Bettina Wulff
Bettina Wulff (* 25. Oktober 1973 als Bettina Körner in Hannover) ist die Exfrau des ehemaligen deutschen Bundespräsidenten Christian Wulff. Sie hatte vor der Präsidentschaft ihres Mannes als Pressereferentin gearbeitet.
Leben
Ausbildung und Beruf
Bettina Wulff wuchs als Tochter eines Bankangestellten in Großburgwedel auf. Nach dem Abitur an der Leibnizschule Hannover 1993 studierte sie bis 2000 Medienmanagement und angewandte Medienwissenschaften am Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover (ohne Abschluss).<ref name="munz">Bettina Wulff im Munzinger-Archiv, abgerufen am 10. September 2012 (Artikelanfang frei abrufbar)</ref><ref>Zur Person (Bettina Wulff). In: Stern. Nr. 38/2012, 13. September 2012, S. 35.</ref>
Ab 1998 war Wulff PR-Assistentin für eine Internetagentur. Im Jahr 2000 wechselte sie nach Hannover zum Automobilzulieferer Continental AG, für den sie bis 2009 als Pressereferentin tätig war.<ref name="munz" /> Anschließend war sie halbtags als Pressereferentin bei der Drogeriemarktkette Rossmann beschäftigt.<ref name="stern.de-04-07-2010">Sophie Albers: First Lady Bettina Wulff: Die große Blonde in den neuen Schuhen. stern.de, 4. Juli 2010, abgerufen am 10. September 2012.</ref><ref name="waz.de-20-02-2012">Bettina Wulff könnte bald in früheren Job zurückkehren. waz.de, 20. Februar 2012, abgerufen am 27. März 2024.</ref> Nach der Wahl von Christian Wulff zum Bundespräsidenten am 30. Juni 2010 gab sie diese Tätigkeit auf und fungierte als Präsidentengattin.<ref name="spiegel-online-13-07-2010">Friederike Ott: First Lady Bettina Wulff: Lächeln für Deutschland. Spiegel Online, 13. Juli 2010, abgerufen am 10. September 2012.</ref>
Nach dem Rücktritt ihres Mannes als Bundespräsident im Februar 2012 aufgrund der sogenannten Wulff-Affäre machte sie sich mit einer PR-Agentur selbständig.<ref name="focus-37/2012">Bettina Wulff gründet PR-Agentur. pr-journal.de, 2012, abgerufen am 10. September 2012 (Nr. 37).</ref> Bei den Sommer-Paralympics 2012 vertrat sie das Medizintechnikunternehmen Otto Bock HealthCare.<ref>https://www.presseportal.de/pm/32079/2306483</ref> Seit September 2025 arbeitet sie bei einem Anbieter für Luxusimmobilien auf der Insel Sylt.<ref>Bettina Wulff ist jetzt Immobilienmaklerin. Sie stellt ihr erstes Objekt auf Sylt vor. In: stern.de. 25. Oktober 2025, abgerufen am 26. Oktober 2025.</ref><ref>Gerhard Matzig: Bettina Wulff und die Premium-Immobilien von Sylt. In: Süddeutsche Zeitung. 27. Oktober 2025, abgerufen am 28. Oktober 2025.</ref>
Privatleben
Im Jahr 2006 lernte Bettina Körner den damaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff kennen. Anlass war eine Dienstreise als Pressereferentin für die Continental AG nach Port Elizabeth in Südafrika, die sie auf Anfrage der Niedersächsischen Staatskanzlei organisiert hatte.<ref name="munz" /><ref>Bettina Wulff: Jenseits des Protokolls. München, 2012, S. 21–27.</ref> Nach Christian Wulffs Scheidung im Februar 2008 heirateten beide am 19. März 2008<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivierte Kopie ( vom 8. Februar 2021 im Internet Archive)</ref> standesamtlich, und Körner nahm den Namen ihres Mannes an. Ihren 2003 geborenen Sohn aus einer vorherigen Beziehung brachte Bettina Wulff mit in die Ehe; Christian Wulffs Tochter aus erster Ehe lebte bei ihrer Mutter.<ref name="stern.de-04-07-2010" /> Im Sommer 2008 wurde ein gemeinsamer Sohn geboren. Im Januar 2013 trennte sich das Ehepaar.<ref>Christian und Bettina Wulff haben sich getrennt. In: Die Welt. 7. Januar 2013.</ref> 2015 entschloss es sich, die Ehe doch weiterzuführen.<ref>Christian und Bettina Wulff sind wieder ein Paar. In: Bunte.</ref> Am 17. Oktober 2015 heirateten Bettina und Christian Wulff kirchlich.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Deutsches PEOPLE Magazin exklusiv: Kirchliche Trauung von Bettina und Christian Wulff ( vom 1. Dezember 2017 im Internet Archive)</ref>
