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Brandau (Modautal)

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Brandau
Gemeinde Modautal
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1254)&title=Brandau 49° 44′ N, 8° 44′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1254) 49° 44′ 9″ N, 8° 44′ 16″ O
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Höhe: 320 (319–375) m ü. NHN
Fläche: 6,88 km²<ref name=Gindex />
Einwohner: 1254 (30. Juni 2024)<ref>Zahlen und Fakten. In: Webauftritt. Gemeinde Modautal, abgerufen im Dezember 2024.</ref>
Bevölkerungsdichte: 182 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1977
Postleitzahl: 64397
Vorwahl: 06254
Datei:Historia Rathaus de Brandau a.JPG
Altes Rathaus (2015)
Datei:Domoj centre de Brandau.JPG
Brandau (2015)

Brandau (im lokalen Dialekt: Branne)<ref>Darmstädter Echo, Donnerstag, 10. September 2015, S. 21</ref> ist der größte Ortsteil der Gemeinde Modautal im südhessischen Landkreis Darmstadt-Dieburg und Sitz der Gemeindeverwaltung.

Geographie

Brandau liegt im vorderen Odenwald an der oberen Modau, ca. 16 km südöstlich von Darmstadt. Im Ort treffen sich die Landesstraßen 3099 und 3102. Westlich von Brandau befindet sich ein Ehrenfriedhof für Kriegstote vieler Nationen.

Der Ortsteil Brandau besteht aus der Gemarkung Brandau.<ref name=Gindex>Gemarkung Brandau. In: GEOindex. Abgerufen im Dezember 2024.</ref> In der Gemarkung Brandau liegen die folgenden aktuellen bzw. historischen Siedlungsplätze:<ref name="lagis" />

Geschichte

Ortsgeschichte

Das Dorf wurde im Jahre 1346 erstmals urkundlich erwähnt, als Heinrich von Rodenstein seinen Besitz in Brandau wiedereinlöslich an Graf Wilhelm von Katzenelnbogen verkauft. Weitere Erwähnungen erfolgten unter den Ortsnamen (in Klammern das Jahr der Erwähnung):<ref name="lagis" /> Branda (1346), Branda (1403), Brandau (1405), Brandaw (1423), Brandauwe (1424), Brandauwe (1457) und Brandau (1750).

1392 wird Brandau unter den Katzenelbogischen Lehnsgütern geführt. 1480 wird Brandau als hessisches Lehen an die Vettern Erkinger und Hans von Rodenstein ausgegeben. 1565 fallen nach dem Tode des Philipp Kalb von Reinheim die Kalbschen Lehen an Hessen heim. Ende des 16. Jahrhunderts steht das Dorf den Herren von Rodenstein Mosbach und Kalb zu, wogegen der Landgraf von Hessen die hohe Landes- und centbare Obrigkeit innehat.<ref name="lagis" /> Brandau lag im Gerichtsbezirk der Zent Oberramstadt. Die Zent war in sogenannte „Reiswagen“ eingeteilt, denen jeweils ein Oberschultheiß vorstand, die dem Zentgrafen unterstellt waren. Dieser Bezirk hatte einen Frachtwagen (Reiswagen) einschließlich Zugtieren und Fuhrknechten für Feldzüge bereitzustellen. Brandau gehörte zum „Brandauer Reiswagen“, dem auch noch die Orte Neunkirchen, Allertshofen, Hoxhohl, Herchenrod, Lützelbach, Ernsthofen, Neutsch, Klein-Bieberau und Webern angehörten. Die gesamte Zent Oberramstadt war dem Amt Lichtenberg zugeteilt. Diese Einteilung bestand noch bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts.<ref>Ferdinand Dieffenbach: Das Großherzogthum Hessen in Vergangenheit und Gegenwart. Literarische Anstalt, Darmstadt 1877, S. 254 (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1829 über Brandau:

