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Michael Otto

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Vorlage:Hinweisbaustein Michael Otto (* 12. April 1943 in Kulm in Westpreußen) ist ein deutscher Unternehmer und Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrats der Otto Group.<ref name="lebenslauf" /> Er baute die Otto Group zu einer digitalen Handels- und Dienstleistungsgruppe aus. Weiterhin ist er ein Stifter und Mäzen.

Leben

Otto wurde 1943 in Kulm als Sohn von Werner Otto geboren. 1945 floh er mit seiner Familie nach Hamburg, wo sein Vater 1949 einen Versandhandel für Schuhe gründete. Nach einer Banklehre bei Merck Finck & Co in München studierte er in München und Hamburg Volkswirtschaft, promovierte und wurde 1971 Vorstand im Bereich Textileinkauf im Unternehmen seines Vaters. Er erweiterte das Angebot des Unternehmens und erschloss neue Märkte.<ref name=":0">Kristina Läsker: Michael Otto: Der Ökopionier. In: Die Zeit. 11. April 2023, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 24. November 2025]).</ref>

Im Februar 1981 stieg Otto zum Vorsitzenden des Vorstands der Otto Group auf. Er war bis Oktober 2007 im Amt und bis März 2025 Aufsichtsratsvorsitzender der Otto Group.<ref name="lebenslauf">Aufsichtsrat der Otto Group: Lebenslauf Michael Otto. Abgerufen am 19. August 2025.</ref><ref name="Otto1">Lebenslauf Michael Otto. In: manager-magazin.de. 17. November 2004, abgerufen am 11. September 2024.</ref> Unter seiner Amtszeit wurde die Otto Group von einem Katalogversand „schon früh zu einem digitalen Unternehmen“ und „Pionier“ beim unternehmerischen Umweltschutz, so Cornelia Meyer im Business Insider.<ref name=":1" /> So erklärte er 1986 den Umweltschutz zum Unternehmensziel. Zu den Maßnahmen gehörten beispielsweise eine grünere Produktion, Mülltrennung und die Umstellung von Luftfracht auf Seetransporte.<ref name=":0" /> Zudem wurden in vielen Ländern aktive Unternehmen wie Limango, Manufactum und SportScheck akquiriert und Unternehmen wie About You oder Bonprix<ref>Hermannus Pfeiffer: Familienstratege feiert Abschied. Michael Otto gibt das Kommando beim weltweiten Versandhändler ab – bleibt aber an Bord. In: Frankfurter Rundschau. 13. September 2007.</ref> gegründet.<ref name=":1">Cornelia Meyer: „Otto ist in Europa die einzige Alternative zu Amazon“: Unternehmer Michael Otto im Interview. In: Business Insider. 16. April 2019, abgerufen am 19. August 2025.</ref>

Bis April 2014 saß er im Aufsichtsrat der Axel Springer SE.<ref>Axel Springer SE: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Neuwahlen zum Aufsichtsrat der Axel Springer SE (Memento vom 7. März 2014 im Internet Archive), Pressemitteilung vom 5. März 2014</ref> Des Weiteren war er bis April 2016 Gesellschafter der Robert Bosch Industrietreuhand KG,<ref>Bosch-Presse: Personelle Veränderungen in der Robert Bosch Industrietreuhand KG und im Aufsichtsrat der Robert Bosch GmbH, 8. April 2016</ref> die 93 % der Stimmrechte der Robert Bosch GmbH hält.<ref>Einzug in den Olymp. In: manager-magazin.de. 14. Dezember 2006, abgerufen am 11. September 2024.</ref><ref>Warum der Enkel des Industriegiganten Robert Bosch einen Hof für Rinder unterhält – und was das mit seinem Erbe zu tun hat. In: businessinsider.de. 1. Januar 2023, abgerufen am 11. September 2024.</ref> Otto ist ebenfalls Mitglied des Beirats der Deloitte.<ref>Ex-SPD-Chef geht in Beirat von Deloitte. In: Handelsblatt. 28. März 2019.</ref>

Im Zusammenhang mit Lohndumping und den prekären Arbeitsbedingungen der Paketboten bei der konzerneigenen Tochter Hermes Europe wurde 2011 die Rolle Ottos als Konzernlenker kritisiert.<ref>Kathrin Hartmann: Wir müssen leider draußen bleiben: Die neue Armut in der Konsumgesellschaft. Blessing, München 2012, ISBN 978-3-89667-457-9, Kap. 6</ref> Die ARD sendete dazu im August 2011 die Reportage Das Hermes-Prinzip: Ein Milliardär und seine Götterboten.<ref>Christian Teevs: ARD-Film über Lohndumping: Die Paketboten und der Milliardär. In: Der Spiegel. 3. August 2011, abgerufen am 19. August 2025.</ref> Michael Otto und Hermes bestritten die prekären Beschäftigungsbedingungen und sprachen von schwarzen Schafen unter den Subunternehmern.<ref>ARD-exclusiv: Das Hermes-Prinzip. In: ARD. 3. August 2011, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 16. August 2011; abgerufen am 19. August 2025.</ref> Im September 2011 teilte Hermes mit, dass die Zusammenarbeit mit mehreren Subunternehmen aufgekündigt worden sei und die festgelegten ethischen Standards des Otto Group zukünftig auch für Unternehmen und Lieferanten im Auftrag von Otto gelten sollten.<ref>Beate Kranz: Hamburger Versandhaus Otto kämpft gegen Lohndumping. In: Hamburger Abendblatt. 24. September 2011, abgerufen am 19. August 2025.</ref>