Im Oktober 2018 erfolgte die erneute Trennung des Paares.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ehe-Aus: Christian und Bettina Wulff haben sich wieder getrennt. ( vom 3. November 2018 im Internet Archive) In: merkur.de. 31. Oktober 2018.</ref> Der gemeinsame Sohn wie auch Bettina Wulffs älterer Sohn lebten fortan beide bei Christian Wulff.<ref>Wulff gibt private Einblicke: Ex-Bundespräsident lebt jetzt in reiner Männer-WG. 23. November 2019, abgerufen am 29. April 2020.</ref><ref name="stern.de-04-07-2010" /> Nach der Scheidung 2020 wurde im Juni 2021 bekannt, dass Christian und Bettina Wulff erneut ein Paar sind und auch wieder zusammen wohnen.<ref>Liebescomeback: Bettina und Christian Wulff sind wieder ein Paar. Abgerufen am 2. Juni 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Sie heirateten im März 2023 zum zweiten Mal standesamtlich.<ref>Charlott Struck, Rebekka Bednorz und Merle Upmann-Schiller: Dritte Hochzeit von Bettina und Christian Wulff: „Es war eine sehr schöne Feier“. In: RTL. 22. März 2023, abgerufen am 6. Juli 2024.</ref> Im April 2025 bestätigte das Büro von Christian Wulff die bereits zurückliegende „endgültige“ Trennung.<ref>Die Wulffs haben sich wieder getrennt - diesmal „endgültig“. Der Spiegel, 22. April 2025, abgerufen am 22. April 2025.</ref> Am 12. August 2025 wurden beide vom Amtsgericht Burgwedel geschieden.<ref>Bettina und Christian Wulff sind erneut geschieden. In: Stern.de. 14. August 2025, abgerufen am 14. August 2025.</ref> Kurz zuvor war Bettina Wulffs Beziehung mit einem Personenschützer bekannt geworden.<ref>Bettina Wulff: Sie lebt jetzt bei ihrem Bodyguard auf Sylt. In: Bild.de. 15. August 2025, abgerufen am 15. August 2025.</ref> Im Januar 2026 trennte sich das Paar.<ref>Bettina Wulff und Mark Lambrecht sind getrennt. In: Spiegel Online. 28. Januar 2026, abgerufen am 28. Januar 2026.</ref>
Öffentliche Pflichten und Ehrenämter
Bettina Wulff war von 2008 bis September 2012 Schirmherrin der Stiftung Eine Chance für Kinder. Nach der Wahl ihres Mannes zum Bundespräsidenten übernahm sie als Präsidentengattin von ihrer Vorgängerin Eva Luise Köhler zudem verschiedene Schirmherrschaften, so die für das Müttergenesungswerk (ab September 2010), die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (ab 1. Oktober 2010) sowie für UNICEF Deutschland (ab 1. Dezember 2010).
Ihre Schirmherrschaft für das Müttergenesungswerk endete traditionsgemäß mit dem Ausscheiden ihres Mannes aus dem Amt und ging später an Daniela Schadt als Lebensgefährtin des neuen Bundespräsidenten Joachim Gauck über.<ref>Die Schirmherrin. Die First Lady und das Müttergenesungswerk. Website des Müttergenesungswerks, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 8. Juli 2013; abgerufen am 10. September 2012.</ref> Schadt wurde auch Wulffs Nachfolgerin bei deren Schirmherrschaften über UNICEF Deutschland (am 23. Mai 2012) und über die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (im Juli 2012).