„Brandau (L. Bez. Reinheim) luth. Filialdorf; liegt 314 St. von Reinheim, auf zwei Seiten eines Wiesengrundes an dem Modaubach, hat 86 Häuser und 573 Einw., die bis auf 3 Reform. alle lutherisch sind. Unter denselben sind 20 Bauern, 36 Handwerker und 23 Taglöhner. Man findet 2 Mahlmühlen und 2 Ziegelhütten. – In den Jahren 1346 und 1347 verpfändeten Heinrich und Erkinger von Rodenstein ihr ganzes Eigenthum an diesem Orte an Wilhelm II., Grafen von Katzenellenbogen. Diese Pfandschaft ist indessen nie abgelößt worden. Die Rodensteiner, die Kalben von Reinheim und die Mosbach von Lindenfels, waren zugleich Gerichtsherrn. Das Dorf hatte 1440 über 20 Hubenleute; hier war eine eigene Kapelle, welche später verfallen war, und 1824 verkauft wurde.“<ref name="GW">Vorlage:BibOCLC</ref>

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurden zum 31. Dezember 1971 die Gemeinden Lützelbach und Neunkirchen auf freiwilliger Basis in die Gemeinde Brandau eingemeindet.<ref>Gemeindegebietsreform in Hessen: Zusammenschluss und Gliederung von Gemeinden vom 29. Dezember 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1972 Nr. 3, S. 84 ff., Punkt 93, Nr. 64 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 6,0 MB]).</ref> Zum 1. Januar 1977 erfolgte kraft Landesgesetz der Zusammenschluss mit der am 1. April 1971 gebildeten Gemeinde Modautal und weiteren Gemeinden zur neuen Gemeinde Modautal.<ref>Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Darmstadt und Dieburg und der Stadt Darmstadt (GVBl. II 330–334) vom 26. Juli 1974. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 22, S. 318, § 9 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 1,5 MB]).</ref> Dabei wurden Brandau, Lützelbach und Neunkirchen Ortsteile der Gemeinde Modautal. Für die drei Ortsteile wurde je ein Ortsbezirk gebildet.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 36 kB) §; 6. In: Webauftritt. Gemeinde Modautal, abgerufen im Februar 2019.</ref> Sitz der Gemeindeverwaltung wurde Brandau.

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Brandau angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref>

Gerichte

Brandau gehörte zur Zentgericht Oberramstadt. In der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde mit Ausführungsverordnung vom 9. Dezember 1803 das Gerichtswesen neu organisiert. Für das Fürstentum Starkenburg wurde das „Hofgericht Darmstadt“ als Gericht der zweiten Instanz eingerichtet. Die Rechtsprechung der ersten Instanz wurde durch die Ämter bzw. Standesherren vorgenommen. Damit war für Brandau das Amt Lichtenberg zuständig. Das Hofgericht war für normale bürgerliche Streitsachen Gericht der zweiten Instanz, für standesherrliche Familienrechtssachen und Kriminalfälle die erste Instanz. Übergeordnet war das Oberappellationsgericht Darmstadt. Die Zentgerichte hatten damit ihre Funktion verloren.

Mit Bildung der Landgerichte im Großherzogtum Hessen war ab 1821 das Landgericht Lichtenberg das Gericht erster Instanz, zweite Instanz war das Hofgericht Darmstadt. Es folgten:<ref name="lagis" />

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011 in Brandau 1374 Einwohner. Darunter waren 48 (3,5 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 255 Einwohner unter 18 Jahren, 579 zwischen 18 und 49, 309 zwischen 50 und 64 und 281 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 564 Haushalten. Davon waren 138 Singlehaushalte, 192 Paare ohne Kinder und 180 Paare mit Kindern, sowie 42 Alleinerziehende und 9 Wohngemeinschaften. In 123 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 357 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />

