufen im Dezember 2024.</ref> liegt die Wüstung Altbachs-Mühle.<ref>Altbachs-Mühle, Landkreis Fulda. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 4. März 2024). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).</ref>

Die nächstgelegenen Ortschaften sind im Norden Dornberg, im Osten Büttelborn, im Süden Dornheim und im Westen Wallerstädten.

Geschichte

Mittelalter

Der früheste erhalten gebliebene urkundliche Nachweis belegt das Bestehen von Birkehe oder Birchehe 1035. Berkach war Teil von Germaremarcha. Damals schenkte König Konrad II. dem Kloster Fulda dort eine Besitzung. Weitere Hinweise auf die Besitzverhältnisse in Berkach finden sich

Als Ortsname sind in den historischen Unterlagen unter anderem Bercach, villa (1246), Bercka (bis 1403), Berckauch (1419), Birkawe (1468), Berckbach (1508), Berckhof (1557) und Bergach (1738) dokumentiert.<ref name="lagis" />

Frühe Neuzeit

Bei der Teilung der Landgrafschaft Hessen unter den Erben Philipp des Großmütigen 1567 gelangte Berkach an die Landgrafschaft Hessen-Darmstadt. Noch deren erster Regent, Georg I., veranlasste, dass die von seinem Kanzler, Johann Kleinschmidt, zusammengestellte Rechtssammlung Landrecht der Obergrafschaft Katzenelnbogen auch dort rechtsverbindlich wurde. Sie galt in Berkach als Partikularrecht, subsidiär ergänzt um das Gemeine Recht, bis ans Ende des 19. Jahrhunderts.<ref> Arthur Benno Schmidt: Die geschichtlichen Grundlagen des bürgerlichen Rechts im Großherzogtum Hessen. Curt von Münchow, Giessen 1893, S. 108f. und beiliegende Karte. </ref> Erst das Bürgerliche Gesetzbuch, das einheitlich im ganzen Deutschen Reich galt, setzte zum 1. Januar 1900 das alte Partikularrecht außer Kraft.

Die Zentberechtigten waren<ref name="lagis" />

1672 wurde das Dorf von „teutschen Soldaten abgebrannt“.<ref name="GW">Vorlage:BibOCLC</ref>

Neuzeit

1806 wurde die Landgrafschaft Hessen-Darmstadt zum Großherzogtum Hessen. Hier lag Berkach in der Provinz Starkenburg (seit 1816), im Amt Dornberg. Im Zuge der Verwaltungsreform von 1821 wurden die Ämter aufgelöst, für die Verwaltungsaufgaben Landratsbezirke gebildet und für die Rechtsprechung Landgerichte eingerichtet.<ref name="bsb01" /> Für Berkach zuständig war nun der Landratsbezirk Dornberg, für die Rechtsprechung das Landgericht Großgerau, ab 1879 das Amtsgericht Groß-Gerau. 1829 hatte Berkach 35 Häuser und 186 Einwohner. Alle – außer zweien – waren lutherisch, einer reformiert, einer römisch-katholisch.<ref name="GW" />

1832 wurden Kreise geschaffen. Berkach lag nun im Kreis Groß-Gerau. Die Provinzen, die Kreise und die Landratsbezirke des Großherzogtums wurden am 31. Juli 1848 abgeschafft und durch Regierungsbezirke ersetzt, was jedoch am 12. Mai 1852 wieder rückgängig gemacht wurde. Dadurch gehörte Berkach zwischen 1848 und 1852 zum Regierungsbezirk Darmstadt, bevor wieder der Kreis Groß-Gerau für die übergeordnete Verwaltung zuständig wurde. Dort verblieb der Ort durch alle weiteren Verwaltungsreformen bis heute.<ref name="lagis" />

Die Gemeinde Berkach schloss sich im Zuge der Gebietsreform in Hessen am 31. Dezember 1971 freiwillig der Stadt Groß-Gerau an.<ref>Gemeindegebietsreform in Hessen: Zusammenschluss und Gliederung von Gemeinden vom 29. Dezember 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1972 Nr. 3, S. 84, 87, Punkt 93, Nr. 60 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 6,0 MB]).</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref> Ortsbezirke wurden nicht gebildet.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 25 kB) In: Webauftritt. Stadt Groß-Gerau, abgerufen im Dezember 2024.</ref>

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Berkach angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref>

