Gerhard Bondzin
Gerhard Bondzin (* 29. Juli 1930 in Mohrungen, Ostpreußen; † 20. März 2014) war ein deutscher Maler und Grafiker. Er lebte und arbeitete in Dresden.
Leben und Wirken
Bondzin war der Sohn eines Buchdruckers. Bereits mit acht Jahren druckte er seinen ersten Holzschnitt,<ref name="Galerie Lux"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Der Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein., Lux’s Kunstgalerie</ref> und er hatte auch als Künstler eine besondere Neigung zu dieser Technik. Von 1946 bis 1948 erlernte er an der Industrieschule für Spielzeug und Keramik in Sonneberg den Beruf des Keramik-Modelleurs. Von 1948 bis 1951 studierte er Malerei bei Hans Hoffmann-Lederer an der Hochschule für Baukunst und Bildende Künste Weimar und im Anschluss daran bis 1953 bei Fritz Dähn und Rudolf Bergander an der Hochschule für Bildende Künste Dresden (HfBK), wo er bis 1957 als Aspirant unterrichtet wurde. Nach seinem Abschluss nahm er 1957 eine Oberassistentenstelle an der Hochschule an. Bondzin nahm in der Öffentlichkeitsgunst der DDR einen raschen Aufstieg.<ref>Lothar Lang: Malerei und Graphik in der DDR. Verlag Philipp Reclam jun. Leipzig, 1983; S. 64</ref> 1962 wurde er Dozent für Malerei und 1965 zum Professor berufen. Im selben Jahr übernahm Bondzin bis 1970 als gewählter Rektor der HfBK Dresden die Leitung der Hochschule. Bondzin war Lehrer u. a. von Siegfried Besser, Marianne Dextor, Hans-Ulrich Gravenhorst (* 1941), Dietmar Gubsch, Michael Hofmann, Joachim Kuhlmann (* 1943), Manfred Ludwig, Sigrid Noack, Anna-Maria Ranft (* 1945), Rainer Schumacher (* 1941) Emil Spiess, Klaus Staps (* 1947) Berndt Wilke und Rolf Wurzer.
Bondzin trat 1953 der SED bei. Von 1969 bis 1984 war er Mitglied der SED-Bezirksleitung Dresden und war von 1969 bis zur Auflösung der Akademie der Künste zu Berlin im Jahr 1993 deren ordentliches Mitglied. Von 1970 bis 1974 war er als Nachfolger von Lea Grundig Präsident des Verbandes Bildender Künstler der DDR.
Bondzin war mit der Malerin Friderun Bondzin verheiratet. Sein Sohn ist der Maler Dyrck Bondzin (* 1955).
Bondzins Grab befindet sich auf dem Friedhof in Dresden-Schönfeld.<ref>Grabsteine Friedhof Dresden-Schönfeld. Bondzin, Gerhard. In: grabsteine.genealogy.net. Abgerufen am 2. August 2021.</ref>
Studienreisen
- UdSSR: 1957, 1959, 1967
- Vietnam, Kuba, Italien: 1962
- Bulgarien: 1964
Werkbeispiele
Siehe auch Bildindex der Kunst & Architektur<ref>https://www.bildindex.de/ete?action=queryupdate&desc=%22bondzin%2C%20gerhard%22%20&index=obj-all</ref>
Tafelbilder
- Schichtwechsel (1957, Öl)
- Die Unbesiegbaren (1967, Gouache; Dresdner Galerie Neue Meister)<ref>Die Unbesiegbaren. In: Online Collection. Staatliche Kunstsammlungen Dresden, abgerufen am 29. September 2021.</ref>
Druckgrafik
- Wer ist mehr? (1958, Holzschnitt; Kunstfonds des Freistaats Sachsen)<ref>Wer ist mehr! (Schreitender Bauarbeiter). In: Online Collection. Staatliche Kunstsammlungen Dresden, abgerufen am 29. September 2021.</ref>
- Zyklus Vietnam (1965, Holzschnitt)
Architekturbezogene Werke
- Der Weg der roten Fahne (1969, Wandbild, Elektrostatische Beschichtung, Farbglas auf Beton, montiert; 10 × 30 m; techn. Ausführung durch eine Arbeitsgemeinschaft an der HfBK; Kulturpalast Dresden)<ref>Ruth Pape et al. (Bearbeitung): Bildende Kunst + Architektur. Katalog Teil 5 Dresden, Cottbus, Frankfurt. Deutsche Bauakademie, Berlin, 1973, S. 12/13</ref>
- Fuchs und Trauben (1986; keramisches Großmosaik am „Club Passage“ in Dresden-Gorbitz)
- Mensch und Natur (1980; keramisches Großmosaik an Uni-Gebäude in Cottbus)
- keramisches Großmosaik (vermutlich Ende 1980er Jahre, in einem Gebäude der Zollverwaltung am Carusufer in Dresden)
Graphikeditionen (Auswahl)
- Berliner Studien 86, I, II und III. (1987) Lithografien, 1987. Hrsg. Akademie der Künste der DDR.