Das Vermögen der Familie Otto wird auf der Forbes-Liste 2015 unter seinem Namen mit 15,4 Milliarden US-Dollar angegeben. Damit belegt die Familie Otto weltweit Platz 51 und unter den deutschen Milliardären Platz 7.<ref>#51 Michael Otto & family, Forbes, abgerufen am 12. Juli 2016</ref>

Im April 2015 kündigte Otto an, seine Mehrheit am Handelskonzern Otto und damit einen Großteil seines Vermögens in eine neue gemeinnützige Stiftung zu übertragen. Mit jährlichen Ausschüttungen sollen kulturelle, soziale, ökologische oder mildtätige Projekte gefördert werden. Mit der Stiftung solle sichergestellt werden, dass die Familie Otto langfristig den Einfluss über den Otto-Konzern behält.<ref>Otto Group: Michael Otto gibt Beteiligung in Stiftung, Handelsblatt, 1. April 2015.</ref><ref>Oliver Schade, Bob Geisler: Michael Otto stiftet Milliarden-Vermögen, Hamburger Abendblatt, 1. April 2015.</ref>

Zum 1. März 2025 gab er seinen Aufsichtsratsvorsitz an seinen vorhergehenden Vorstandsvorsitzenden Alexander Birken (* 1964) ab.<ref>Martin Mehringer: Handelsriese Otto setzt erstmals auf eine Frau an der Spitze. In: Manager Magazin. 12. März 2024, abgerufen am 24. Januar 2025.</ref><ref>Generationenwechsel bei der Otto Group=. (PDF; 103 kB) Otto Group, 11. März 2024, abgerufen am 24. Januar 2025.</ref> Seit 2025 ist er Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrats.<ref>Management. Abgerufen am 16. April 2025.</ref>

Otto ist verheiratet mit Christl Otto und Vater von Janina (* 1973) und Benjamin Otto (* 1975).<ref name="Otto1" />

Ehrenämter

Um konkrete Projekte im Bereich Erhalt der Natur<ref name=":0" /> zu fördern, stiftete er 1993 die „Michael Otto Stiftung für Umweltschutz“ (seit 2018 Umweltstiftung Michael Otto), in deren Kuratorium er den Vorsitz innehat.<ref>Michael Otto Stiftung: Kuratorium</ref> 2005 gründete er die „Aid by Trade“-Stiftung, die afrikanische Kleinbauern unterstützt, und deren Kuratoriumsvorsitz er innehat.<ref>Kristina Simons: Millionenfach helfen. In: Die Tageszeitung: taz. 9. September 2023, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 14. August 2025]).</ref><ref>Startseite. In: Aid by Trade. Abgerufen am 24. November 2025.</ref>

Otto ist Präsident und Gründer<ref>Jan Lutz: Diese Frau bricht das Schweigen zwischen Wirtschaft und Ampel. In: WirtschaftsWoche. 12. Mai 2024, abgerufen am 13. November 2025.</ref> der Stiftung KlimaWirtschaft (vormals Stiftung 2 Grad), die sich für einen Umbau zu einer CO2-neutralen Wirtschaft einsetzt.<ref name=":0" /><ref name="stiftung2grad">https://www.stiftung2grad.de/unternehmensappell-klima-konjunkturprogramm</ref> Er sagte hierzu einmal: „Die enormen Anstrengungen von Staat und Gesellschaft zum Schutz der Bevölkerung sowie der Wirtschaft im Zuge der Corona-Pandemie zeigen uns, was wir gemeinsam zur Bekämpfung einer globalen Bedrohung bewegen können. Klimaschutz als Modernisierungsprojekt für die Wirtschaft zu begreifen, kann jetzt eine wichtige Rolle zur Bewältigung der Folgen der Corona-Krise spielen – und gleichzeitig dazu beitragen, tiefgreifende Auswirkungen der Klimakrise zu vermeiden.“<ref name="stiftung2grad" />

2022 war Otto Stifter der Organisation Cociety, die sich unter anderem in den Bereichen Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Entwicklungsarbeit engagiert.<ref>Über Uns. In: Cociety. Abgerufen am 13. November 2025.</ref>

Er gehörte der Freitagsgesellschaft Helmut Schmidts an<ref>Objekt der Woche: Die Freitagsgesellschaft. In: helmut-schmidt.de. 23. November 2018, abgerufen am 5. Februar 2023.</ref> und war stellvertretender Vorstandsvorsitzender im Kulturkreis der deutschen Wirtschaft im BDI.<ref>Kulturkreis der deutschen Wirtschaft: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorstand (Memento vom 8. August 2014 im Internet Archive)</ref>