Einwohnerentwicklung

• 1629: 23 Hausgesesse<ref name="lagis" />
• 1806: 193 Einwohner, 35 Häuser<ref name="EW1806">Verzeichnis der Ämter, Orte, Häuser, Einwohnerzahl. (1806)HStAD Bestand E 8 A Nr. 352/4. In: Archivinformationssystem Hessen (Arcinsys Hessen), Stand: 6. Februar 1806.</ref>
• 1829: 186 Einwohner, 35 Häuser<ref name="GW" />
• 1867: 241 Einwohner, 38 Häuser<ref name="WP">Vorlage:BibOCLC</ref>
Berkach: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2020
Jahr  Einwohner
1791
  
170
1800
  
145
1806
  
193
1829
  
186
1834
  
211
1840
  
212
1846
  
202
1852
  
209
1858
  
240
1864
  
232
1871
  
247
1875
  
260
1885
  
266
1895
  
285
1905
  
323
1910
  
337
1925
  
334
1939
  
347
1946
  
535
1950
  
545
1956
  
466
1961
  
487
1967
  
555
1970
  
603
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
?
2011
  
963
2015
  
1.083
2020
  
1.100
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; 1791<ref name="Adr-LG-HD" />; 1800<ref name="Adr-LG-HD-1800" />; Zensus 2011<ref name="Z2011">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 11. Juli 2021;.</ref>; nach 2011 Website Groß-Gerau (Webarchiv)<ref name="EW" />

Religionszugehörigkeit

• 1829: 284 lutherische (= 99,30 %), 1 reformierter (= 0,35 %), und 1 katholische (= 0,35 %) Einwohner<ref name="GW" />
• 1961: 392 (= 80,49 %) evangelische, 79 (= 16,22 %) römisch-katholische Einwohner<ref name="lagis" />

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Ortsbildprägende Gebäude in der Rathausstraße sind die Evangelische Kapelle und das auf drei Seiten freistehende alte Rathaus von 1597, ein stattlicher Fachwerkbau mit reichem Balkenwerk und Schnitzereien.

2016 nahm Berkach erstmals an der alle 2 Jahre stattfindenden Aktion „Der Kreis rollt“ teil. Die Fahrradroute verlief mitten durch den Ort, die B44 war für den Autoverkehr gesperrt. Viele Vereine und Institutionen beteiligten sich mit Ständen und Ausstellungen.<ref>Ein Tag Ruhe in Dornheim. In: Frankfurter Neue Presse. 4. Mai 2016, abgerufen am 4. Dezember 2018.</ref>

Verkehr und Infrastruktur

Den Ortskern im Westen berührend verbindet die Bundesstraße 44 Berkach mit der Kernstadt Groß-Gerau. Von dieser Verkehrsader nach Osten abzweigend durchquert die Kreisstraße K 160 den Ortskern in Richtung Büttelborn. Östlich verläuft die Bahnstrecke Mannheim–Frankfurt am Main.

Im Alten Rathaus ist ein Jugendtreff untergebracht. Ferner gibt es am Ort ein Dorfgemeinschaftshaus und diesem benachbart einen Kindergarten.

Weblinks

Commons: Berkach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen und Einzelnachweise

Anmerkungen <references group="Anm." />

Einzelnachweise <references> <ref name="lagis"> Berkach, Landkreis Groß-Gerau. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="RB1937"> Gesetz über die Aufhebung der Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen vom 1. April 1937. In: Der Reichsstatthalter in Hessen Sprengler (Hrsg.): Hessisches Regierungsblatt. 1937 Nr. 8, S. 121 ff. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 11,2 MB]). </ref> <ref name="Adr-LG-HD"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1791. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1791, S. 120 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1800"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1800. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1800, S. 120 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="bsb01"> Die Eintheilung des Landes in Landraths- und Landgerichtsbezirke betreffend vom 14. Juli 1821. In: Großherzoglich Hessisches Ministerium des Inneren und der Justiz. (Hrsg.): Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. 1821 Nr. 33, S. 403 ff. (404) (Online bei der Bayerischen Staatsbibliothek). </ref> <ref name="EW">2015: Groß-Gerau in Zahlen. In: Webauftritt. Stadt Groß-Gerau, archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen im Dezember 2016 (Werte aus Webarchiv). 2020:Groß-Gerau in Zahlen. In: Webauftritt. Stadt Groß-Gerau, archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen im Dezember 2021 (Werte aus Webarchiv). </ref> </references>

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