Anlässlich des Reformationsjubiläums 2017 trat Bettina Wulff neben anderen Prominenten als „Reformationsbotschafterin“ der Evangelischen Kirche in Deutschland auf.<ref>Prominente Reformationsbotschafter. In: chrismon.evangelisch.de. Abgerufen am 24. Oktober 2016.</ref>
Auseinandersetzungen um Persönlichkeitsrechtsverletzungen
Anfang September 2012 reichte Bettina Wulff beim Landgericht Hamburg Klagen gegen Günther Jauch und auch gegen Google ein, nachdem in den Monaten zuvor bereits 34 deutsche und ausländische Blogger und Medien Unterlassungserklärungen abgegeben hatten. Damit wehrt sie sich gegen seit 2006 kursierende Gerüchte, sie habe – vor ihrer Ehe mit Christian Wulff – im Rotlichtmilieu gearbeitet.<ref>Dirk Johannes Andresen: Wer will ihr schaden? Bettina Wulff: Geschichte eines Rufmordes. In: Hamburger Morgenpost. September 2012.</ref> Der SZ-Redakteur Hans Leyendecker verwendete in diesem Zusammenhang den Begriff „Rufmord“. Das Gerücht sei 2006 von CDU-Kreisen in Hannover kolportiert worden, um ihrem Mann, dem damals amtierenden niedersächsischen CDU-Ministerpräsidenten, zu schaden.<ref>Hans Leyendecker, Ralf Wiegand: Bettina Wulff wehrt sich gegen Verleumdungen. In: Süddeutsche Zeitung. 7. September 2012, abgerufen am 10. September 2012.</ref>
Wulffs Anwälte wollten bei Google nach eigener Darstellung insgesamt 51 Suchbegriffe aus der automatischen Vervollständigung entfernen und zusätzlich entsprechende Suchergebnisse löschen lassen. Nachdem zunächst berichtet worden war, dass darunter auch Verweise auf den mit ihr befassten deutschsprachigen Wikipedia-Artikel seien,<ref>Holger Schmale: Die Mühen der Wulffs. In: Frankfurter Rundschau. 5. November 2012.</ref><ref>Google löscht Suchergebnisse zu Bettina Wulff. In: Handelsblatt. 5. November 2012.</ref> wurden diese Berichte am 5. November von Wulffs Anwälten dementiert.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Bettina Wulff will 51 Google-Einträge löschen lassen. ( vom 10. November 2012 im Internet Archive) In: Westdeutsche Allgemeine Zeitung. 5. November 2012.</ref> Im November 2012 löschte Google acht Suchresultate, die auf rechtswidrige Tatsachenbehauptungen verwiesen hatten, darunter drei Einträge des rechtsextremen Blogs kreuz.net.<ref>Holger Dambeck, Christian Buß: Google löscht Suchresultate zu Bettina Wulff. In: Spiegel Online. 4. November 2012, abgerufen am 4. November 2012.</ref> Von ursprünglich mehr als 3.000 genannten Suchergebnissen seien nur diese acht aufgrund falscher Tatsachenbehauptungen rechtswidrig gewesen. In einer Stellungnahme betonte Google, dass die Löschung nicht im Zusammenhang mit Wulffs Klage gegen die Autovervollständigung stehe.<ref>Google löscht einige Bettina-Wulff-Einträge. In: Die Zeit. 4. November 2012.</ref>
Der Berliner Datenschutzbeauftragte Alexander Dix griff den Fall auf dem Deutschen Juristentag im September 2012 in München auf und kommentierte, dass Wulff mit falschen Gerüchten belastet worden sei, für Verleumdungen per Mausklick gebe es keine Rechtfertigung. Er forderte grundsätzlich, die Autovervollständigungsfunktion notfalls abzuschalten, und verwies auf die Praxis der Firma in den USA, wo Google auf Wunsch von US-Konzernen, die nicht mit illegalen Tauschbörsen in Verbindung gebracht werden wollen, diese Funktion unterbinde. Dasselbe könne Google auch zum Schutz der grundgesetzlich verankerten Persönlichkeitsrechte leisten.<ref>Jost Müller-Neuhof: Juristen wollen Netz-Konzerne zum Grundrechtschutz verpflichten. In: Die Zeit. 4. November 2012.</ref> Dagegen kommentierte Friedrich Schmidt in der FAZ:
„Ginge es im Rechtsstreit zwischen Bettina Wulff und Google wegen dessen Autovervollständigungsfunktion nach der Abteilung IT- und Kommunikationsrecht des Juristentages, trüge der Suchmaschinenbetreiber einen knappen Sieg davon: Eine Zwei-Stimmen-Mehrheit fand der Vorschlag, Betreiber von Suchmaschinen von einer ‚Haftung für Persönlichkeitsrechtsverletzungen, die von Suchergebnissen ausgelöst werden können‘, auszunehmen.“<ref>Friedrich Schmidt: Rechtsraum Internet. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 20. September 2012.</ref>
Unmittelbar nachdem die Gerüchte auch in der massenmedialen Berichterstattung aufgegriffen und in ihrer medialen Präsenz durch Wulffs ebenfalls stark beachtetes juristisches Vorgehen gegen deren Verbreitung noch verstärkt worden waren, veröffentlichte Wulff im September 2012 ihr autobiografisches Buch Jenseits des Protokolls, in dem sie diese ebenfalls zurückweist.<ref>„Jenseits des Protokolls“: Das Bettina-Wulff-Buch ist auf dem Markt. In: Hamburger Abendblatt. 10. September 2012, abgerufen am 10. September 2012.</ref><ref>Ulrich Exner: Bettina Wulff – Eine Frau kämpft um ihren Ruf. In: Die Welt. 8. September 2012.</ref>
Am 14. Mai 2013 verkündete der Bundesgerichtshof ein Urteil über die Autovervollständigungs-Funktion in einem ähnlichen Fall (AZ VI ZR 269/12), in dem er einen Unterlassungsanspruch bei Kenntnis einer rechtswidrigen Persönlichkeitsrechtsverletzung gegenüber Google bejahte.<ref>Bundesgerichtshof entscheidet über die Zulässigkeit persönlichkeitsrechtsverletzender Suchergänzungsvorschläge bei „Google“. In: juris.bundesgerichtshof.de.</ref> Wulff und Google legten ihren Streit daraufhin durch Vergleich bei.<ref>Autocomplete-Funktion: Bettina Wulff schließt Vergleich mit Google. In: Heise online. 15. Januar 2015.Vorlage:Abrufdatum</ref>
Veröffentlichungen
- mit Nicole Maibaum: Jenseits des Protokolls. riva Verlag, München 2012, ISBN 978-3-86883-273-0.
- mit Heino Masemann: Anders als gedacht. Wie ich lerne, was wirklich zählt. bene!, München 2020, ISBN 978-3-96340-100-8.
Literatur
- Robert von Lucius: Bettina Wulff: Mit Glamour und Gemütlichkeit. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 2. Juli 2010.
- Tobias Dorfer: TV-Kritik: Bettina Wulff bei Peter Hahne – Alles Alltag, oder? In: Süddeutsche Zeitung. 6. Februar 2011.
- Elisabeth Binder: Die etwas andere First Lady. – Bettina Wulff stand für ein modernes Familienbild. In: Die Zeit. 19. Februar 2012.
- Alfons Kaiser: Schweigen in Schwarz-Weiß. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 17. Februar 2012.
- Rena Lehmann: Abgang der glamourösen First Lady. In: Rheinische Post. 17. Februar 2012.
- Heike Specht: Ihre Seite der Geschichte. Deutschland und seine First Ladies von 1949 bis heute. Piper, München 2019, ISBN 978-3-492-05819-3.
- Bettina Wulff In: Internationales Biographisches Archiv. 15/2012 vom 10. April 2012, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
Weblinks
- Literatur von und über Bettina Wulff im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Vorlage:IMDb/1
- Website von Bettina Wulff
Einzelnachweise
<references />
Vorlage:Klappleiste/Anfang Elly Heuss-Knapp | Wilhelmine Lübke | Hilda Heinemann | Mildred Scheel | Veronica Carstens | Marianne von Weizsäcker | Christiane Herzog | Christina Rau | Eva Luise Köhler | Bettina Wulff | Gerhild Gauck und Daniela Schadt | Elke Büdenbender Vorlage:Klappleiste/Ende
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Wulff, Bettina |
| ALTERNATIVNAMEN | Körner, Bettina (Geburtsname) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche PR-Beraterin, frühere Schirmherrin des Müttergenesungswerks und Ehefrau des zehnten deutschen Bundespräsidenten Christian Wulff |
| GEBURTSDATUM | 25. Oktober 1973 |
| GEBURTSORT | Hannover |
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- Lebens-/Ehepartner des deutschen Bundespräsidenten
- Ehepartner des Niedersächsischen Ministerpräsidenten
- Christian Wulff
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- Deutscher
- Geboren 1973
- Frau