Weitere Ehrenämter:

Ehrungen

Aufgrund seines Engagements für die Umwelt und Nachhaltigkeit erhielt er verschiedene Auszeichnungen wie 1997 den Deutschen Umweltpreis<ref>Deutsche Bundesstiftung Umwelt: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Umweltpreisträger (Memento vom 24. Dezember 2010 im Internet Archive)</ref> und 2002 den Sustainability Leadership Award.<ref>Sustainability Leadership Award: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Winner 2002 (Memento vom 17. Mai 2013 im Internet Archive)</ref> 1999 verlieh ihm die Universität Hamburg die Ehrensenatorenwürde,<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ehrensenatorinnen und Ehrensenatoren der Universität Hamburg (Memento vom 4. Dezember 2016 im Internet Archive)</ref> wie schon 1988 seinem Vater Werner Otto. 2000 wurde Otto auch Ehrensenator der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald.<ref>Universität Greifswald: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ehrensenatoren (Memento vom 14. Mai 2013 im Internet Archive)</ref>

2001 wurde er zum Manager des Jahres gekürt und 2005 mit dem Vernon A. Walters-Preis des Vereins Atlantik-Brücke für die Förderung der US-deutschen Beziehungen geehrt. Am 24. Oktober 2006 wurde er auf dem zehnten Deutschen Versandhandelskongress für sein Lebenswerk mit dem International Lifetime Award ausgezeichnet. Damit wurde insbesondere seine langjährige, herausragende unternehmerische Leistung im In- und Ausland sowie die frühe Erkenntnis über die fundamentale Bedeutung des Internets für das Handelsgeschäft gewürdigt. Am 30. November 2006 erhielt er auf Vorschlag des Bundespräsidenten Horst Köhler das Große Verdienstkreuz mit Stern. Damit wurde seine Bereitschaft geehrt, gesamtgesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen, sowie sein persönliches Engagement im ökologischen und sozialen Bereich. 2007 erhielt er den Deutschen Handelspreis in der Kategorie Lifetime Award. Die Theodor-Heuss-Stiftung verlieh ihm 2010 den Theodor-Heuss-Preis für eine in ökonomischer wie ethischer Weise vorbildliche Firmenkultur. 2013 ehrte ihn der WWF mit dem neuentdeckten, im Spessart endemischen, Habichtskraut Pilosella ottonis. Anlässlich seines 75. Geburtstags wurde Otto 2018 vom Hamburger Bürgermeister Peter Tschentscher zu einem Senatsfrühstück geladen und ihm der Ehrentitel Professor verliehen.<ref>Hamburger Ehrenbürger Michael Otto wird Professor. In: abendblatt.de. 23. April 2018.</ref>

Weitere Ehrungen

Veröffentlichungen

  • Michael Otto (Hrsg.): Das Michael Otto Prinzip. Steidl, Göttingen 2023, ISBN 978-3-96999-239-5.

Filme

  • Typisch! Michael Otto: Ein Leben zwischen Bangladesch und Blankenese. Dokumentarfilm, Deutschland, 2018, 30 Min., Autor: Frank Sieren, Produktion: NDR, Reihe: Typisch!, Erstsendung: 27. September 2018; <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Mediathek (Memento vom 15. Dezember 2017 im Internet Archive) des NDR.
  • Die Ottos. Dokumentarfilm, Deutschland, 2012, 45 Min., Buch und Regie: Dagmar Wittmers, Produktion: NDR, Reihe: Deutsche Dynastien, Erstsendung: 7. Mai 2012; <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Mediathek (Memento vom 15. Dezember 2017 im Internet Archive) der ARD.
  • Amerika war mein Jugendtraum. Dokumentation, Deutschland, 2011, 22:44 Min., Produktion: n-tv, Erstsendung: 21. Juni 2011, Online-Video.
    „Aus dem biederen Katalog von einst machte er die erfolgreichste Versandgruppe der Welt. Michael Otto ist der Aufsichtsratsvorsitzende der OTTO-Group International. Er steuert weltweit 50.000 Mitarbeiter und fährt einen Gesamtumsatz von rund 11,5 Milliarden Euro ein – und das mit einer besonderen Verantwortung für Mitarbeiter und Umwelt.“
  • Mit langem Atem. Dokumentation, Deutschland, 45 Min., Regie: Meike Hemschemeier und Thomas Weidenbach, Produktion: WDR, Erstsendung: 23. September 2008<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Inhaltsangabe Mit langem Atem des WDR (Memento vom 20. Mai 2013 im Internet Archive)</ref>
    Porträts von den drei Unternehmern Michael Otto, Anita Roddick und Andres Gut, die „die nicht nur Kapitalmärkte und Gewinnkurven im Sinn haben, sondern ebenso den Schutz der Umwelt und das Elend der Armen in der Dritten Welt“.
  • Das Hermes-Prinzip – Der Milliardär und seine Götterboten, Dokumentation von Monika Wagener und Ralf Hötte, Deutschland, 45 Min., Produktion: WDR, Erstsendung: 3. August 2011

Weblinks

Einzelnachweise

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