Zum Inhalt springen

Bariumcyanid

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 24. Januar 2026 um 07:54 Uhr durch imported>ChemoBot (Entferne Parameter „Suchfunktion“ aus {{Infobox Chemikalie}} und bereinige Leerzeilen).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Strukturformel
Ba2+-Ion 2 Cyanidion
Allgemeines
Name Bariumcyanid
Summenformel Ba(CN)2
Kurzbeschreibung

farblose bis weiße<ref name="GESTIS" /> zerfließliche prismatische Kristalle<ref name="Abegg">R. Abegg, F. Auerbach: Handbuch der anorganischen Chemie. Verlag S. Hirzel, Bd. 2, 1908. S. 258. Volltext</ref> mit schwach bittermandelartigem Geruch<ref name="GESTIS" />

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 208-822-3
ECHA-InfoCard 100.008.021
PubChem 10961
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 189,36 g·mol−1
Aggregatzustand

fest<ref name="GESTIS" />

Schmelzpunkt

> 600 °C (Zersetzung)<ref name="GESTIS" />

Löslichkeit

gut löslich in Wasser (800 g·l−1 bei 14 °C)<ref name="Perry">Dale L. Perry, Sidney L. Phillips: Handbook of inorganic compounds. CRC Press, 1995, ISBN 978-0-8493-8671-8, S. 49 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> und Alkohol<ref name="TMI"></ref>

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),<ref name="CLP_100.240.782">Nicht explizit in Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP) gelistet, fällt aber mit der angegebenen Kennzeichnung unter die Gruppeneinträge zu Vorlage:Linktext-Check und Vorlage:Linktext-Check in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA)Vorlage:Abrufdatum Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.</ref> ggf. erweitert<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 330​‐​310​‐​300​‐​410
EUH: 032
P: ?
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Bariumcyanid ist eine anorganische chemische Verbindung und das Bariumsalz der Cyanwasserstoffsäure (Blausäure).

Herstellung

Bariumcyanid kann durch Einleiten von Cyanwasserstoff in Barytwasser hergestellt werden.<ref name='Abegg'/>

<math>\mathrm{Ba(OH)_2 + 2\ HCN \longrightarrow Ba(CN)_2\ + 2\ H_2O}</math>

Es kann auch durch Glühen von Bariumhydroxid und Kohle an der Luft oder im Stickstoffstrom hergestellt werden.<ref name='Abegg'/>

<math>\mathrm{Ba(OH)_2 + 3\ C + N_2 \longrightarrow Ba(CN)_2\ + H_2O + CO}</math>

Eigenschaften

Bariumcyanid ist eine hygroskopische Verbindung und kristallisiert als Dihydrat Ba(CN)2 · 2 H2O in Form von prismatischen Kristallen, die bei 100 °C ihr Kristallwasser abgeben.<ref name='Abegg'/> Beim Erhitzen von Ba(CN)2 im Wasserdampfstrom entsteht Bariumhydroxid Ba(OH)2 unter Austreibung von Ammoniak NH3 und Kohlenstoffmonoxid CO.<ref name="Abegg"/>

<math>\mathrm{Ba(CN)_2 + 4\ H_2O \longrightarrow Ba(OH)_2 + 2\ NH_3 + 2\ CO}</math>

Durch Erhitzen mit Magnesiumpulver unter Luftabschluss entsteht Bariumcarbid.<ref name="Beilstein4">Friedrich Konrad Beilstein: Beilsteins Handbuch der Organischen Chemie. 1918, Verlag Edward Bros., 4. Auflage 1943, 1. Band, S. 243. Volltext</ref>

Die Verbindung ist wärmeempfindlich. Sie entwickelt mit Säure hochgiftigen Cyanwasserstoff und zersetzt sich an feuchter Luft unter Freisetzung von Cyanwasserstoff. Unter Abschluss von Luft, Kohlendioxid und Feuchtigkeit ist sie stabil. Ihre wässrige Lösung reagiert alkalisch.<ref name="GESTIS" />

Verwendung

Verwendet wird Bariumcyanid in der Galvanotechnik und in der Metallurgie.<ref name="TMI" />

Einzelnachweise

<references />