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Herchenrode

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Herchenrode
Gemeinde Modautal
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(56)&title=Herchenrode 49° 46′ N, 8° 44′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(56) 49° 45′ 40″ N, 8° 44′ 18″ O
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Höhe: 273 (267–281) m ü. NHN
Fläche: 1,94 km²<ref name=Gindex />
Einwohner: 56 (30. Juni 2023)<ref>Zahlen und Fakten. In: Webauftritt. Gemeinde Modautal, abgerufen im November 2023.</ref>
Bevölkerungsdichte: 29 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Eingemeindet nach: Ernsthofen
Postleitzahl: 64397
Vorwahl: 06167
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Datei:Herchenrode von Norden 2022-03.JPG
Herchenrode von Norden (2022)

Herchenrode ist der nach Einwohnerzahl kleinste Ortsteil der Gemeinde Modautal im südhessischen Landkreis Darmstadt-Dieburg.

Geographie

Herchenrode liegt im vorderen Odenwald, ca. 14 km südöstlich von Darmstadt an einem kleinen Nebenbach der Modau. Die Siedlung besteht aus einzelnen Häusern bei getrennter doppelseitiger Tallage.<ref name="lagis" /> Für Herchenrode besteht eine eigene Gemarkung.<ref name=Gindex>Gemarkung Herchenrode. In: GEOindex. Abgerufen im Dezember 2024.</ref> Nordwestlich des Ortes verläuft die Landesstraße 3099.

Geschichte

Ortsgeschichte

In historischen Dokumenten ist der Ort unter folgenden Ortsnamen belegt (in Klammern das Jahr der Erwähnung):<ref name="lagis" /> Hergeroden (1383); Hergeroden (1392); Hirchenrode (1403); Herchenrode (1405); Hirtzenrode (1424); Hirchinrode (1430); Herchenroden (1457); Herchenrade (1514); Hurchenröder Gemarkung (1711).

Im 14. Jahrhundert gehörte das Dorf zum Herrschaftsbereich der Grafschaft Katzenelnbogen und nach dem Aussterben des Adelsgeschlechts im 15. Jahrhundert zur Landgrafschaft Hessen. Ende des 16. Jahrhunderts stand das Dorf den Junkern von Meysenbug, Kalb, Mospach und Walbronn zu, und der Landgraf von Hessen-Darmstadt hatte die hohe Obrigkeit mit Gebot und Verbot inne.<ref name="lagis" /> Herchenrode lag im Gerichtsbezirk der Zent Oberramstadt. Die Zent war in sogenannte „Reiswagen“ eingeteilt, denen jeweils ein Oberschultheiß vorstand, die dem Zentgrafen unterstellt waren. Dieser Bezirk hatte einen Frachtwagen (Reiswagen) einschließlich Zugtieren und Fuhrknechten für Feldzüge bereitzustellen. Herchenrode gehörte zum „Brandauer Reiswagen“, dem auch noch die Orte Brandau, Neunkirchen, Allertshofen, Hoxhohl, Lützelbach, Ernsthofen, Neutsch, Klein-Bieberau und Webern angehörten. Die gesamte Zent Oberramstadt war dem Amt Lichtenberg zugeteilt. Diese Einteilung bestand noch bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts.<ref>Ferdinand Dieffenbach: Das Großherzogthum Hessen in Vergangenheit und Gegenwart. Literarische Anstalt, Darmstadt 1877, S. 254 (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1829 über Herchenrode:

„Herchenrode (L. Bez. Reinheim) luth. Filialdorf; liegt am Fuße der Neunkircher Höhe, 212 St. von Reinheim, und hat 9 Häuser und 67 luth. Einw., worunter sich 8 Bauern befinden. An diesem Dorfe waren die Grafen von Katzenellenbogen, die von Aulnbach, Werner Kalb von Reinheim und Hennebach betheligt. Namentlich mit dem erstern Theil waren die Herrn von Conberg von Katzenellenbogen belehnt. Nachdem aber Johann von Cronberg dem Grafen Eberhard V. von Katzenellenbogen in einer Fehde seine Lehenspflicht aufgekündigt hatte, wurde zu Anfang des 15. Jahrhunderts dieses Leben eingezogen, und 1422 verzichteten die von Cronberg auch darauf. Die übrigen Theile wurden auch nach und nach erworben.“<ref name="GW">Vorlage:BibOCLC</ref>

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde am 31. Dezember 1971 die bis dahin selbstständige Gemeinde Herchenrode auf freiwilliger Basis nach Ernsthofen eingemeindet<ref>Gemeindegebietsreform in Hessen: Zusammenschluss und Gliederung von Gemeinden vom 29. Dezember 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1972 Nr. 3, S. 84 ff., Punkt 93, Nr. 65 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 6,0 MB]).</ref> und kam am 1. Januar 1977 durch den Zusammenschluss der Gemeinde Ernsthofen kraft Landesgesetz mit mehreren anderen Gemeinden zur Gemeinde Modautal.<ref>Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Darmstadt und Dieburg und der Stadt Darmstadt (GVBl. II Nr. 330–334) vom 26. Juli 1974. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 22, S. 318 ff., §9 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 1,5 MB]).</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref> Für Herchenrode wurde ein Ortsbezirk gebildet.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 36 kB) §; 6. In: Webauftritt. Gemeinde Modautal, abgerufen im Februar 2019.</ref>

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Herchenrode angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref>