Einwohnerentwicklung

• 1440: über 20 Hubenleute<ref name="lagis" />
• 1629: 055 Hausgesesse<ref name="lagis" />
• 1806: 479 Einwohner, 70 Häuser<ref name="EW1806">Verzeichnis der Ämter, Orte, Häuser, Einwohnerzahl. (1806)HStAD Bestand E 8 A Nr. 352/4. In: Archivinformationssystem Hessen (Arcinsys Hessen), Stand: 6. Februar 1806.</ref>
• 1829: 573 Einwohner, 86 Häuser<ref name="GW" />
• 1867: 698 Einwohner, 103 Häuser<ref name="WP">Vorlage:BibOCLC</ref>
Brandau: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2024
Jahr  Einwohner
1791
  
395
1800
  
405
1806
  
479
1829
  
573
1834
  
569
1840
  
610
1846
  
651
1852
  
639
1858
  
614
1864
  
684
1871
  
720
1875
  
775
1885
  
771
1895
  
750
1905
  
687
1910
  
701
1925
  
698
1939
  
693
1946
  
1.119
1950
  
1.045
1956
  
929
1961
  
950
1967
  
1.035
1970
  
1.037
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
?
2007
  
1.326
2010
  
1.358
2011
  
1.374
2015
  
1.324
2020
  
1.281
2024
  
1.254
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; 1791<ref name="Adr-LG-HD" />; 1800<ref name="Adr-LG-HD-1800" />, Gemeinde Modautal:<ref name="HP" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,8 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 14 und 68, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 11. Juli 2021;.</ref>

Historische Religionszugehörigkeit

• 1829: 570 lutheranische (= 99,48 %), 3 reformierte (= 0,52 %) Einwohner<ref name="GW" />
• 1961: 766 evangelische (= 80,63 %), 171 katholische (= 18,00 %) Einwohner<ref name="lagis" />

Politik

Für Brandau besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Brandau) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung.<ref name="HS" /> Der Ortsbeirat besteht aus neun Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat Brandau 63,02 %. Alle Kandidaten gehörten der Bürgerliste Brandau an.<ref>Ortsbeiratswahl Brandau. In: Votemanager. Gemeinde Modautal, abgerufen im Dezember 2024.</ref> Der Ortsbeirat wählte Michael Bormuth zum Ortsvorsteher.<ref>Ortsvorsteher. In: Webauftritt. Gemeinde Modautal, abgerufen im Dezember 2024.</ref>

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Datei:Kriegsgräberstätte Brandau.jpg
Kriegsgräberstätte bei Brandau

Bauwerke

  • Die Neumühle, eine wasserbetriebene Mühle mit dem größten Mühlrad im vorderen Odenwald
  • Die Turmuhr mit nur einem Zeiger (auf dem alten Rathaus)
  • Der mit Kupferblech verkleidete Turm der Kriegsgräberstätte mit Opfern der beiden Weltkriege auf dem Geisberg<ref>Volksbund - Kriegsgräberstätte Brandau., abgerufen im Mai 2024.</ref>

Regelmäßige Veranstaltungen

Literatur

Weblinks

Commons: Brandau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen und Einzelnachweise

Anmerkungen <references group="Anm." />

Einzelnachweise <references> <ref name="lagis"> {{Internetquelle | hrsg= Hessisches Institut für Landesgeschichte | url= {{LAGIS/WeblinksZ|OL|13576}} | titel= Brandau, Landkreis Darmstadt-Dieburg | titelerg= {{LAGIS/Datenbanknamen|OL }} (Stand: {{FormatDate|2018-05-23 }}) | werk= Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS) | kommentar= |abruf-verborgen=0 | abruf= 2018-05-28 }} </ref> <ref name="Adr-LG-HD"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1791. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1791, S. 122 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1800"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1800. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1800, S. 124 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="HP"> Haushaltsplan 2024 (Vorbericht: Einwohner – Statistik). (PDF 12 MB) In: Webauftritt. Gemeinde Modautal, S. 30 ff, abgerufen im Dezember 2024. </ref> <ref name="RB1937"> Gesetz über die Aufhebung der Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen vom 1. April 1937. In: Der Reichsstatthalter in Hessen Sprengler (Hrsg.): Hessisches Regierungsblatt. 1937 Nr. 8, S. 121 ff. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 11,2 MB]). </ref> </references>

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