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Thioindigo

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Strukturformel
Strukturformel von Thioindigo
Allgemeines
Name Thioindigo
Andere Namen
  • C.I. Vat Red 41
  • C.I. 73300
Summenformel C16H8O2S2
Kurzbeschreibung

rotes bis violettes Pulver<ref name="TCI" />

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 208-336-1
ECHA-InfoCard 100.007.580
PubChem 5378456
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 296,37 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

280 °C<ref name="TCI">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check bei TCI EuropeVorlage:Abrufdatum</ref>

Löslichkeit

nahezu unlöslich in Wasser, löslich in Xylol mit gelber in Ethanol mit braunroter Farbe<ref name="ABC Chemie">Brockhaus ABC Chemie, VEB F. A. Brockhaus Verlag Leipzig 1965, S. 1409–1410.</ref>

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="TCI" />
keine GHS-Piktogramme

H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze<ref name="TCI" />
Toxikologische Daten

4170 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)<ref name="TCI" />

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Thioindigo, systematische Bezeichnung nach Colour Index Vat Red 41, ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Organoschwefelverbindungen, die als Farbstoff verwendet wird. Sie ist dem bekannteren Indigo ähnlich, wobei dessen zwei Imingruppen (NH) durch Schwefel ersetzt sind.

Gewinnung und Darstellung

Thioindigo wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von Paul Friedlaender entdeckt und ursprünglich aus Indigo durch Anlagerung von Schwefel gewonnen. Es handelt sich um ein Isoster von Indigo, bei dem die Stickstoffatome durch Schwefel ersetzt sind (daher die griechische Vorsilbe „thio“). Heute sind für die Verbindung und ihre Chlorderivate eine Reihe von Herstellverfahren bekannt, in der Regel durch Oxidation der entsprechenden 3-Hydroxythionaphthene.<ref>Patent EP0056867: Process for the preparation of 4,4'-7,7'-tetrachloro thioindigo. Veröffentlicht am 4. August 1982, Erfinder: Helmut Hoch, Heinrich Hiller.</ref> Möglich ist auch eine S-Alkylierung von Thiosalicylsäure mit Chloressigsäure, analog der Indigosynthese nach Heumann. Der dabei entstehende Thioether cyclisiert zu 2-Hydroxythionaphthen, das zu Thioindigo dimerisiert.<ref>Elmar Steingruber: Indigo and Indigo Colorants. In: Ullmann’s Encyclopedia of Industrial Chemistry. Wiley-VCH, Weinheim 2000, ISBN 978-3-527-30673-2, doi:10.1002/14356007.a14_149.pub2.</ref>

Eigenschaften

Thioindigo ist ein rotes bis violettes Pulver. Es kommt in zwei Modifikationen vor: Thioindigo II weist eine monokline Kristallstruktur mit der Raumgruppe P21/n auf, während Thioindigo I die Raumgruppe P21/c besitzt.<ref>W. Haase-Wessel, M. Ohmasa, P. Süsse: Thioindigo: Crystal structural data for modification II. In: Naturwissenschaften. Band 64, Nr. 8, 1977, S. 435–435, doi:10.1007/BF00508700.</ref> Neben der normalen trans-Form kommt auch die isomere cis-Form (Isothioindigo) vor. In benzolischer Lösung liegt ein Gleichgewicht zwischen beiden Formen vor.<ref name="ABC Chemie" />

Verwendung

Datei:Indanthren Brilliant Pink R.svg
Indanthrenbrillantrosa R, ein Derivat des Thioindigos.

Thioindigo wird als violetter Farbstoff verwendet. Nach der Entdeckung der Pigmentgruppe der Chinacridonpigmente um 1935 etablierte die Firma DuPont diese in den 1960er-Jahren als synthetische Pigmente auf dem Markt.<ref>Thioindigo (Kremer Pigmente)</ref> Die verwandte Verbindung 4,7,4',7'-Tetrachlorthioindigo, ein ebenfalls kommerziell wichtiger Farbstoff, kann durch Chlorierung von Thioindigo gewonnen werden. Die verwandte Verbindung Indanthrenbrilliantrosa R (CI 73360) ist ein rotes Thioindigopigment. Sie findet Verwendung in kosmetischen Produkten, wie beispielsweise Zahnpasta oder Lippenstifte,<ref>W. Müller (Hrsg.): Handbuch der Farbenchemie. Grundlagen, Technik, Anwendungen. Ecomed Verlagsgesellschaft; 3. Ergänzungslieferung 2003; ISBN 3-609-72700-4; S. 17 (Kapitel 19.1).</ref> während sie durch die deutsche Kosmetik-Verordnung in Haarfärbemitteln verboten ist.

Zahlreiche Derivate des Thioindigo weisen in Abhängigkeit von der Art und Position der Substituenten sehr gute Licht- und Wetterechtheit sowie Migrations- und Lösemittelechtheit auf. Die Farbtöne dieser Thioindigopigmente reichen von Rotviolett bis Braun.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />synthetische organische Farbmittel (Memento vom 19. März 2013 im Internet Archive) (PDF; 625 kB)</ref>

Einzelnachweise

<references />