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Farang

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Datei:Wat Pho farang.jpg
Karikatur eines Farang als Wächterfigur vor Wat Pho in Bangkok

Farang (in Thai: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), ausgesprochen: [<templatestyles src="IPA/styles.css" />faràŋ], in der Umgangssprache auch oft falang) ist der in Thailand übliche Begriff für Ausländer mit weißer Hautfarbe, d. h. Europäer sowie europäischstämmige Amerikaner, Australier, Südafrikaner usw.

Verwendung

Grundsätzlich ist Farang ein neutrales Wort, das allerdings nur in der Umgangssprache Verwendung findet. In offiziellen Kontexten wird es hingegen vermieden und durch den hochsprachlichen Ausdruck Khon Tang Chat ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) bzw. Chao Tang Chat ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), „Ausländer“) ersetzt. Je nach Kontext kann Farang aber auch abwertend bzw. als Schimpfwort verstanden werden. Insbesondere bezeichnet Farang Khi Nok ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) einen ungesitteten Westler (eigentlich eine Guavenart, deren Kerne mutmaßlich über Vogelkot verbreitet werden).<ref name="Pattana10_61"/> In Thailand lebende und reisende Europäer und Amerikaner verwenden den Ausdruck Farang auch häufig als Selbstbezeichnung.

Afroamerikanische US-Soldaten wurden während des Vietnamkrieges auch als Farang Dam („schwarze Farang“) bezeichnet; verbreiteter ist jedoch, Afrikaner oder Afroamerikaner als Negro zu bezeichnen. Süd- und westasiatische Ausländer (z. B. Araber, Perser, Inder, Nepalesen) werden nicht Farang, sondern Khaek ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), wörtlich: „Gäste“) genannt.

Kinder mit einem Farang- und einem Thai-Elternteil werden Luk Khrueng ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), wörtlich übersetzt „Halb-Kind“) genannt.<ref>Pattana Kitiarsa: An Ambiguous Intimacy. Farang as Siamese Occidentalism. 2010, S. 71–73. (englisch)</ref> Mit dem Begriff Farang inhaltlich verwandt ist auch der Begriff Nok ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), wörtlich: „außen“), vor allem in den Zusammensetzungen Mueang Nok ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), wörtlich „Außen-Land“ oder „äußere Lande“) für das (westliche) Ausland oder die westliche Welt, Khong Nok ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), „auswärtige Sachen“) für meist hochpreisige westliche Produkte und Hua Nok ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), „Außen-Kopf“) für Personen, die von westlichem Denken beeinflusst sind, etwa weil sie im Ausland studiert haben.<ref>Pattana Kitiarsa: An Ambiguous Intimacy. Farang as Siamese Occidentalism. 2010, S. 68. (englisch)</ref>

Herkunft

Das Wort Farang stammt wahrscheinlich von dem persischen Wort farang<ref name="Marcinkowski05_5">Muhammad Ismail Marcinkowski: From Isfahan to Ayutthaya. Contacts between Iran and Siam in the 17th century. Pustaka Nasional, Singapore 2005, ISBN 9971-77-491-7, S. 5. (englisch)</ref> ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)), da die Perser bereits vor den Europäern Handelspartner der Siamesen (Thai) waren. Auf Hindi in Indien heißt der Europäer farangi oder Arabisch alfrandsch, in Ägypten und Nordafrika afrangui, in Äthiopien faranji; in Thailands Nachbarland Kambodscha barang und in Laos falang. Die persischen Händler, die sich ab dem 16. Jahrhundert in Siam niederließen, nannten wohl alle europäischen Christen „Franken(farang). Die Thai übernahmen diese Bezeichnung und bezogen sie auf die später in ihrem Land ankommenden Portugiesen, Engländer und Holländer.<ref name="Harris"/>