Gerichte

Herchenrode gehörte zum Zentgericht Oberramstadt. Im 16. Jahrhundert lag die Niedere Gerichtsbarkeit bei der Adelsfamilie Meysenbug. In der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde mit Ausführungsverordnung vom 9. Dezember 1803 das Gerichtswesen neu organisiert. Für das Fürstentum Starkenburg (ab 1815 Provinz Starkenburg) wurde das „Hofgericht Gießen“ eingerichtet. Es war für normale bürgerliche Streitsachen Gericht der zweiten Instanz, für standesherrliche Familienrechtssachen und Kriminalfälle die erste Instanz. Übergeordnet war das Oberappellationsgericht Darmstadt. Die Rechtsprechung der ersten Instanz wurde durch die Ämter bzw. Standesherren vorgenommen. Die Zentgerichte hatten damit ihre Funktion verloren. Mit Bildung der Landgerichte im Großherzogtum Hessen war ab 1821 das Landgericht Lichtenberg das Gericht erster Instanz, zweite Instanz war das Hofgericht Darmstadt. Es folgten:<ref name="lagis" />

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011 in Herchenrode 63 Einwohner. Darunter waren keine Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 12 Einwohner unter 18 Jahren, 30 zwischen 18 und 49, 12 zwischen 50 und 64 und 9 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 21 Haushalten. Davon waren 3 Singlehaushalte, 6 Paare ohne Kinder und 9 Paare mit Kindern, sowie 3 Alleinerziehende und keine Wohngemeinschaften. In 3 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 15 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />

Einwohnerentwicklung

• 1629: 08 Hausgesesse<ref name="lagis" />
• 1806: 64 Einwohner, 9 Häuser<ref name="EW1806">Verzeichnis der Ämter, Orte, Häuser, Einwohnerzahl. (1806)HStAD Bestand E 8 A Nr. 352/4. In: Archivinformationssystem Hessen (Arcinsys Hessen), Stand: 6. Februar 1806.</ref>
• 1829: 67 Einwohner, 9 Häuser<ref name="GW" />
• 1867: 76 Einwohner, 10 Häuser<ref name="WP">Vorlage:BibOCLC</ref>
Herchenrode: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2020
Jahr  Einwohner
1791
  
61
1800
  
63
1806
  
64
1829
  
67
1834
  
63
1840
  
68
1846
  
74
1852
  
57
1858
  
75
1864
  
82
1871
  
63
1875
  
66
1885
  
81
1895
  
84
1905
  
78
1910
  
77
1925
  
83
1939
  
64
1946
  
144
1950
  
131
1956
  
88
1961
  
80
1967
  
73
1970
  
58
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
?
2007
  
62
2010
  
65
2011
  
63
2015
  
65
2020
  
59
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; 1791<ref name="Adr-LG-HD" />; 1800<ref name="Adr-LG-HD-1800" />; Gemeinde Modautal:<ref name="HP" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" />

Historische Religionszugehörigkeit

• 1829: 67 lutheranische (= 100,00 %) Einwohner<ref name="GW" />
• 1961: 61 evangelische (= 76,25 %), 17 katholische (= 21,25 %) Einwohner<ref name="lagis" />

Politik

Für Herchenrode besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Herchenrode) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus drei Mitgliedern.<ref name="HS" /> Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat Herchenrode 82 %. Alle Kandidaten gehörten der Liste „Bürger für Herchenrode“ an.<ref>Ortsbeiratswahl Herchenrode. In: Votemanager. Gemeinde Modautal, abgerufen im Dezember 2024.</ref> Der Ortsbeirat wählte Klaus Roth zum Ortsvorsteher.<ref>Ortsvorsteher. In: Webauftritt. Gemeinde Modautal, abgerufen im Dezember 2024.</ref>

Baudenkmal

Datei:Herchenrode 15 (Modautal).jpg
Denkmalgeschütztes Fachwerkhaus in Herchenrode

Im Jahre 2010 wurde das Fachwerk in den Obergeschossen des Hauses Herchenrode 15 wieder freigelegt. Im Giebeldreieck des Wohnhauses aus der Zeit um 1700 fanden sich Figurationen aus Mannfiguren und Kopfwinkelhölzern. Die Renovierung der Hofreite wurde mit dem Denkmalschutzpreis des Landkreises ausgezeichnet.<ref>FAZ vom 13. Dezember 2010, Seite 37: Auszeichnung für eine ortsbildprägende Hofreite in Herchenrode</ref>

Weblinks

Anmerkungen und Einzelnachweise

Anmerkungen <references group="Anm." />

Einzelnachweise <references> <ref name="lagis">Herchenrode, Landkreis Darmstadt-Dieburg. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 29. April 2024). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="Adr-LG-HD"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1791. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1791, S. 122 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1800"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1800. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1800, S. 124 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Z2011E">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,8 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 14 und 68, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 11. Juli 2021;. </ref> <ref name="HP"> Haushaltsplan 2024 (Vorbericht: Einwohner – Statistik). (PDF 12 MB) In: Webauftritt. Gemeinde Modautal, S. 30 ff, abgerufen im Dezember 2024. </ref> <ref name="RB1937"> Gesetz über die Aufhebung der Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen vom 1. April 1937. In: Der Reichsstatthalter in Hessen Sprengler (Hrsg.): Hessisches Regierungsblatt. 1937 Nr. 8, S. 121 ff. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 11,2 MB]). </ref> </references>

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