Ausstellungen
Bondzin hatte eine bedeutende Zahl von Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen im In- und Ausland, darunter in Hanoi, Sofia, Leningrad, Moskau, Florenz und Livorno. In der DDR war er u. a. von 1953 bis 1983 an der Dritten Deutschen Kunstausstellungen bis zur IX. Kunstausstellung der DDR in Dresden beteiligt.
Einzelausstellungen seit der deutschen Wiedervereinigung
- 2008: Lüneburg, Ostpreußisches Landesmuseum (Grafikzyklus Schrecken der Flucht über das Eis)<ref>Schrecken der Flucht über das Eis. Grafikzyklus von Gerhard Bondzin. Ostpreußisches Landesmuseum, 2008, abgerufen am 20. November 2021.</ref>
Ehrungen
- Kunstpreis der DDR, Kunstpreis des DTSB, 1963
- Kunstpreis des FDGB, 1966 und 1969
- Nationalpreis der DDR, 1969
- Ehrennadel der Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft, 1969 und 1972
- Martin-Andersen-Nexö-Kunstpreis der Stadt Dresden, 1975
Museen und öffentliche Sammlungen (Auswahl)
- Dresden, Gemäldegalerie Neue Meister<ref>https://skd-online-collection.skd.museum/Home/Index?page=1&pId=11103211&smode=And</ref>
- Dresden, Kupferstich-Kabinett (u. a.: Dong-Hoi; Holzschnitt)<ref name="Bildindex">Werke von Gerhard Bondzin im Bildindex der Kunst und Architektur</ref>
- Dresden, Kunstfonds des Freistaats Sachsen
- Erfurt, Angermuseum (u. a.: Im Vorbalkan; Rohrfederzeichnung, 1964)<ref name="Bildindex" />
- Frankfurt (Oder), Galerie Junge Kunst<ref name="Galerie Lux" />
- Moskau, Puschkin-Museum<ref name="Galerie Lux" />
- Rostock, Kunsthalle<ref name="Galerie Lux" />
- Sofia, Nationalgalerie<ref name="Galerie Lux" />
- St. Petersburg, Kupferstichkabinett der Eremitage<ref name="Galerie Lux" />
- Weimar, Kunstsammlungen<ref name="Galerie Lux" />
Literatur
- Dietmar Eisold (Hrsg.): Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 100.
- Manfred Altner: Gerhard Bondzin. Verlag der Kunst, Dresden, 1985 (Reihe Maler und Werk)
- Gerhard Bondzin: Gerhard Bondzin – 30 Holzschnitte. Dresden Buch, Dresden 2010, ISBN 978-3-9812287-3-1.
- Bondzin, Gerhard. In: Wer war wer in der DDR? 5. Auflage. Band 1. Ch. Links, Berlin 2010, ISBN 978-3-86153-561-4, S. Vorlage:VonBis (bundesstiftung-aufarbeitung.de).
Weblinks
- Literatur von und über Gerhard Bondzin im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Der Wert des Parameters
archive-todaymuss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein., Lux’s Kunstgalerie - Werke von Gerhard Bondzin sowie Informationen, SLUB / Deutsche Fotothek. Abgerufen am 23. August 2020.
- Lux's Kunstgalerie - Gerhard Bondzin
Einzelnachweise
<references />
Vorlage:Klappleiste/Anfang Otto Nagel (1950–1952) | Fritz Dähn (1952–1954) | Otto Nagel (1955–1956) | Willi Wolfgramm (1956–1959) | Walter Arnold (1959–1964) | Lea Grundig (1964–1970) | Gerhard Bondzin (1970–1974) | Willi Sitte (1974–1988) | Karl Clauss Dietel (1988–1990) Vorlage:Klappleiste/Ende
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Bondzin, Gerhard |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Maler und Grafiker, Präsident des Verbands Bildender Künstler der DDR |
| GEBURTSDATUM | 29. Juli 1930 |
| GEBURTSORT | Mohrungen, Ostpreußen |
| STERBEDATUM | 20. März 2014 |
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- Mitglied der Akademie der Künste (DDR)
- Träger des Nationalpreises der DDR II. Klasse für Kunst und Literatur
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- Person (Ostpreußen)
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- Deutscher
- Geboren 1930
- Gestorben 2014
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