Vom frühmittelalterlichen Frankenreich bzw. seinen Nachfolgern Ost- und Westfrankenreich kam das Wort wahrscheinlich in der Zeit der Kreuzzüge in den Nahen Osten. Die meisten Teilnehmer des ersten Kreuzzugs waren Franzosen und Deutsche (aus dem früheren West- und Ostfrankenreich), so wurde „Franke“ im mittelalterlichen Orient zur allgemeinen Bezeichnung für christliche Europäer.<ref name="Harris">Jimmy Harris: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />The Persian connection: Four loanwords in Siamese. (Memento vom 21. Januar 2021 im Internet Archive; PDF; 135 kB) In: Pasaa. Band XVI, Nr. 1 (Juni 1986), ISSN 0125-2488, S. 9–12. (englisch)</ref> Von dort breitete sich der Begriff über die alten Handelsrouten nach Asien und Afrika, möglicherweise sogar bis nach Polynesien, dort werden weiße Europäer „Palangi“ genannt.<ref name="Pattana10_61">Pattana Kitiarsa: An Ambiguous Intimacy. Farang as Siamese Occidentalism. 2010, S. 61. (englisch)</ref>

Verbreitet ist die Volksetymologie, dass sich Farang von „français“ ableite, da Franzosen unter den ersten Europäern gewesen seien, die sich in Südostasien niederließen. Dies ist jedoch weder aus historischer noch aus sprachwissenschaftlicher Sicht plausibel. Franzosen werden heute auf Thai als Khon Farangset ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) bezeichnet, dieses Wort ist jedoch jüngeren Ursprungs als Farang.<ref>Gwyn Williams: Origin of the Word “Farang”. Abteilung für Linguistik, Thammasat-Universität, 26. März 1994. (englisch)</ref>

Datei:Psidium guajava fruit.jpg
Eine Guave

Weitere Bedeutung

Davon abgeleitet hat farang allgemein die Bedeutung „fremd“, „westlich“ oder „nicht-Thai“. Insbesondere bezeichnet Farang die Guave, die, ursprünglich in Südamerika beheimatet, durch portugiesische Händler in Thailand bekannt gemacht wurde.<ref name="Marcinkowski05_5"/> Weitere Beispiele sind Man Farang ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) für Kartoffel (von Man, {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), ‚Yams‘), No Mai Farang ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) für Spargel (von No Mai, {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), ‚Bambussprosse‘) oder Mak Farang<ref name="Pattana10_61"/> ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) für Kaugummi (von Mak, {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), ‚Betelnuss‘).

Medien

Die 1993 gegründete Zeitschrift Der Farang ist die bekannteste und auflagenstärkste deutschsprachige Zeitung in Thailand, die alle 14 Tage herausgegeben wird. Hier findet man auch Artikel bekannter Thailand-Autoren wie Carl-Friedrich Krüger, Günther Ruffert und Wilfried Stevens. Das dazugehörige Newsportal ist Der-farang.com. Gegründet wurde Der Farang 1993 vom Schweizer Stefan Matter. Im Jahr 2006 wurde es vom Schweizer Ehepaar Bussaba und Martin Rüegsegger übernommen.

Das Südostasien-Magazin Farang erschien von 1997 bis 2019 in Berlin. Es richtete sich an die Thai-Deutsche Gemeinde. Dies sind in Deutschland lebende Thailänder, an Thailand interessierte Deutsche und vor allem binationale Familien. Mit der Ausgabe Februar 2019 wurde das Magazin eingestellt.

Siehe auch

Weblinks

Commons: Farang – Sammlung von Bildern und Audiodateien
Wiktionary: Farang – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Literatur

  • Pattana Kitiarsa: An Ambiguous Intimacy. Farang as Siamese Occidentalism. In: Rachel V. Harrison, Peter A. Jackson: The Ambiguous Allure of the West. Traces of the Colonial in Thailand. Hong Kong University Press, Hongkong 2010, S. 57–74.

Einzelnachweise

<references />